News "Sehen große Gefahr": Kinderärzte sind gegen generalistische Pflegeausbildung

M

mary_jane

Gast
Woher kommt das eigentlich, dass man denkt es gäbe nun keinerlei Spezialisierung mehr?
In den aktuellen Modellausbildungen wird ein Schwerpunkt gewählt und auch danach ist es immer noch sehr sinnvoll eine Weiterbildung je nach Bereich durchzuführen.

Die Bedenken dass nun keiner mehr die Ausbildung beginnen würde, da nicht gleich ausschließlich mit der gewünschten Klientel gearbeitet werden kann, halte ich für eine Diskussion, welche von den eigentlichen Problemen bei der Gewinnung von Menschen für die Pflege ablenken soll.

Ich habe mich in letzter Zeit viel mit Auszubildenden der Modellprojekte unterhalten und viele haben berichtet, wie falsch sie andere Bereiche eingeschätzt haben. Einige können sich vorstellen, später womöglich in einen anderem Bereich zu arbeiten, unabhängig vom gewählten Schwerpunkt. Der weitere Blickwinkel hat also durchaus positive Seiten für alle Beteiligten.
 

Resigniert

Poweruser
Registriert
27.12.2012
Beiträge
1.109
Beruf
GuK
Akt. Einsatzbereich
Innere Medizin - Covidstation
Die Ärzte haben doch auch eine generalistische Ausbildung, oder?
 
  • Like
Reaktionen: Martin H.

-Ben-

Stammgast
Registriert
05.12.2012
Beiträge
348
Ort
Bayern
Beruf
Fachpfleger f. Psychiatrie, Stud. app. Psychologie
Akt. Einsatzbereich
Allgemein-/Akutpsychiatrie
Diese Ärzte sollen ihre Klappe halten, wenn sie von dem Modell und den Pflegeausbildungen nichts verstehen.
 

Elisabeth Dinse

Poweruser
Registriert
29.05.2002
Beiträge
19.810
Beruf
Krankenschwester, Fachkrankenschwester A/I, Praxisbegleiter Basale Stimulation
Akt. Einsatzbereich
Intensivüberwachung
Quintessenz aus dem Beitrag: Empathie findet man nur bei den Kinderkrankenpflegerinnen. Die Kinderkrankenpflege-Ausbildung orientiert sich eigentlich an der Säuglingsschwesterausbildung.

Es ist schon erschreckend, wie wenig man die Kollegen wertschätzt, die eine Krankenpflegeausbildung gemacht haben und die dann Kinder bzw. alte Menschen betreuen.

Elisabeth
 
  • Like
Reaktionen: mary_jane und -Ben-

ludmilla

Poweruser
Registriert
09.09.2011
Beiträge
2.354
Woher kommt das eigentlich, dass man denkt es gäbe nun keinerlei Spezialisierung mehr?
In den aktuellen Modellausbildungen wird ein Schwerpunkt gewählt und auch danach ist es immer noch sehr sinnvoll eine Weiterbildung je nach Bereich durchzuführen.

Die Bedenken dass nun keiner mehr die Ausbildung beginnen würde, da nicht gleich ausschließlich mit der gewünschten Klientel gearbeitet werden kann, halte ich für eine Diskussion, welche von den eigentlichen Problemen bei der Gewinnung von Menschen für die Pflege ablenken soll.

Ich glaube mittlerweile wissen alle hier im Forum, zumindest die sich für dieses Thema interessieren, dass ich gegen die generalistische Ausbildung bin. Auch die Gegner, zumindest die die mir bekannt sind wissen, dass es eine Spezialisierung gibt nach der Basisausbildung.

Ich kann da nur meine Erfahrung weitergeben, die mir bekannten Kinderkrankenschwestern wären grösstenteils nicht in die Pflege gegangen, einschliesslich mir, wenn dazu eine generalisierte Ausbildung vorher erforderlich gewesen wäre.

Ich und die meisten meiner Kollegen konnten/können sich nicht vorstellen Erwachsene zu pflegen. Den umgekehrten Fall habe ich durchaus auch nicht nur einmal erlebt. Die Bedenken, dass vielleicht aufgrund dessen weniger Leute in die Pflege gehen, sollte man meiner Meinung nach ernst nehmen und nicht als Ablenkung von Problemen bei der
Gewinnung von Menschen für die Pflege verstehen...

