Was hat das Studium eurer Karriere gebracht?

Southpaw

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Grüß euch!

Das Pflege dual Studium, was ja jüngst ausgelaufen ist, bestand ja mancherorts schon seit 10 Jahren.
Ich erinnere mich noch an die vollmundigen Versprechungen am Anfang meines Studiums, dass sich ja so viel tut und in Arbeit ist und das Studium auf jeden Fall ein Zugewinn für unsere Karriere sein wird.

Ich persönlich merke nicht viel Entfaltungsraum im Krankenhaus für Absolventen.
Der Karriere-Boost ist dann doch eher im homöopathischen Bereich (ich habe Zugeständnisse, wenn ich Praxisanleiter werden will, mehr nicht).

Jetzt stupsen mich frühere Profs aus der Hochschule wiederholt an, ich müsse unbedingt den APN Master dranhängen, sonst kann ja nix gehen. Die nebulösen Versprechungen klingen genau so wie damals mit Beginn des Bachelorstudiengangs, deswegen bin ich sehr abgeschreckt.

Was hat das Studium eurer Karriere gebracht? Ich meine da jetzt nicht Pflegepädagogik oder -management, die haben beide die deutlichsten Outcomes.
Jetzt mit Absolventen der sozialen Arbeit um Arbeitsplätze zu konkurrieren, scheint mir nicht der eleganteste Weg zu sein.

Freu mich auf echte Erfolgsgeschichten.
 

-Claudia-

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Frage: Möchtest Du nur die Geschichten von Bachelor-Absolventen mit dualem Studiengang?

Ich habe sowohl Bachelor als auch Master berufsbegleitend gemacht; einen dualen Studiengang gab es zu meiner Ausbildungszeit noch nicht. Ich kann aber gern berichten (und denke auch, dass der Zeitpunkt des Studiums hier nicht entscheidend ist).
 
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Southpaw

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Frage: Möchtest Du nur die Geschichten von Bachelor-Absolventen mit dualem Studiengang?

Ich habe sowohl Bachelor als auch Master berufsbegleitend gemacht; einen dualen Studiengang gab es zu meiner Ausbildungszeit noch nicht. Ich kann aber gern berichten (und denke auch, dass der Zeitpunkt des Studiums hier nicht entscheidend ist).
Du hast ja eine Erfolgsgeschichte, also wäre schön, auch das hier gesammelt zu haben.
 

-Claudia-

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Ich habe wie gesagt berufsbegleitend studiert, einige Jahre nach meinem Examen. Zuerst den Bachelor of Nursing über Distance Education an der University of Southern Queensland in Australien. Das war Anfang der 2000er und in Deutschland begannen erst allmählich die grundständigen bzw. dualen Studiengänge, Möglichkeiten für Quereinsteiger nach der Grundausbildung existierten damals noch nicht.

Nach dem Bachelor habe ich einige Jahre "normal" am Bett gearbeitet, Praxisanleiterin war ich bereits zuvor. Danach habe ich meine Stelle und meinen Wohnort gewechselt und habe als stellvertretende Leitung in einem kleineren Krankenhaus zur Errichtung einer Klinik für Palliativmedizin beigetragen.

Als die nach einigen Jahren lief, wollte ich es nochmal wissen und habe mich für einen Masterstudiengang in Gesundheits- und Pflegewissenschaften beworben, diesmal in der Präsenzvariante. Der ging über zwei Jahre Vollzeit, mit 50% Arbeitszeit nebenher, um mir meinen Lebensunterhalt zu sichern (für Bafög war ich ja längst zu alt).

