Schwanger auf IMC Station

Dieses Thema im Forum "Talk, Talk, Talk" wurde erstellt von Die_Nadine, 25.03.2015.

  1. Die_Nadine

    Die_Nadine Junior-Mitglied

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    Hallo,

    ich hatte mich schon Mal vor einiger Zeit im “Arbeitsrecht-Forum” zu Wort gemeldet, doch dort kaum Antworten erhalten. Mittlerweile bin ich auch ein paar Schritte weiter.

    Ich arbeite auf einer chirurgischen IMC Station und bin am Ende der 19. Schwangerschaftswoche.
    Ich habe vom Betriebsarzt sowie vom Betriebsrat viele Informationen zum Thema Mutterschutz bekommen. Ich habe mich schon vor einer ganzen Weile durch die ganzen Broschüren gelesen und habe festgestellt, dass es einfach unmöglich ist den Mutterschutz einzuhalten.
    Ständig hebt man mehr als 5 Kilo, betreut man Patienten mit unklarem Infektstatus, hat man Kontakt zu Körperflüssigkeiten, betreut Patienten mit großen Wunden, Verwirrte, Aggressive,…
    Ganz davon abgesehen, dass ab Ende des 5. Monats man ja nicht länger als 4 Stunden stehen soll… also ich stehe in einer 8 Stunden Schicht wahrscheinlich 7 1/2 Stunden...

    Auf unseren “richtigen” Intensivstationen hat jede Schwester sofort die Option nicht mehr am Bett zu arbeiten, ohne Versetzung.

    Ich habe derzeitig unheimlich Probleme mit diesem Abwägen ob eine Tätigkeit nun in Ordnung ist, oder nicht. Ich kann sehr schlecht “Nein” sagen und mache eigentlich ständig Dinge, die nicht erlaubt sind. Mittlerweile bin ich völlig gestresst vom Kompromisse eingehen.

    Eine Freundin, die auf einer Intensivstation bei uns arbeitet redet mir auch schon lange ins Gewissen, dass es verrückt ist noch am Bett zu arbeiten. Auch Kollegen auf meiner Station sind eher erstaunt, dass ich noch Patienten betreue.

    Ich habe eine schwangere Kollegin, die schon seit Beginn der Schwangerschaft vom Bett weg ist. Sie hat mittlerweile ein eingeschränktes Beschäftigunsverbot und ist nur noch 4 Stunden täglich auch der Arbeit, arbeitet keine Wochenenden oder an Feiertagen.
    Natürlich komme ich mir daneben ziemlich “blöd” vor, alles mit mir machen zu lassen.

    Mein vergangenes Jahr war ziemlich schwer für mich. Meine Mutter ist ganz plötzlich verstorben und einige Monate später hatte mein Vater einen Herzinfarkt. Ich wache im Moment Morgens mit dem 1. Gedanken auf “Oh, ich bekomme ein Baby” und der 2. Gedanke ist “Meine Mutter ist tot”. Es ist schwer diese zwei extremen Gefühle "unter einen Hut” zu bringen. Nun kommt noch das Problem auf der Arbeit hinzu und mir wird langsam alles zu viel.

    Habe ganz offen mit meiner Leitung gesprochen, dass ich nicht mehr am Bett arbeiten möchte, nur hat sie mich vor Allem vertröstet und mir bisher noch keine Lösung vorgeschlagen.
    Morgen habe ich ein Gespräch beim Betriebsrat.

    Wie sind eure Erfahrungen? Habt ihr weiter am Bett gearbeitet? Wie seid ihr mit diesem Konflikt umgegangen zu wissen, dass ihr Tätigkeiten ausgeführt habt, die ihr eigentlich nicht hättet machen müssen?
     
  2. Maniac

    Maniac Poweruser

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    Ich habe deine Frage auch beim ersten Mal bereits gelesen, aber dachte mir ich lasse lieber diejenigen zu Wort kommen, die eine andere Ansicht vertreten ;)

    Meine ist folgende: Eigentlich ist es so schwer nicht.

    Entweder einer deiner Ärzte erteilt dir ein Beschäftigungsverbot, oder nicht. Oder eben ein Teilzeitbeschäftigungsverbot.

