Ein vollständiges Beispiel für ein Vorstellungsgespräch

MarkoOO7

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Es gibt zwar den eigenen Thread "Erfahrungen beim Gespräch/Einstellungstest", aber dort findet sich kein einziges komplettes Gespräch. Darum wollte ich mal einen eigenen Thread als Präsentation nutzen.

Mein Vorstellungsgespräch zur Ausbildung als Gesundheits- und Krankenpfleger

Vor meinem ersten Vorstellungsgespräch hätte ich mir gewünscht, im Forum mal zu lesen wie ein Vorstellungsgespräch komplett abgelaufen ist. Ich habe aber immer nur unvollständige Andeutungen gefunden. Deshalb will ich mein Gespräch, das vor 3 Wochen stattfand, hier einmal ganz genau rekapitulieren:

Begrüßung und dann ging es auch schon los ...

1. Welche Tätigkeiten führt ein Krankenpfleger aus?
2. Welche Eigenschaften sollte ein Krankenpfleger haben?
3. Wissen Sie welche Arbeitszeiten ein Krankenpfleger hat?

4. Wie hat sich Ihr Berufswunsch entwickelt?
5. Warum sollten wir uns für Sie entscheiden?
6. Bitte schildern Sie ihren beruflichen Werdegang.

Welche Erfahrungen haben Sie im Zivildienst sammeln können?
7. - im Umgang mit den Menschen?
8. - im Umgang mit Verstorbenen?

9. Wie verbringen Sie ihre Freizeit?
10. Haben Sie Kontakt mit Drogen?

11. Welches waren Ihre Lieblingsfächer in der Schule?
12. Wie stehen Sie zu den entscheidenden Fächern Mathe und Biologie?
13. Wie lief der Unterricht auf Ihrer Schule ab?
Hatten Sie Probleme beim Mitschreiben?

14. Nennen Sie die Teile des Herzens!

15. In der Ausbildung wird es vorkommen, dass Sie an ihren Mitschülern
das Waschen üben müssen. Hätten Sie Probleme damit?
16. Welche Impfungen haben Sie?

17. Engagieren Sie sich sozial zur Zeit?
18. Was machen Sie zur Zeit?
19. Haben Sie noch Fragen?

Verabschiedung ...

2 Wochen später bekam ich die Zusage.
Ich war relativ gut vorbereitet. So hatte ich mir etwa 100 Lernkärtchen angefertigt. 9 davon kamen auch tatsächlich genauso dran. Weitere wichtige Fragen auf die ich vorbereitet war, die aber nicht drankamen:

- Sagen Sie mir 3 Ihrer Stärken und 3 Ihrer Schwächen.
- Welche besondere Behandlungsform bietet unsere Klinik an?
- Wieviel Betten hat unsere Klinik?
- Warum glauben Sie, dass der Beruf der richtige für Sie ist?
- Welche Kliniken hat unser Haus?
- Nennen Sie uns Ihre wichtigsten Erfolge.
- Welche Tätigkeiten mögen Sie nicht?
- Was lesen Sie, um sich weiterzubilden?

Es würde mich freuen mal von Euch zu hören, wenn Euch meine Infos weitergeholfen haben.

 
hmm , das hört sich gut an!
hier mal mein aufnahmetag am martha-maria krankenhaus nürnberg:

10-10.30 uhr: vorstellungsrunde ( jeder beantwortet fragen auf einem zettel, die werden dann auf einen Haufen geworfen, jeder zieht einen und rät wer dahinter steckt.)
10.30- 11.00: Gruppendiskussion zum Thema "Rauchverbot in Gaststätten, muss das sein?"
11.- 11.30: Allgemeinwissenstest
11.30-12.00: Infos zur Ausbildung
12.00- 12.45: Pause
12.45- 13.15:Körperkontaktübung ( man cremt sich gegenseitig die hände ein)
13.15-13.45 Infos zum diakoniewerk
13.45- 14.30
NASA- Test ( ihr seid auf dem Mond notgelandet und habt einige sachen an Bord - ordnet diese der Wichtigkeit nach).
14.30- 14.45 Ausfüllen von Feedbackbogen
15.00- 15.20 Einzelgespräch (warum dieser Beruf? würden sie in unser Wohneheim ziehen? warum haben sie sich bei uns beworben? warum die Note in Mathe?...)

so, hoffe das hilt manchem bei der Vorbereitung auf einen solchen Testtag!

eine Frage noch von mir: es ist klar das Bio für den Beruf wichtig ist, aber warum Mathe (bin in der Oberstufe in Mathe leider nicht so gut)?

lg, andy
 
Mathe ist zum Beispiel schon dann wichtig, wenn es um die Dosierungen von Medikamenten geht. Aber auch um zum Beispiel die Dauer einer Infusion auszurechnen, beim Bilanzieren, ...usw. und so fort...

