HIV positiv - Mitteilungspflicht?!

Tigermaus

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Hallo!!!
Momentan beschäftigt mich eine Frage bzw. unverständnis aus aktuellem Anlaß!
Bei uns liegt derzeit eine Patientin die HIV-positiv ist. Sie hat bei uns eine OP der Nasennebenhöhlen bekommen. Nur ganz nebenbei hat sie dem Anästhesisten mitgeteilt das sie HIV-positiv ist. Auf unsere vorherige Frage nach irgendwelchen Vorerkrankungen ect. hat sie uns das nicht mitgeteilt.
Später kam die diskussion auf ob sie dazu aus rechtlicher Sicht verpflichtet ist oder nicht dieses bei OP mitzuteilen.

Endergebnis
Patienten sind nicht dazu verpflichtet wenn sie HIV- positiv sind!
Patienten sind dazu verpflichtet wenn sie Hepatitis haben!

Wie denkt ihr darüber?
Ich persönlich kann nicht verstehen warum eine solche Erkrankung nicht unter der Mitteilungspflicht steht, Hepatitis aber schon! Gerade bei blutigen Geschichte besteht natürrlich ein hohes Infektionsrisiko!
Man kann also nur hoffen das Menschen die HIV-positiv sind und das auch wissen, wirklich so ehrlich sind und dieses auch mitteilen.

:besserwisser: Schützen muß man sich so oder so egal ob erkrankungen bekannt sind oder nicht, trotzdem bin ich total verständnislos was diese Situation betrifft! :angryfire:
 

urmel

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Hallo,

es ist nun mal das Recht eines Jeden seine Erkrankungen für sich zu behalten. Also wird jeder Patient so behandelt, als ob er infiziert ist (egal mit was). Es gibt ja genügend Menschen, die nicht wissen daß sie infiziert sind und stellen damit ebenfalls ein Risiko für Pflegepersonal und Ärzte dar.
Unsere Uni macht das so: der zu operierende Patient wird gefragt, ob er mit einem HIV-Test einverstanden ist. Wenn nicht, dann sind die Sicherheitsmaßnahmen dementsprechend "höher". Es wird dann so verfahren als sei er positiv.

LG
urmel
 

Tigermaus

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Guten morgen!!!
Das was ich nicht verstehe ist einfach die rechtslage hierbei. Normalerweise müßte man dann auch sagen das es dem Pat. bei einer Hepatitiserkrankung vorbehalten bleibt, dies zu mitzuteilen. Aber dazu wiederum ist der Pat. verpflichtet. Nur wo fängt der unterschied an. Wie kann das rechtssystem bei Hepatitis darauf bestehen und warum beim HIV nicht. Ich finde das es einfach nicht zusammen passt.
 

urmel

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Hallo Tigermaus,
wieso das so ist weiß ich auch nicht.
Fakt ist: der Patient muß zustimmen bei einem HIV Test, was er bei einem Hepatitis Test nicht machen muß (auch komisch wiederum, aber über die Erkrankung muß er Auskunft geben).
Ebenso wird doch auch das Gesundheitsamt informiert, wenn eine Hepatitiserkrankung vorliegt, oder? Bin mir da nicht mehr so firm drinne.

Allerdings sehe ich persönlich keinen Unterschied, sei es jetzt HIV oder Hepatitis oder sonst was Ansteckendes, schützen muß man sich immer, da hast Du recht.

Ich schätze mal, daß das mit dem HIV deshalb so gemacht wird, weil auch heute noch diese Menschen oft dikriminiert werden und abgestempelt.

LG
urmel
 

Ute

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Hallo !

Wie hatten auch vor ein paar Tagen eine Diskussion über die Einwilligung zum HIV-Test ! Uns war auch nicht so verständlich, warum man bei einem Patienten im Routineprogramm Blutabnahme einfach die Hepatitis-Serologie abnehmen darf und bei einem HIV-Test einen Einwilligungsbogen unterschreiben lassen muss !!! :weissnix:

Eine Ansteckungsgefahr besteht bei beiden Erkrankungen !
 

david

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Hallo an alle...

Wieder mal ein bisschen Österreich-Kunde:
Wir dürfen sowohl Hepatitis als auch HIV-Tests ohne irgendeine Einwilligung durchführen - und tun das auch routinemässig bei allen Aufnahmen, die länger als 2-3 Tage bleiben. Solang dauert nämlich der Befund.

Wichtig für die OP ist das aber scheinbar nicht, die Leute werden bei uns ja meist am Aufnahme- oder am Folgetag operiert. Da weiss man natürlich noch kein Ergebnis. Also insgesamt eine Art Geldvernichtung.

