Subkutane Infusion zur unterstützenden Flüssigkeitszufuhr?

Tressa

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Wer hat Erfahrung mit subkutaner Flüssigkeitssubstitution? Unsere Stationsärzte wollen in letzter Zeit immer öfter Infusionen (reine Trägerlösungen: Sterofundion, NaCl, G5%) subkutan verabreichen.
- Wer hängt die Infusion an?
- wie richtet Ihr das System?
- wie viel infundiert ihr in 24 h?
- wie steuert ihr die Geschwindigkeit?
- wie ist nach eurer Erfahrung die Akzeptanz durch die Patienten?
- was haltet ihr eigentlich von dieser Möglichkeit, die in AH fast Gang und Gäbe ist?

Danke für eure Antworten und gute Nacht an alle, die heute auch Nachtdienst hatten! *g*

Tressa
 

Mellimaus

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Also mir wurde in der Schule beigebracht das man s.c. eigentlich nich infnudieren soll.....
Ich persönlich kenne das auch nur aus der ambulanten Pflege um da schnell reagieren zu können. Angehängt wird es dann vom Pflegepersonal und es läuft natürlich so langsam wie möglich (inder AMB. Pflege gibt es keinen Durchflussregler)
Ich stelle es mir für den Patienten kompliziert vor, weil er ja über längwere Zeit still liegen muss....
Ich persönlich finde s.c. Infusionenn nicht so doll...........
 

carmen

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Hallo Tressa,

in Kliniken ist es nicht üblich, s.c. Infusionen zu verabreichen.
Wenn es in Altenheimen gang und gäbe wär, in dieser Form die Bewohner vor Exsicose zu bewahren, würden wir nicht so viele Pat. mit dieser vermeidbaren Diagnose teuer auf Stat. aufnehmen müssen.

Wenn sich ab und zu mal ein Hausarzt von einem Bewohner eines Altenheimes dazu hinreißen läßt, keine Stat. Einweisung anzustreben (kommt von 100 Fällen etwa 1x vor), können alte Menschen s.c. Infusionen erhalten.
Das geschieht meistens in den Oberschenkel und 1.000 ml Infusionslösung über 12 h. Man kann die Infusion auch sehr langsam laufen lassen, also ca 1 Tropfen in 4 sec.

Carmen
 

flexi

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Tressa schrieb:
Wer hat Erfahrung mit subkutaner Flüssigkeitssubstitution? Unsere Stationsärzte wollen in letzter Zeit immer öfter Infusionen (reine Trägerlösungen: Sterofundion, NaCl, G5%) subkutan verabreichen.
- Wer hängt die Infusion an?
- wie richtet Ihr das System?
- wie viel infundiert ihr in 24 h?
- wie steuert ihr die Geschwindigkeit?
- wie ist nach eurer Erfahrung die Akzeptanz durch die Patienten?
- was haltet ihr eigentlich von dieser Möglichkeit, die in AH fast Gang und Gäbe ist?
Hallo Tressa,
die Methode der subkutanen Infusion hat eine umschriebene Indikation!
Lies mal hier nach: http://www.geroweb.de/exsikkose/exsikkose.html
 

*Alexandra*

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Hallo,
ich arbeite in der altenpflege und da ist es immer nicht so leicht abzuwägen was wir dürfen und was nicht. Sicher könnten wir fast jeden Bew. davor bewahren auf grund einer exikose ins Krankenhaus zu kommen aber es ist Arztsache eine Inf. anzuordnen und leider ist deren Budget so eng bemessen das sie die Alten Menschen ins Krankenhaus geben. Und wenn ihr den Einweisungsschein mal in die Hände bekommt steht in den seltesten Fälle als Diag. Exikose, oder?

Wie gesagt wir können den arzt darauf hinweisen das sie kaum trinkt, und dann muß er entscheiden.

Und es gibt bestimmt Altenheime, den ist es egal, was mit deren Bew passiert, aber bei uns nicht. Dafür gibt es ja auch Trinkprotokolle
 

Sheila

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Aspirieren bei sc. Infusionen?

Hallo zusammen,

ich wollte mal fragen, ob Jemand von euch schonmal gehört hat, dass man subcutan Infusionen aspirieren muss?? Habe dies so in der Schule (Altenpflegeschule) beigebracht bekommen, aber in meinem Team hat davon nie jemand etwas gehört, bzw. mir nie mit aspirieren gezeigt in Praxisanleitungen.
Lehrerin argumentierte so, man könnte ein größeres Gefäß treffen. Aber kann man mit Butterfly aspirieren?? Oder muss man dann eine sc. Kanüle nehmen?
LG Sheila
 

Cystofix

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Moin,

ich muss gestehen, noch nie mit s.c.-Infusionen in Kontakt gekommen zu sein ( auf ner ITS gibbet das halt nicht ) aber ich wüsste nicht, wieso man bei ner Infusion subcutan aspirieren sollte und beim ( z.B. ) Insulinspritzen nicht.

