Datenschutz - Entsorgung von beschrifteten Infusionsflaschen

th.giese

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29.09.2007
Beiträge
93
Ort
Saarland
Beruf
ehemaliger Fachkrankenpfleger Operationsdienst und Endoskopie, Hygienebeauftrager in der Pflege
Akt. Einsatzbereich
Allgemeinchirurgie, Urologie, Gefäßchirurgie, Gynäkologie, Unfallchirurgie
Funktion
Datenschutzbeauftrager
Hallo zusammen,

Datenschutz war und ist schon immer ein großes Thema im Gesundheitswesen. Seit dem Auslaufen der Übergangsfrist zu DSGVO aktuell wieder brennender den je.
Meine konkrete Frage: Wie geht Ihr in Eurer Einrichtung mit leeren Infusionsflaschen um, die mit Patientendaten beschriftet sind?
Einfach in den Müll, entfällt, dies ist ein klarer Verstoß gegen dem Umgang mit patientenbezogenen Daten. Was macht Ihr? Entfernt Ihr die Etiketten wieder, macht Ihr die Daten unkenntlich und dann in den Müll, habt Ihr ein Kodierungssystem z.B. Zimmer 23 Bett 1?
Ich freue mich auf Eure Rückmeldungen.

Viele Grüße
Thomas
 
bei uns werden generell keine Infusionsflaschen beschriftet oder VORgerichtet.

alles wird "frisch" gerichtet und geht direkt an den patient.
 
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Ich hab noch nie verstanden warum da ein name o.ä. drauf soll. Ich hab ne gerichtete tazobac dabei, gucke am pat in die akte und sehe er soll tazobac bekommen, also krigt er sie. Da muss man die Stationsorganisation anpassen, nicht die beschriftung. auf dem Medikament sollte nur stehen was drin ist...

Ansonsten hat flora recht, am besten ist es direkt am Patienten das Medikament fertig zu machen. Da gibt es nur in einigen Häusern Hygienebestimmungen, die vorschreiben wo Infusionen zubereitet werden dürfen und wo nicht...
 
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Infusionsflasche mit namen drauf ist ausserdem eine art doppeldokumentation und somit eine Fehlerquelle...
 
Hmmm....einige Häuser haben aber auch Apotheken die die Infusionen richten. Da geht es logischerweise nicht mal eben so gerichtet und dran an den Patienten. Und normalerweise stehen dann auch zumindest mal die Namen der Patienten zum zuordnen dran. Aber evt ist da tatsächlich automatisch schon ein Codierungssystem eingeführt wurden?

Frisch richten und dran ist natürlich logisch, aber häufig gerade bei Mischinfusionen aus hygienischen Gründen nicht direkt am Bett möglich. Meistens muss man ja dann auch gleich mehrere Mischinfusionen für mehrere Patienten aufziehen.
 
kenn ich so nich mit der apo. ausser bei chemozeugs und so. grundsatz bei uns: wer es richtet hängt es auch an. VORrichten gibt es bei uns (zum glück) nicht mehr.
 
kenn ich so nich mit der apo. ausser bei chemozeugs und so. grundsatz bei uns: wer es richtet hängt es auch an. VORrichten gibt es bei uns (zum glück) nicht mehr.

Mit der Apotheke gibt es zwar selten aber habe sehr wohl mal in einem Haus gearbeite wo dies üblich war. Da wurden dann nur die Infusionen selbst gerichtet die man schneller, notfallmäßig brauchte oder wo es für eine reguläre Bestellung zu spät war.

Ja die Regel wer richtet hängt auch an wird auch angewendet. Aber wenn du gut 10 Mischinfusionen richten und anhängen musst ist dies zeitlich einfacher erst alle Infusionen zu richten und dann anzuhängen sonst wird man nie fertig. Und irgendwie beschriften das man sie dann dem Patienten zuordnen kann muss man ja.
 
er wenn du gut 10 Mischinfusionen richten und anhängen musst ist dies zeitlich einfacher erst alle Infusionen zu richten und dann anzuhängen sonst wird man nie fertig. Und irgendwie beschriften das man sie dann dem Patienten zuordnen kann muss man ja.
Nö. Nimmst deinen kurvenwagen mit und guckst bei jedem pat nach, was er kriegen soll...
 
Nö. Nimmst deinen kurvenwagen mit und guckst bei jedem pat nach, was er kriegen soll...

wie willst du das hygienisch verantworten? Keine Frage beim Umstecken einer Ringerlösung bei einem Erwachsenen.

Aber bei Säuglingen wo du die genau Dosis und auch auf die genaue Menge achten musst? Ich rede hier wirklich auch von Mischinfusionen und nicht einfaches umstecken einer einzigen Infusionsflasche. Und selbst wenn es nur am das Umstecken geht gemischt werden muss sie ja trotzdem vorher und das macht man in hygienisch optimalen Verhältnissen-zumindest im Kinderbereich. Warum sollte das nicht auch bei Erwachsenen gelten?.
 