Nach dem Master habe ich nebenberuflich viel als Dozentin gearbeitet, sowohl in der Aus- und Weiterbildung bei meinem damaligen Krankenhaus als auch extern in Weiterbildungsstätten, ambulanten Pflegediensten und beim Roten Kreuz. Hier kam mir zugute, dass wir in der Hochschule so häufig Präsentationen machen mussten und strikte Vorschriften dazu hatten. Ich hätte auch gern Projekte an unserem Krankenhaus begleitet, aber es gab bei uns keine Möglichkeit, mich entsprechend einzusetzen. Ich hätte nebenher in Arbeitsgruppen mitwirken können, aber keine Stabsstelle o.ä. bekommen können - das war in dem kleinen Haus, das ohnehin zu kämpfen hatte, so nicht drin.

Als ich merkte, dass bei meiner Tätigkeit auf Station die Luft raus war, hab ich mich nach neuen Möglichkeiten umgesehen und eine Stellenanzeige für Advanced Practice Nurses gefunden, die mich interessierte. Nach dem Vorstellungsgespräch und einer Hospitation in einem komplett anderen Fachgebiet wagte ich dann den Schritt, nochmal den Bereich zu wechseln (und auch mal wieder den Wohnort). Nun bin ich seit 2,5 Jahren Pflegeexpertin APN und mit jeweils 50% sowohl auf Station als auch in der Pflegeentwicklung tätig. Diese Abteilung besteht inzwischen aus mir und zwei Bachelorabsolventen; eine vierte Kollegin macht derzeit ihren Master und stößt danach zu uns. Wir führen pflegewissenschaftliche Studien durch, erstellen oder begleiten Projekte bei der Implementierung, sorgen für die Veröffentlichung in Fachzeitschriften oder auf Kongressen und unterstützen andere Kolleg:innen bei ihren Ideen. Nach und nach bekommt hier im Klinikum jeder Fachbereich seine eigene APN und überlegt sich Einsatzmöglichkeiten für die Bachelor-Absolventen.

Für mich ist es die ideale Kombination; ich habe mich nie an die reine Wissenschaftlerin an einem Institut gesehen. Die Kolleg:innen an der Basis sehen uns als Bereicherung an und beteiligen sich an den Projekten und Forschungsvorhaben - und zwar mit großem Engagement. Wir bemühen uns auch, die Bachelor-Absolventen aus den eigenen Reihen zu rekrutieren.

Wenn eine Karriere im eigenen Haus nicht möglich ist - wie bei mir beim früheren Arbeitgeber - brauchst Du einen langen Atem, Mut, ungewöhnliche Wege einzuschlagen, und möglichst ein Netzwerk. Das Alumni der eigenen Hochschule kann da hilfreich sein, die entsprechende Gruppe in einem Pflegeverband oder die Mitgliedschaft in einem Verein wie dem DNAPN Deutsches Netzwerk APN & ANP g.e.V. – Advanced Practice Nursing & Advanced Nursing Practice g.e.V. .

Ich muss Deiner Hochschule übrigens beipflichten: Der Master eröffnet Dir nochmal ganz andere Möglichkeiten. Eine APN z.B. muss per definitionem einen Mastertitel vorweisen können.
 

Martin H.

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Was hat das Studium eurer Karriere gebracht? Ich meine da jetzt nicht Pflegepädagogik oder -management, die haben beide die deutlichsten Outcomes.
Ich weiß, das hat jetzt nichts mit Deiner Frage zu tun; aber soweit ich weiß besteht inzwischen auch die Möglichkeit, auf Deinen vorhandenen Bachelor einen Master in den Bereichen Pflegepädagogik oder -management draufzusatteln.
Siehe z. B.:
"Grundsätzliche Zulassungsvoraussetzung des berufspädagogischen Masterstudiums ist eine abgeschlossene Ausbildung in einem pflegerischen Beruf (bzw. ein primärqualifizierendes Pflegestudium = duales Studium mit integrierter Praxisausbildung) oder einem anderen Gesundheitsfachberuf. Weiterhin ist der akademische Grad des Bachelors eine zwingende Voraussetzung. Der Studienabschluss des Bachelors muss mit der Note 2,5 oder besser abgelegt worden sein."
Quelle
 
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