Ausbildung = Ausnutzung?

Troy

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01.11.2007
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Hallo!
Ich mache eine Ausbildung zum Gesundheits- und Krankenpfleger und bin im 3. Lehrjahr. Es gibt vieles in der Ausbildung/Gesundheitssystem was mich stört und sauer macht. Ich denke da nur einmal an Gesetze, theoretisch Gelerntes und moralische Grundsätze die jeden Tag, mehr oder weniger über Bord geworfen werden.
Ich möchte diesen Tread nutzen damit sich besonders Azubis aber auch ausgelerntes Personal über allgemeine Mängel und ihren täglichen Arbeitsfrust austauschen können und man so untereinander Stärkung und Möglichkeiten erfahren kann. Sei es im Umgang mit Mitarbeitern oder Arbeitgeber.

Gruß Troy
 
Hallo, schreib doch mal genau was dich stört. Oder was du wissen willst.
:lamer:
Gruss Mietze-Katze
 
Hallo!
Ich muss leider zustimmen. Seit 30.9.2007 bin ich endlich mit der Ausbildung fertig. Mir ist es sehr oft passiert, dass ich mir ausgenutzt vorgekommen bin. Schüler werden meines Erachtens oft als billige und unfähige Arbeitskraft angesehen, sollen aber am 1. Tag nach der Ausbildung 100% geben und selbstständig arbeiten.
 
Dann hatte ich wohl Glück. Bin im Mittelkurs und alle Stationen auf denen ich bisher eingesetzt war haben dafür gesorgt, dass ich von Anfang an viel lernen konnte. Klar musste man auch mal die typischen Azubi Aufgaben übernehmen, aber es hielt sich immer in der Waage mit anspruchsvoller und gut angeleiteter Arbeit.
 
Hallo

ich möchte an dieser eine Frage aufwerfen:

Angenommen, Ihr würdet keine Ausbildunsgvergütung erhalten und die Stationseinsätze als unbezahlte Praktika machen.
Im Gegenzug dafür wärt Ihr keine billigen Arbeitskräfte sondern Praktikanten, die ein Anrecht auf eine gute Lernathmosphäre haben....
Angenommen, es gäbe pro Station einen freigestellten PA, der sich um Euch kümmert (was ginge, da Ihr beide nicht auf dem Stellenplan auftauchen würdet).


Wärt Ihr bereit, die 3 Jahre kein Geld zu verdienen (und ggf. noch Schulgeld zu zahlen)?
 
Hallo!

Ich bin seit April 2007 Praxisanleiterin.

Mir macht die Arbeit mit Schülerinnen/ Schülern immer sehr viel Spaß!

Ich weiß noch genau, was mich in meiner Ausbildung gefördet/ gefordert hat und an welche Situationen ich mich nicht mehr so gerne erinnere, daher versuche ich immer eine Praxisanleiterin zu sein, an die sich Azubis gerne erinnern.

Mein Motto:

Vergesse nie, dass du auch mal ein Azubi warst!


P.S.: Sprich doch mal mit deinen Kolleginnen/ Kollegen, vielleicht könnt ihr gemeinsam eine Lösung finden, von der alle profitieren.


Liebe Grüße,

Stefanie :nurse:
 
hallo ja ich habe auch gehört das viele Azibis oft auf Statioen ausgenützt werden das find ich wirklich hart...ich habe Anst das es mir auch passiert aber ich weis janicht was man für Aufgaben als Azubi hat und was es alles machen darf und ab wann es ausnützen ist also bei meinen Praktikum habe ich gesehen das die Schülerinen oft nur mit den Putzeimer herumlaufen durften!!!!!Ist das ausnützten oder nomal
 
Hallo

ich möchte an dieser eine Frage aufwerfen:

Angenommen, Ihr würdet keine Ausbildunsgvergütung erhalten und die Stationseinsätze als unbezahlte Praktika machen.
Im Gegenzug dafür wärt Ihr keine billigen Arbeitskräfte sondern Praktikanten, die ein Anrecht auf eine gute Lernathmosphäre haben....
Angenommen, es gäbe pro Station einen freigestellten PA, der sich um Euch kümmert (was ginge, da Ihr beide nicht auf dem Stellenplan auftauchen würdet).