Zuletzt bearbeitet von einem Moderator:
Wo ist der unterschied, irgendwo musste doch die dinger draufstellen. Kannste ja alle in der apo fertigmachen.. sage ja nur dass du da keinen namen draufschreiben musst. Wenn du einfach in die kurve schaust vorm anhängen haste gleich ne Fehlerquelle vermieden
 
Wo ist der unterschied, irgendwo musste doch die dinger draufstellen. Kannste ja alle in der apo fertigmachen.. sage ja nur dass du da keinen namen draufschreiben musst. Wenn du einfach in die kurve schaust vorm anhängen haste gleich ne Fehlerquelle vermieden

Theoretisch richtig praktisch bei den vielen Mischmedikamten die die Patienten teilweise haben schleicht sich dann aber erst Recht ein Fehler ein weil ich dann nicht nur auf das Medikament sondern noch genauer auf die Dosis gucken muss. Viele Patienten haben ja die selben Medikamente drin nur in unterschiedlicher Dosis da ist ein leichtes vertauschen genauso möglich, da ist ein Name oder meinetwegen auch ein anderes Hilfsmittel hilfreicher. Kontrollieren tut mans ja vor dem Anhängen eh und die Mischung steht ja trotzdem drauf.
 
Hallo zusammen,

vielen Danke für Eure Rückmeldungen. Es hat sich ja eine recht interessante Diskussion ergeben. Dennoch möchte ich wieder auf das eigentliche Thema meines Threads zurückkommen.
Mir ist klar, dass eine Infusion, ob nun mit oder ohne Medikamentenzusatz, die direkt zum Patienten kommt, die beste und wohl auch sicherste Methode darstellt. Und dazu auch keine Konflikte mit dem Datenschutz entstehen.
Doch leider gibt nun auch einmal Bereiche, in denen nicht so einfach ohne Vorarbeit Infusionen gerichtet werden können. Das kann unterschiedliche Ursachen haben, viele Patienten und wenig Mitarbeiter sind wohl der häufigste Grund.
Mich interessiert wie in anderen Häuser Infusionen vorbereitet werden und in welcher Form eine Beschriftung mit Patientendaten erfolgt und wie die Behälter dann datenschutzrechtlich unbedenklich entsorgt werden.
 
Bei uns fallen öfter Medikamentenpackungen oder Döschen an mit Patientenaufklebern.
Die werden natürlich abgemacht vor der Entsorgung der Verpackungen in den normalen Müll.
Beschriftung muss man irgendwie anders entfernen, haben wir aber selten.

LG
Antje
 
Hallo zusammen,

vielen Danke für Eure Rückmeldungen. Es hat sich ja eine recht interessante Diskussion ergeben. Dennoch möchte ich wieder auf das eigentliche Thema meines Threads zurückkommen.
Mir ist klar, dass eine Infusion, ob nun mit oder ohne Medikamentenzusatz, die direkt zum Patienten kommt, die beste und wohl auch sicherste Methode darstellt. Und dazu auch keine Konflikte mit dem Datenschutz entstehen.
Doch leider gibt nun auch einmal Bereiche, in denen nicht so einfach ohne Vorarbeit Infusionen gerichtet werden können. Das kann unterschiedliche Ursachen haben, viele Patienten und wenig Mitarbeiter sind wohl der häufigste Grund.
Mich interessiert wie in anderen Häuser Infusionen vorbereitet werden und in welcher Form eine Beschriftung mit Patientendaten erfolgt und wie die Behälter dann datenschutzrechtlich unbedenklich entsorgt werden.

Ich kann mir vorstellen das es evt in bestimmten Fällen auch Ausnahmeregelungen gibt.

Hat in dem Fall zwar jetzt dennoch wieder weniger weder mit Medikamenten oder ähnliches zu tun, aber letztlich betrifft der Datenschutz auch die Beschriftung der Säuglingsbetten im Wochenbettbereich.....fällt auch in den Bereich der "kritisch" ist. Bei uns gibt es für die Säuglinge (zumindest bisher noch) nach wie vor die Erlaubnis das auf der Bettkarte sowohl Name als auch Geburtstag und Uhrzeit steht (und auch stehen muss!). Wichtig ist nur das in Verbindung keine Diagnosen sichtbar sind. Würde mich jedoch auch interessieren wie das andere Häuser handhaben.

Was die Entsorgung angeht, sollte aber überall der Name unkenntlich oder abgemacht werden.
 
Nö. Nimmst deinen kurvenwagen mit und guckst bei jedem pat nach, was er kriegen soll...
In der Theorie super, in der Praxis ein Riesenproblem, wenn mal wieder die Hälfte der Kurven fehlt, weil die Ärzte die sich unter den Nagel gerissen haben... und zeitlich verschiebbar wiederum auch häufig nicht, z. B. Antibiotika.
Daher bei uns nur mit Vorarbeit überhaupt machbar.
Da gab es aber zum Glück dieses DSGVO noch nicht!
 
Infusionsflaschen und -systeme landen bei uns in der Schwarzen Tonne.
 
'107 Fenster', '102 Tür'

Aber dennoch darf man sich auch dann nicht drauf verlassen (wie ja letztlich auch beim Namen an sich-----ich weiß!) das der auf 107 Fenster auch noch da liegt. Kann ja sein das Kollegin in der Zwischenzeit den Patienten auf eine andere Position, in anderes Zimmer verlegen musste-noch keine Zeit hatte mir das zu sagen. Für mich letztlich wieder Arbeit und Zeitverlust ob das jetzt der richtige Patient ist. Also Fehlerquelle gibt es auch da! Mag selten vorkommen, kann aber vorkommen.
 
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Kann mir mal jemand erklären, was die DGSVO mit der Beschriftung und Entsorgung einer Infusionsflasche zu tun hat?
 

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