Wie weit greift Datenschutz bei Fahrverbot ?

Dieses Thema im Forum "Talk, Talk, Talk" wurde erstellt von GKP2012, 07.08.2016.

  1. GKP2012

    GKP2012 Stammgast

    Registriert seit:
    04.01.2012
    Beiträge:
    200
    Zustimmungen:
    5
    Beruf:
    Gesundheits- und Krankenpflegerin
    Eine Person die ebenfalls einmal im gleichen Krankenhaus gearbeitet hat wie ich, leidet nach einer Hirn-OP vor 3 Jahren an rezidivierenden epileptischen Anfällen. Die Anfälle kommen so ca. 2-3 mal im Jahr. Die Person wurde aus diesem Grund schon mehrmals vom Rettungsdienst ins Krankenhaus gebracht und erhielt dort jeweils ein ärztliches Fahrverbot. Trotzdem ist sie weiter Auto gefahren und wie es kommen musste, kam der letzte Krampfanfall im Auto. Da besagte Person aber nur im Schritttempo aus einer Einfahr rausfuhr, ist sie ganz langsam gegen ein parkendes Auto gerutscht. Dieses Mal hat diese Person ein ärztliches Fahrverbot unter Zeugen bekommen.

    Meine Frage ist: Wenn ich sehe, dass diese Person weiter Auto fährt und die Umwelt aus purer Rücksichtslosigkeit gefährdet, kann oder muss ich das melden ?

    Ich habe Schweigepflicht, das weiß ich, aber angenommen es passiert ein mehr oder minder schlimmer Unfall und ich wusste, dass diese Person Auto fährt. Bin ich dann nicht in der Mitverantwortung ?
     
  2. Resigniert

    Resigniert Stammgast

    Registriert seit:
    27.12.2012
    Beiträge:
    377
    Zustimmungen:
    30
    Beruf:
    Krankenschwester
    Akt. Einsatzbereich:
    Innere Medizin
    Kann ein Arzt ein strafrechtlich relevantes Fahrverbot überhaupt aussprechen?
    Wie viele Ärzte haben dies schon bei Senioren versucht.
     
  3. Elfriede

    Elfriede Poweruser

    Registriert seit:
    13.02.2014
    Beiträge:
    814
    Zustimmungen:
    40
    Beruf:
    KrSr
    Ort:
    Niedersachsen
    Akt. Einsatzbereich:
    ambulante
    Als Pflegekraft meldest Du Deine Beobachtung - in geeigneter Form - an Deinen Vorgesetzen weiter. (Kopie speichern) Vgl. "Mitverantwortung". Damit ist die Schweigepflicht nicht verletzt.

    Ärzte können m.W. kein Fahrverbot aussprechen. Allenfalls eine Empfehlung/Beratung.
    Allerdings können sie eine Gefährdungsbeurteilung erstellen. Hier wird sicher auch die Einschätzung der Compleance und die geistigen und körperlichen Verfassung des Patienten Berücksichtigung finden.

    Mit dem Gesundheitsamt und/oder dem Amtsgericht könnten (idealerweise die Angehörigen) das weitere Vorgehen beraten.
     
  4. Resigniert

    Resigniert Stammgast

    Registriert seit:
    27.12.2012
    Beiträge:
    377
    Zustimmungen:
    30
    Beruf:
    Krankenschwester
    Akt. Einsatzbereich:
    Innere Medizin
    Was hat der ehemalige Vorgesetzte mit der Sache zu tun?
    Ich würde eher einen juristischen Rat einholen, wenn ich kein Geld für einen Rechtsanwaltsrat habe, würdde ich wohl eine Polizeiwache betreten und fragen. Frage zur Sache, ohne die Person zu nennen.
     
  5. amezaliwa

    amezaliwa Poweruser

    Registriert seit:
    13.12.2007
    Beiträge:
    1.972
    Zustimmungen:
    90
    Beruf:
    Krankenschwester mit WB Stroke Unit, RbP
    Ort:
    Bayern
    Akt. Einsatzbereich:
    Stroke Unit mit IMCI
    Wenn ich sehe, wie jemand von dem ich zu 100% weiß dass er aktuell nicht fahren sollte, dies trotzdem tut, würde ich zum Telefon greifen und die örtliche Polizei informieren. Sofort, wenn mir bekannt wäre, dass derjenige bereits Unfälle verursacht hat, im Rahmen eines Anfalles.

    Richtig, kann er nicht (aber darum ging es ja auch weniger)
    DGN 2011 - Wann Neuropatienten wieder ans Steuer dürfen
    Zitat da draus:
    "....Ein Fahrverbot kann der Arzt nicht erteilen und schon gar nicht den Führerschein einziehen. Uneinsichtige Fahrer darf er allerdings den Behörden melden. Wichtig für die Praxis:
    Der Arzt haftet nur für seine Aufklärung, für das Verhalten im Verkehr ist einzig und allein der Patient verantwortlich."
     
