Finanzierung von Altenpflegeheimen

Dieses Thema im Forum "Der Alltag in der Altenpflege" wurde erstellt von Elisabeth Dinse, 01.07.2006.

  1. Elisabeth Dinse

    Elisabeth Dinse Poweruser

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    Hallo @all

    ich habe eine Frage: wie finanzieren sich Altenpflegeheime? Welche Einnahmen gibt es?

    Bei Krankenhäusern gibt es die duale Finanzierung aus KrankenKassenbeiträgen und Steuermitteln: Kassenbeiträge zur Patientenversorgung, Steuermittel für Investitionen.
    Wie siehts in der Altenpflege aus?

    Elisabeth
     
  2. spritzensusi

    spritzensusi Stammgast

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    Ah ja...., hast du gleich ein neues Thema dazu eröffnet, nicht schlecht...
    Also ich glaube, die Heime finanzieren sich ja über diese Pflegesätze (Pflegestufen). Irgandwas mit Pflege-/ und Krankenversicherung glaube ich.
    (Wie peinlich, eigentlich müsste ich da mehr wissen....:knockin: )
    Naja, man kann ja auch mal goooglen....
     
  3. spritzensusi

    spritzensusi Stammgast

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    .......habe gerade mal auf der Homepage meines Pflegeheimes nachgelesen, wie das mit der Finanzierung funktioniert:

    Ersteinmal gibt es ja diese Pflegestufen von den Pflegekassen(wenn man eine hat, wird die zur Deckung der Heimplatzkosten mit benutzt)und es muss noch zusätzlich ein Eigenanteil (je nach Pflegebedarf) um die 1000 bis 1600 Euro dazu gezahlt werden. (Wenn ich das richtig verstanden habe.) Wenn der Eigenanteil nicht selber zu bezahlen ist bzw. die Angehörigen nicht zahlen können, ist die Sozialhife dafür zuständig.

    Bsp. 1: Tagessatz Pflegestufe 2, Einzelzimmer: 88,90 Euro
    darin enthalten:
    Kosten f. allg. Pflegeleistungen Stufe 2: 56,45 Euro
    Kosten f. Unterkunft und Verpflegung: 16,90 Euro
    Kosten f. Einzelzimmer (Investition): 15,55 Euro

    Bsp. 2: Für einen Bewohner, der Pflegestufe 3 hat und ein Einzelzimmer hat, bekommt das Heim pro Monat 2938,20 Euro. Wie sich dann gegenübergestellt die Ausgaben für Personal usw. sich gestalten, weiß ich nicht.
     
  4. Elisabeth Dinse

    Elisabeth Dinse Poweruser

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    Na das ist doch ein Anfang: für die Versorgung der Betroffenen werden offensichtlich die angegebenen Gelder genutzt. Nun müßte man die Einahmen überschlagen und die Ausgaben gegenüberstellen.

    Ausgaben:
    Gehälter Personal (die "zweite Lohntüte" nicht vergessen: AG Anteile an Krankenkasse u.ä.),
    Gehälter Service (Reinigung etc.),
    Gehälter Verwaltung (Lohnbuchhaltung usw.)
    Verbrauchsmaterialien (z.B. Hygiene- Handschuhe u.ä.),
    Essenversorgung,
    Strom und Wasser, ...
    Verbrauchsmaterialien (z.B. Inkomaterial) bezahlt der Bewohner extra?
    Wer bezahlt z.B. die Fernsehgebühren?

    *grübel* Wenn das Heim für einen Bewohner, der Pflegestufe 3 hat und ein Einzelzimmer hat pro Monat 2938,20 Euro bekommt und eine Fachkraft ca. 1500- 2000 € Brutto bekommt inklusive AG Anteile... wieviele brauchst um nur das Personal zu bezahlen?

    Elisabeth
     
  5. Hülsi

    Hülsi Gast

    Hallo Elisabeth,

    bei den Verbrauchsmaterialien kann ich weiterhelfen:
    Handschuhe, Einmalwaschlappen,Klopapier,Mülltüten und ähnliches zahlt das Haus, Inkomaterial,Sondenbestecke,BZsticks und ähnliches gehen über Rezept, zahlt also die Krankenkasse bzw. der Bew. bei Zuzahlungen.

    Hülsi
     
  6. Elisabeth Dinse

    Elisabeth Dinse Poweruser

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    Inkomaterial muss also nicht vom Haus vorgehalten werden? Wie verhält sich das mit der Anazhl? Man hört oft, dass es nicht genug Material gibt. Das würde bedeuten, der HA hat zuwenig rezeptiert- oder?

    Elisabeth
     
  7. Hülsi

    Hülsi Gast

    Hallo Elisabeth,

    also bei uns funktioniert das so:
    Wenn ein neuer Bewohner kommt wird in den ersten zwei Wochen ein "Inkoprotokoll" geführt: In allen drei Schichten wird eine Strichliste der unterschiedlichen Materialien geführt, z.B. drei grüne Einlagen im Frühdienst , zwei blaue im Spät und drei grüne geschlossene in der Nacht, dann wird der Verbrauch hochgerechnet für den Monat und die benötigte Anzahl bzw.Grösse dem Hausarzt gefaxt, welcher dann das Rezept ausstellt, sollte sich herausstellen, das die bestellte Menge nicht ausreicht wird wieder ne Woche lang protkolliert und das Rezept angepasst. Probleme gibts manchmal, wenn z.B. die Arzthelferin nur das letzte Rezept "wiederholt",es sich aber seit der letzten Bestellung etwas verändert hat...oder wenn der Lieferant die Pakungsgrösse ändert und die bestellende PP diese Änderung nicht mitbekommen hat.
    Bei Diskussionen mit den Hausärzten werden die Protokolle als Nachweis herangezogen.
    Klappt meisst recht gut, von Problemen wie fehlenden Rezepten weil Arzt im Urlaub oder so mal abgesehen...

