Im Grunde genommen können alle chronischen Erkrankungen mit infauster Prognose auf der Palliativstation Aufnahme finden. Die onkologischen Patienten stellen den Löwenanteil dar. Wir hatten auch schon Patienten mit terminaler Herzinsuffizienz, ALS oder Aids.
Das Ziel einer Palliativstation ist die Kontrolle von belastenden Symptomen und die Verbesserung der Lebensqualität. Sowie die Beschwerden gelindert sind, sollen unsere Patienten wieder ins häusliche Umfeld, in ein Pflegeheim oder ein Hospiz verlegt werden - je nachdem, was in diesem Fall sinnvoll und durchführbar ist. Wer sich rapide verschlechtert, darf bei uns sterben - aber im Gegensatz zum Hospiz können wir die Patienten nicht monatelang bei uns versorgen. Das kriegen wir nicht finanziert.
Der Tagesablauf ist wesentlich weniger starr als auf Normalstationen. Wir orientieren uns fast ausschließlich an den Wünschen der Patienten, das haben wir mit den Hospizen gemeinsam. Die Zusammenarbeit mit Seelsorgern, Sozialdienst, Psychologen, Musik- und Kunsttherapeuten ist sehr wichtig (und wird auch von den Kostenträgern vorgeschrieben).
Auch bei der pflegerischen Versorgung entfernst Du Dich sehr von Pflegestandards, hin zur individuellen Versorgung.
Die Betreuung der Angehörigen nimmt einen deutlich größeren Stellenwert ein als auf Normalstation; oftmals benötigen die Angehörigen mehr Hilfe (in Form von seelischer Unterstützung) als der Patient selbst.