Neue Töne?

narde2003

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Guten Morgen,

ich bin derzeit auf einer Tagung, mit überwiegend Ärzten.

Man glaubt es kaum, aber die Ärzte schreien nach mehr Pflegepersonal, aber nicht weil das Pflegepersonal doch bitte ärztliche Aufgaben übernehmen soll, sondern weil sie feststellen, dass grundlegende Hygiene durch zu wenig Pflegepersonal den "Bach hinunter" geht.

Liebe Grüsse
Narde
 
:boozed:
Na welch eine Überraschung....aber ob die Forderung gehör findet bei einer eventuellen Erhöhung der Arztgehälter? :lol1:
 
*ketzerischan* Sieht der Pat. nicht mehr ästhetisch einwandfei aus, wenn der Doc ans Bett tritt? *zynischaus* Oder gabs zuviel Beschwerden von Angehörigen?
Wenn das Gejammere ernst gemeint wäre, dann hätten wir längst mehr Pflegepersonal.

Elisabeth

PS vor Jahrzehenten war es tatsächlich üblcih, den Pat. sauber gewaschen und mit einem Tip_top-Verband dem Chirurgen in der Morgenvisite zu präsentieren. dafür wurde der Pat. dann in der Nacht vorbereitet und inteniv " geputzt. *grmpf*
 
Wo sind denn hier die neuen Töne?
Ich glaube nicht das die Ärzte je etwas anderes behauptet haben.
Und das mal wieder Ärzte für die Pflege sprechen ist peinlich genug.
Ich denke keine Stelle die aufgrund dieser Aussage geschaffen wird sollte besetzt werden. Erst wenn die Pflege sich selbst geeint artikuliert, darf wieder ein Posten geschaffen werden. Nein - natürlich nicht. Die Pflege freut sich dann wieder, da endlich der Arzt seinen Segen gibt.
Die Pflege kann sich auch wieder zurücklehnen und ist dann damit zufrieden dass andere ihre Aufgaben erledigen. Irgendwie komisch - wie in der Politik, so auch im Berufsfeld.
Was soll man noch dazu schreiben.
Pinguin
 
Wo sind denn hier die neuen Töne?
Ich glaube nicht das die Ärzte je etwas anderes behauptet haben.
Und das mal wieder Ärzte für die Pflege sprechen ist peinlich genug.
Ich denke keine Stelle die aufgrund dieser Aussage geschaffen wird sollte besetzt werden. Erst wenn die Pflege sich selbst geeint artikuliert, darf wieder ein Posten geschaffen werden. Nein - natürlich nicht. Die Pflege freut sich dann wieder, da endlich der Arzt seinen Segen gibt.
Die Pflege kann sich auch wieder zurücklehnen und ist dann damit zufrieden dass andere ihre Aufgaben erledigen. Irgendwie komisch - wie in der Politik, so auch im Berufsfeld.
Was soll man noch dazu schreiben.
Pinguin

Hi,

Dein Posting gefällt mir sehr gut! Dem ist kaum etwas hinzuzufügen.

Eins vielleicht noch, für mich sind die Ärzte hauptsächlich neben immensen Verwaltungen (z.B. in Krankenkassen) für die Missere im Gesundheitswesen verantwortlich.
Von dem her finde ich es zynisch von ihnen nach mehr Pflege zu schreien!

Wenn man sich die Entwicklung ansieht, hat die Pflege in den letzten 10 Jahren 50.000 Stellen verloren. Dagegen sind bei den Ärzte in der Zeit 20.000 neue Stellen zugenommen!

Es gibt in Bayern allein soviele Herzkatheter-Labore wie in ganz Italien! Und die Italiener haben die gleiche Lebenserwartung wie die Deutschen, ich glaub sogar sie liegt ein bischen höher!

Aber so what.... in der Pflege wird auf absehbare Zeit meines Erachtens nichts besser, eher schlechter....
 
Hallo Elisabeth,

nein, es ging nicht darum, dass die Patienten nicht fein genug gewaschen werden.
Die Hygieniker haben tatsächlich festgestellt, dass die Pflegepersonalstellen in den letzten Jahren sehr stark abgebaut wurden.

Ich finde eure Reaktionen übrigens sehr interessant, es war niemals davon die Rede, dass sich die Ärzte für die Pflege einsetzen sollen.

Es wurde auf der Tagung nur festgestellt, dass die Steigerung der ärztlichen Planstellen mit einem Verlust der Pflegeplanstellen einher gingen und dass dies ein Fehler war.

Keiner dieser Ärzte wollte für die Pflegekräfte auf die Strasse gehen um dies mal klarzustellen.
*Ironie on*
Bis die Pflege sich aber jemals organisert hat, sind vermutlich die meisten im Burn out, weil sie sich nicht abgrenzen können, die anderen wurden weggemobbt oder haben freiwillig das Feld verlassen. *Ironie off*
 
Arzt und Hygieniker.... unterscheiden Welten. *fg* Vor meinen geistigen Auge erschienen die Chirurgen.

Das ein Hygieniker die aktuelle Situation unter einem ganz anderen Blickwinkel sieht, kann ich nachvollziehen. Es gibt etliche Studien, die nachweisen, dass mit der Reduzierung des Personals die Infektionsrate steigt.

Schade, dass nur Hygieniker dieses Problem wahrnehmen und zum Ausdruck bringen. Übernehmen eigentlich unsere Verbände solche Aussagen? Sich mit Ärzten zusammenschließen heißt ja noch lange nicht, dass man sich von ihnen vereinnahmen lassen muss.

Elisabeth
 
*Ironie on*
Bis die Pflege sich aber jemals organisert hat, sind vermutlich die meisten im Burn out, weil sie sich nicht abgrenzen können, die anderen wurden weggemobbt oder haben freiwillig das Feld verlassen. *Ironie off*

Wieso Ironie? Das ist grausame Realität. Die, die in der Pflege bleiben, haben oft keine Lust oder Motivation sich für Veränderungen stark zu machen. Jene Personen die den Willen dazu haben werden weggemobbt weil sie zu viel "meckern", werden krank (zB Burn-Out) oder verlassen freiwillig die Pflege und suchen sich einen anderen Berufszweig.
Da ist leider nichts ironisches dran.
 

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