    Hülsi
     
  8. Sheila

    Sheila Senior-Mitglied

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    HI Elisabeth,

    Das Heimentgelt setzt sich normalerweise aus
    1. Unterkunft+ Verpflegung ( alle PST gleich)
    2. Investitionskosten (alle PST gleich)
    3. Pflegevergütung (je nach PST)
    zusammen.
    +Zuschlag evtl für Einzelzimmer.

    Die Pflegesätze werden mit den Pflegekassen vom Träger des Heimes vereinbart bzw verhandelt, dabei gibt es soviel ich weiss eine gesetzliche Leistungsvereinbarung.

    Im Heimentgelt sind z.B. enthalten: Verpflegung, Reinigung (Zimmer, Wäsche), Strom/Heizung/Wasserkosten, Veranstaltungen, usw.

    Bereithalten muss das Heim meines Wissens:
    Diätkost, Hygienematerial (Handschuhe, Einmalmaterial), Seife/Shampoo/Zahncreme (weitere Kosmetika sind freiwillige Basis), eine ausreichende Anzahl von Hilfsmitteln (z.B: Lifter, Gehhilfen..)
    Der BW muss seit einiger zeit selbst bezahlen: BZ Utensilien (Lanzetten, Teststreifen), Teilweise Wundversorgungsmaterialien (z.B. Kompressen), in einigen Fällen sogar die Sondenkost, und Kathetermaterialien.Ich denke es sind noch einige Dinge mehr.
    Weitere Ausgaben für das Heim sind z.B. bei uns: Trinknahrung, Utensilien für die allgemeine Wundversorgung z.B. Leucosilk, Verbandsmaterial, Desinfektionsmittel (Haut), Tupfer (z.B. Kugeltupfer)
    Dann entstehen weitere Kosten, geht z.B. ein BW ins Krankenhaus bzw.leere Betten.
    Was das Inkomaterial angeht bin ich mir nicht ganz einig- ich bin der Meinung auch dieses müsste das Haus zumindest teilweise bereithalten. Werde mich bei Gelegenheit erkundigen.:gruebel:

    Liebe Grüße Sheila
     
  9. narde2003

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    Hallo Sheila,

    wenn der Bewohner im Krankenhaus ist, muss er doch das Zimmer weiterbezahlen, oder?

    Schönen Tag
    Narde
     
  10. Sheila

    Sheila Senior-Mitglied

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    Hi Narde,
    Das Zimmer wird meines Wissens zu einem geringeren Betrag als bei Belegung fortbezahlt. Es ist für den Träger natürlich weniger, da er es in dieser Zeit nicht anderweitig zu voller Bezahlung weitervergeben kann.Ich glaube es hängt in dem Fall mit den Betreuungskosten zusammen, die entfallen.
    Bei längeren Krankenhausaufenthalten gewichtet dies glaube ich merklich oder z.B. auch bei Reha Besuchen (zwar etwas seltener, aber kommt auch hin und wieder vor).

    Liebe Grüße Sheila:wavey:
     
  11. obärschwester

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    Hallo @all,
    während des KH-Aufenthaltes des Bewohners muss von der Pflegekasse (und eventuell weiteren Kostenträgern anteilig) lediglich für den Anteil Pflegekosten (da sowohl Unterkunft und Verpflegung als auch Investitutionskosten nicht weiter laufen) eine "Freihaltegebühr" von 10% des Pflegeanteils gezahlt werden, macht bei uns ca. €14,70/Tag aus, Wahnsinn, wo doch das Personal weiter bezahlt werden muss. Personalkosten machen, je nach Gehaltsgrundlage (TVöD, Haustarif o.ä.) bis zu 90% der Gesamtausgaben aus. Der Anteil des Personals berechnet sich nach dem in der Pflegesatzverhandlung vereinbarten Pflegestufenmix, aus dem wiederum eine Mindestbelegung kalkuliert werden muss (in APH in der Regel ca. 80%) und die Anzahl der Pflegeminuten nach Pflegestufen den Personalbedarf ermittelt. Inkontinenzmaterialien werden, je nach Vereinbarung des Hauses, entweder als Pauschale von der Kasse vergütet oder per Einzelrezept für den Bewohner. Die Schwierigkeit mit der Pauschale besteht darin, dass man immer wieder vorkommende Rota-, Noro- und Norwalkinfektionen damit natürlich nicht abdeckt und dann als Heimträger zusetzt. Andererseits wird in der Einzelrezeptierung schon auch von der Kasse die Kostenübernahme mal mit der Begründung abgelehnt, der Bewohner könne sowieso nicht mehr selbst am gesellschaftlichen Leben teilnehmen (das Kriterium für die Kasse, ansonsten ist die "Windel" nämlich als pflegeerleichterndes Hilfsmittel vom Heim zu bezahlen....). Krankenkassen sind momentan an der Vergütung der Pflege (auch der Behandlungspflege) im Heim noch nicht beteiligt).
    Grüße an alle, Verena
     
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