Ich bin nicht im OP, aber es gibt (und das wird leider immer schlimmer, je länger dabei, desto mehr hört man, kann es einsortieren)
immer mehr was zweifeln lässt, auf der einen Seite, am System Krankenhaus
das fängt nicht erst mit dem in einigen Bereichen hotelähnlichen Charakter an,
geht aber auch weiter im Ausbau der WahlLeistungsbetten - nicht lang her wurden wieder neue geschaffen, dafür fielen andere Betten weg, Flurbetten sind nahezu selbstverständlich, egal was man seitdem getan hat um das zu reduzieren.
Bleibt hängen bei der Anspruchshaltung nicht weniger WL- Patienten die sich schon bestens auskennen, insbesondere was ihnen zusteht, diese permanente Erwartungshaltung, ggrrrrh, da könntest manchmal fast...fuchsig werden.
Die "Lebensläufe" mancher VIP's, die zu allererst chronologisch auflisten durch welchen Prof. sie wann und weshalb behandelt wurden
da schaltet mein Hirn fast automatisch auf Durchzug - die 2 Min. unter der Woche (am WE kommt je eh immer "nur" der OA)
die anderen fast 24h am Tag iss Prof ja nicht dagewesen, haben andere die eigentliche Arbeit .... aber gut, wenn es jmd. glücklich macht.
Das setzt sich fort mit den DRG's, Ziel waren ja Einsparungen - das Heer an Beauftragten in der Klinik ist inzwischen groß, um genau das zu dokumentieren, was dann am meisten einbringt. Unerfreulicherweise ändert der MDK ab und an seine Vorstellungen und man muss sich was neues einfallen lassen - letztlich hat man sich da aber gut mit arrangiert.
Verweildauer - man muss planen, so lange muss jemand, so lang darf jemand höchstens in der Klinik verweilen, mit den entsprechenden Diagnosen - (wem erzähl ich das) - aber das ist nicht mehr mein Problem.
Off-label-use - damit konnte ich, als ich davon zum 1. Mal gehört hab nix mit anfangen, aber das ist Job eines jeden Chefarztes, sich jährlich was neues einfallen zu lassen, da die Bezahlung off-topic läuft, also - extra, oben drauf. Somit ist ein guter CA einer, der....?
Das hört auch nicht auf, wenn es neue Order für die Pflege gibt, was ab sofort so oder so gemacht werden muss - da frag ich mich immer erst mal kritisch - warum kommt das, was will man damit bezwecken.
Häufiger bestätigt sich dann eine Vermutung, bei gezielter Nachfrage. Man hat ja so seine Informanten.
Andererseits, auch dass, hab ich (andere sehen es anders) kein Problem einen fitten/ halbwegs fitten Patienten in hohem Alter der mit einer frischen Halbseitenlähmung kommt zu lysieren. Auch nicht den "individuellen Heilversuch" zu akzeptieren, wenn die Zeit grenzwertig ist.
Alles ist besser, als miterleben zu müssen wie jemand damit zurechtkommen muss, deutlich wird - daran wird er nicht versterben (was nun mal selten ist).
Oder einen hochaufwändig Kranken (nicht gemeint PKMS) aufzunehmen mit der Begründung - bei Euch ist dafür mehr Zeit, ihr habt ja mehr Personal - jupp stimmt.
So mancher hat mir einfach nur leid getan, bei Verlegung, aber ich kann es meist nicht ändern. Gibt es doch was, dann muss ich es einbringen, wenn es ärztlicherseits nicht so gesehen wird (kommt aber selten vor) und drüber reden.
Ich geb was mir möglich ist, jeden Tag aufs neue, während meiner regulären Arbeitszeit - dafür werd ich (m.M. nach auf gut) bezahlt.
Im Dienst habe ich meine Aufgaben, meinen Teil der Verantwortung, ist mir das ganze drumherum ziemlich piepegal.
Ich arbeite nicht fürs Ego meines Profs, oder Manager y - auch wenn ich umsetzen, akzeptieren muss, was dort entschieden wird. Für manches hab ich sogar Verständnis.
Ich habe trotz allem noch viele Frei-/Spielräume.
Ich hab vorwiegend meine Freude an dem von mir gewählten Beruf, bei meinem jetzigen AG.
Für den Rest, was änderbar ist oder auch nicht - gibt es Zuständigkeiten, auch die monatliche Besprechung.
Nutzt ja nix vor sich hin zu maulen, weil man irgendwas doof findet, das aber niemandem sagt.
Manchmal macht man es trotzdem, ist halt auch nur ein Mensch.
Wenn Du so große Zweifel hast, in Deinem Zuständigkeitsbereich, dann mach Dir Gedanken, wo Du Dich in 5, 10 Jahren sehen kannst, willst?
Hei, ist das lang geworden.
Was bei der Aufklärung besprochen wurde....möcht man da nicht auch gerne das ignorieren, was man eigentlich nicht hören möchte?
Wo ich nicht dabei war, kann ich auch nicht ausschließen, dass deutlich drüber geredet wurde. Hm.