Betriebsärztliche Untersuchung bei PTBS

S

Steffi92

Gast
Eigentlich müsste es auch kein Problem sein,
aber die Therapie geht ja halt noch bis zum Sommer auch wenn ich wieder stabil bin. Das macht mir Sorgen, weil da denkt doch bestimmt jeder das ich sowieso unstabil bin. Oder?
Sonst hätte ich da auch keine Probleme mit, wenn es jetzt mehrere Jahre zurück liegt, aber es ist ja ziemlich frisch.

Ich habe insgesamt 7 Praktikas jeweils 4 Wochen absolviert.
Aber halt in Abständen wegen der Schule, davon 2 Praktika freiwillig in den Ferien. Da hat es auch geklappt aber ist natürlich kein großer Vergleich.
 

Sosylos

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Der Krux bei Psychischen Erkrankungen ist, daß die sehr häufig länger gehen, wie die Therapie ist. Und danach ist man vor Rückschlägen noch lange nicht befreit. Dh, wenn du die Arbeit in der Pflege beginnst, kannst du jederzeit wieder eine PTBS bekommen. Du gehst in einen Bereich, wo menschliche Schicksale an der Tagesordnung stehen. Die einen kommen damit besser klar, wie die anderen.

Wie oben gesagt, Therapieende heißt noch lange nicht, daß die ganze Angelegenheit für immer Beendet ist, auch wenn du dich derzeit gut fühlst.
 
S

Steffi92

Gast
Ja das weiß ich aber dann könnte ich niemals einen Job im pflegerischen Bereich anfangen weil es immer passieren kann. Es kann aber auch einem so passieren der gar keine Vorbelastung hat. Das kann auch immer mal passieren, passiert auch den Feuerwehrleuten etc. Da kann man sich nicht wirklich gegen schützen. Ich war auch schon auf der onkologischen Station und habe dort auch mal mit dem Pflegepersonal gesprochen wie die damit klar kommen auch sterbende zu pflegen usw. Für manche ist es auch nicht leicht, da war auch eine Auszubildene die sagte sie denkt jedes Mal Zuhause noch darüber nach. Und das finde ich falsch. Man sollte schon einen Abstand dazu gewinnen oder halt mit jemanden darüber sprechen, sonst entwickelt man halt die PTBS, wenn man es nicht verarbeiten kann. Also ich habe es gut ausgehalten, da ich auch mal mit dem Personal darüber gesprochen habe und dann war es auch wieder okay. Im Sanitätsdienst genauso, man kann die ganzen Verletzungen nicht einfach mit nach Hause nehmen, das wäre echt wahnsinnig. Wenn etwas passiert, dann denkt man da erst gar nicht nach sondern macht das was man gelernt hat. Erst später kommen dann doch Gedanken aber deswegen gibt es auch bei uns immer einen Tag an dem wir über das Erlebte sprechen können.
 

narde2003

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Da ich schon seit vielen Jahren auch im Sanitätsdienst als Einsatzleitung bin, erlaube ich mir den Vergleich zu sagen, dass ein Sanitätsdienst eher "Pillepalle" im Vergleich zum Krankenhaus ist.
Die Betreuungen dort sind dann doch eher Harmlos - Ausnahmen bestätigen die Regel.
 
S

Steffi92

Gast
Eine Reanimation ist auch total harmlos als im Krankenhaus?
Ein Brandopfer ist schlimmer als im Krankenhaus?
Naja ich bezweifel es.
Klar, es gibt vielleicht noch schlimmeres aber ich bin der Meinung das ich es aushalten kann und werde. Daher werde ich diesen Beruf auf erlernen.
Wenn ich mir ein Ziel gesetzt habe dann ziehe ich es auch durch.
 
S

Steffi92

Gast
Die Lehrer und selbst die Rettungsassistenten sind der Meinung das ich gut ins Krankenhaus als Krankenpflegerin passe. Und die haben mich erlebt wie ich bin. Da ich es auch denke werde ich es auch tun.
 

narde2003

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Ja, weil du davon nicht ständig welche hast.

Wenn wir eine Grossstadt wie München zu Grunde legen, haben wir im Rettungsdienstbereich pro Jahr 800 Reanimationen - jetzt rechne dies auf die Anzahl der Sanitätsdienste um, dann weisst wie häufig eine Reanimation dort vorkommt.

