News Altenpflegerin wird Bundestagsabgeordnete

Martin H.

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Anfang 2.Lehrjahr ,erste Arbeitsstelle,davon das erste Lehrjahr überwiegend in der Schule verbracht.Wo soll der diese Erfahrung gesammelt haben?
Bitte?? :gruebel: Also ich weiß ja nicht, wie bei Dir die Ausbildung gelaufen ist; aber bei mir waren es in jedem Ausbildungsjahr 3 Blöcke zu je 1 Monat Schule. Ansonsten einzelne "Studientage" (und das waren nicht sehr viele).
Das Thema Pflegenotstand,Lobby der Pflege gibt es seit ich den Beruf gelernt habe.
Da stimmt, aber man könnte nun provokant fragen, was Du/ich/wir "Alten" denn dagegen getan haben?
Keiner hat das Maul aufgemacht!
Mir ist das alles zu pauschal.Immer wird von zu wenig Lohn gesprochen.Man darf aber nie vergessen,dass es innerhalb der Pflege auch gut bezahlte Jobs gibt.
Da hast Du völlig recht, das Thema wurde aber vom Moderator vorgebracht.
Was ich an der Talkshow auch wenig gelungen fand, daß ständig die Themen Alten- und Krankenpflege wirr durcheinander gebracht wurden. Die unterscheiden sich aber in vielerlei Hinsicht gravierend.
Was hat sich den an den Strukturen in den Krankenhäuser geändert?Nichts,nur jahreslange Gerede.Es gibt immer noch viele Krankenhäuser die mit Stationsleitungen arbeiten.Wer braucht das denn ? Jede Station kocht ihr Süppchen.In den 90igern wurde schon von Abteilungsleitern gesprochen,die ein Fachbereich organisieren.
Und das soll genau was bringen?
Die Pflege innerhalb der Krankenhäuser ist zu unflexibel,warum ist die Arbeit des Personal an eine Station gebunden?
Gibt es z. T. in manchen Häusern schon, nennt sich m. W. "Rollierendes System".
Wobei ich das übrigens daneben finde, wer will sich schon ständig wie eine Schachfigur hin- und herschieben lassen?
Man hört auch immer mehr von Angehörigen,die sich übers Personal ärgern.Man kann da nicht immer mit Personalmangel argumentieren,irgendwann wird man unglaubwürdig. Arbeiten muss man in anderen Berufen auch.
Das finde ich eine Unverschämtheit; in den meisten anderen Branchen, zumindest mit vergleichbarer Verantwortung, herrschen bei weitem nicht derart schlimme Arbeitsverhältnisse.
Und ja, man kann sehr wohl mit Personalmangel argumentieren = nach wie vor Problem Nr. 1 der Pflege-.

Ich habe das Gefühl,das der Nachwuchs heute auch sehr schnell überfordert ist.
Nö, ich habe eher das Gefühl, daß die Jungen eher den Mund aufmachen als wir.
Und das ist auch gut so!
 

Martin H.

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Aber keine Sorge der junge Mann ist in 10 Jahre warscheinlich zu den Ärzten übergelaufen oder hat sich was ganz anderes gesucht.
Das fürchte ich auch... :cry:
Hoffen würde ich ja, daß er irgendwann in Richtung Pflegewissenschaft, Pflegemanagement oder Pflegepädagogik geht.
Pflege braucht Eliten!
 

Dragstarblack

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Klar braucht Pflege ,,Eliten``,das ändert aber nichts ,dass die Arbeit an der Basis stattfinden muss.Wir können noch soviele Pflegeexperten haben,die Pflege findet am Bett statt.
Mich stört es grundsätzlich ,dass Peersonalmangel für alles hinhalten muss.
Gerade heute wieder (Aktuell in den Nachrichten)ein 24j Pfleger(Rheinland-Pfalz) vor Gericht der 2 Patienten im ND getötet hat. Argument natürlich Überforderung...wegen zu wenig Personal...da sind natürlich die aktuellen Debatten Futter für die Verteidigung....
Es werden ja immer die vorgegebenen Personalschlüssel vorgeschoben...es ist nicht verboten diesen zu überbieten. Ist natürlich nicht Gewinnorientiert,deshalb müsste die Pflege,wie in den skand.Ländern verstaatlich sein.Was mich in der Sendung auch gestört hat,dass angeblich nichts passiert ist in der Pflege.Die Pflegereform von 2017 wurde gar nicht erwähnt.
 

Martin H.

