Schrittmacher-endokarditis

Dieses Thema im Forum "Pflegebereich Innere Medizin" wurde erstellt von Sash001, 11.08.2016.

  1. Sash001

    Sash001 Newbie

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    Hallo ein Patient wurde vor einigen Wochen wegen schwäche,übelkeit und Herzbeschwerden und ständigen infekten stationär aufgenommen.echo,Tee schrittmache (av block 3)Kontrolle, blutbild.,blutkultur, alles war in Ordnung.außer das ekg zeigte t negativierung in v1-v6 und dezente st-senkung.er klagt schon seit fast 2 Jahre über symptome und sieht sehr blass aus und hat starke augen ringe. Auch war er schon 2 mal in psychologischer Behandlung ohne das es ihm was brachte.nun kriegte er aufgrund einer phlebitis fieber.da zeigte sich in den Kulturen der keim staphylokokken aureus.nach 7 Tagen antibiose sollte der Patient entlassen werden.der Patient weigerte sich zu gehen aufgrund seines allgemeinZustandes. Es hieß es wäre psychosomatisch und Hypochonder der Patient aufgrund seiner symptome mehrmals in psychologischer Behandlung war.wegen seiner Weigerung wollte man noch eine herzkatheter Untersuchung machen.am nächaten Tag wurde gesagt keine katheterUntersuchung man hat eine vegetation auf der schrittmacher sonde gefunden am Herzen da sich eine Ärztin noch mal die Tee untersuchungefähr angesehen haut hat sm-endorkaditis. Der arzt meinte die schrittmacher endorkaditis Kam wegen der phlebitis vor einer woche.die alten Hasen bei uns meinten das wäre Blödsinn so eine vegetation wächst nicht innerhalb 7-9 Tage die wäre schon länger da.der Patient konnte sich auch erinnern das er vor mehreren Monaten eine blasenentzündung hatte auch mit staphylococcus keimen.nun meine frage kann so eine Entzündung dem jungen so krank machen über lange Zeit?liest auch mal den Artikel durch hier das war ähnlich wie der Fall. und kann eine vegetation so lange im Körper sein?
    axis-Depesche 6/2010

    Arrhythmien
    Heißer Schrittmacher
    Implantate aus Fremdmaterialien sind eine Einladung für Bakterien, sich darauf festzusetzen und zu vermehren. Das gilt auch für die immer „beliebter“ werdenden elektrophysiologischen Geräte für Patienten mit Rhythmusproblemen.
    Ein 54-jähriger Patient kam zur routinemäßigen Schrittmacher-Kontrolle. Das Zweikammer-System hatte er 1992 wegen Sinusknoten-Dysfunktion bekommen. Der Generator war 2006 gewechselt worden. Seit 20 Monaten hatte er intermittierend Fieber bis 39,3 °C, verbunden mit Myalgien und Arthralgien, hauptsächlich bei Anstrengung.

    Die Entzündungs-Marker waren leicht erhöht (CRP 26 mg/l); Leukozyten und BKS waren aber normal. Ganzkörper-CT, Herzecho und Blutkulturen ergaben nichts. Im Szintigramm mit Gallium-markierten Leukozyten zeigte sich eine Anreicherung im linken unteren Lungenlappen.

    Man unterzog den Patienten einer Ergometrie. 30 min nach der Belastung entwickelte er Rigor und erhöhte Temperatur. Aus den jetzt entnommenen Blutkulturen ließen sich koagulasenegative Staphylokokken anzüchten. Das transösophageale Echokardiogramm offenbarte eine große Vegetation im Bereich der Ventrikel-Elektrode. Man entfernte beide Elektroden und verabreichte für sechs Wochen i.v. und oral Flucloxacillin. Danach wurden Belastungstests einwandfrei vertragen und alle Blutkulturen blieben negativ. Nun setzte man einen neuen Schrittmacher ein.

    Schrittmacher und ICDs werden immer häufiger implantiert; damit ist auch mit mehr Infektionen zu rechnen. Die Keime werden entweder bei der Implantation inokuliert oder sie stammen aus einer anderen Quelle und werden hämatogen gestreut. Die Infektion kann an der Generatortasche lokalisiert sein, im intravaskulären Verlauf der Sonde oder am Elektrodenende; im letzteren Fall ist die Diagnose besonders schwierig. Septische Lungenembolien sind häufig.

    Mit Antibiotika allein erreicht man meist keine Sanierung. In aller Regel muss das implantierte System entfernt werden. WE
     
  2. Sash001

    Sash001 Newbie

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    Meine Frage ist auch wird viel zu viel auf die psyche geschoben?Patient liegt nun mehrere wochen und wird mit genta und floclox behandelt. Was wäre passiert wenn der Patient gegangen wäre? Mache mir da echt Gedanke.
     
  3. FLORA.BLEIBT

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    dann wäre er wohl an einer sepsis bzw. an den folgen einer sepsis wie zum bsp. einem multiorganversagen verstorben.
     