    Wenn das alles nicht anliegt, muss es die Möglichkeit zu geben, dass du nur Tätigkeiten durchführst, die erlaubt und legitim sind, für dich als Schwangere.

    Mach dir einen Termin mit deiner Pflegedienstleitung, am besten zusammen mit deinem Betriebsarzt, evt mit deiner Leitung dabei.

    Das alles hilft dann aber nicht, wenn du dich aber weiter allen klaren Vorgaben widersetzt und irgendetwas anderes übernimmst, was du nicht solltest!

    Also, werd dir erstmal selber klar, was darf ich, was kann ich, was mache ich!! Du bist für dich und euch selbst verantwortlich!


    Zu Erfahrungswerten: Ich kenne direkte Beschäftigungsverbote, ich kenne welche die bis zum Ende weiter gearbeitet haben und ich kenne einige, die arbeiten "mussten", weil sie keiner ins Verbot geschrieben hat, sie aber am liebsten auch ein paar freie Monate gehabt haben ... du verstehst schon...
     
  3. Kalimera

    Kalimera Poweruser

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    Ich hatte Dir im anderen Thread bereits geantwortet. Es ist nicht entscheidend ob Du am Bett arbeitest, sondern welche Tätigkeiten Du durchführst. Dazu gibt es klare Vorgaben im MuSchuG, die auch Deine STL nicht übergehen darf.
    Es gibt noch keine Beschäftigungsverbote in der Schwangerschaft für Tätigkeiten, die jemand nicht machen möchte.
    Insofern kann es auch kein Beschäftigungsverbot dafür geben, dass Du nicht nein sagen kannst.
    Mein Tip wäre Verantwortung für Dich und Dein Baby zu übernehmen und genau nur das tun, was Du darfst.
     
  4. Die_Nadine

    Die_Nadine Junior-Mitglied

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    Hallo,

    Danke für eure Antworten.

    Ihr habt sicherlich Recht, dass es schon irgendwie möglich ist das Mutterschutzgesetz einzuhalten. Nur hätte es hierfür auch Veränderungen im Dienstplan geben müssen. Seit der Bekanntgabe meiner Schwangerschaft wurde keine Schichtbesetzung verändert. Natürlich ist das nicht meine Schuld, aber ich halte irgendwie den Kopf dafür hin, weil sich der Groll der Kollegen eben eher gegen die Person richtet, die gerade ihre Mehrarbeit verschulden und nicht an den, der es so geplant hat, dass ich gar nicht anders kann.
     
  5. Maniac

    Maniac Poweruser

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    Ist es denn wirklich so, dass alle Kollegen wütend auf dich sind weil du bestimmtes nicht machen darfst?

    Kann ich mir eigentlich garnicht vorstellen. Klar, irgendeinen mag es da geben, aber das nun alle verquererweise Groll GEGEN dich entwickeln weil du schwanger bist?...?
     
  6. amezaliwa

    amezaliwa Poweruser

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    Meine Erfahrungen auf der Station - sie nutzen Dir nix. Weil völlig andere Konstellation. Bislang hatten wir erst 1 Schwangere seitdem Pflegekräfte bei uns weiter arbeiten dürfen; eine Teilzeitkraft, pro Arbeitstag weniger Stunden wegen der anderen Kinder, sie kam von der Int. und war zusätzlich da, hatte 0 mal einen eigenen Bereich. Diskussionen gab es auch keine.

    Meine eigenen Erfahrungen nutzen Dir auch nix, weil auch völlig andere Konstellation - war damals bis zum Schluss problemlos auf einer Allgemeinstation, lang zurückliegend.

    Wär allerdings schon ganz nett, wenn diejenigen die bereits Erfahrungen haben aus den letzten Jahren, diese einbringen könnten. Von welchen Veränderungen im Dienstplan, der Schichtplanung sprichst Du?

    Das mit der Schuldfrage versteh ich auch nicht. Du bist in Vollzeit (?), nicht zusätzlich - ist das nicht normal so?
    Bist Du denn die 1. Schwangere auf der Station?
     
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