Wärt Ihr bereit, die 3 Jahre kein Geld zu verdienen (und ggf. noch Schulgeld zu zahlen)?

Hallo Lillebrit,

also ich kann von mir behaupten dass ich es machen würde. Bzw. was das Finanzielle angeht, wird es für die nächsten 3 Jahre, für mich so ablaufen. Ich verdiene gerade soviel das mein Schulgeld (was ich als erst kürzlich eingewanderte nicht Schweizerin zahlen muss) gedeckt ist.

Das Problem ist natürlich nur das ich nicht weiss wie es mir auf den Stationen gehen wird ;)
Allerdings bin ich durchaus gewillt für eine gute Ausbildung zu bezahlen!

Viele Grüsse
Yezariel
 
Hmm, ich bin selbst in der Ausbildung... bei uns geht es locker zu, finde ich! Klar muss man mal ne Arbeit wie putzen oder desinfizieren machen, ein verschmutztes WC säubern oder so. Aber Lehrjahre sind doch keine Herrenjahre und ich finde es überhaupt nicht schlimm.
Was ich auch bemerkt habe ist, dass weniger engagierte Schüler diese diversen Arbeiten bekamen, die man als Ausnutzen betiteln möchte. Jemand der sich gleich meldet bei "Wer kann schnell ins Labor gehen?" oder offensichtlich zeigt, dass er sich auch selbständig Arbeit sucht, wird ein ander Mal eher zu den "interessanteren" Dingen herangezogen! Weil die Schwestern sehen, ah, da ist jemand flink, den können wir gebrauchen! Diejenigen Azubis, die dauernd im Stationszimmer rumhocken (mich wunderts ja echt, dass keiner der Examinierten etwas dagegen sagt) sind nun mal nicht so geschätzt! Alles nur Beobachtungen von mir.
 
Angenommen, Ihr würdet keine Ausbildunsgvergütung erhalten und die Stationseinsätze als unbezahlte Praktika machen.
Im Gegenzug dafür wärt Ihr keine billigen Arbeitskräfte sondern Praktikanten, die ein Anrecht auf eine gute Lernathmosphäre haben....
Angenommen, es gäbe pro Station einen freigestellten PA, der sich um Euch kümmert (was ginge, da Ihr beide nicht auf dem Stellenplan auftauchen würdet).
Wärt Ihr bereit, die 3 Jahre kein Geld zu verdienen (und ggf. noch Schulgeld zu zahlen)?
Gegenfrage: Hab ich als Schüler trotz Ausbildungsgehalt(was nicht die welt ist) kein recht auf gute lernathmosphäre?Aber ein Praktikant schon?
Versteh ich zwar nicht, aber jedem das seine!
 
Hallo,
das Problem ist das Folgende:
Durch das Gehalt seit Ihr auf dem Stellenplan ...zwar nur mit 9:1, aber Ihr seit fest eingeplant, müsst "funktionieren" und leider immer öfter Personalknappheit auffangen.

Würde man die Struktur anders gestalten - also dass Ihr auf Station lediglich einen Praktikantenstatus habt wie die Physio-Schüler - dann hättet Ihr mehr Freiraum! Mit dem gesparten Geld könnten dann PAs finanziert werden.

Ich denke, dass sich das System eh in den nächsten 10-15 Jahren verändern und die Ausbildung komplett in den tertiären Bereich gehen wird!
Das bedeutet:
Pflege wird studiert...man hat den Status eins Studenten an der Hochschule...und macht unentgeldliche Praktika dazwischen.

Aber genau dieses würde zur Qualität der Ausbildung beitragen.
 
Gegenfrage: Hab ich als Schüler trotz Ausbildungsgehalt(was nicht die welt ist)

HM hats du dir mal andere Ausbildungsgehälter angeschaut?
Also ich hatte in meinem Freundeskrei das höchste.

Denn Einzelhandelskaufleute oder Hotelfachmenschen oder auch andere Berufe warten lang auf unser Ausbildungsgehalt!

