Oberkörperhochlagern bei Nahrungszufuhr über PEG?

@Robin- nach deiner These dürftest du dich 20 min lang nicht bücken als Maurer nach einem kräftigen Schluck. Stichwort: ein Stein, ein Kalk, ein Bier. Aber Spaß beseite. Hats du dich durch den Anatomie und Physiologie Link gearbetet?

@hartwig. Sondenkost ist kein Wasser. Der Vergleich hinkt also.

Problem: Reflux des Mageninhaltes
Ätiologie: verlangsamte Magenentleerung bei fettreichen Speisen, Hiatushernie, Anstieg des abdominellen Druckes: Z.B. bei-Übergewicht, Blähungen, Obstipation
Symptom: Sodbrennen, Aufstossen, Dumpfe Schmerzen im Bereich des Magens, Übelkei, das Gefühl eine Faust im Magen zu haben, Schmerzen in der Brust, Respiratorische Symptome (Husten, Asthma, wiederholte Bronchitis ...) HNO Symptome (Schmerzen oder einstörendes Gefühl in der Luftröhre, chronischer Husten ...)
Das bringt uns also auch nur bedingt voran.

Setzen wir voraus das pro Stunde ca. 180 ml = 3 ml pro Minute einlaufen. Ich kann da bei intakter Pylorusfunktion keinerlei Problem erkennen. Der Magen sammelt ja nicht eine Stunde die Menge.

Vielleicht liegt die Antwort in der Indikation zur Ernährung per Magensonde?

Problem: enterale Ernährung über gastroinestinale Sonden
Ätiologie: ???
Symptome: ???


Elisabeth

PS Einfacher Test zum Reflux: leeren Ableitungsbeutel anschließen und dann hoch an z.B. Infusionständer aufhängen. Steigt im Schlauch die Sondenkost sichtbar auf= Entleerungsproblem des Magens
 
@hartwig. Sondenkost ist kein Wasser. Der Vergleich hinkt also.
Keineswegs!!!

Es hilft vielmehr abzuschätzen, wie lange Passagezeiten sein können! Wie ich in dem Beitrag geschrieben habe kann die Passagezeit von Sondennahrung sicherlich nicht schneller sein, als die von Wasser. Damit haben wir hier eine Möglichkeit, abzuschätzen, ob die Zeitangabe von 20min, auf die ich mich hier bezogen habe, richtig sein kann oder nicht.

Gruss Hartwig
 
Ops- dann falsch verstanden. Aber so richtig weiter bringt es uns trotzdem nicht.

Elisabeth
 
Mir hat sich noch nicht so ganz erschlossen ob wir nun von generellem 3/4 im Bett sitzen sprechen oder ob wir von einem Patient mit bekanntem Reflux ausgehen.

Also ich geh auch manchmal kurz nach dem Essen ins Bett und bei mir refluxt nix.......warum also bei jemandem, der auch keinen bekannten Reflux hat?


Gruß
Dennis
 
Aber so richtig weiter bringt es uns trotzdem nicht.

Elisabeth

stimmt...


Aber zumindest hat man etwas in der Hand, um solche Zeiten abzuschätzen und mir ging es vor allem darum, hinzuweisen, dass man solche Informationen einfach immer auf ihre Logik und Glaubwürdigkeit hinterfragen muss.

Grundsätzlich wichtig könnte aber der Hinweis sein, dass die Passagezeiten vom BMI und der Temperatur der Sondenkost abhängen können.

Sonst würde ich auch Deinen Hinweis empfehlen mit dem leeren Absaugbehälter und einfach Mageninhalt ansaugen.

Gruss hartwig
 
@Dennis- du hast die Frage erfasst.
Ist das Oberkörperhochlagern unter Pflegemythos abzuhandeln? Oder gibt es eindeutige Indikationen- außer der enteralen Ernährung über gastroinestinale Sonden?

Elisabeth
 
Ich habe die Frage schon erfasst und diese Frage ist ganz allgemein zu beantworten.

Frage: Oberkörperhochlagerung bei Nahrungszufuhr über PEG?
Antwort: Sieh nach ob ein Reflux bekannt ist, sieh nach ob es andere Indikationen zur Hochlagerung gibt und probier aus, was dein Patient am Besten verträgt und das unter Berücksichtigung aller Faktoren, es nutzt nichts, wenn der Patient zwar keinen Reflux mehr hat, aber dafür zwischen erhöhtem Kopfteil und Fußteil eingequetscht ist.

Ist das schwierig?

Wieso sucht man immer generelle Antworten für individuelle Probleme? :-)


Gruß
Dennis
 
Moin, moin!
Experimentelle Studien (3) zeigten beispielsweise dass 250 ml Wasser mit einer Temperatur von 5 Grad C im Durchschnitt 15,91 min (+/- 10.04) im Magen verweilt. Bei 20-25 Grad C, sind es schon 48.18+/-28.97 min und bei 45 Grad C 71.42+/-37.08 min. Also, es kommt immer darauf an. In dr Praxis scheint es also besser zu sein, die Sondenkost gekühlt zu geben, zumindest und diesem Gesichtspunkt.
Ich habe im Rahmen einer Talksendung von Stefan Frädrich gehört, dass 1l kaltes Wasser ca. 100kcal verbraucht, erscheint auch logisch, da der Magen das kalte Wasser erst mal auf Körpertemperatur bringt und dabei natürlich auch Energie verbraucht. Somit sei kaltes Wasser beim abnehmen hilfreich. Braucht das ein kranker Mensch?
Hänge ich (irgendeine) gekühlte Flüssigkeit an, wärmt sie sich bei Raumtemperatur auf, sollte man dann den ganzen Patienten ins Kühlregal verfrachten, damit die Flüssigkeit über mehrere Stunden kalt bleibt, oder wie soll man sich das in der Praxis vorstellen? Jeder Pat. hat seinen eigenen Kühlschrank direkt neben seinem Bett?
Nebst wenn ich, was es auch gibt, Patienten mit 1 Bolus 500ml verabreiche, wird über den Schlauch der sich ja im Raum (also bei Raumtemperatur von i.d.R. 20-25°C) befindet die Flüssigkeit ebenfalls erwärmt.
Ebenfalls auf 45° erhitztes, das würd ich jemand um die Ohren hauen, so heiß landet bei mir nix im Magen, zuerst wird es mal in Mund, Rachenraum und Speiseröhre abgekühlt.
In so heißes Wasser würd ich nicht mal reinlangen.
Manche Experimente sind schon eigenartig.

Vor ein paar Jahren haben wir, bei speziellen Patienten nach 1 Std. SK kontrolliert wieviel weitertransportiert wurde. Mehr als die Hälfte - o.k., Laufzeit weiter. Weniger als die Hälfte weitere Kontrolle 2 Std. nach Gabe. Es waren immer wieder vereinzelt Patienten dabei die auch nach 2 Std. noch nicht ausreichend Kost weitertransportiert haben, also ein vielfaches der 20Minuten.
Langsamer Kostaufbau bei Patienten mit PEG-Neuanlage, wenn sie schon Tage vorher nichts mehr gegessen haben, Beginn mit 50ml/h.
Hat jemand zuvor noch gegessen, aber nur zuwenig, zügiger Kostaufbau, Beginn mit 80-100ml/h, Verträglichkeit in den Phasen vorausgesetzt.
Wenigstens 30° OK-hochlagerung, bei allen.
Wer sonst den ganzen Tag im Rolli sitzt und damit 90° erreicht darf dies auch gerne weiter tun.
Wer nebst PEG weiter orale Kost zu sich nehmen kann, darf auch dies, im sitzen, weiter tun.
 

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