Hallo
Also ich habe übergangsweise für fast 6 Monate ein FSJ gemacht.
Du kannst es vergleichen wie mit einem Schulpraktikum. Ich weiß nicht, ob du schon Vorkenntnisse in der Pflege hast, aber dementsprechend richtet sich dein Aufgabenfeld.
Du wirst den gleichen Rang haben wie Schüler aus dem 1. Lehrjahr, die grade angefangen haben. Dir wird erklärt, wie man Patienten wäscht, ihnen das Essen reicht (sag niemals "füttern", das sind keine Tiere), Kontrolle der Vitalzeichen (Blutdruck, Puls, Temperatur) also die
Grundkrankenpflege. Auch um die Küche musst dich kümmern und Aufräumarbeiten wie putzen oder so.
Aber von Krankenhaus zu Krankenhaus ist es unterschiedlich mit der Umsetzung der Aufgabenbereiche.
Einige halten sich strikt an den Katalog (gabs bei mir zumindest extra für Praktikanten und FSjler) dass du nur unter Anleitung am Patienten arbeiten darfst und wirklich nur kleine Hilfsarbeiten wie Blutdruck messen.
Andere nehmen das net so oder können das gar net umsetzen, weil das Personal fehlt oder die Zeit zu knapp.
So kam es, dass ich Blutzucker messen ging, Flexülen ziehen oder Infusionen gewechselt habe, obwohl ich das gar net dürfte. Theoretisch auch richtig, denn es kann überall was schief gehen und dann ist Polen offen.
Oder nach ner Zeit Patienten auch alleine wäschst.
Du musst dir nur bewusst, ob du dem gewachsen bist. Der Pflegeberuf kann echt schön sein, aber hat auch so seine Schattenseiten.
Du darfst dich net ekeln, wenn sich vor dir jemand erbricht und du das dann auch wegwischen darfst.
Oder bei Patienten, die net auf Toilette können dass du deren Pampers wechselst und auch den Intimbereich säuberst.
Mit Stuhlgang wirst du bestimmt auch konfrontiert.
Und wenn du deinen ersten adipösen und/oder bettlägrigen Patienten allein wäschst oder du Patienten hast, die beleidigend oder aggressiv reagieren oder einen belästigen.
Im Krankenhaus ist es so, du wirst eingearbeitet, und dann verlassen sich die Schwestern drauf, dass du deine Aufgaben auch dann kannst und machst. Kleine Patzer können schon passieren, also da sind die Schwestern net so eigentlich. (Haben ja auch klein angefangen^^ Und wenn ich mich an meine erinner, oje xD)
Bei dir wird es wichtig sein, dass der Jugendschutz eingehalten wird, also dass du 1h Pause hast und nur 40h in der Woche. Und da musste auch aufpassen.
Eins muss dir bewusst sein: Dort sind wir nur kleine Stifte, aber kleine Stifte, die arbeiten können. Aus meiner FSJ-Gruppe hatten viele Überstunden und Aufgaben, die eig. net in ihrem Feld lagen. Ist aber überall bekannt, Praktikanten werden in der Hinsicht leider oft ausgenutzt.
Und wenn dann wenig Leute sind, dann kann es passieren, dass du länger arbeitest, als du dürftest.
Unterricht hast du nicht. Du hast normalen Urlaub, freie Tage, gehst arbeiten und dazu die Seminarwochen (zusätzlicher Urlaub also xDD)
ALso du musst dich nur auf deine Schichten konzentrieren.
Ansonsten kann ich sagen, ein FSJ ist echt hilfreich.
Wenn du Zeit überbrücken musst, wenn du in diesem Bereich später arbeiten magst und erste Erfahrungen machen willst.
Und noch dazu kriegst du Geld.
Die Arbeit im Krankenhaus kann echt schön sein, aber wenn du die Nerven net dazu hast, dann wird es dir sehr schwer fallen.
Ich empfehle immer ein FSJ zu machen =)
PS: Ich hoffe, dein Gespräch verlief gut und würde mich interessieren, wie du dich entschieden hast inzwischen.