Anja
 
Gegenfrage: Hab ich als Schüler trotz Ausbildungsgehalt(was nicht die welt ist) kein recht auf gute lernathmosphäre?


Ausschlaggebend für die Lernatmosphäre, wie du es so schön nennst, sind immer mehrere Faktoren.

Es ist, wie Lillebrit schon sagt, nunmal so, dass die Schüler in Deutschland auf dem Stellenplan stehen und es so gehandhabt wird, dass sie natürlich im Rahmen ihres Ausbildungsstandes Aufgaben übernehmen müssen und nicht ausschließlich zu Lernen da sind. Ob dies so richtig und gut ist, dass steht auf einem ganz anderen Blatt.
Da auch die examinierten Pflegekräfte Aufgaben übernehmen, die nicht immer super sind wird wohl nicht widersprochen werden können. Auch nach der Ausbildung bist du als Pflegekraft für z.B. Desinfektion bestimmter Arbeitsflächen und Entsorgung deiner Arbeitsmaterialien verantwortlich und es spricht nichts dagegen, wenn der/die Schüler/in mir dabei zur Hand geht und dies vielleicht übernimmt und ich im Gegenzug etwas von meiner Zeit übrig habe und eine gezielte Anleitung mache. Leider gibt es in Deutschland eben nur wenig freigestellte Praxisanleiter, die nur für die praktische Anbleitung und gute Lernatmosphären zuständig sind.

Noch ein Wort zu den Ausbildungsvergütungen in der Pflege...., die sind im Vergleich zu anderen Berufen üppig und die Jammerei darüber kann ich echt nicht mehr hören. Eine Tirade darüber, was ich im einzelnen darüber denke erspare ich euch lieber....
Aber du bekommst für deine mittlerweile in großen Teilen schulische Ausbildung eine ganz hübsche Ausbildungsvergütung!
 
hallo,

@behid, du hast voll und ganz recht! sprichst mir wirklich aus der Seele.
 
@behid! Ich wollte mit sicherheit keine diskussion über ausbildungsgehälter oder aufgaben verteilung lostreten.Und jammern tue ich nicht, diese bemerkung war mehr beiläufig gemeint. Ich bin halt nur der meinung das auch viele Kollegen die Schüler anleiten sollen, diese auch eher als günstiges Vollpersonal sehen,was ich sehr schade finde. Im Gegensatz zu vielen meiner mitstreitern stehe ich mit beiden beinen im leben daher macht man sich um dinge wie geld immer seine Gedanken.

Lieben Gruss:gruebel:
 
Hallo Hexe23, wie stellst du dir denn die optimale Ausbildung vor?

Es ist in unserem System (leider?) so, dass ihr Schüler nicht nur zum Lernen auf den Stationen seid. So wie die Praxisanleiter nicht nur zum Anleiten und selbst Pflegekräfte pflegen nicht nur, sondern machen ganz viele andere Dinge. Das mag man für schlecht halten, ist es aber nicht in jedem Fall. Dafür, dass ihr eben auf den Stationen als Arbeitskräfte (im Rahmen eurer Kenntnisse und eurer Ausbildung) eingesetzt werdet bekommt ihr neben eurer Ausbildung ein ganz stattliches Ausbildungsgehalt.

Was Lillebrit meinte und du meines Erachtens in deinem Beitrag nicht richtig verstanden hast ist, dass eure Kritik berechtigt wäre, wenn es eine schulische Ausbildung gäbe mit entsprechenden Praxiseinsätzen und Praxisanleitern (und Praktikantenstatus der Schüler auf den Stationen) und man dafür Schulgeld bezahlen müsste. So ist es hierzulande aber noch nicht. Ihr bekommt ein Ausbildungsgehalt und eine theoretische und praktische Ausbildung und seid in einem gewissen Umfang eben auch Arbeitskräfte.

Die meisten Praxisanleiter müssen die Anleitung neben ihrer eigentlichen Arbeit machen und bekommen nichts dafür. Sie haben sich fortgebildet und versuchen ihr Bestes und engagieren sich häufig auch noch in ihrer Freizeit für die Schüler.

