"Gefahr Krankenhaus – Wenig Personal, aber reichlich Keime?" (Hart aber fair, 03.04.2017)

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Gefahr Krankenhaus – Wenig Personal, aber reichlich Keime? - Hart aber Fair - Das Erste

An einer Stelle dachte ich, jetzt käme die kritische Anmerkung schlechthin.
Nämlich als der Moderator auf die in den Qualitätsberichten angegebene Menge an "verbrauchtem Desinfektionsmittel" einging - jedoch fehlte dann der Hinweis, dass "verbraucht/verwandt" nichts darüber aussagt, ob die Desinfektionsmassnahme(n) korrekt erbracht wurde(n)...oder ob das Desinfektionsmittel zur aktiven Verschönerung der Zahlenmystik nicht einfach im Ausguss landet.

Leider wurde diese Chance - wie so häufig - verpasst und dem Zahlenspiel weiterhin der Nimbus der Unfehlbarkeit angedichtet.

Der Sendung hätte ein kritischer, weil nicht mehr in Anstellung befindlicher, Hygienebeauftragter aus dem pflegerischen Bereich gut getan; einfach mit dem Ziel, die Zahlen- und Zertifikategläubigkeit in den richtigen Kontext zu rücken.
 
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.........................- jedoch fehlte dann der Hinweis, dass "verbraucht/verwandt" nichts darüber aussagt, ob die Desinfektionsmassnahme(n) korrekt erbracht wurde(n)...oder ob das Desinfektionsmittel zur aktiven Verschönerung der Zahlenmystik nicht einfach im Ausguss landet.

Leider wurde diese Chance - wie so häufig - verpasst und dem Zahlenspiel weiterhin der Nimbus der Unfehlbarkeit angedichtet.

Der Sendung hätte ein kritischer, weil nicht mehr in Anstellung befindlicher, Hygienebeauftragter aus dem pflegerischen Bereich gut getan; einfach mit dem Ziel, die Zahlen- und Zertifikategläubigkeit in den richtigen Kontext zu rücken.

Es bedarf keiner Verdächtigung der Kolleginnen und Kollegen des Gebrauchs unlauterer Methoden! Wer Die Zahlen richtig liest, - und das ist möglich, da sie immer wieder zitiert werden -, wird eben feststellen, dass "nur" 50% Erfüllung heißt, dass jede zweite notwendige Händedesinfektion unterbleibt!!! Welche der unterlassenen Gelegenheiten für die jeweilige Infektion "verantwortlich" ist lässt sich später leider nicht belegen. Aber dafür bieten die Gerichte mittlerweile Beweislasterleichterung. Also liebe Pat. und Angehörigen, ruft die Gerichte an...
 
In einer anderen Sendung, die ich einmal verfolgte (Titel ähnlich wie "Operation gelungen - Patient tot") wunderte sich ein hygienebeauftragter Arzt, wieso in holländischen Kliniken erheblich mehr Personal arbeitete und man dort deutlich bessere Hygieneresultate erzielte. Ob denn da ein Zusammenhang bestehen könnte? :gruebel:

Infolgedessen bewaffnete er sich mit Klemmbrett und Stoppuhr und heftete sich dem Pflegepersonal seiner Klinik an die Fersen. Er protokollierte jede Tätigkeit und deren sekundengenaue Dauer. Anschließend recherchierte er, wie lange die PK bei der hygienisch korrekten Durchführung der Tätigkeiten gebraucht hätte. Aus der Differenz dieser Messungen schlussfolgerte er für sein Experiment, dass für die hygienisch korrekte Durchführung aller Maßnahmen bei selbem Patientenaufkommen die doppelte Menge an Pflegekräften nötig sei.

Wer hätte das gedacht. :cleanglasses:
 
Die Sendung hab ich mir auch angeschaut (nicht von Anfang an, bin beim Durchschalten mitten drin hängen geblieben).
Fand ich recht interessant, vor allem die OP-Schwester und der Oberarzt haben mir gefallen! :daumen:
Das mit dem Desinfektionsmittelverbrauch erscheint mir aber auch manchmal spanisch; ich will ja keinem was unterstellen, aber wie kann das alleine aussagen, wie gut da die Hygiene ist? Man kann sich ja auch zum völlig falschen Zeitpunkt die Hände desinfizieren, nur mal als Beispiel. Aber es ist vermutlich eine relativ einfach zu überwachende Größe.
Was ich auch etwas seltsam fand in der Sendung, war diese Maßnahme in der einen Klinik, wo sich die Besucher beim Betreten der Klinik die Hände desinfizieren sollten, und es wurden dann diejenigen angesprochen, die dies versäumten.
Vielleicht bin ich ja naiv, aber es würde doch wesentlich mehr Sinn machen, sich als Besucher vor Betreten des Pat.-zimmers seines Angehörigen die Hände zu desinfizieren - oder? :weissnix:
 
Vielleicht bin ich ja naiv, aber es würde doch wesentlich mehr Sinn machen, sich als Besucher vor Betreten des Pat.-zimmers seines Angehörigen die Hände zu desinfizieren - oder?
Schon, aber vor jedem Patientenzimmer einen Desinfektionsmittelspender anzubringen ist wesentlich aufwändiger als einen am Eingang.
Bei uns im Haus gibt es zusätzlich noch Desinfektionsmittelspender vor jedem Stationseingang. Und ab da ist die Strecke zum Patientenzimmer ja überschaubar.
Ich habe aber auch schon Besucher erlebt, die zwar ausgesagt hätten, sie hätten sich die Hände desinfiziert (und zwar bevor sie die Station verließen), aber ganz ehrlich - die Menge an Desinfektionsmittel entsprach einer homöopathischen Dosis. Hätten sie sich Kölnisch Wasser hinter die Ohren getupft, hätten sie dazu mehr Flüssigkeit benötigt.
 