Gibt bestimmt noch eine ganze Menge Dinge in der wir in der Pflege Mathe brauchen..Wenn man in der Schule gut war in Mathe, heißt das ja dann auch, dass man sich abstrakte Dinge vorstellen kann und ein gewisses logisches Verständnis hat.:thinker:
 
naja... das logische verständnis kann man auch auf andere weise zeigen ;-).
ich denke also, das man so ganz grundlegende sachen braucht, aber wohl keine kurvendiskussion oder den gausschen algorythmus oder?

lg, andy
 
Ich fand die Idee mit den Lernkärtchen ganz gut und habe das daher auch mal gemacht, zwar hatte ich keine 100 Stück, aber habe alle deine aufgeführten Fragen übernommen und noch ein paar dazu gesammelt - viel gebracht hat es mir gestern bei meinem Bewerbertag in der Kinderklinik Datteln allerdings nicht :(

Ich kam dahin und das erste was anstand, war ein Einstellungstest. Der Test umfasste zunächst Fragen zur Allgemeinbildung: "Wo liegt der größte Binnenhafen Deutschlands?", "Was bezeichnet man als das goldene Buch?", "Wann wurde die Wiedervereinigung Deutschlands erstmals zum Feiertag erklärt?" usw... Darauf folgten politische Fragen: "Wie heißt die Gesundheitsministerin?", "Wie lange dauert die Amtszeit des Bundespräsidenten?", "Was bedeuten die Abkürzungen SPD, FDP und CDU?"... Auf der nächsten Seite waren Gesichter abgebildet. Bei einem von Dreien war ein Detail verändert was eingekreist werden musste. Darauf folgte eins dieser Kinderrätsel, wo Punkte abgebildet sind, an denen Zahlen stehen und die man verbinden muss. Den Sinn hab ich noch nicht ganz verstanden ^^ Zum Thema Mathe musste man Zahlenreihen vervollständigen, 2 kurze Rechungen im Kopf machen und das kleinere Ergebnis vom größeren abziehen, Flächen berechnen (Ein Krankenzimmer ist 3,5m x 4m groß, drei Betten mit den Maßen 2m x 0,9m sollen dort hinein gestellt werden. Wie viel Platz bleibt übrig, wenn man die Betten ins Zimmer stellt?), Prozentrechung ( Ihr neues Handy kostet 200€. Sie bekommen 3% Rabatt.Wieviel zahlen sie jetzt noch?), Dreisatz (Ein Hustensaft enthält pro 15 Tropfen 0,25 mg Glucose. Wieviel Glucose ist in 27 Tropfen enthalten?) und Kopfrechnen.Es folgten Fragen zur Klinik und dem Beruf der Gesundheits- und Kinderkrankenpflegerin.Man sollte kurze Texte dazu schreiben, welche Maßnahmen (mind. 4) man ergreifen kann, wenn ein kleines Kind im Park mit seinem Fahrrad in Brennnesseln fällt und wenn 2 Jugendliche sich Im TV-Raum der Klinik um das Programm streiten. Abschließend mussten wir einen Text darüber schreiben,über welche Kompetenzen eine Gesundheits- und Kinderkrankenpflegerin verfügen muss und warum.

Alle, die den Test nicht bestanden haben, bekamen ihre Unterlagen und mussten gehen. Ich weiß nicht wie gut oder schlecht, aber ich habe ihn bestanden. Darauf folgte ein persönliches Gespräch. Drei Frauen führten die Gespräche separat durch. Es kamen die typischen Fragen: "Wie hat sich Ihr Berufswunsch entwickelt?", "Was sind Ihre Aufgaben als Gesundheits- und Kinderkrankenpflegerin?", "Welche Extremsituationen werden Ihnen begegnen?" usw... die Hälfte hab ich schon wiedre vergessen, vor lauter Nervosität =/