Meine Ausführungen sind nicht alleine auf deinen Beitrag zu verstehen (dein Beitrag war der Auslöser hier in diesem Thread zu antworten), sondern beziehen sich auch auf einige andere der hier geposteten Beiträge.

Gruß Behid
 
Also, ich hatte schon im ersten post zugegeben, dass es sein kann das ich Lillebrit nicht richtig verstanden habe. Ich kenne den Stationsablauf und wie mit vielen Schülern umgegangen wird. Es gibt Stationen die bemühen sich wirklich, andere wiederrum nicht. ich rede ja nicht von einer permanenten Anleitung, aber ich habe es erlebt, dass schüler für den ganzen Stationseinsatz nur ,,geputzt" haben.wie auch immer..... Ich find es schade kein Kommentar zu diesen umgang zu bekommen. Aber kaum zu glauben das ein schüler auch nach der schule und nach dem dienst weiterhin für die schule etwas tut.
um hier keine weiteren ,,Steitereien" ausbrechen zu lassen....
bis denne
eure hexe:cry:
 
aber ich habe es erlebt, dass schüler für den ganzen Stationseinsatz nur ,,geputzt" haben.wie auch immer..... Ich find es schade kein Kommentar zu diesen umgang zu bekommen. Aber kaum zu glauben das ein schüler auch nach der schule und nach dem dienst weiterhin für die schule etwas tut.

Tja, Ersteres ist nicht korrekt, zeugt von schlechtem Schüler-Handling auf der Station und/oder von schlechter besetzung zu der Zeit. Ggf waren 3 Leute krank und kaum Hilfskräfte mehr da.
Dann könnte ich mir auch für meinen bereich vorstellen, dass ich Schülern nichts beibringen kann, weil sie leider viele Nebenarbeiten erledigen müssen.
Ist halt manchmal nicht anders möglich.

Soltle aber natürlich vermieden werden.

Das Schüler etwas für die Schule tun - Hausaufgaben, oder lernen, versteht sich doch von selbst, oder?
Sie tun das für sich!

Ein PA, der neben der Arbeit etwas FÜR DIE SCHÜLER tut, ist etwas ganz Anderes! Er steht in einem Beschäftigungsverhältniss und muss für seine Arbeit entsprechend bezahlt werden.
Das Argument "Aber Azubis müssen doch auch hausaufgaben machen" halte ich für ... nunja, ich will nicht unhöflich werden...
 
Ein PA, der neben der Arbeit etwas FÜR DIE SCHÜLER tut, ist etwas ganz Anderes! Er steht in einem Beschäftigungsverhältniss und muss für seine Arbeit entsprechend bezahlt werden.
Das Argument "Aber Azubis müssen doch auch hausaufgaben machen" halte ich für ... nunja, ich will nicht unhöflich werden...

Danke Maniac, so war meine Bemerkung bezüglich der PAs zu verstehen.

@Hexe
Die Praxisanleiter, die ich kenne arbeiten neben ihrer Arbeit Anleitungskonzepte aus, korrigieren Pflegeplanungen und und und . Diese Stunden machen sie zusätzlich (häufig) und bekommen keine Vergütung dafür und in vielen Fällen noch nicht mal die Stunden gutgeschrieben.
Was die Schüler betrifft und Hausaufgaben angeht, schließe ich mich Maniac an.....
 
@Maniac. Danke für die ehrliche Antwort was den umgang mit den schülern angeht. Mit höflichkeit wird wohl auch nicht um sich geschmissen.Eine eigene Meinung haben zu dürfen scheint, wie auch in vielen schulen und stationen, hier irgendwie nicht wirklich gewollt zu sein.So kommt es mir vor. Doch wahrscheinlich irre ich mich ja hier wieder....
Aber es bestätigt mich auch, exam.Pflegekräfte (3Jährig) haben recht alle anderen nicht(selbst wenn man 30 Jahre als Kph tätig wäre)
Zum Abschluss: sehr interessante Seite mit vielen nützlichen tipps.
:cry::cry::cry:
 

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