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Klar braucht Pflege ,,Eliten``,das ändert aber nichts ,dass die Arbeit an der Basis stattfinden muss.Wir können noch soviele Pflegeexperten haben,die Pflege findet am Bett statt.
Ich weiß ja nicht, wie genau Du den Begriff "Pflegeexperte" definierst, da er (leider) nicht geschützt ist und jeder was anderes drunter versteht (z. B. hat sich Herr Fussek, der im Prinzip keinen Plan hat, selber zum "Pflegeexperten" erklärt und wird in den Medien auch als solcher hingestellt).
Für mich ist ein Pflegeexperte jemand, der sich in einem bestimmten pflegerischen Gebiet durch Fort-/Weiterbildungen und intensiver Beschäftigung damit eben überdurchschnittlich gut auskennt; z. B. hatten wir damals in der Klinik einen Pflegeexperten für Kinästhetik oder einen für Basale Stimulation. Auch Wundexperten (z. B. Kerstin Protz) würde ich z. B. dazu zählen. Und diese Expertise im betreffenden Gebiet muß so weitreichend sein, daß der Pflegeexperte anderen Pflegekräften weiterführendes Wissen vermitteln kann.
Pflege findet nicht nur am Bett statt, das wäre genauso unsinnig wie wenn behauptet würde, Medizin fände nur am Bett statt (also nur Klinikärzte "machen" Medizin, die Ärzte in der Forschung im Labor hingegen nicht).
Mich stört es grundsätzlich ,dass Peersonalmangel für alles hinhalten muss.
Gerade heute wieder (Aktuell in den Nachrichten)ein 24j Pfleger(Rheinland-Pfalz) vor Gericht der 2 Patienten im ND getötet hat. Argument natürlich Überforderung...wegen zu wenig Personal...da sind natürlich die aktuellen Debatten Futter für die Verteidigung....
Ja, da hast Du schon recht. Wobei es natürlich schon stimmt, daß der Personalmangel tatsächlich vorhanden ist.
Ob er im vorliegenden Fall eine Rolle gespielt hat, weiß ich nicht, da ich den nicht kenne.
Auf der anderen Seite muß sich der junge Mann natürlich fragen lassen, warum dann er 2 Pat. getötet hat und seine Kollegen nicht, die ja denselben Personalmangel erlebt haben wie er...
Es werden ja immer die vorgegebenen Personalschlüssel vorgeschoben...es ist nicht verboten diesen zu überbieten. Ist natürlich nicht Gewinnorientiert,deshalb müsste die Pflege,wie in den skand.Ländern verstaatlich sein.
Mir ist jetzt nicht ganz klar, was Du konkret meinst? Soweit mir bekannt ist, gibt es bisher nur in der Altenpflege Personalschlüssel (z. B. 50% Fachkraftregelung); in der Krankenpflege hingegen nur in der Neonatologie
Personalanforderungen an die Intensivpflege in Perinatalzentren: G-BA beschließt neue Übergangsregelung - Gemeinsamer Bundesausschuss
Ansonsten gibt es bisher für die Intensivpflege nur Empfehlungen, die aber in der Praxis dennoch häufig nicht eingehalten werden:
http://www.dip.de/fileadmin/data/pdf/projekte/Isfort_Pflege-Thermometer_PI_3-2010.pdf auf S. 5
Auf Normalstationen gibt es bisher noch ÜBERHAUPT keine Personalschlüssel.
Was die Pflege in den skandinavischen Ländern betrifft, da stimme ich zu.
Was mich in der Sendung auch gestört hat,dass angeblich nichts passiert ist in der Pflege.Die Pflegereform von 2017 wurde gar nicht erwähnt.
Naja. Was hat sich denn dadurch so groß verbessert?
Aus Sicht der Pflegebedürftigen mag sich ja einiges getan haben. Aber aus der Sicht der Pflegekräfte?
 
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Naja. Was hat sich denn dadurch so groß verbessert?
Aus Sicht der Pflegebedürftigen mag sich ja einiges getan haben. Aber aus der Sicht der Pflegekräfte?

Genau das, kann man kritisieren. Aber man muss halt auch fairerweise sagen, dass die letzte Legislaturperiode eine Reformwelle nach sich gezogen hat, die es glaub ich seit der Einführung der Pflegeversicherung nicht mehr gegeben hat.

Es hat sich also einiges in der Pflege getan, und gerade die neue Einteilung in Pflegegraden finde ich sehr begrüßenswert, welche wohl auch greifen (500.000 Menschen bekommen nun Geld von der Pflegekasse). Aber es stimmt schon, bei den Pflegekräften kommt nicht viel an.
 
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