Ich halte es für sehr unwahrscheinlich, dass man ein grösseres Gefäss trifft.
Und v.a., was passiert denn, wenn man ein grösseres Gefäss treffen würde? Da die Infusion sowieso per Schwerkraft laufen würde rauscht sie entweder rein ( Vene ) oder läuft gar nicht bzw. wird sogar hochgedrückt ( Arterie ). Wäre beides im Prinzip ja nicht so tragisch, wobei man halt beim Treffen einer Arterie gut abdrücken sollte :wink:

Denke ich...weiss aber nicht, wies schulisch aussieht.

Cys
 

Tobias

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Hi,
ich schreibe jetzt mal nix, da in diesem Beitrag das schon ausführlich diskutiert wurde und ich meine Meinung genügend kund getan habe!:rocken:

Hey Cystofix,
bei mir auf ITS wird auch nich hin und wieder Insulin, MSI, Dipi, Dolantin, Bricanyl, Clexane, Interferon .... s.c. gespritzt. So was gibbet es bei Euch wohl nich??

Grüße Tobias
 

flexi

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Hallo zusammen!
@Tobias
Steht da in der Überschrift und im Text nicht was von Infusionen?

@cystofix
cystofix schrieb:
wird sogar hochgedrückt ( Arterie ). Wäre beides im Prinzip ja nicht so tragisch, wobei man halt beim Treffen einer Arterie gut abdrücken sollte :wink:
Sag mal, wo in den üblichen Injektions-/Infusionsgebieten läuft denn da eine Arterie?:gruebel:
 

missie85

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hallo,

also wir haben gelernt das man bei ner s.c. injektion AUF KEINEN FALL aspirieren darf...nur i.m.

liebe grüße missie 85
 

Sheila

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Hi,

danke schonmal für euere Meinungen.
Ging mir konkret nur um Infusionen. Mich hat das mit dem Aspirieren auch verwundert, zumal ich denke, dass wenn man tatsächlich ein Gefäß treffen sollte, dies gleich anschwillt und ein Hämatom gibt (habe ich bisher schon gesehen, Applikationsort war Unterbauch), und man dann ja sowieso den Butterfly gleich entfernt. :gruebel:
Grüße Sheila
 

Mandre

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Nein! Überlege dir selbst!

s.c. - ins Fettgewebe. Im Fettgewebe gibtes keine grosse Blutgefässe. Achte auf 30° Winkel und beim einstechen mach eine Falte, die du beim spritzen losslässt.
Villeicht ist nicht schlecht, wenn du auch passende Nadel nimmst.

Was macht ihr da in eurem Altenheim! "Buterfly in den Bauch"?!:gruebel:
 
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flexi

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Hallo zusammen!
@Mandre
auch du musst nochmal nachlesen: Es geht hier um s.c. Infusion !!!
Danach hat Sheila in ihrem Beitrag gefragt !
Es handelt sich dabei um eine in der Altenpflege immer mal wieder notwendige unterstützende Möglichkeit der Flüssigkeitszufuhr:
Hier zwei links, die die "subkutane Infusion" (Suchwort bei google) sehr ausführlich beschreiben:
http://www.geroweb.de/exsikkose/exsikkose.html
http://www.kup.at/kup/pdf/873.pdf
@sheila
Zur Aspiration hab ich auch nichts gefunden, und wenn du eine Vene punktierst, wird sich der Schlauch des Butterfly-Kanüle mit Blut füllen. Dann musst du den Punktionsort wechseln. Venen können vereinzelt atypisch verlaufen, z.B. Bauchvenenzeichnung bei Leberzirrhose. Die sieht oder fühlt man dann aber bei der Inspektion des Punktionsortes.

 

Sheila

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Guten Morgen,

@Mandre:
Haben den Unterbauch als Applikationsort gewählt, da OS zu schnell einlagerte (trotz geringer Tropfgeschwindigkeit) und es sich um einen geriatrischen Patienten handelte (der sich Butterfly im OS oft selbst wieder entfernte).

@Flexi
Dankeschön für die Infos, sehr interessant. An dem Ding mit der Aspiration scheint wohl nicht so viel dran zu sein ;)

Grüßle Sheila:mrgreen:
 

Maniac

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Hehe, alle 3 Beiträge darf Flexi jetzt INFUSION schreiben ;)

Aber mal en frage: Wie aspiriert man denn bei ner Infusion? Wenn es jetzt zB ne vaslae wär?