Na ja, als alle Gespräche vorbei waren warteten wir darauf, dass die Gruppendiskussion beginnt, aber so weit kam es für mich nicht. Sie riefen mich rein und sagten mir, dass sie mich auf Grund des Tests und des Gesprächs nicht nehmen würden. Für mich ist es ein Widerspruch in sich, erst auf Grund des destes auszusortieren und sich danach nach bestandenem Test doch noch darauf zu beziehen. Die Aussage der Frau, dass ich mich lieber noch mal intensiver mit dem Beruf und seinen Schwerpunkten auseinander setzten solle, hat mich ziemlich wütend gemacht, aber irgendwas müssen sie ja sagen... dumm gelaufen, aber es war ja nicht die letzte Chance :)

Ich weiß nur, dass darauf noch eine Gruppendiskussion folgte und auch die Übrigen noch am gestrigen Tag erfahren haben, ob sie genommen werden oder nicht.
 
Was soll man den auf "haben Sie noch Fragen" antworten ?
Ich mein, wenn man sich wirklich für den Beruf interessiert, dan weiß man ja eigentlich doch schon alles, zumindest was den Beruf anbelangt.
Und Sachen wie "wieviele Betten hat das Klinikum ?" kann man ja wohl schlecht Fragen, dan denkt doch der Gesprächspartner man hat sich nicht richtig informiert, oder irre ich mich ?
Hilfe? :D
 
Das lässt sich so pauschal nicht sagen. Ich lese mir die Homepage durch und meistens fallen mir dann ein, zwei Fragen spontan ein. "Wie viele Betten" würde ich dann eher nicht fragen. Kommt halt immer auf das Haus an.
 
Ich würde nach Einsätzen außerhalb der Pflichtbereiche fragen, wenn Euch die interessieren. Also, ob man die Gelegenheit hat, in den OP, auf die Intensivstation oder ins Hospiz zu kommen. Sowas steht schon mal nicht auf der Homepage.

Ansonsten halt wirklich noch offene Fragen, die bisher nicht geklärt wurden. Gibt es ein Wohnheim? Werden die Ferien komplett festgelegt oder gibt es einige Urlaubstage zur freien Verfügung? Wie ist das mit Außeneinsätzen - brauche ich da ein Auto oder kommt man da mit öffentlichen Verkehrsmitteln hin?
 
Ich bin etwas überrascht, was teilweise gefragt wird. Das mit dem Schichtdienst bzw. Welche Eigenschaften ein/e GuK haben muss find ich völlig in Ordnung, das sollte man schon wissen vorher.
Das mit dem Allgemeinwissen kannte ich (für GuK) noch nicht. Bei mir war es ein standardisierter Intelligenztest (das ging von Sprachverständnis über logisches Denken und räumliches Vorstellungsvermögen bis zu Mathe mit Kopfrechnen und Wurzeln.... :verwirrt:) am PC.
Als ich den geschafft hatte gab es noch ein Gruppenassesment an einem anderen Termin mit Diskussionsrunde, Vorstellung, Einzelgespräch, Problemlösung im Team etc.

Eine negative Erfahrung hab ich in einem Krankenhaus in München gemacht. Vor mir saß eine Ordensschwester und ein Herr die mich sozusagen zerpflückt haben und mir lt. meinem Gefühl jedes Wort im Mund umgedreht haben (z.B. "Sie haben gesagt, sie haben jetzt zwei Jahre als Pflegehelferin gearbeitet und sich erst jetzt für eine Ausbildung entschieden, da haben Sie ja ganz schön lange gebraucht bis sie überzeugt waren, sind Sie sich da schon sicher?" oder: "Sie verbringen gerne Zeit mit Freunden, können Sie sich vorstellen in eine depressive Stimmung zu verfallen wenn sie von zu Hause weg sind?" :knockin: wäre nur 1 h Fahrtzeit gewesen...)


Ich wurde da dann auch nicht genommen (aber da hätt ich dann eh nicht wirklich hin gewollt)...
Lasst euch bitte nicht unterkriegen! Ich findet sicher einen Platz! :daumen:
 
Da ich vor meinem Vorstellungsgespräch am UKSH in Kiel ausführlich die verschiedensten Foren durchforscht und auf diese Weise eine ausgereifte Liste an möglichen Fragen zusammengestellt habe, würde ich diese gerne allen künftigen Bewerbern zu Verfügung stellen.