Quintessenz aus dem Beitrag: Empathie findet man nur bei den Kinderkrankenpflegern. Die Kinderkrankenpflege-Ausbildung orientiert sich eigentlich an der Säuglingsschwesterausbildung.

Es ist schon erschreckend, wie wenig man die Kollegen wertschätzt, die eine Krankenpflegeausbildung gemacht haben und die dann Kinder bzw. alte Menschen betreuen.

Es ist Deine Quintessenz aus dem Beitrag, meine und wahrscheinlich die vieler Anderer nicht. Es hat nichts mit mangelnder Wertschätzung zutun und ich sehe die in dem Beitrag auch nicht, wenn man eine differenzierte Ausbildung und die damit erworbenen Kenntnisse wertschätzt. Dass bedeutet nicht, dass man die Kenntnisse der Anderen nicht wertschätzt.

Warum wiederholt dieser Schluss aus Meinungen der Gegner gezogen wird, halte ich für diffamierend und sehr verletzend! Die Gegner der generalistischen Ausbildung sind doch nicht alle kleine naive Dummchen, die sich keine Gedanken machen und ausschliesslich ihren Wirkungsbereich sehen.

Ich würde mir wünschen, dass die Diskussion sachlich geführt wird und nicht irgendwelche Worthülsen plakativ geäussert werden.

Gruß
Ludmilla
 

schlitzkompresse

Poweruser
Registriert
27.01.2008
Beiträge
653
Beruf
Gesundheits- und Krankenpfleger; MKDA
Akt. Einsatzbereich
nicht in der Klinik
Quintessenz aus dem Beitrag: Empathie findet man nur bei den Kinderkrankenpflegern. Die Kinderkrankenpflege-Ausbildung orientiert sich eigentlich an der Säuglingsschwesterausbildung.

Es ist schon erschreckend, wie wenig man die Kollegen wertschätzt, die eine Krankenpflegeausbildung gemacht haben und die dann Kinder bzw. alte Menschen betreuen.

Auch selbst so erlebt, bzw. wird es auch so von vielen Kinderkrankenpflegern gelebt. Hab es schon in der Ausbildung gemerkt, dass diese Art von Kollegen sehr schwierig ist.
 
M

mary_jane

Gast
Die Bedenken, dass vielleicht aufgrund dessen weniger Leute in die Pflege gehen, sollte man meiner Meinung nach ernst nehmen und nicht als Ablenkung von Problemen bei der
Gewinnung von Menschen für die Pflege verstehen...

Warum gehen in Deutschland immer weniger Menschen in die Pflege bzw. wieso bleiben einige nicht lange? Hier sollte man doch ansetzen und keine neue Scheindiskussion führen. Wie macht man den Beruf attraktiver?

Das es wirklich zu einem signifikantem Einbruch der Bewerberzahlen durch die Generalistik kommen wird, ist ja bisher nur eine Vermutung.
 
  • Like
Reaktionen: Bumblebee2

ludmilla

Poweruser
Registriert
09.09.2011
Beiträge
2.354
Auch selbst so erlebt, bzw. wird es auch so von vielen Kinderkrankenpflegern gelebt. Hab es schon in der Ausbildung gemerkt, dass diese Art von Kollegen sehr schwierig ist.

Ich glaube wir sollten hier keine Nebendiskussion aufmachen, Kinderkrankenpflege gegen Krankenpflege. In 30 Jahren Pflege habe ich auch so allerlei erlebt. Auch gewisse Aussagen/Kommentare von Krankenpflegekräften, davon lässt sich jedoch keine allgemeingültige Persönlichkeitsbeschreibung dieser Berufsgruppe ableiten und deshalb werde ich darauf nicht weiter rumreiten.

@mary_jane
Für mich wird der Beruf durch die Generalistik nicht attraktiver und die Argumente der Gegner werden aus meiner Sicht immer etwas als Standesdünkel und unbegründete Ängste abgetan.

