Unternehmensberater im Krankenhaus

alesig

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01.08.2004
Beiträge
755
Ort
Bayernland
Beruf
Krankenschwester
Akt. Einsatzbereich
Krankenhaus
Hallo
In meiner Klinik wude ein Unternehmensberater verpflichtet sich um die Ablaufstrukturen der Pflege zu kümmern.
Da immer weniger qualifiziertes Personal zur Verfügung stehen wird sollen pflegefremde Tätigkeiten an Hilfskräfte abgegeben
werden. Wer hat so etwas in seiner Klinik schon erlebt. Welche Erfahrungen habt ihr gemacht.
Welche Firma war bei euch tätig. In mir keimt der Verdacht, daß die "teuren" GKP`S minimiert und die "billigeren" Hilfkräfte maximiert
werden sollen. VOr allem nachdem ich den Menschen der bei uns wirken soll gegoogelt habe.
Alesig
 
Da die anderen Felder der Unternehmensberatungen jetzt so langsam wegbrechen, haben diese unsere Bereiche als Goldesel für sich entdeckt. Da kann man nur hoffen, daß Eure Geschäftsführung denjenigen dann richtig einschätzen kann. Das Ergebnis solcher Einsätze ist sowieso schon im Voraus klar... Meist braucht man nur einen Buhmann, um die Maßnahmen, die Protest hervorrufen werden, durchzuprügeln...
 
Hallo,
gibt es bei euch schon Servicekräfte oder einen Fahrdienst?
 
alesig, Du wirst doch wohl nicht in dieser GmbH arbeiten, die so viele negative Schlagzeilen machte?
 
Hi Susi_Sonnenschein
Wir haben einen Bundesfreiwilligendiensteler der von 08:00 Uhr bis 16:00 Uhr fürs ganze Haus fährt. Jede Station ist auch noch mit einem Pflegehilfsdienst von 08:00 Uhr bis 13:00 Uhr besetzt. Einige Stationen dürfen auch noch Teilzeit eine Medizinische Fachangestellte ihr eigen nennen. Die teilt sich zwischen den Blutentnahmen für die Ärzte und administrativen Tätigkeiten für Ärzte und Pflege auf.
An squaw
Lese regelmäßig unser Käseblättchen, und mir sind die letzten Jahr nicht besonder viel negative Schlagzeilen aufgefallen. Jedenfalls nicht mehr als von anderen Krankenhäusern auch.
Alesig
 
Bei uns gibt's Stationssekretärinnen, einen Patiententransportdienst, Stationshilfen. Bei meinem alten AG inzwischen Servicekräfte zum Essen austeilen, Geschirr wieder einsammeln, Aufräumarbeiten.

Wir haben Personalmangel. Es können nicht genug Leute nachkommen. Warum also nicht die wenigen vorhandenen Leute von einigen Aufgaben entlasten?
 
ob vor Jahren als Mr. Manager kam auch ein UB mit dabei war - kee Ahnung
aber nicht mehr wegzudenken sind:
MFA, der Station zugeordnet
nimmt Blut ab, legt Braunülen, arbeitet Visitenblatt aus, interne Telefongespräche (wie Anmeld. von Diagnostik, anfordern von Akten) externe Telefongespräche (wie Termine, Befunde anfordern), heftet alle Befunde ab
Hauswirtschaftskraft der Station zugeordnet
Essen austeilen (bei fitten) und einsammeln, Nachttische und austeilen von Getränken, dezentrale Bettenaufbereitung, bestellen und einräumen von Wäsche und Lagermaterialien, auffüllen von Material in den Zimmern, unreiner Raum
Hauswirtschaftskraft nachmittags
Essen (s.o.), Bettenaufbereitung, Fahrdienste, wenn Regelbetrieb Fahrdienst beendet
Fahrdienst (Fahrdienst hat Bettenfahrgeräte - das macht es einfacher, brauchst jeweils nur 1 Person)
Servicekraft allgemein fürs erfassen der Menübestellung am vormittag/nachmittags zum austeilen von Kaffee und Kuchen - für Pat. mit Wahlleistungsvertrag
Servicekraft reine Wahlleistungsstationen
Hilfestellung beim ein- und auschecken, interne Kleineinkäufe tätigen

vereinzelt Altenpflegefachkräfte (hatte aber meist strukturelle Ursachen)
da jetzt Altenpflegehilfeausbildung angeboten wird, schon 2 Schülerinnen

o.k. dann hätten wir untergeordnet (andere Verträge+Konditionen)
100%ige Tochtergesellschaft a, b, c, d
spontan komm ich auf 4...nachrecherchiert...bleibt bei 4

Auslagerung der Wäscherei - schon erfolgt
Küche gibt es nur noch 1, bei mehreren Standorten
Apotheke hätt man gerne auch noch weg

bemüh mich drum, weitestgehend neutral zu schreiben, wenig zu werten, nicht alles ist schlecht....
...aufzeigen, was möglich ist, durch Strukturveränderungen, mehr die Richtung.
Aber - selbstverständlich - ist auch das Ziel: Kosten reduzieren durch Personalmix
 
Ich komme mit dem Titel und Inhalt nicht klar - geht es allgemein um Unternehmensberatung im Krankenhaus oder um Servicekräfte auf Station?
 