Die Anzahl der Brandopfer bei Sanitätsdiensten ist auch nicht so hoch, wie auf einer Schwerbrandverletzten Station.

Glaube mir, nach 20 Jahren in Sanitäts-, Rettungsdienst und im Intensivbereich einer Klinik weiss ich wovon ich spreche und schreibe.
 
S

Steffi92

Gast
Stimmt schon, aber nach der Ausbildung im Pflegebereich kann man sich meist immer noch aussuchen in welchen Bereich man arbeiten möchte.
Aber ich finde besonders die extremen Bereiche ziemlich interessant wie z.b. Notfallambulanz, Unfallchirurgie, Intensivmedizin, Onkologie, Hospitz und Psychiatrie. Ich kann nicht genau sagen warum es mich dort hinzieht, aber ich finde das schon sehr interessant alles.
 

josie16

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Hallo Steffi!
Ich finde gut, wenn Du mit dem Ausbildungsbeginn noch in psychologischer Begleitung bist, dann kannst Du evt Probleme dort noch besprechen. Je länger Du dann in der Ausbildung bist umso sicher wirst Du und dann brauchst Du auch keine Begleitung mehr.
 

Herzenswunsch

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Hallo, ich melde mich auch wieder zu Wort :wink:

Aber ich finde besonders die extremen Bereiche ziemlich interessant wie z.b. Notfallambulanz, Unfallchirurgie, Intensivmedizin, Onkologie, Hospitz und Psychiatrie.

Hui, Vorsicht!
Eine Freundin von mir arbeitet als Krankenpflegerin in der Psychiatrie und hat keinerlei Vorerkrankungen in der Hinsicht und ist auch ein ziemlich stabiler Mensch und das ist sogar für sie hart. Fordere deine Krankheit nicht heraus. Klar lernt man mit der Zeit, alles voneinander zu trennen, aber das geht eben auch nur bis zu einem gewissen Grad. Wir sind alle nur Menschen :roll:
Bei den anderen Bereichen sehe ich jetzt nicht so große Probleme, weil eben der "eigene Bezug" zu den Themen für dich fehlt (zumindest soweit ich weiß).

Rede mit deiner Thera vielleicht über die Möglichkeit der Krisenintervention für die erste Zeit nach der eigentlichen Therapie. Die ermöglicht dir 3 Stunden(?) pro Quartal und die müssen sie dir genehmigen. Ich habe damals auch eine "Zwangspause" der Krankenkasse für meine Therapie bekommen und hatte Anspruch darauf, hat jeder. Meine ehemalige Thera und ich haben das als endgültigen Abschluss alle 6 Wochen genutzt, als "Netz". Wenn ich nicht klar komme, bekommt sie das mit und ich hatte nicht die Möglichkeit, ganz zu fallen.

Ich finde gut, wenn Du mit dem Ausbildungsbeginn noch in psychologischer Begleitung bist, dann kannst Du evt Probleme dort noch besprechen.

Aber Problem ist doch u.a. auch, dass die Therapie im Sommer endet und die Ausbildung erst im Herbst beginnt?

Liebe Grüße,
Herzenswunsch 8)
 
S

Steffi92

Gast
Hey Herzenswunsch,

ich denke mal zu den anderen Bereichen kann ich so noch gar nichts sagen. Kann auch sein, das ich die sehr interessant finde. Aber in der Psychiatrie und auf der Onkologie habe ich schon durch Praktika Erfahrungen gemacht und bis jetzt waren sie sehr interessant und spannend. In den anderen Bereichen wie Neurologie etc habe ich noch überhaupt keine Erfahrung und kann mir noch nicht viel darunter vorstellen was es dort für Krankheitsbilder usw gibt.
Das werde ich dann in der Ausbildung spätestens erfahren. Vielleicht gefällt es mir ja sogar mehr. Man kann es nie vorhersagen. =)

Nach der Therapie brauche ich keine Krisenintervention. Warum auch? Außer wenn was aktutes sein sollte aber jetzt brauche ich schon 3 Jahre keine stationäre Therapie mehr und die Abstände der Therapiesitzungen werden auch immer größer, damit ich mich besser von ihr ablösen kann und mein Leben langsam selber gestalten kann.
 