Wahrscheinlich werden in der generalistischen Ausbildung die Interessen der bisherigen Krankenpflegeausbildung am ehesten berücksichtigt, aus diesem Grund sind die Gegner auch eher in den anderen Lagern zu finden.

Die Kinderkrankenpflege muss sich im Anschluss spezialisieren, was wahrscheinlich eine 2 Jahre längere Ausbildung bedeutet. Dies ist durchaus ein Nachteil für diese Interessenten.

Liebe Grüße
Ludmilla
 

Resigniert

Poweruser
Registriert
27.12.2012
Beiträge
1.109
Beruf
GuK
Akt. Einsatzbereich
Innere Medizin - Covidstation
Eine hypothetische Frage an die Gegner der generalisierten Ausbildung:
Ihr wäret (geboren und aufgewachsen) in Frankreich, GB, USA, etc. auf keinen Fall in die Kinderkrankenpflege/Krankenpflege gegangen?
 

ludmilla

Poweruser
Registriert
09.09.2011
Beiträge
2.354
Eine hypothetische Frage an die Gegner der generalisierten Ausbildung:
Ihr wäret (geboren und aufgewachsen) in Frankreich, GB, USA, etc. auf keinen Fall in die Kinderkrankenpflege/Krankenpflege gegangen?

Kann ich nur für mich beantworten, ich wäre definitiv nicht in die Krankenpflege gegangen. Die Frage ist auch für mich nicht so hypothetisch, stellte sich damals sehr realistisch wegen einer Krankenhausübernahme und kaum Ausbildungsmöglichkeiten in der Kinderkrankenpflege. Ich hätte was anderes gemacht!
 

Elisabeth Dinse

Poweruser
Registriert
29.05.2002
Beiträge
19.810
Beruf
Krankenschwester, Fachkrankenschwester A/I, Praxisbegleiter Basale Stimulation
Akt. Einsatzbereich
Intensivüberwachung
Es wird der Eindruck erweckt, dass vielen, die in die Kinderkrankenpflege gehen, der süße Säugling, allenfalls noch das niedliche Kleinkind vorschweben. Hin und wieder wird das sogar so verbalisiert mit "Ich wollte Säuglingsschwester werden". Nicht wenige Azubis dürften dann erstaunt sein, wenn sie sich auf einmal größeren Kindern gegenüber sehen, die naturgemäß weder niedlich noch süß sind.

Kinderkrankenpflege betreut Kinder im Alter von 0-18 Jahren. Das scheint auch den Pädiatern ein wenig aus den Augen zu geraten. Die Anzahl der Frühchen zur Gesamtpopulation der kranken Kinder ist doch sehr gering.

Warten wir doch erst mal die Curricula ab. Dann kann man immer noch streiten, was Sinn macht und was nicht. Ich gehe davon aus, dass die Inhalte nicht allein auf die Erwachsenenpflege zugeschnitten sein werden und dass die Steuerung durch die Praktika erfolgen wird.

Elisabeth
 
G

Gelöschter User 2798

Gast
Schade das das Gesetz nun so verabschiedet wurde und ich bin gespannt wie es sich entwickeln wird. Ich glaube die Pflegeversorgung (besonders die der Kinder und Alten) wird dadurch schlechter und der Personalmangel wird nicht, wie gewünscht zunehmen, sondern im Gegenteil weiter abnehmen.
Ich würde heutzutage nicht mehr in die Pflege gehen und erst Recht auch keinem mehr dazu raten.

Bei uns kommen immer wieder Diskussionen auf, wenn es beispielsweise durch Krankheit oder Urlaub dazu kommt das auf anderen Stationen Personalknappheit herrscht das man dorthin versetzt werden kann. Ja wenn das mal phasenweise so ist, ist das ja ok. Aber nur weil durch Personalknappheit ich meine pflegerischen Interessen aufgeben muss und ich in einen ganz anderen Bereich versetzt werde hört es bei mir auf. Dann sage ich auf Dauer Tschüss und auf Wiedersehen. In dem Fall Glück das man tatsächlich dann die "(Aus)Wahl" hat. Dem Haus ist aber nicht dabei geholfen wenn ständig so eine hohe Fluktuation herrscht.
 
Zuletzt bearbeitet von einem Moderator:
G

Gelöschter User 2798

Gast
Darf ich fragen, wie du zu diesem Punkt kommst?