Das mit dem Desinfektionsmittelverbrauch erscheint mir aber auch manchmal spanisch; ich will ja keinem was unterstellen, aber wie kann das alleine aussagen, wie gut da die Hygiene ist?

Meine Worte, siehe erster Post.
Die erfassten Daten wie Desinfektionsmittelverbrauch oder Compliancebeobachtungen sind m.E. eine sehr schwache Basis für Argumentationen, da sie sehr einfach zu manipulieren sind, methodische Fehlerquellen aufweisen und auch jede Menge Interpretationsspielraum lassen.

Was ich auch etwas seltsam fand in der Sendung, war diese Maßnahme in der einen Klinik, wo sich die Besucher beim Betreten der Klinik die Hände desinfizieren sollten, und es wurden dann diejenigen angesprochen, die dies versäumten.

Klassische Augenwischerei nach dem Motto "Wir tun doch...irgendwas. Können Sie ja hier sehen!"
Zum einen weil Angehörige ohne aktive Anleitung die Hände maximal insuffizient desinfizieren (z.B. Schmuck, Dauer, Technik...), was man aber auch nicht erwarten darf! Zum anderen, weil die von Angehörigen eingeführte Hautflora mit an Sicherheit grenzender Wahrscheinlichkeit nicht relevant pathogen ist - und Besucher in der Regel auch nicht aseptische Tätigkeiten am Patienten ausführen bzw. mit anderen Patienten in Nahkontakt treten. Anders wiederum sieht es beim Verlassen eines Isolationszimmers aus, aber hier gilt auch: ohne aktive Anleitung und Kontrolle ist die Händehygiene der Besucher als bestenfalls fragwürdig anzusehen.

Ich habe aber auch schon Besucher erlebt, die zwar ausgesagt hätten, sie hätten sich die Hände desinfiziert (und zwar bevor sie die Station verließen), aber ganz ehrlich - die Menge an Desinfektionsmittel entsprach einer homöopathischen Dosis.

Aber die Masse p.a. macht es - und treibt den dokumentierbaren Desinfektionsmittelverbrauch weiter nach oben...für die Statistik.
 
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Ich benutze die Spender als Besucher nicht.

Ich bin allergisch gegen fast alle Händedesinfektionsmittel, vor allem gegen die rückfettenden wie Sterillium und Desderman. Aus beruflichen Gründen kann ich es mir nicht leisten, abends offene Hände zu haben, weil ich das Zeug nicht vertragen habe. Und da ist immer so ein schmieriges Zeug drin.

Während der Arbeit benutze ich ausschliesslich Spitacid, das vertrage ich sehr gut. Wahrscheinlich weil es nicht fettet.
 
Das mit den Allergien ist in der Tat ein Problem. Denn der der das Zeug aushändigt und dazu auffordert es zu benutzen, ist auch für die Aufklärung zuständig.
 
Das mit den Allergien ist in der Tat ein Problem. Denn der der das Zeug aushändigt und dazu auffordert es zu benutzen, ist auch für die Aufklärung zuständig.
Wie soll denn derjenige wissen, welcher der ca. 300 Besuche pro Tag auf welches Händedesinfektionsmittel empfindlich reagiert?
 
Wie soll denn derjenige wissen, welcher der ca. 300 Besuche pro Tag auf welches Händedesinfektionsmittel empfindlich reagiert?

Soweit ich weiß hat derjenige der das in Verkehr bringt auch die Pflicht zur Aufklärung. Das wäre mit einem Schrieb über der Flasche denke ich abgedeckt. Ich werd dem mal auf den Grund gehen. Ich bin mit "hab ich mal gehört" auch unzufrieden.
 
Soweit ich weiß hat derjenige der das in Verkehr bringt auch die Pflicht zur Aufklärung. Das wäre mit einem Schrieb über der Flasche denke ich abgedeckt. Ich werd dem mal auf den Grund gehen. Ich bin mit "hab ich mal gehört" auch unzufrieden.
Händedesinfektionsmittel sind in D Arzneimittel und insofern unterliegen sie auch der Zulassungsverordnung des Arzneirechtes und sind daher auch dermatologisch getestet. Das letzte Quäntchen liegt allerdings beim Anwender und wenn mich Kolleginnen und Kollegen auf angebliche "Allergien" durch HD ansprechen, muss ich oft feststellen, dass zu häufiges Händewaschen und Handschuhe tragen Ursache für Reaktionen der Haut sind und nicht die Mittel als solche.....
 