Hallo Narde
Es geht darum daß sich bei uns ein Unternehmensberater vorgestellt hat, der unsere Arbeitsabläufe in der Pflege optimieren soll.
Alles was nicht pflegefremd ist soll an Servicekräfte abgegeben werden.
Wir haben bereits Servicekräfte, und geben ab was abzugeben ist. Ich bin Grundsätzlich für so ein Projekt.Mich würde nur interessieren wer so was bei sich schon erlebt hat, und ob danach auf einmal ein paar GKP Stellen auf dem Stellenplan in Servicekräfte umgewandelt wurden.
In den letzten Jahren wurden die Arztstellen aufgestockt, so daß jetzt auf unserer Station mehr Ärzte als GKP`s rumlaufen. Was nicht wirklcih eine Verbesserung der Patientenbetreuung darstellt.
Alesig
 
Ich kenne das als Prozessoptimierung, das muss nicht unbedingt ein Unternehmensberater sein, der diese durchführt.
Bekanntlich sieht man manchmal den Wald vor lauter Bäumen nicht, nennt sich auch Betriebsblindheit.
Erstmalig habe ich es in meiner Ausbildung kennengelernt und war dazu ähnlich eingestellt wie du.
 
Was hat man von GuKP-Stellen, die nicht besetzt werden können? Die nützen mir ja nun auch nichts.

Wenn mir jemand Aufgaben abnimmt (und ich keine neuen Aufgaben übernehme) kann ich schlecht darauf bestehen, meinen bisherigen Stellenschlüssel beizubehalten. Mit welchem Argument denn?
 
Hallo
Die letzten Jahre sind auf einmal 3 Planstellen vom Dienstplan verschwunden. Die Servicekräfte werden als besetzte Planstelle berechnet.
Ich wäre ja nicht so misstrauisch wenn es hieße , wir hätten die Planstellen nur leider können wir sie nicht besetzen. Aber es heißt, es sind alle Planstellen besetzt. Es würden sogar Bewerber abgelehnt werden weil keine Stellen frei. Mit den Mehrarbeitsstunden die wir auf Station haben könnten wir locker noch 2 Leute (GKP) beschäftigen. Ich stehe dem Ganzen nicht ablehnend gegenüber sondern nur sehr kritisch. Alles was uns hilft weniger pflegefremde Tätigkeiten zu übernehmen wird mit offenen Armen aufgenommen.
Alesig
 
Sagen wir mal so: Wenn ihr durch die Abgabe pflegefremder Tätigkeiten Eure Mehrarbeitsstunden reduzieren könnt, wäre Euch dann nicht auch geholfen? Und es wäre noch dazu billiger. Es ist ja nun leider nicht so, dass Krankenhäuser nach Belieben Leute bezahlen und sich spielend über Wasser halten können.

In den Fachzeitschriften gibt es regelmäßig Berichte über geglückte Prozessoptimierungen, die auch durch Fachleute von außen begleitet wurden. Mach Dich da doch mal schlau. Eine gewisse Skepsis schadet sicher nicht, aber es kann auch besser werden.
 
Hallo alesig!

Kann es sein, dass ihr zertifiziert werdet und deshalb nach Prozeßoptimierung geschaut wird?

Vielleicht ist euer Haus finanziell nicht so gut aufgestellt und sucht Mittel und Wege für Einsparungen, bei gleichbleibendem Pflegelevel?
Wenn euch pflegefremde Tätigkeiten abgenommen werden, ist das doch o. k.! Warum muss eine "gutbezahlte" Kraft das Essen austeilen, wenn eine Servicekraft, die weniger kostet, das genauso erfüllen kann? Da bleibt euch doch mehr Zeit für die eigentliche Pflege, weil ihr euch mit solchen Tätigkeiten nicht mehr belasten müsst.

Bei uns hat bis vor ca. 4 Jahren die OP-Leitungen die Prothesenbestellung ausgepackt und in die Schränke verräumt. Dadurch hatten die beiden jede Menge Ü-Stunden, die nicht sein mussten, aber aus organisatorischen Gründen nicht zu verhindern waren.
Dann bekamen wir einen Lageristen in unseren Bereich, der allerdings nicht auf unserem Stellenplan war, sondern stellenplanmäßig dem Einkauf zugeordnet ist. Jetzt packt der die Päckchen aus, räumt auf und koordiniert das komplette Warenlager in unserer Abteilung.
Oder an unserer OP-Schleuse muss kein gelernter Krankenpfleger arbeiten. Das können 2 Krankenpflegehelfer o. ä., die durch geschickte Diensteinteilung den ganzen Tag abdecken, machen.

Für solche Beispiele finde ich es schon i. O., dass mal geschaut wird, ob für diese oder jene Aufgabe tatsächlich ein "teure" GuK gebraucht wird.

Hat meiner Meinung nach auch was mit Imagepflege zu tun.