Und wieso wird ein 2 Jahre alter Thread ausgepackt?

Wenn du meinen Abschnitt fertig liest, würdest du lesen das dort unter anderem einer von vielen Punkt steht. Keine Aufhebung des Personalmangels-im Gegenteil Zunahme von Personalmangel. (NUR MEINE VERMUTUNG)
Ich habe beispielweise eine Kollegin die relativ kurz erst fertig ist, zwar die richtige Kinderkrankenpflegeausbildung gemacht hat aber (zumindest in ihrem Ausbildungsbetrieb) beispielsweise sehr viel Einsatz eher bei Erwachsenen hatte und auch vieles in der Theorie der Kinderkrankenpflege "fehlte" und das merkt sie und auch wir Kollegen doch immer wieder.
Es geht ja auch nicht um Quantität (ich übersetze es jetzt mal so mit= genügend Personal) sondern auch um Qualität (=genügend Fachpersonal)

Zu Frage zwei: weil die Reform jetzt gebilligt wurde.
 

Romsen2014

Poweruser
Registriert
15.03.2016
Beiträge
926
Alter
27
Beruf
Inaktiv
Akt. Einsatzbereich
Inaktiv
Funktion
Inaktiv
Es geht ja auch nicht um Quantität (ich übersetze es jetzt mal so mit= genügend Personal) sondern auch um Qualität (=genügend Fachpersonal)

Is wohl richtig. Gerade im Altenpflege bereich sehe die Stärke der Generalistik bzw. Stärken sich die "Krankenpflege und Altenpflege gegenseitig". Die Menschen werden immer "kränker" entlassen und es liegt vermehrt eine Multimorbidität vor. Viele Altenpflegeschüler berichteten mir, dass sie auf sowas nicht genügend im Unterricht vorbereitet werden. Dies mag aber von Ausbildungsstelle bzw. träger unterschiedlich sein.

Zur Qualität: Ist die Pflegequalität in Deutschland so gut? Die beste in Europa? Wir dürfen ja nicht vergessen, dass Deutschland das einzige Land in der EU ist, welches diesen Weg mit drei Ausbildungen bisher gegangen ist.

Zu Frage zwei: weil die Reform jetzt gebilligt wurde.
Das interessante ist hierbei ja, dass der Vorschlag der Kinderärzte ja angenommen wurde. Es gibt nach 2 Jahren Generalistik die Möglichkeit zur Speziealisierung in Alten-und oder Kinderkrankenpflege. Also kann von einer Teilgeneralistik gesprochen werden.

Außerdem ist das Curriculum noch gar nicht erstellt worden, weswegen man Stand jetzt noch gar nicht sagen kann, welche Bereiche vernachlässigt werden und welche ausgeprägter behandelt werden.
 
  • Like
Reaktionen: Martin H.
G

Gelöschter User 2798

Gast
Is wohl richtig. Gerade im Altenpflege bereich sehe die Stärke der Generalistik bzw. Stärken sich die "Krankenpflege und Altenpflege gegenseitig". Die Menschen werden immer "kränker" entlassen und es liegt vermehrt eine Multimorbidität vor. Viele Altenpflegeschüler berichteten mir, dass sie auf sowas nicht genügend im Unterricht vorbereitet werden. Dies mag aber von Ausbildungsstelle bzw. träger unterschiedlich sein.

Zur Qualität: Ist die Pflegequalität in Deutschland so gut? Die beste in Europa? Wir dürfen ja nicht vergessen, dass Deutschland das einzige Land in der EU ist, welches diesen Weg mit drei Ausbildungen bisher gegangen ist.


Das interessante ist hierbei ja, dass der Vorschlag der Kinderärzte ja angenommen wurde. Es gibt nach 2 Jahren Generalistik die Möglichkeit zur Speziealisierung in Alten-und oder Kinderkrankenpflege. Also kann von einer Teilgeneralistik gesprochen werden.

Außerdem ist das Curriculum noch gar nicht erstellt worden, weswegen man Stand jetzt noch gar nicht sagen kann, welche Bereiche vernachlässigt werden und welche ausgeprägter behandelt werden.