Nun - ich persönlich habe keine offenen Hände wenn ich Spitacid benutze. Bei Sterilium geht das ruck-zuck. Das dauert keine 24 Stunden. Desderman braucht ein paar Tage.

Und das liegt sicher nicht am falschen Händewaschen oder an den Handschuhen. Da ist die Frequenz keine andere, als wenn ich Spitacid benutze.
 
Nun - ich persönlich habe keine offenen Hände wenn ich Spitacid benutze. Bei Sterilium geht das ruck-zuck. Das dauert keine 24 Stunden. Desderman braucht ein paar Tage.

Und das liegt sicher nicht am falschen Händewaschen oder an den Handschuhen. Da ist die Frequenz keine andere, als wenn ich Spitacid benutze.

Ich selbst vertrage Sterillium sehr gut, Sensiva etwas weniger gut und bekomme von Desderman raue Hände. Nicht jede Hautreaktion ist eine Allergie. Rissige Haut als Entzündungszeichen wäre mir neu. Allergie - DocCheck Flexikon
 
.....auf welches "Sterillium" reagierstDu? Es gibt da verschiedene Produkte, wie z.B. Sterillium, Sterillium classic pure oder Sterillium virugard.....
Im ersten sind eben auch Farb- und Duftstoffe die sensibilisierend sein können, letztgenanntes wird von vielen als sehr austrocknend beschrieben....
Auch Desderman ist als "pure-Produkt" erhältlich.....
 
Never change a running system.

Ich probiere nichts mehr rum.

Keine Ahnung welche - die Sorten die 1992 - 2000 auf dem Markt waren. Danach habe ich die nie wieder probiert. Werde ich auch nicht noch mal.

Ich vertrage Spitacit sicher, ich erwarte das mein Arbeitgeber das für mich besorgt. Wenn meine Hände nicht mehr funtkionieren oder neue Unverträglichkeiten hinzu kommen kann ich nicht mehr arbeiten. Das Risiko ist mir zu hoch. Zumal im privaten Leben meine Allergien zunehmen, es kommt alle paar Jahre eine neue hinzu, da experimentiere ich nicht mit neuen Desinfektionsmitteln rum, die angeblich total verträglich sind.

Es gibt auch Millionen Menschen, die Kontrastmittel vertragen, mich bringt es um beim nächsten Mal. Das ist auch getestet und zugelassen. Das nutzt mir gar nichts.
 
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Ich selbst vertrage Sterillium sehr gut, Sensiva etwas weniger gut und bekomme von Desderman raue Hände. Nicht jede Hautreaktion ist eine Allergie. Rissige Haut als Entzündungszeichen wäre mir neu. Allergie - DocCheck Flexikon


Ich bekomme Rötungen, Ekzeme mit Juckreiz und Bläschen, und die gehen auf. Rissig habe ich nicht geschrieben. Da brauche ich keinen Allergietest um zu sehen, dass ich das Zeug nicht vertrage.
 
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Es wurde nicht angeregt irgendwas auszuprobieren, sondern zu differenzieren welches Produkt die Reaktionen verursacht. Vor 2000 wurde überwiegend Sterillium (ohne Namenszusatz) mit Farb- und Duftstoffen eingesetzt. Da hat es schon mal solche beschriebenen Reaktionen gegeben....
Die neueren "pure"-Produkte sind dahingehend verträglicher!
 
Häufig fehlt es auch am nötigen Hautschutz/-Pflege, bzw. es werden irgendwelche Cremes von zuhause genutzt.... diese reichen oft nicht aus.

sophie
 
Bachstelze schrieb:
  • dass sie eine Allergie auf viele Händedesi hat..sie wird’s wohl am besten wissen
  • dass sich dies durch Rötungen, Ekzeme + Juckreiz...nicht durch rissige Haut....zeigt
  • dass dies unabhängig von Händewaschen und Handschuhnutzung auftritt
Warum sollte sie nachträglich differenzieren, welche Mittel für sie allergieauslösend sind, wenn sie doch weiss, welches sie verträgt?
Zu guter Letzt wird Bachstelze, so wie die meisten Allergiker, wohl nicht "irgendwelche Cremes von zuhause" mit mangelndem Hautschutz nutzen.

VG lusche
 
Bachstelze schrieb:
  • dass sie eine Allergie auf viele Händedesi hat..sie wird’s wohl am besten wissen
  • dass sich dies durch Rötungen, Ekzeme + Juckreiz...nicht durch rissige Haut....zeigt
  • dass dies unabhängig von Händewaschen und Handschuhnutzung auftritt
Warum sollte sie nachträglich differenzieren, welche Mittel für sie allergieauslösend sind, wenn sie doch weiss, welches sie verträgt?
Zu guter Letzt wird Bachstelze, so wie die meisten Allergiker, wohl nicht "irgendwelche Cremes von zuhause" mit mangelndem Hautschutz nutzen.

VG lusche
...Seufz....zur Vermeidung der sensibilisierenen Inhaltsstoffe!?!...
 

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