Elisabeth Dinse

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Du solltest in der Therapei nioch mal ganz dringend beleuchten, warum du partout in die Pflege willst und warum das nur über eine Ausbildung und net erst mal über ein z.B. Freiwilliges Soziales Jahr. Ein ganzes Jahr in einem Krankenhaus arbeiten würde dir meines Erachtens mehr bringen.

Was besondere Beachtung finden sollte: warum du deine Berufung/Erfüllung im Helfen siehst. Mich wundert eh, dass dies bis dato noch nicht geschehen ist.

Was sind deine Trigger? Wie willst du in den Situationen reagieren? Time outs sind schlecht möglich im stationären Bereich. Du hast sicher hier im Forum schon gelesen, dass die Azubis von der ersten Wochen an voll mitziehen müssen.

Krankenhaus mit dem Sanitätsdienst zu vergleichen ist wie Äpfle mit Birnen vergleichen. Einen schwer erkrankten Menschen übergibst du nach dem Einsatz in die Hände von Pflegekräften. Es ist ein Unterschied, ob ich jemanden nur wenige Minuten betreue oder ob ich ihn 8 Stunden und mehrere Tage zu betreuen habe.

Und sei mir net bös, aber "Notfallambulanz, Unfallchirurgie, Intensivmedizin, Onkologie, Hospitz und Psychiatrie" sind die denkbar schlechtesten Stationen bei deiner Vorbelastung. Stichwort: Nähe und Distanz.

Elisabeth
 
S

Steffi92

Gast
Naja was soll ich noch dazu sagen?
Ich weiß was ich kann und will und das werde ich auch so durchziehen.
Meine Gründe warum ich in die Pflege will sind klar, wurden besprochen, die bei den ganzen Vorstellungsgesprächen die Leute habe ich überzeugt was will ich mehr?
Auf jeden Fall freue ich mich schon sehr auf den September.
Bis jetzt habe ich alles geschafft was ich haben wollte und habe dafür viel Energie investiert. *freu*
 

Polly*

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Stichwort: Nähe und Distanz.

Elisabeth

Ein professionelles Verhältnis zwischen Nähe und Distanz zu haben, wird bestimmt keinem einfach so in die Wiege gelegt, oder? Vielleicht hat jemand mit PTBS größere Schwierigkeiten damit, aber ich denke, das ist eine generelle Anforderung an jeden, der mit Menschen in schwierigen Situationen zu tun hat. Sich Abzugrenzen muss man erstmal lernen. Vor allem, ohne die Empathiefähigkeit zu verlieren.
 
S

Steffi92

Gast
Ja finde ich auch.
Jeder muss es lernen.
Und es heißt auch nicht unbedingt das nun damit alle PTBS Leute damit Probleme haben, denn es gibt sicher genügend Leute die es haben und trotzdem weiter und gut in der Pflege arbeiten können.
Selbst damit ist es schaffbar. Jeder auch gesunde Mensch kann Nähe und Distanz nicht regulieren und nicht nur immer die, die vorbelastet sind. Das sind wieder nur die Vorurteile. Die meisten sind nach so etwas viel stärker als sonst.
 

Herzenswunsch

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Hallo :-)

Ich weiß was ich kann und will und das werde ich auch so durchziehen.

Prinzipiell wollen "wir" dich ja auch gar nicht von deinem Berufswunsch abbringen, nur vorwarnen. Wie schon gesagt: Menschen über Wochen 8 Stunden am Tag zu pflegen kann toll sein, aber auch genauso belastend. Mein wesentlicher Punkt gegen deine Ausbildung zum GuK war eben dieser Grund. Ich würde es nicht schaffen, Menschen über Wochen zu pflegen und sie dann sterben zu sehen. Wenn ich von Freundinnen höre, die montagmorgen auf Station kommen und ein Patient ganz unerwartet verstorben ist am Wochenende, obwohl er am Freitag noch gut drauf war, stellen sich bei mir die Nackenhaare hoch. Es muss jeder für sich selbst wissen, ob er das kann. Klar kannst du das schaffen, aber mit PTBS im Hintergrund, wirst du es um Einiges schwieriger haben, als deine Mitschüler.

Trotzdem wünsche ich dir alles Gute und viel Erfolg :-)
 

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