+lg, david
 

Tigermaus

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Hallo !!!
Ich meine mal gehört zu haben das der HIV test aber erst dann positiv ausfallen kann wenn er Pat. seit 3 Monaten pos. ist. Wisst ihr mehr darüber?
 

urmel

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Hallo Tigermaus,

es wird mehrmals getestet.
Einer unserer Ärzte mußte sich testen lassen (wegen einem Patienten der anfangs nicht sagte, daß er positiv ist, dann aber in einen HIV Test einwilligte, und letztendlich das Labir anrief und meinte das dieser Patient schon einmal positiv getestet wurde....).
Blutabnahme war dann direkt, dann nach 4 Wochen, nach 3 Monaten, nach 6 Monaten und nach einem Jahr.

LG
urmel
 

Kps2001

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Ich persönlich finde es nicht in Ordnung, daß die Pat. uns ihre Erkrankung nicht mitteilen müssen... Ich hatte in meinem Praktikum einen Vorfall, in dem ein Pat. und das nicht mitgeteilt hat... Er hatte natürlich alle möglichen Zu- und Ableitungen, die ständig neu zusammengebastelt werden mußten! Einem Pfleger war in der Nacht das Drainagesystem seiner Knie - OP kaputt gegangen, als er eine neue Redonflasche anschließne wollte, ihm ist Sekret in´s Gesicht gespritzt! Nach einer Woche kam die Meldung vom labor über die HIV- Infektion (wurde durch ein Versehen mit abgenommen) Der betroffene Pfleger war zwei Monate zuvor Vater geworden und hatte natürlich riesig Angst, sich angesteckt zu haben. Als man dies dem Pat mitteilte, sagte er nur: Hab ich mir schon gedacht, mein freund ist seit zwei jahren positiv (er war homosexuell). Ich war danach so wütend auf diesen Patienten... Er sieht, daß dem Pfleger Blut in´s Gesicht spritzt und sagt nichts... Unglaublich!
 

urmel

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Hallo Kps2001,
so wie ich das herrauslese, wußte dieser Patient nicht, daß er positiv ist (er dachte es sich...).
Rechtslage ist nun mal, daß sie nicht mtteilen müssen, ob sie positiv sind.
Also behandle ich jeden Patienten, bei dem ich nicht weiß ob oder ob nicht, so, als ob er positiv ist. Nur so kann ich mich am besten schützen.

LG
urmel
 

Rabenzahn

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Hallo,

wir halten es in der Anästhesie so, wenn ein Patient Tätowierungen hat ( auch wenn es im Moment im Trend ist ) oder Piercing, gilt er für uns als potentieller infizierter Patient. Also Vorsicht !!

Selbst wenn er nicht unbedingt HIV positiv ist, besteht ja die Möglichkeit der Hepatitis Erkrankung.

Auch wenn die Tätowierungen oftmals von Profis gemacht wurden, weiss man ja nicht, wie sauber er dort gearbeitet hat.

Mag sein, dass es ein altes Vorurteil ist, hilft aber uns selber zu schützen.

Ansonsten habe ich die Erfahrung gemacht, dass wenn eine Infektion bekannt ist - und jeder besonders vorsichtig sein will, dann wird z.B. mit Blut oder Ausscheidungen extrem unvorsichtig, also genau das Gegenteil umgegangen.
 

Ute

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Ansteckungsmöglichkeiten
Der HI-Virus wird durch Körperflüssigkeiten übertragen. Dabei gibt es aber grundlegend zu beachten: In jeder Körperflüssigkeit ist der HI-Virus enthalten. Jedoch kommt es auf die Konzentration ( das heißt die vorhandene Menge der Viren in der Körperflüssigkeit) an.
Folgendes gilt:

Hohe Konzentration: Blut, Sperma, Muttermilch, Fruchtwasser

Mittlere Konzentration: Lusttropfen, Scheidenflüssigkeit

Niedrige Konzentration: Urin, Speichel, Tränen, Kod, Schweiß



Daraus kann man schlußfolgern, dass eine Infektion mit HIV im alltäglichen Leben durch gemeinsames Trinken aus einer Tasse, beim Hände schütteln, beim gemeinsamen Benutzen des WC oder des Handtuches nicht infizieren kann.
Hohe Risiken birgt jedoch der ungeschützte Geschlechtsverkehr, oral Verkehr ohne Kondom, der Kontakt mit offenen blutenden Wunden oder das gemeinsame Benutzen von Spritzen.



Keine Ansteckungsmöglichkeit durch

Umarmen, Händeschütteln und Küssen....
Wichsen, Streicheln....
Kontakt zwischen Sperma, Blut und unverletzter Haut.
Gemeinsames Benutzen von öffentlichen Toiletten, Hallenbad, Sauna....
Teilen von Besteck, Gläsern und Wäsche mit HIV-positiven Menschen.
Gemeinsamen Gebrauch von Geschirr, Gläsern, Bettzeug, Toilettenartikeln ....
Blutspenden.
Kontakt mit Tränen und Speichel.
Behandeln durch einen Arzt, wenn die üblichen Hygienevorschriften eingehalten werden.
Tätowieren, Piercen, Akupunktieren, wenn es hygienisch abläuft.
Bisse oder Kratzer von Haustieren.
Insektenstiche.
 

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