Folgende Fragen wurden mir im Gespräch tatsächlich gestellt:
- Welchen ersten Eindruck haben Sie von der Schule?
- Bitte schildern Sie ihren beruflichen Werdegang.
- Was ist Ihre Motivation für diese Ausbildung?
- Was machen Sie zurzeit?
- Auf welcher Station waren Sie in Ihrem Praktikum? Was ist Ihnen im Praktikum am positivsten in Erinnerung geblieben? Was haben Sie in Ihren Praktikum für Aufgaben gehabt?
- Welche Tätigkeiten sprechen Sie besonders an?
- Nennen Sie uns Ihre Stärken. Was zeichnet Sie in der Teamarbeit besonders aus?
- Wie gehen Sie mit Konflikten um?
- Haben Sie sich auch für die Gesundheits- und Kinderkrankenpflege-Ausbildung beworben?
- Was machen Sie, wenn Sie die Stelle hier nicht bekommen?
- Können Sie mit unangenehmen Gerüchen umgehen?
- In der Ausbildung wird es vorkommen, dass Sie an ihren Mitschülern das Waschen üben müssen. Hätten Sie Probleme damit?
- Wie würden Sie in einer Waschsituation handeln?
- Welches Bild schwebt Ihnen vor Augen, wenn Sie den Pflegeberuf aus Medienperspektive betrachten?
- Wissen Sie das Gehalt einer examinierten Pflegekraft/ einer Auszubildenden im Pflegeberuf?
- Wie verhalten Sie sich, wenn Ihnen ein Fehler unterläuft?
- Haben Sie noch Fragen? Fällt Ihnen noch etwas ein, was Sie gerne ansprechen würden?

Weitere Fragen, auf die ich mich vorbereitet habe:
- Was verstehen Sie unter Pflege?
- Warum wurde die Ausbildung von „Krankenschwester/-pfleger“ zur „Gesundheits- und Krankenpfleger/in“ umbenannt?
- Wie stellen Sie sich den Pflegealltag vor? Welche Tätigkeiten führt ein Gesundheits- und Krankenpfleger aus? Wissen Sie welche Arbeitszeiten ein Krankenpfleger hat?
- Welche Situation könnte im Krankenhausalltag schwierig für Sie werden? Wie verhalten Sie sich in unangenehmen Situationen?
- Kennen Sie negative Aspekte des Berufes?
- Wie würden Sie reagieren, wenn ein Patient Sie als Pflegerin ablehnen würde?
- Haben Sie bereits praktische Erfahrungen im Bereich der Pflege?
- Wie haben Sie sich über den Beruf bzw. die Ausbildung informiert?
- Wo haben Sie sich noch beworben?
- Was erwarten Sie von der Ausbildung?
- Warum Gesundheits- und Krankenpflege und nicht Gesundheits- und Kinderkrankenpflege?
- Welches waren Ihre Lieblingsfächer in der Schule? Wie stehen Sie zu den entscheidenden Fächern Mathe und Biologie?
- Wie lief der Unterricht auf Ihrer Schule ab? Hatten Sie Probleme beim Mitschreiben?
- Wie lernen Sie?
- Nennen Sie die Teile des Herzens.
- Welche besondere Behandlungsform bietet unsere Klinik an? Wie viele Betten hat unsere Klinik? Welche Kliniken hat unser Haus?
- Wie sind Sie auf diesen Beruf gekommen? Wie hat sich Ihr Berufswunsch entwickelt?
- Warum sitzen Sie heute hier? Warum wollen Sie Krankenpfleger werden?
- Warum glauben Sie, dass der Beruf der richtige für Sie ist?
- Welche Eigenschaften sollte ein Krankenpfleger haben?
- Welche Eigenschaften besitzen Sie, um eine gute Krankenschwester zu werden?
- Nennen Sie mir 3 Ihrer Stärken und 3 Ihrer Schwächen.
- Warum sollten wir uns für Sie entscheiden?
- Nennen Sie uns Ihre wichtigsten Erfolge.
- Welche Erfahrungen haben Sie bisher sammeln können …
im Umgang mit den Menschen?
im Umgang mit Verstorbenen?
- Stehen Ihre Eltern hinter Ihrer Entscheidung diese Ausbildung zu machen?
- Engagieren Sie sich zurzeit sozial?
- Wie verbringen Sie ihre Freizeit?
- Welche Tätigkeiten mögen Sie nicht?
- Was machen Sie außer Sport, um gesund zu bleiben?
- Welche Impfungen haben Sie?
- Haben Sie Allergien?
- Haben Sie Kontakt mit Drogen?
- Was lesen Sie, um sich weiterzubilden?
- Was haben Sie als letztes für ein Buch gelesen?
 
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