  6. -Ben-

    -Ben- Stammgast

    Registriert seit:
    05.12.2012
    Beiträge:
    336
    Zustimmungen:
    97
    Beruf:
    Fachpfleger für Psychiatrie, Student Pfl.-Manag.
    Ort:
    Bayern
    Akt. Einsatzbereich:
    Allgemein-/Akutpsychiatrie
    1) Rechtsdienstleistungen dürfen gem. RDG nur von Personen mit Befähigung zum Richteramt ausgeübt werden (z.B. Rechtsanwälte). Polizeikräfte sind für juristische Beratungen nicht geeignet und unzureichend qualifiziert, dürfen diese deshalb auch nicht erbringen.
    2) Sobald eine mögliche Straftat geäußert wird, müssen Polizeibeamte ermitteln (Legalitätsprinzip). In dem Fall könnte es dir passieren, als Zeugin vernommen zu werden. Spätestens bei einer Vorladung und Vernehmung durch die Staatsanwaltschaft müsste dann auch der Name offen gelegt werden.
     
  7. Resigniert

    Resigniert Stammgast

    Registriert seit:
    27.12.2012
    Beiträge:
    377
    Zustimmungen:
    30
    Beruf:
    Krankenschwester
    Akt. Einsatzbereich:
    Innere Medizin
    @Ben, danke für die Info. Gilt dies auch für #5?
     
  8. GKP2012

    GKP2012 Stammgast

    Registriert seit:
    04.01.2012
    Beiträge:
    200
    Zustimmungen:
    5
    Beruf:
    Gesundheits- und Krankenpflegerin
    Danke für eure Antworten. Mit dem Hinweis, dass diese Person im Krankenhaus gearbeitet hat, wollte ich lediglich ausdrücken, dass sie ebenfalls ein medizinisches Fachwissen hat. Das deutet für mich auf die Einstellung 'Ich kenne die Gefahren, aber mir ist es egal' hin.
    Auf den Arbeitgeber war das nicht bezogen.
    Natürlich ist es bei niemandem in Ordnung solche Gefahren einzugehen, aber bei medizinischem Fachpersonal ist es mir umso unverständlicher.
     
  9. Elfriede

    Elfriede Poweruser

    Registriert seit:
    13.02.2014
    Beiträge:
    814
    Zustimmungen:
    40
    Beruf:
    KrSr
    Ort:
    Niedersachsen
    Akt. Einsatzbereich:
    ambulante
    Im Prinzip logisch.
    Aber auch "med. Fachpersonal" sind Menschen.
    Sich "des Deutschen liebstes Kind" wegnehmen zu lassen, kommt jedem hart an.
    Dass das medizinische Fachwissen im Schadensfall strafverschärfend wirkt, ist immerhin ein Beratungsargument.
     
Die Seite wird geladen...
Ähnliche Themen - weit greift Datenschutz Forum Datum
Wie weit darf Arbeit vom Arbeitsvertrag abweichen? Rund um Tarif- und Arbeitsverträge 30.11.2016
News Alt und pflegebedürftig: Die Zahlen steigen weiter Pressebereich 03.11.2016
PDL-Weiterbildung: 400 oder 700 Stunden? Fachweiterbildung für Leitungsaufgaben in der Pflege 29.10.2016
Meister-Bafög für PDL-Weiterbildung? Fachweiterbildung für Leitungsaufgaben in der Pflege 29.10.2016
News Weiterer Warnstreik bei der Awo angekündigt Pressebereich 17.10.2016

Diese Seite empfehlen

  • Über uns

    Unsere Online Community für Pflegeberufe ist eine der ältesten und mitgliederstärksten im deutschsprachigen Raum (D/A/CH) und wir sind stolz darauf, dass wir allen an der Pflege Interessierten seit dem Jahr 2000 eine Plattform für unvoreingenommene, kritische Diskussionen unter Benutzern unterschiedlicher Herkunft und Ansichten anbieten können. Wir arbeiten jeden Tag mit Euch gemeinsam daran, um diesen Austausch auch weiterhin in einer hohen Qualität sicherzustellen. Mach mit!

    ©2000-2016 - www.krankenschwester.de - Die Online Community für Pflegeberufe

  • Schnellnavigation

    Öffne die Schnellnavigation

  • Unterstützt uns!

    Unser Team von www.krankenschwester.de arbeitet jeden Tag daran, dass einerseits die Qualität sichergestellt wird, um kritische und informative Diskussionen zuzulassen, andererseits die technische Basis (optimale Software, intuitive Designs) anwenderorientiert zur Verfügung gestellt wird. Das alles kostet viel Zeit und Geld, deshalb freuen wir uns über jede kleine Spende!

Ich stimme zu Weitere Information

Cookies erleichtern die Bereitstellung unserer Dienste. Mit der Nutzung unserer Dienste erklären Sie sich damit einverstanden, dass wir Cookies verwenden.