Palliativstation

Dieses Thema im Forum "Pflege bei onkologischen und hämatologischen Erkrankungen" wurde erstellt von simonea, 17.02.2010.

  1. simonea

    simonea Newbie

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    Hallo!

    Mich würde einmal interessieren, wie ich mir die Arbeit auf einer "reinen" Palliativstation vorstellen muß.

    Ist es von Vorteil, wenn man eine Weiterbildung für diese Tätigkeit hat?

    LG Simonea
     
  2. Schwester.S.

    Schwester.S. Junior-Mitglied

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    exam.Krankenpflege mit Palliativ Care Weiterbildung
    Ort:
    Niedersachsen
    Akt. Einsatzbereich:
    Uniklinik / Onko-Palliativ-station
    Funktion:
    Palliativ Care
    :nurse:Hallo,
    bin seit 1,5 jahren mit Palliativ care Zusatzausbildung in unser Klinik auf der damals neu eröffneten Station mit 7 Betten.
    Das Team wurde neu zusammengestellt und 1x die Woche gibt es eine große multiprofessionelle Übergabe mit anderen Berufsgruppen.
    Psychisch öfter anstregend, aber durch supervision betreute arbeit.
    Dadurch das man aber mehr Zeit für gute Pflege hat, arbeite ich gerne dort !:wink1:viele Grüße katrin
     
  3. -Claudia-

    -Claudia- Board-Moderation
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    Was genau möchtest Du wissen? Tagesablauf, Schwerpunkte, Berufsgruppen? Sonst schreib ich Dir einen Roman, und eine kurze Antwort hätte genügt...

    Die Palliative-Care-Weiterbildung ist von Vorteil (und verschafft Dir bei Neueinstellungen Pluspunkte), aber nicht Bedingung. Ich habe sieben Jahre auf einer Palliativstation gearbeitet, bis ich meine Weiterbildung machen konnte. Etliches kann man auch von Kollegen, über die Fachliteratur oder bei Kongressen lernen; anderes kommt ohnehin nur durch Erfahrung.
     
  4. simonea

    simonea Newbie

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    Erstmal Danke für eure Antworten.


    @ Claudia

    Es wäre schön, wenn du mir etwas über den Tagesablauf sagen könntest.

    Ich habe im Moment absolut keine Vorstellung von einer Palliativ Station. Welche Erkrankungen haben deine Patienten, ich meine außer onkologische?


    LG
     
  5. Hypertone_Krise

    Hypertone_Krise Poweruser

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    Ich habe zwei Tage im Hospiz Elias hospitiert. Startseite - Hospiz Elias
    Da kannst Du Dir auch ein filmische Portrait anschauen. Der Tagesablauf richtete sich dort in erster Linie individuell auf den jeweiligen Gast aus. Es gab gemeinschaftliches Frühstück, Mittagessen, Kaffeetrinken und Abendbrot, für die Gäste, die daran teilnehmen wollten und konnten.Notwendige Medikamente wurden regelmäßig verabreicht. Ansonsten wurde sich bei allen Versorgungen und Verrichtungen den Befindlichkeiten des Gastes angepasst. Durch die vielseitige Unterstützung von ehrenamtlichen MA haben die PK dort viel mehr Zeit und Raum, sich auf die Gäste und auch auf ihre Angehörigen einzulassen. Methoden wie Wickel- und Auflagen, Aromatherapie und basale Stimulation gehören zum Pflegealltag und werden von den PK, die alle die Palliativ-Care-WB gemacht haben, beherrscht. Der palliative Schwerpunkt verhindert langwierige Diagnostik und quälende Therapien. Durch die Palliativärzte, die dort involviert sind, wird dieser Schwerpunkt konsequent mitgetragen. Die Arbeit dort verlangt eine Verinnerlichung der palliative Idee und entsprechendes Fachwissen, außerdem ein hohes Maß an sozialer Kompetenz.
    Als ich dort hospitiert habe, waren ausschließlich Gäste mit onkologischen Erkrankungen dort.
    Patienten mit z.B. schwerer Herzinsuffizienz oder einem Lungenemphysem sind manchmal auch Gäste des Hospiz.
    Ich hoffe, ich kann Dir hiermit weiterhelfen.
     
  6. simonea

    simonea Newbie

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    Danke für den guten Link.

    Die Seite war wirklich schön gemacht, besonders der Film.
     
  7. -Claudia-

    -Claudia- Board-Moderation
    Mitarbeiter

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    Praxisanleiterin, Bachelor of Nursing, M.A. Pflegewissenschaft
    Im Grunde genommen können alle chronischen Erkrankungen mit infauster Prognose auf der Palliativstation Aufnahme finden. Die onkologischen Patienten stellen den Löwenanteil dar. Wir hatten auch schon Patienten mit terminaler Herzinsuffizienz, ALS oder Aids.

    Das Ziel einer Palliativstation ist die Kontrolle von belastenden Symptomen und die Verbesserung der Lebensqualität. Sowie die Beschwerden gelindert sind, sollen unsere Patienten wieder ins häusliche Umfeld, in ein Pflegeheim oder ein Hospiz verlegt werden - je nachdem, was in diesem Fall sinnvoll und durchführbar ist. Wer sich rapide verschlechtert, darf bei uns sterben - aber im Gegensatz zum Hospiz können wir die Patienten nicht monatelang bei uns versorgen. Das kriegen wir nicht finanziert.

    Der Tagesablauf ist wesentlich weniger starr als auf Normalstationen. Wir orientieren uns fast ausschließlich an den Wünschen der Patienten, das haben wir mit den Hospizen gemeinsam. Die Zusammenarbeit mit Seelsorgern, Sozialdienst, Psychologen, Musik- und Kunsttherapeuten ist sehr wichtig (und wird auch von den Kostenträgern vorgeschrieben).

    Auch bei der pflegerischen Versorgung entfernst Du Dich sehr von Pflegestandards, hin zur individuellen Versorgung.

    Die Betreuung der Angehörigen nimmt einen deutlich größeren Stellenwert ein als auf Normalstation; oftmals benötigen die Angehörigen mehr Hilfe (in Form von seelischer Unterstützung) als der Patient selbst.
     
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