Staatliche Anerkennung - So nah wie noch nie

einer

Poweruser
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Hallo,

Da noch keine OTA es bemerkt hat dachte ich mir als "OP-Pfleger" ich informiere mal darüber, dass nur 2 Monate nach Erstellung des Referentenentwurfs der Gesetzentwurf über die Ausbildung zur ATA/OTA mit staatlicher Anerkennung am 26.06.2019 auf den Weg gebracht wurde.
Im Entwurf wird der 01.01.2021 als Termin genannt.
Ich drücke euch allen die Daumen, das es endlich klappt :daumen:

Hier der Link:

LG Einer
 

Marknagel

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Wie traurig ist die Welt !
Die Deutschen geben sich immer noch mit Ihrem Dienerdasein zufrieden, obwohl dieser Beruf weitaus mehr ist.
Alle anderen haben den Bachleor, die Anerkennung den Status auf gleicher Augenhöhe und vor allem die Bezahlung.
Kein Wunder das es immer weniger Interesse für diesen Beruf gibt und auch unsere mitbeschäftigte Berufsgruppe ein leichtes
Schmunzeln in den Mundwinkeln nicht verbergen kann. Deutschland schlaf weiter......ist halt ein Frauenberuf. Da gehe ich
doch lieber in die Metallindustrie. Weniger Verantwortung bessere Bezahlung.
 

einer

Poweruser
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Da gehe ich doch lieber in die Metallindustrie. Weniger Verantwortung bessere Bezahlung.
Jein :rolleyes:

Weniger Verantwortung.... Denke ich auch.
Bessere Bezahlung .... Nicht im Grundgehalt. Aber natürlich in den Zulagen. Da werden wir ziemlich veräppelt. Oder mit den Worten eines Bekannten aus der Stahlindustrie: "... Für die Bezahlung würde von uns an Weihnachten niemand arbeiten. Da wäre der Hochofen kalt!"

Trotzdem kann man die Aussage so pauschal nicht stehen lassen:

Grundgehalt OTA im 1.Jahr (AVR): 2972,44€
Grundgehalt Fachpflege 1. Jahr (AVR): 3230,56€
Grundgehalt Metallarbeiter 1. Jahr (IGM) ca. 2100 € (8Std x 21 Tage /Monat)

Maximal-Grundgehalt OTA 3660,96€
Maximal-Grundgehalt Fachpflege 3809,83€
Maximal-Grundgehalt Metallarbeiter ca.3130€


Wenn dann die Überstunden und die Nachtarbeit wegfallen ist die Aussage nicht mehr so ganz richtig

Hier die Quellen zum Nachrechnen:

LG Einer
 

Marknagel

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Hallo Einer ;)

danke für die Info !
Doch meine Message war eher, unsere Ausbildung, unsere Verantwortung, unsere Bezahlung. Wie du mir veranschaulicht hast ist das Gehalt in der Stahlindustrie dem unseren gleich zu setzen. Ein Metallarbeiter ist - glaube ich im Vergleich Pflegehilfe ? oder zumindest die unterste Qualifizierungsstufe und nicht gleichzusetzen mit einer Fachpflege :-) . Zumindest würde ich mich eher mit einem qualifizierten Facharbeiter in der Metallindustrie gleichsetzen (und hätte auch gerne dessen Bezahlung)

Wir arbeiten aber mit Menschen! und wir tragen Verantwortung für Menschen, was ich über die Verantwortung von Maschinen stellen würde.
Von mir viel zitiert : Die Krankenpflege entstammt halt auch einem Frauenberuf der über Jahrzehnte nicht oder nur schlecht bezahlt war.

Als Beispiel:
Bevor es den ATA /OTA gab, musste man eine Krankenpflegeausbildung absolvieren (3 Jahre mit Facharbeit) dann 2 Jahre Berufserfahrung und dann die Fachweiterbildung mit 2 Jahren. Insgesamt also 14 Semester. Bevor es die Umwandlung des Tarifvertrages vom damals BAT- KV zum heutigen TVöD gab, war die Bezahlung noch erträglich. Dann wurden Frauen die wieder in den Beruf einstiegen degradiert. Sie mussten die Stufen wieder von vorne erklimmen und verloren ihre Stufen und somit auch ihre Rentenzahlungen.

Hier nun der

Tarifvertrag für Ärzte an kommunalen Krankenhäusern 2019 (TV-Ärzte/VKA)
Gültigkeit der Tabelle: 01.01.2019 - 31.12.2019


123456
Entgelttabelle TV-Ärzte VKA 2019
I
II
III
IV
Entgelttabelle mit Monatswerten

Die Ausbildung ist nicht in allen Punkten der unseren gleich zu setzen aber schneidet doch oft unsere Ausbildung
Wir habe den Pflege - Zweig gewählt und die Dauer dürfte ähnlich sein.

Dieser Beruf entstammt einem typischen Männerberuf. Lange Zeit trauten sich viele Frauen nicht diesen Beruf zu erlernen, was sich heute gott sei Dank geändert hat. Wenn nun eine Frau/Herr lieber operieren möchte oder lieber in der Medizin arbeitet bitteschön!
Aber wenn sie/er in der Pflege arbeiten möchte hat sie/er die schlechteren Karten. Es sei denn man wird Leitung eines Krankenhauses. Aber da müsste der Mediziner wie auch der Pfleger die kaufmännische Ausbildung hinzufügen.

Resümee

Ich finde dass es an der Zeit ist, die Funktions-Pflege wieder an der richtigen Stelle zu platzieren. Auf Augenhöhe mit den Ärzten.
Die Ausbildung in den Funktionsbereichen muss Bachleor Niveau haben !! So wie es schon lange in den umliegenden Ländern in der europ. Union ist. Die Schmalspurausbildung konnte zwar in kürzester Zeit wieder viele Arbeitskräfte in den Funktionsbereichen hervorbringen aber zu welchem Preis ? Die vormals hochqualifizierte Arbeit wurde auf das wesentliche gekürzt und endet in der Sackgasse. Die Ausbildung muss sich wieder verbessern. Die Ansprüche müssen wachsen. nur so gewinnt dieser Beruf auch wieder an Attraktivität. Die Bezahlung und der Stellenschlüssel müssen sich verbessern ! Das muss unser aller Ziel sein.

LG
Marknagel
 

FLORA.BLEIBT

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Da stimmme ich dir zu, genau das Gegenteil ist allerdings der Fall. Unser OP-Personal besteht mittlerweile zum größten Teil aus MFAs, OTAs und angelernten Kräften.. Fachlflege?? Ja, vereinzelt noch ein paar wenige kurz vor der Rente... - es zählen Köpfe und iwie läuft das Hamsterrad, alles andere interessiert niemand. Berufspolitisches Interesse der AN = Fehlanzeige.. und mein AG ist auch froh, geht doch (zwar eher schlecht und recht aber Qualität is ja eh Bums, die gibt es nur auf dem Papier). Und wenn ich mir dann noch die Hansel der DGF anschaue, der offiziellen Fachpflegevertretung, ja was willst du da erwarten??? Da kommt doch auch nur heiße Luft ..
 

Resigniert

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