Altenpflegekräfte - behindern sie selbst Neuerungen?

Dieses Thema im Forum "Der Alltag in der Altenpflege" wurde erstellt von Secondlan, 04.10.2016.

  1. Secondlan

    Secondlan Newbie

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    VORSICHT - der Titel ist sicherlich nicht besonders geschickt gewählt und dennoch finde ich ihn nicht schlecht.
    Ich beginne bald meine Ausbildung zur GuK und bin seit 15 Jahren examinierte Fachkraft in der Altenpflege. Die letzten 8 Jahre: Wohngemeinschaften demenziell erkrankter Menschen.
    Also dachte ich: Ein bisschen Stress kann vorher vermutlich nicht schaden. Wieder in den typischen Stations -, bzw. Wohnbereichsalltag. Gesagt, getan.
    Und ich habe mich überschätzt. Denn was ich in den letzten 5 Wochen täglich erlebe ist ganz schlicht gesagt: zum Brechen.
    Neben Kolleginnen die die 60 schon überschritten haben und frei nach dem Motto: Das hat 40 Jahre funktioniert, ich ändere nix bis hin zu: nach 36 Jahren in diesem Haus habe ich keinen Bock mehr freundlich zu sein über die Küchenkräfte, die Bewohner aber mal so was von niedermachen bis zu Helfern die dastehen und Löcher in die Wände starren- frage ich mich heute ernsthaft: Ist die Pflege der Pflegenden wegen am Boden?
    Kennt ihr das? Kollegen die wie Maschinen arbeiten und NICHTS, wirklich nichts mehr an Nächstenliebe zu spüren ist?
    Ich sehe Kollegen in der Raucherecke die über Bewohner herziehen, den Chef, das System und die Politik, die danach auf ihre Bereiche gehen und unter aller Sau (Verzeihung) ihren Job machen. Und die sind leider nicht: in der Minderheit sondern haben Überhand. Ich bin nur noch entsetzt und trotz dessen, das ich den Stress spüre und mir manchmal absolut leid tut nicht mehr Zeit zu haben...ich habe in all den jahren eins niemals verloren: MENSCHLICHKEIT.
    Es geht mir auf die nicht vorhanden Eier, das die Wut auf Arbeitgeber und Politik eben 1 zu 1 weitergegeben wird, an diejenigen die am Wenigsten dafür können. Die Bewohner.

    Ich persönlich lasse nicht gelten wenn gesagt wird: Ich bin nicht schuld, das ist die Politik. Wenn man sich wie ein ***** benimmt - ist man eben das: ein *****. ( Nochmal: Verzeihung)
    Neue Impulse werden pauschal abgeblockt, eventuelle andere Möglichkeiten existieren nicht. Bewohner gehen niemals vor: Ich hab jetzt Pause, soll sie doch auf dem Klo bleiben. Ich mach keine Minute länger, soll der Spätdienst die vollgesch.... Vorlage wechseln. Und der Herr W. der ist eh ein Tittengrabscher - lass den mal da hängen (im Lifter) !

    Was ist los mit den Menschen? Denn auf der anderen Seite: wird einfach stumpf alles abgezeichnet was gemacht wurde. Überlastungsanzeigen? Ne, dann muss ich ja länger bleiben.
    WAS soll sich so auch ändern?

    Eine ernsthaft erschrockene SecondLan
     
  2. Bionic

    Bionic Newbie

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    Hallo SecondLan.Habe mir deinen Beitrag öfters durchgelesen und mir auf der Zunge zergehen lassen und muss sagen:Ja ich erkenne so manches,was du schreibst wieder und es kommt mir verdächtig bekannt vor.Ich selbst habe mein Staatsexamen 2013 als Krankenpfleger gemacht.1 Jahr im Krankenhaus gearbeitet und danach seit Ende 2014-heute in einem Pflegeheim.Ich selbst habe natürlich bei weitem nicht die jahrelange Berufserfahrung,wie sie andere haben die schon länger diesen Job machen,aber wie gesagt ich kann vieles in deinem Post bestätigen.Die Alten/Krankenpflege war schon immer ein Frauenberuf,dass es da hin und wieder zu Lästerein kommt ist vorprogrammiert.Dass man auch mal sich über dass Unternehmen,oder auch sich über den ein oder anderen BW dass Maul zerreist,irgendwo ist es menschlich.Nur wenn dass ganze zum chronischen Dauerzustand verkommt,ja dann sollte man sich als Pflegekraft doch mal an die eigene Nase fassen und sich fragen ob man nicht den Job,oder die Arbeitsstelle wechselt.Dass mit dem Mensch sein,sprich die Menschlichkeit nicht zu verlieren in seinem Handeln, ist so wie ich finde gerade in der Pflege ein nicht immer leicht zu bewältigender Grad.Ich selbst bin der Meinung dass man als Vollzeitkraft ab dem 8.Tag am Stück arbeiten,den BW nicht mehr wirklich gerecht werden kann.Um Gottes Willen ich selbst versuche immer soweit wie ich es kann,mit den BW normal und auch mit einer Prise Humor entgegen zu kommen.Denn den BW ein Lächeln zu entlocken ist doch mehr wert als stupides Ich bin Ernst-Getue.Auch bei langem am Stück arbeiten,lasse ich dies den BW nicht anmerken.Doch es wird zusehends mühseliger bei 8 Tagen bzw teilweise auch mal 11 Tagen am Stück.
    Ja dass Teilweise gerade wenn geraucht wird und keiner hat es nötig auf Glocken zu gehen...es kommt mir erschreckend bekannt vor.Und dass manche emotionale Steine geworden sind, wo jegliche Empathie fehlt...ja auch dass gibt es.Schlimmer finde ich aber diejenigen die Erbsenzähler sind und sich über jede Kleinigkeit aufregen.
    Allerdings unser Team wehrt sich sehr wohl:Sowohl was dass Einspringen angeht,als auch was Überlastungsanzeigen angeht.Unsere Chefs behandeln uns sehr wohl mit Respekt und Achtung,aber dennoch sind wir in unserem Team ein echt guter Haufen,mit dem man gerne zusammenarbeitet,jeder von uns hat auch mal seine schlechten Tage was auch menschlich ist.Jedoch kann ich keine Pflegekraft,gerade in den Zeiten von Heutzutage verstehen,die sich wirklich alles gefallen lassen...und DASS finde ich wirklich erschreckend.Weil mit so einem Verhalten ändert sich tatsächlich nichts und man unterstützt mit diesem Verhalten dieses kaputte System nur noch.
     
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