  4. Sash001

    Sash001 Newbie

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    Ja würde ich unterschreiben aber hast du den Bericht gelesen?bei dem war es ähnlich.der hatte 2 jahre in Episoden fieber und oft krank und es wurden keine keime gefunden außer unter fieber und hatte eine vegetation auf der sonde und das wohl sehr lange
     
  5. Sash001

    Sash001 Newbie

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    Und das fieber entwickelte sich nicht aufgrund der vegetation auf der sonde sondern der phlebitis.deswegen glaube ich die Beschwerden sind wegen der entzündung auf der sonde gekommen.ich denke es ist gut das er fieber gekriegt hat da keime oft nur wärend erhöhter Temperaturen in den Kulturen zu finden sind
     
  6. FLORA.BLEIBT

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    um nen infekt zu erkennen braucht man kein fieber, bei jeder stationären aufnahme gehört ein routinelabor zum standard.. spätestens wenn hier eine leukozytose rauskommt sollte man mal schauen woher die kommt und entsprechende entzündungsparameter abchecken
     
  7. Sash001

    Sash001 Newbie

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    Ja sicher aber es gibt Beispiele wo die Leukos, crp,bsg,Kulturen nichts finden beim ersten mal wie im Bericht oben
     
  8. WildeSchwester

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    @Sash001
    Solche Fragen solltest Du vielleicht lieber den Ärzten stellen.Hier haben viele jede Menge Erfahrung, aber letztendlich ist dies ja ein PFLEGE-Forum, und hier kennt niemand den Patienten.
    Ist nicht böse gemeint.
     
  9. FLORA.BLEIBT

    FLORA.BLEIBT Poweruser

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    deswegen darf hier trotzdem diskutiert werden, völlig ok sash..

    woher das fieber letztendlich nun kommt wird retrospektiv wohl kaum jmd mehr sagen können. du schreibst ja er kam schon öfters wegen rezidivierenden infekten, also stand diese diagnose ja schon mal im raum, vllt hätte eine weitergehende diagnostik in früheren tagen schon eher eine erkenntniss gebracht.

    nun kann ja eine fokussanirung mit kalkulierter ab-therapie beginnen, hoffentlich mit erfolg..
     
  10. amezaliwa

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    Ich finde es gut, immer wieder - so etwas zu lesen. Es erinnert daran, dass Diagnosen nicht immer offensichtlich sind, dass Menschen (wenigstens im nachhinein) völlig zu Recht Beschwerden beklagen und doch wurden sie in die Psychoecke geschoben. Eben weil es, für den Zeitraum x, keinen Sinn ergibt was sie schildern. Ein Sammelsurium an schenbar irgendwelchen Symptomen, die nichts genaues beschreiben.
    Man wird von A nach B weitergereicht. Sucht Hilfe ohne Linderung zu erhalten. Ab einem gewissen Punkt kommt dann auch die Liste der Ärzte die aufgesucht wurden mit ins Spiel, welche man ergebnislos konsultiert hat. Allein das schon wird negativ ausgelegt. Keiner findet was, dann kann da auch nix sein. Dass die Logik falsch sein kann, ist leider eine Tatsache, eine höchst bedauerliche.
    Es GIBT andere Beispiele, z.B. bei einer nicht erkannten Neuroborreliose, worüber ein Landwirt vor ein paar Jahren ein Büchlein geschrieben hat, zig Aufenthalte in der Akutsomatik und letztlich auch in der Psychiatrie, nebst Betreuung - alles war drin. Auch da hat es Jahre (!) gedauert, bis die Diagnose klar war - bedauerlich ohne Ende. Finde den Titel leider nicht.*
    Erinnerlich ist aber eine jüngere Patientin, die mit V.a. bei uns lag, es schien nur so als ob sie jedesmal woanders Schmerzen beklagt hat, bis zum Entlasstag. Obwohl die Patientin sich nicht an einen Zeckenstich erinnern konnte, obwohl sie in der richtigen Abteilung Neuro behandelt wurde. Nach mehreren Tagen stationärer Behandlung (immer hieß es ärztlicherseits - nö, isses nicht) war schon so der Tenor - die Psyche - KÖNNTE es ja sein, weil eine Neuroborreliose ist es definitiv nicht. Nu denn, war trotzdem falsch. Sie hatte eine.
    Es gibt Patienten die sehr wohl mit ihrem Beschwerdebild in eine psychiatrische Behandlung gehören, es sind aber nur sehr wenige. Es ist leider kein Trost für einen Menschen ihm sagen zu müssen - wir finden [mit unserem Wissen, unseren Möglichkeiten] keine Erklärung für ihre Symptome. Trotzdem kommt das vor. Fast 2 Jahre (1. Bsp. Sash) ist ein sehr, sehr lange Leidenszeit.
    Es gibt eine SpiegelOnline Kolumne mit dem Titel: Der rätselhafte Patient. Finde sie lesenswert, insbesondere weil immer wieder Menschen in hochspezialisierten Kliniken behandelt werden und man dort trotzdem lange suchen muss, bis man das Rätsel gelöst hat. Positiv an dieser Kolumne, wenn man sie zu lesen bekommt: Man HAT jeweils schon eine Erklärung gefunden.

    *dafür finden sich zig weitere Bücher darüber
     
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  11. Sash001

    Sash001 Newbie

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    Der Patient klagt schon lange über beschwerden und er tut mir sehr leid!!danke für eure message! !!
     
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