Schwanger auf Intensiv

Yuca

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05.01.2008
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Hallo Leute!
Ich bin neu hier und ziemlich verzweifelt.
Ich bin schwanger und seit 13 Jahren auf Intensiv beschäftigt. Nun ist es so, dass mein Arzt sagt, ich darf keine Patienten mehr betreuen. Daraufhin will meine Leitung mich auf Normalstation schicken, aber da ist ja bekanntlich noch mehr die Hölle los, zumindest bei uns (45 Betten Dienst zu dritt).
Ich habe außerdem leichte Blutungen, wenn ich nur etwas intensiver meinen Haushalt erledige, also darf ich zu Hause es auch schon nur langsam angehen lassen. Kann ich auf einen Schreibtischjob bestehen, egal wo?
Bei uns sind Schwangere nicht gerne gesehen, da man sie nicht so ausbeuten kann wie Nicht-Schwangere, demnach droht mir jetzt die "Abschiebung".
Brauch dringend Rat, da am Montag bereits das Gespräch mit meiner Leitung angesetzt ist.
 
Hallo Yuca,

wenn dein Arzt dir die Betreuung von Kranken quasi untersagt, dann soll er dir doch ein Beschäftigungsverbot austellen!

Informationen dazu mit der Suchfunktion auch hier im Forum unter "beschäftigungsverbot" "Mutterschutz"!
und natürlich auch bei deiner Krankenkasse!!
 
Wer ist "mein Arzt" ?
Der behandelnde Gynäkologe ?
Wenn Du keine Patienten betreuen darfst, kannst Du wohl auch nicht auf einer Normalststion arbeiten - dort würdest Du schließlich auch Patienten betreuen, oder nicht ?!
Ob man das Recht auf einen Schreibtischjob hat, weiß ich nicht (da lohnt sicher eine Anfrage beim Betriebsrat ), es könnte aber ja auch sein, daß einfach keiner frei ist.
Im Zweifelsfall ( wenn sich gar keine Lösung findet oder Deine gesundheitlichen Beschwerden anhalten ), wird Dich Dein Arzt wohl arbeitsunfähig schreiben ...

Viel Glück für Montag und alles Gute !
 
Ich bin ja nicht die erste Schwangere und es gibt und gab Kolleginnen die ganz normal weiter gearbeitet haben, auch am Patienten. Mein Arbeitgeber wird gar nicht die Möglichkeit haben, alle SS an einen Schreibtisch zu setzen oder sie zumindest aus der Patientenbetreuung raus zu nehmen.

Hinzu kommt, dass ich noch einen Zweitjob mit mehr Stundenleistung habe. Dort sitze ich aber nur am Schreibtisch und habe nur Kontakt zu Menschen die völlig gesund sind. Keinerlei körperliche Beanspruchung, wenn man mal vom Po absieht, auf dem ich sitze.

Am liebsten würde ich auf meiner Station bleiben und dort den Kollegen "zuarbeiten". Kurven schreiben, Medis aufziehen, auffüllen etc. Vielleicht besteht ja so eine Cahnce da zu bleiben.
 
Hatten auch schon schwangere Kollegen auf der Intensiv. Die haben aber die Schwangerschaft erst sehr spät offiziell dem Arbeitgeber gemeldet. Ist denn Dein Arbeitgeber über die Schwangerschaft offiziell informiert? Wenn ja, bleibt ihm nichts anderes übrig, als Dich auf eine "vermeintliche ruhigere" Station zu versetzen. Ich meine auch, das Mutterschutzgesetz schreibt das so vor (auch kein Nachtdienst etc.).
Und wenn Du Blutungen hast....lass Dich krank schreiben. Besser zu Hause als noch das Kind zu verlieren.
Ich würde mir aber auf jeden Fall Rat vom Betriebsrat einholen.
Ist natürlich ganz ganz schön eng, wenn am Montag schon das Gespräch mit der Leitung angesetzt ist....
 
Also meine schwangeren Mitkolleginnen haben immer ganz normal auf Station mitgearbeitet. Das man ihnen nicht mehr alles zumutet ist meines Erachtens ganz normal, wobei manche trotzallem noch ganz wild auf Action waren!

Aber wenn dein Arzt dir sagt, du sollst nicht mehr mit Patienten arbeiten, das aber in unserem Job nun einmal schwierig umzusetzen ist, soll er dir halt tatsächlich ein Beschäftigungsverbot ausstellen.

Denn hier würd ich mal sagen ist mir mein Kind wichtiger als die Arbeit.
 
Hallo!

Also auf unserer Station können die Schwangeren auch bleiben wenn sie möchten. Gehen dann halt nicht mehr mit in den Kreißsaal oder fahren keine Baby-NAW Einsätze mehr. Betreuen auch keine infektiösen Patienten usw.
Ob sie Frühchen betreuen möchten oder nicht, können sie selbst entscheiden.