Zu letzterem Punkt kann ich nur wiederholt sagen, man muss abwarten wie es sich entwickelt. Aber den bisherigen Trend finde ich tendenziell nicht wirklich als Verbesserung sondern eher als Verschlechterung.

Zum anderen: Ich finde Vergleiche mit anderen europäischen Ländern zu ziehen immer sehr schwierig und da nur das Curriculum und nicht auch die allgemeinen Umstände (z.B.Ausbildungsgehalt oder auch Schulgeld-und somit unter Umständen auch Bindung der fertigen Schüler nach der Ausbildung (so wie ich es von Österreich oft kenne) andere Arbeitsschichten.......) zu nehmen recht einfach. Denn das muss ja auch alles berücksichtigt werden. In Österreich und auch in anderen europäischen Ländern gibt es zum Teil nur das Zweischichtsystem(12 Stunden Schichten, was übrigens garnicht mal so schlecht fährt!) Auch das müsste man ja alles auch angleichen wenn man eine EU weite Angleichung haben will.
Eine Schülerin hat letztens auch gesagt sie würde gerne noch Kinderpflege machen aber dafür nochmal 2 Jahre dran hängen und unter Umständen dafür wieder nur noch das Ausbildungsgehalt bekommen. Wer macht das dann noch?

Nein die Qualität ist miserabel in Deutschland, aber in anderen Ländern sieht es nicht wirklich besser aus. Aber meine Erfahrungen z.B. bisher ist die Kinderkrankenpflege personell tatsächlich "noch" etwas besser abgedeckt als der normale Kranken oder Altenpflegebereich. Dieses jetzt aber mit der neuen Reform dann auch noch zu nehmen, da stufen wir uns ja höchstens wieder nur noch zu Quantität herab. Zugegeben für die ersten Jahre hilfreich aber doch eigentlich nicht das Ziel, oder?
 

Martin H.

Poweruser
Registriert
03.12.2016
Beiträge
4.870
Ort
Bayern
Beruf
Krankenpfleger, Berufspädagoge im Gesundheitswesen B. A.
Akt. Einsatzbereich
Suchthilfe
Zur Qualität: Ist die Pflegequalität in Deutschland so gut? Die beste in Europa?
Auf keinen Fall.
Die Qualität der Pflege in Deutschland ist, im internationalen Vergleich, eher mäßig.
Wir dürfen ja nicht vergessen, dass Deutschland das einzige Land in der EU ist, welches diesen Weg mit drei Ausbildungen bisher gegangen ist.
Nicht ganz richtig (auch wenn ich Dir in praktisch allem anderem zustimme):
Außer in D gibt es eine solch dreigeteilte Pflegeausbildung nur noch in Österreich (und früher wohl auch in Luxemburg).
Es gibt dort nämlich (neben der normalen "Gesundheits- und Krankenpflege" wie bei uns) noch die Ausbildung "Psychiatrische Pflege" Schule SZB: Sonderausbildung Psychiatrische Pflege|wienkav.at
und die "Kinder- und Jugendlichenpflege" Ausbildungszentrum am Med Campus V. - Kinder- und Jugendlichenpflege | Kepler Universitätsklinikum
Eine Altenpflegeausbildung gibt es in Österreich übrigens auch nicht... :wink1:
Ah, und ich seh grad, daß die Pflegeausbildungen in Österreich ab 2020 zusammengeführt, also generalistisch, werden:
"Darüber hinaus laufen mit dem Jahr 2020
die speziellen Grundausbildungen in der Kinder- und Jugendlichenpflege
sowie in der psychiatrischen Gesundheits-
und Krankenpflege aus. Die Wissensinhalte dieser
beiden speziellen Grundausbildungen werden mit den Ausbildungsinhalten
der Grundausbildung für die allgemeine
Gesundheits- und Krankenpflege zusammengeführt."

Quelle: Dokument (PDF)
Ich finde Vergleiche mit anderen europäischen Ländern zu ziehen immer sehr schwierig (...)
In Österreich und auch in anderen europäischen Ländern gibt es zum Teil nur das Zweischichtsystem(12 Stunden Schichten (...)
Und was hat nun die Schichtlänge generell damit zu tun, ob die Ausbildung im jeweiligen Land generalistisch oder in unterschiedlichen Ausbildungen erfolgt? Ich arbeite übrigens auch in 12 h-Schichten, nur nebenbei.
 