Aber die anderen haben doch schon recht! Da man bei ner INJEKTION nicht aspirieren soll wegen gewebsverletzung, sollte man es aus den gleichen Gründen auch nicht bei ner INFUSION. Käm ja aufs Selbe raus.
Obwohl ich glaube ich, im pflege heute gelesen habe, das es bei der Aspirationfrage auf die herstellerangaben ankommt. Auch bei s.c. heparin oÄ dürfte h klar sein.
(Sehe hier im KH sc Infusionen übrigens auch recht selten)

BTW wollte ich an mandry sagen das man bei ner INJEKTION 90° punktiert, nicht 30°! Es sei denn der Pat ist kachektisch...
 

flexi

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Hi Maniac,
schon Tobias hat in seinem Beitrag auf einen Thread zur Injektion verwiesen!!!
Ich finds lustig, was die Leute alle lesen, trotz eindeutiger Buchstabenfolge im Eingangsbeitrag.
Ausserdem habe ich nicht behauptet, daß andere unrecht haben, sondern das sie zu einem anderen Thema schreiben, und zur Wissensergänzung informative links eingefügt.
Und noch eine Frage: was ist eine "vaslae"?
 

Maniac

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Jo, ich habe dir ja zugestimmt. hab nur gesagt das die beiträge teilweise doch ihre Berechtigung haben, da beide Themen verschmelzen...

vaslae sollte vasale heissen, wenn ich schnell schreibe bau ich recht viele Fehler ein :-/ Also in dem Zusammenhang "Wie aspiriert man überhaupt bei Infusionen, sei es sc oder iv...?"
 

Cystofix

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Nabend allerseits,

eine Sache, die ich mich schon die ganze Zeit frage, was wäre denn so schlimm an der intravasalen Lage der vermeintlich s.c. laufenden Infusion?

Und Maniac, Deine letzte Frage is auch nicht schlecht - wie man das überhaupt machen soll...ich ( wie auch schon andere ) denke, im Falle der i.v.-Lage des Butterfly's würde Blut retour laufen, wenn das nicht der Fall ist, dann liegt er da wo er hin soll...denke ich - bin aber auf andere Erklärungen gespannt.

Cys
 

flexi

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Hallo zusammen,
Cys, deinen Gedanken hatte ich auch schon....
Wie wird denn eigentlich die Butterfly-Kanüle mit Schlauch dran entlüftet?
Aus der Subkutis fließt da normal nix zurück.

Und wenn der Schlauch vorgefüllt wird mit der anzuschließenden Infusion, wie soll dann noch was zurücklaufen (weil Schlauch dann mit Rollklemme abgeklemmt) ?

Und wie groß ist das Füllungsvolumen der Butterfly-Kanüle, könnte man auf Vorfüllung bei nicht zurückfliessendem Blut (mangels treffen einer Vene) verzichten? (bei 20 cm Schlauch ca 0,1 ml)

Und was sagen die Hygieniker, wenn ich dauernd umstöpsele von Vorfüllung-Aspirationsspritze-Infusion?
Was wird mit der Wirtschaftlichkeit solchen Vorgehens

@sheila
Frag doch mal deine THEORIE-Lehrerin nach praktischer Anleitung in der Realität, mal sehen, was dann passiert.

Hoffentlich haben euch die Fragen nicht verwirrt, denkt einfach mal in Ruhe nach und versucht, diese Vorgänge praktisch nachzuvollziehen.

Der praktikable Weg heisst doch, Butterfly-Kanüle an Infusionssystem anschliessen, vorfüllen und dann in die Subcutis einstechen ohne Aspiration. Wenn man dann noch unbedingt kontrollieren möchte, ob eine Vene getroffen ist, müsste man das ganze Infusionssystem unter Patienten-Niveau halten und schauen, ob sich ein Rückfluss einstellt.
 

Sheila

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Hallo zusammen!

Danke für euere Anworten. Es scheint mir wirklich so, als wäre das mit der Aspiration völliger Quatsch. Habe meine Lehrerin auch gefragt wie das mit Butterfly denn aussehen soll, sie meinte dann, mann solle eine s.c Kanüle anstatt Butterfly verwenden, aber wie das zu praktizieren sein sollte, ist mir unklar!
Ich werd wohl meine Lehrerin beim nächsten Praxisbesuch bitten, mir das zu zeigen (wenn wir grad einen Bewohner haben, der Infusionen erhalten soll).
Mal sehen was rauskommt!:fidee:

Grüßle Sheila
 

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