LG opjutti
 
Hallo Alesig,
es geht bei diesen Aktionen stets darum, Kosten zu sparen. Und dies tut man, indem man qualifiziertes Personal (teuer!) gegen weniger qualifiziertes Personal (biliger) erstzt. Da aber der Kernbereich der Aufgaben, die zur Pflege gerechnet werden nicht genau definiert ist, kann es sehr schnell zu einer weiteren Einsparung von qualifiziertem Personal kommen. Oder aber zum Lohndumping.
Hallo opjutti,
ich habe den tread leider nicht gefunden, von der OP- Pflegekraft, die im Augenblick verzweifelt versucht, Arzthelferinnen und Servicepersonal anzulernen. Die sind natuerlich billiger..... Vielleicht braucht man irgendwann ueberhaupt keine Pflegekraefte mehr im OP ?
 
Aber für Arbeiten die "jeder" machen kann brauchen wir keine GuKP- da wären wir auch mal wieder beim Thema Image der Pflege..(OP-Jutti hats ja auch schon erwähnt seh ich eben...)
Ich durfte die Arbeit mit Servicessistentinnen auch schon kennen lernen und ehrlich gesagt....ich vermisse sie täglich seit ich sie nicht mehr habe...Klar gehen sie auf unseren Stellenplan aber mal ehrlich, du sparst dir einiges an Zeit wenn du das Essen nicht austeilen musst, die Schränke nicht auffüllen musst, die Apotheke nicht einräumen musst usw...
Für solche Dinge braucht es eben keine drei Jahre Ausbildung...und dafür habe ich auch nicht gelernt.
Ich will das machen wofür ich da bin und was ich gelernt habe. Mir fehlt die Zeit in der ich wirklich "nur" eine GuKP war und auch "nur" diese Arbeit gemacht habe.
 
Hallo bisauf!

Da hast du aber etwas in meinem Post gründlich falsch verstanden. Ich habe nicht davon geschrieben, dass der Lagerist meine Aufgaben übernimmt, sondern das er Bereiche abdeckt, die nun wirklich nicht zum Aufgabengebiet einer OP-Schwester gehören.
Genauso kann die Schleuse von jemanden bedient werden, der nicht die gleiche Qualifikation hat, wie ich. Dazu bin ich zu "teuer".

Der bei uns in D relativ neue Beruf der OTA kommt ursprünglich aus der Schweiz. Dort wurde schon vor vielen Jahren festgestellt, das es für den OP keine 3-jährige Pflegeausbildung braucht.
Und diesen Beruf lernen bei uns Realschüler und eben auch Arzthelferinnen.
Wir haben auch mehrere Arzthelferinnen bei uns. Aber mit einer funktionierenden Einarbeitung, Anleitung und Begleitung ist irgendwann kein Unterschied mehr feststellbar. Ist natürlich Leitungssache.

Das mit dem Gehalt stimmt leider, ist auch bei uns so. Trotzdem bieten wir unseren Arzthelferinnen die Möglichkeit der OTA-Ausbildung an, weil wir ein Kooperationshaus sind, welches diese Ausbildung durchführt.
Und da sie bei uns nach der Ausbildung weiterbeschäftigt sind, und dann ausgebildetete OTA´s sind, bekommen sie das gleiche Gehalt, wie eine OP-Schwester mit Fwb.

LG opjutti
 
Hallo Opjutti,
ich meine in einem thread gelesen zu haben, dass in einem OP Arzthelferinnen und Servicekraefte o h n e Ausbildung zur OTA oder Op- Schwester am Tisch arbeiten. Leider komme ich mit der Suchfunktion nicht klar. Ich hoffe, ich habe mich da geirrt, ich fuerchte nicht.

Die Servicekraefte, die auf einer Station arbeiten werden auf den Stellenplan angerechnet und dafuer wird dann wohl keine Krankenschwester angestellt. Ich sehe das als grosses Problem.

Die Frage, die sich mir wirklich ernsthaft stellt: Welcher Bereich ist beispielsweise auf einer Normalstation absolut und untrennbar Pflegeaufgabe? Oder ketzerisch gefragt: Ist eine Pflegestation nicht auch ohne Krankenschwester/Pfleger denkbar? Essen bringt der Service, die Akten macht die Sekretaerin, zum Waschen kommt der Pflegehelfer, die Medikamente bereitet der Apotheker vor. Gespraeche fuert der Psycholog. Waschen- nun ja, dafuer braucht man auch keine drei Jahre.
Welche Aufgabe kann eine andere Berufsgruppe der Pflege (in Deutschland) nicht wegnehmen? Wo liegt das Monopol?
 
Infusionstherapie, s.c Injektionen z.B, die Pflege eines jeden individuell planen, durchführen, evaluieren usw.usf...
 
Infusionstherapie, s.c Injektionen z.B, die Pflege eines jeden individuell planen, durchführen, evaluieren usw.usf...

Infusionstherapie koennte im Prinzip der Arzt machen. Die Evaluation und Pflegeplanung kann man so weit standardisieren, dass auch dort keine grosse Ausbildung noetig ist.
Ich meine ein Alleinstellungsmerkmal. Ein nicht zu delegierender Bereich.
 

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