Zuletzt bearbeitet:
G

Gelöschter User 2798

Gast
Auf keinen Fall.
Die Qualität der Pflege in Deutschland ist, im internationalen Vergleich, eher mäßig.



Und was hat nun die Schichtlänge generell damit zu tun, ob die Ausbildung im jeweiligen Land generalistisch oder in unterschiedlichen Ausbildungen erfolgt? Ich arbeite übrigens auch in 12 h-Schichten, nur nebenbei.

Ja sorry das hat wenig mit der Schichtlänge zutun. Ich wollte eigentlich auch auf etwas anderes hinaus.
Nämlich das es so wie ich es z.B. von Österreich aus kenne noch wert auf wirkliche Ausbildung gelegt wird. Bedeutet die Schüler zählen meistens zusätzlich und es fällt nicht gleich der ganze Dienstplan zusammen wenn sich derjenige mal krank meldet. In Deutschland sieht das (oftmals) ganz anders aus. Da bricht dann wirklich das System zusammen wenn sich ein Schüler krank meldet, weil er oft richtig im Diensplan mitzählt. Viele Schüler machen in Deutschland arbeiten die dem Ausbildungsstand nicht entsprechen weil sonst keiner da ist der sie macht-sprich zum Teil zählen Schüler schon fast als volle Kraft. Soviel zum Thema Quantität und Qualität. Das hat zwar letztlich auch nicht viel mit der generalistischen Ausbildung zu tun aber daran sieht man das doch eigentlich nur erreicht werden soll das der Personalmangel behoben werden soll. Aber die Pflege an sich wird dadurch ja nicht besser bewertet.
 

Martin H.

Poweruser
Registriert
03.12.2016
Beiträge
4.870
Ort
Bayern
Beruf
Krankenpfleger, Berufspädagoge im Gesundheitswesen B. A.
Akt. Einsatzbereich
Suchthilfe
Da bricht dann wirklich das System zusammen wenn sich ein Schüler krank meldet, weil er oft richtig im Diensplan mitzählt.
Ja, das kenne ich schon auch. Daher auch meine Einschätzung der Pflege in Deutschland als nur mäßig.
Ob das in Österreich besser läuft, kann ich beim besten Willen nicht sagen... ich hatte früher aber Kollegen, die z. T. in Österreich gearbeitet haben, weil es hier eine zeitlang keine Stellen gab (eine Kollegin war mehrere Jahre in Linz tätig). Es muß damals zumindest in Österreich in der Pflege deutlich besser gewesen sein. Zur Ausbildung dort hat sie allerdings nichts erzählt.
Die Generalistik und einige weitere (dringend überfällige) Maßnahmen halte ich für wichtig, um die Profession Pflege wieder attraktiver zu machen und dadurch dem Personalmangel entgegen zu wirken. Leider hat man über Jahre (bzw. Jahrzehnte) derartig viel Porzellan zerschlagen, daß ich mir nicht sicher bin, ob man das wieder in Ordnung bringen können wird.
 

Ähnliche Threads

Über uns

  • Unsere Online Community für Pflegeberufe ist eine der ältesten im deutschsprachigen Raum (D/A/CH) und wir sind stolz darauf, dass wir allen an der Pflege Interessierten seit mehr als 15 Jahren eine Plattform für unvoreingenommene, kritische Diskussionen unter Benutzern unterschiedlicher Herkunft und Ansichten anbieten können. Wir arbeiten jeden Tag mit Euch gemeinsam daran, um diesen Austausch auch weiterhin in einer hohen Qualität sicherzustellen. Mach mit!

Unterstützt uns!

  • Unser Team von www.krankenschwester.de arbeitet jeden Tag daran, dass einerseits die Qualität sichergestellt wird, um kritische und informative Diskussionen zuzulassen, andererseits die technische Basis (optimale Software, intuitive Designs) anwenderorientiert zur Verfügung gestellt wird. Das alles kostet viel Zeit und Geld, deshalb freuen wir uns über jede kleine Spende!