Expertenstandards, Pflegestandards etc.

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Lucimausi

Gast
Hallo, habe schon im Forum gesucht, aber nicht das passende gefunden. Meine erste Frage:

Wer entwickelt Expertenstandards und für was sind diese gut? Kann mir das jmd ganz einfach formulieren, die Sätze aus der Internet verstehe ich einfach nicht.

Und wer entwickelt Pflegestandards, für was sind diese gut?


Bitte um Hilfe, hoffentlich kann mir jmd das erklären, damit ich es auch verstehe. Steh bei so etwas wirklich auf dem Schlauch...

Lg, und danke
 
Hallo Lucimausi!

Expertenstandards entwickelt z. B. das Deutsche Netzwerk für Qualitätsentwicklung in der Pflege DNQP .

Einen guten Überblick findest Du hier: http://de.wikipedia.org/wiki/Deutsches_Netzwerk_für_Qualitätsentwicklung_in_der_Pflege

Was ein Pflegestandard ist, wird hier ganz gut beschrieben: Pflegestandard - Wikipedia

Kurz gesagt, gibt ein Expertenstandard das "Spielfeld" und ein grobes Regelwerk vor. Im Pflegestandard wird dann das ganze ausgearbeitet auf die jeweiligen Bedürfnisse und Gegebenheiten des Hauses angepaßt.

Schönen Gruß, Gego.
 
Achso, dann stimmt es also gar nicht, dass die Expertenstandards "Experten" aus den jeweiligen Pflegebereichen machen, z.B. Pflegekräfte, Ärtzte, Forschung,...?

Und die Pflegestandards arbeitet dann jedes Haus für sich selbst aus, oder?
 
Hallo Lucimausi!

Achso, dann stimmt es also gar nicht, dass die Expertenstandards "Experten" aus den jeweiligen Pflegebereichen machen, z.B. Pflegekräfte, Ärtzte, Forschung,...?[...]

Nein, eigentlich sind's schon "richtige" Experten. Z. B. beim Expertenstandard Dekubitusprophylaxe haben u. a. Christel Bienstein, Franz Wagner, Angelika Abt-Zegelin, um nur einige zu nennen, mitgearbeitet.


[...]Und die Pflegestandards arbeitet dann jedes Haus für sich selbst aus, oder?

Genau, der Expertenstandard gibt praktisch den Rahmen vor und jedes Haus überlegt sich, wie die Vorgaben des Expertenstandards auch praxisnah und für die eigenen Bedürfnisse und Erfordernisse angepaßt und umgesetzt werden können.



Schönen Gruß, Gego.
 
Expertenwissen
Das Expertenwissen (siehe auch: Expertise) eignet sich die Person in der Regel durch eine Ausbildung oder ein Studium an, es kann jedoch auch durch Forschung oder autodidaktisch erworben werden. Es ist auch die Basis eines Expertensystems.

Schlüsseleigenschaften von Experten sind (nach Chi, Glaser und Farr 1988):

sie erkennen große Bedeutungszusammenhänge
sie arbeiten schneller und fehlerfreier
sie haben ein besseres Kurzzeit- und Langzeitgedächtnis
sie achten mehr auf Strukturen als auf oberflächliche Eigenschaften
sie verwenden viel Zeit auf qualitative Analysen
sie können ihre eigenen Fähigkeiten und Leistungen richtig beurteilen
all das gilt nur in ihrem jeweiligen Fachgebiet.
Eine Bestätigung, dass eine Person über das Fachwissen verfügt, erfolgt in der Regel durch Übergabe eines Zeugnisses, das durch eine staatliche bzw. staatlich anerkannte oder allgemein anerkannte Prüfung bestätigt wird. Da das Fachwissen auch öffentlich in Büchern, Internet und sonstige Quellen zu bekommen ist, kann sich dies eine Person im Eigenstudium aneignen, wird aber nicht zugleich als Fachmann oder Fachfrau anerkannt (siehe auch Befähigungsnachweis).
Fachmann - Wikipedia

Pflegewissenschafler haben als Pflegeexperten die Expertenstandards entworfen. Sie sind in Einrichtungen getestet worden auf Praxisnähe und dann als ausreichend empfunden worden. Die flächendeckende Umsetzung erfolgt eher schleppend, da häufig das Expertenwissen fehlt oder falsch ausgelegt wird.

Elisabeth
 
Wer entwickelt Expertenstandards und für was sind diese gut?
Zum ersten Teil hat ja Elisabeth schon ausreichend geantwortet. Die Standards fassen m. E. vor allem den Stand der aktuellen Erkenntnisse der Pflegewissenschaft zusammen, so dass man sich nicht zig Studien durchlesen muss. Leider gibt es für viele Gebiete zu wenig aussagekräftige Studien.

Und wer entwickelt Pflegestandards, für was sind diese gut?
Pflegestandards werden jeweils von/für eine(r) Einrichtung oder sogar nur von einer Abteilung geschrieben. Sie erleichtern neuen oder unerfahrenen Mitarbeitern die Einarbeitung und Orientierung.


Ulrich
 

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