VG junni
 
So, ich bin zurück!
Alles gut gelaufen. Wir haben uns geeinigt das ich bleibe, aber ich mache Zwischendienst und arbeite den Kollegen "zu".
Ich mache denen die Medis fertig, fülle auf, achte auf die Nebenarbeiten etc. Ich darf auch beim betten helfen, unter bestimmten Voraussetzungen.
Ich denke das ich damit gut klar komme.
Meine Leitung hat mir auch davon abgeraten auf die Normalstation zu gehen, denn das ist richtig viel Streß, da bin ich ihm recht dankbar für.

Danke für die schnellen Antworten!
 
Na dann ist ja alles ganz gut gelaufen, super!
 
Glückwunsch, dann sind ja alle zufrieden!
Alles Gute weiterhin, liebe Grüsse, Stupsi!:wink1:
 
Hallo!

Das freut mich für dich! Wünsche dir alles Gute!

VG junni
 
Freud mich das eurer PDL deinem Wunsch entsprochen hatt. Ich wünsche Dir alles Gute für deine Schwangerschaft
 
Schwanger auf einer ICU

Hallo zusammen!
Ich habe eine Frage an euch....
Wir haben Momentan ein paar Schwangere auf unserer Station die auch noch am Bett arbeiten. Was ja grundsätzlich auch kein Problem darstellt.
Was dürfen sie eurer Meinung nach noch alles machen und was nicht???
Habt ihr schon Erfahrungen mit Schwangeren auf eurer ICU gemacht?
Viele Grüße
Muppet
 
Hallo Muppet,

das Mutterschutzgesetz gibt vor was die angehenden Mütter machen dürfen und was nicht. In der Regel muss man die Damen meist eher "einbremsen".

Wir setzen sie in einem Zwischendienst ein, in dem sie EKG's schreiben, Kurven vorschreiben und Telefon bedienen bzw. beim Lagern helfen.

Sie übernehmen auch Patienten, wir versuchen es zu vermeiden, dass sie einen MRSA übernehmen, auch wenn dies erlaubt ist, da dieser nicht Placentagängig ist.

Schönen Abend
Narde
 
Hallo!
Gnau das ist es...
Das Ausbremsen!
Meist machen sie viel zu viel und ans Telefon lassen sie sich setzen.
Ich kenne das, man möchte immer mehr machen als man eigentlich sollte.
Ich würde ihnen gern etwas vorlegen wo es drauf steht was sie dürfen.
Aber im MuSchu stehen nicht wirklich viele Details drin.
Dewegen habe ich gedacht das ich eure Erfahrungen sammel.
Viele Grüße:nurse:
 
Hallo Muppet,

wird eine Kollegin bei uns auf der interdisz. Intensiv schwanger findet eine Stationsbegehung mit der Betriebsärztin, dem Sicherheitsbeauftragten der STL und der Kollegin statt.
Es wird dann schriftl. genau definiert was die Kollegin tun darf.
In den Fällen die wir bis jetzt hatten bedeutete dies:
  • keine Betreuung von Patienten (da HIV/ Hepatitis u.a. nicht ausgeschlossen werden können)
  • kein Transport von Blut, Abstrichen usw. ins Labor
  • kein Heben von schweren Gegenständen
  • kein schieben von Patientenbetten u.v.m.
Ist bei uns eine Kollegin schwanger arbeitet diese im Zwischendienst, bedient das Telefon, organisiert das drumrum und macht Bestellungen.
Insgesamt sehr unbefriedigend für die Schwangeren und auch für den Rest der Kollegen.
Brenzlig wird es dann, wenn 2 auf´s mal schwanger werden.
Gruß, Rothweiler:knockin:
 
Es ist zulässig, dass Schwangere auf einer Intensivstation am Patienten arbeiten dürfen. Auch dürfen Schwangere in der Anästhesie arbeiten.
Dafür gibt es übrigens Richtlinien.

Eine Schwangere auf ITS darf alle Intensivpatienten betreuen mit den Ausnahmen:

- OP`s mit Lachgas
- schwere Infektionen (MRSA, MRSE, Clostridien, Rota- Viren, u.s.w.)
--> cave: das würde ich persönlich auch nicht wollen, selbst wenn Mrsa nicht placentagängig sein sollte.


Übrigens das mit dem Telefondienst und Co für Schwangere im Krankenhaus ist doch überholt oder etwa nicht?

Ist natürlich jedem selbst überlassen, ob er dann die ITS verlässt oder nicht. Bei uns waren zuletzt sechs Schwangere gleichzeitig und alle sind sie geblieben (sprich bis zum Mutterschutz durchgearbeitet).
 
Es zu empfehlen dass sie nicht zu Röntgen Strahlungen ausgesetzt werden.:wink:
 
Hallo,

bei uns auf Intensiv ist es mit den Schwangeren jetzt so geregelt, nach dem viele lange Krank oder Beschäftigungsverbot hatten, das sie den ganzen Bürokram machen.
Akten abheften, Material bestellen, verlegungen organisieren ect.
Klappt ganz gut und entlasstet die Pflege etwas.
 

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