Mut zur Veränderung: Als Kinderkrankenschwester in Erwachsenen-Rehaklinik für Psychosomatik?

Kikra79

Newbie
Mitglied seit
24.06.2019
Beiträge
1
Beruf
Kinderkrankenschwester
Akt. Einsatzbereich
Kinderklinik
Hallo zusammen!

Vielleicht kann mir jemand mal einen Rat oder Tipp geben.
Ich bin Kinderkrankenschwester, arbeite seit 20 Jahren als Vollzeitkraft in einer Kinderklinik.
Dort betreue ich Kinder vom Neugeborenen- bis zum Jugendalter und eigentlich aller Disziplinen.
Ich hab eine tägliche Arbeitsstrecke von 100km (2x50km) und muss jetzt so langsam erkennen, dass bei mir "die Luft" raus ist.
Es ist nicht der Schichtdienst oder das Arbeiten an Wochenenden und Feiertags- Es sind die Umstände, wie wir arbeiten und die einen kaputt machen.

Ich beschäftige mich nun schon seit 4 Jahren damit, meine jetzige Stelle aufzugeben und in einen anderen Bereich zu gehen.
Ich hatte mich schon in Kitas und in einer Kinder-Reha beworben. Allerdings muss ich feststellen, dass die Bezahlung dort natürlich deutlich geringer ausfällt als bei meiner jetzigen Beschäftigung in der Klinik. (Es war z.T. bis zu 1/3 weniger Verdienst!) Ich bin immer wieder von meinem Vorhaben abgeschweift, habe gehofft das sich irgendwann die Arbeitsbedingungen verbesser...

Nun bin ich auf eine Stellenanzeige einer Psychosomatischen Rehaklinik gestoßen!

Kann mir einer von Euch mal erzählen, was dort an Aufgaben anfallen.
Wie der Tagesablauf ist.
Gesucht wird dort eine Gesundheits-und Krankenpflegerin oder Altenpflegerin.
Ich weiß also noch gar nicht, ob ich dort als "Kinderkrankenschwester" "zu gebrauchen bin".
In der Kinderkrankenpflege arbeiten wir vielleicht nicht gar so selbständig wie in der Erwachsenenpflege.
Von daher weiß ich nicht, ob ich die nötigen Voraussetzungen mitbringe?
Da in der Stellenanzeige "Gerne auch Berufsanfänger" steht, hab ich allerdings eine kleine Hoffnung geschöpft :o)
"Verantwortungsbewusstsein, Empathie und Einfühlungsvermögen gegenüber Patienten" wurde z.B. als Voraussetzung beschrieben.
Ich denke, das bringe ich mit Sicherheit mit.
Als Kinderkrankenschwester benötigt man ja jede Menge Einfühlungsvermögen- nicht nur bei den kleinen Patienten, auch bei den Eltern!

Das ich dann nicht mehr bei Kindern arbeite finde ich gar nicht so schlimm.
Ich wäre gerne bereit, in einem ganz anderen Bereich zu arbeiten.
Und vielleicht verspürt man ja auch ein angenehmeres/ leichteres Arbeiten in einer Rehaklinik- als in einem Akutkrankenhaus? Was könnt Ihr mir dazu sagen?

Schon mal ein herzlichstes DANKE für Euere Infos und Ratschläge!

Hochsommerliche Grüße und gutes Durchhalten bei den kommenden Temperaturen!
Kikra79
 

FLORA.BLEIBT

Poweruser
Mitglied seit
12.12.2014
Beiträge
1.591
Standort
Schwabenländle
Beruf
Fachkrankenpfleger f. Anästh.- und Intensivpflege
Akt. Einsatzbereich
Anästhesie
Funktion
Knecht für alles
Probier es doch aus dann bist du schlauer, zurück geht immer und wenn du so die Schnauze voll hast dann nix wie weg, was soll passieren??
 

Neuromaus

Stammgast
Mitglied seit
23.12.2018
Beiträge
395
Beruf
Ges.- u. Kinderkrankenpflegerin
Akt. Einsatzbereich
Neuropädiatrie mit ganz besonderen Kindern ♥
Und vielleicht verspürt man ja auch ein angenehmeres/ leichteres Arbeiten in einer Rehaklinik- als in einem Akutkrankenhaus? Was könnt Ihr mir dazu sagen?
Ja und nein. Der Stationsalltag kann bei uns genauso stressig sein wie auf einer Kinderstation im KH.
Was allerdings deutlich entspannter ist, ist die Tatsache, dass wir keine Notaufnahmen bekommen. Aufnahmen sind immer vorher bekannt. Man weiß, an welchem Tag ein Kind kommt, wie es heißt, wie alt es ist, was es für eine Grunderkrankung hat etc. Das finde ich sehr angenehm. Allerdings sind die Aufnahmen dann auch wesentlich aufwändiger und zeitintensiver als im Akut-KH.
Allerdings sind meine Erfahrungen zum Unterschied Rehaklinik/Akutkrankenhaus nicht "repräsentativ" für das, was du evtl. vorhast, da der Arbeitsbereich ein ganz anderer ist.
Ich arbeite in einer stationären Reha für neurologisch erkrankte Kinder, d.h. es gibt schon auch viele Gemeinsamkeiten mit einer Kinderklinik im Akutkrankenhaus.
Psychosomatik für Erwachsene kann man damit nicht vergleichen. Da hättest du mit Sicherheit wesentlich weniger Grundpflege, wahrscheinlich auch weniger von der "klassischen" Behandlungspflege (VZ, Medis, Infusionen, VW etc.), aber dafür mehr Beziehungsarbeit, Kommunikation... Insofern kann ich mir schon vorstellen, dass es dort in dem Sinne, in dem ich deine Auslegung von "stressig" und "angenehmer" interpretieren, tatsächlich vielleicht leichter ist. Allerdings ist es natürlich möglich, dass du dort emotional stärker belastet wirst, wenn du von den persönlichen Geschichten der Patienten hörst. Da muss man sich dann gut abgrenzen können.
 

Leander

Junior-Mitglied
Mitglied seit
02.03.2018
Beiträge
73
Akt. Einsatzbereich
Intensiv
Funktion
Pain-Nurse
Das Argument mit weniger Grundpflege bei Erwachsenen kann ich so nicht bestätigen.
In einer Reha-Einrichtung haben die Patienten teils auch einen erhöhtes Selbstpflege-Defizit, dass von einer Krankenpflegekraft komplementär versorgt werden muss.
In neurologischen Abteilungen ist das Defizit teilweise so hoch, dass jegliche Tätigkeit von einer Pflegekraft übernommen werden muss.

Selbst auf einer internistischen Abteilung hat sich das Klientel verändert, es gibt seltener Patienten, die selbstständig am Waschbecken zurecht kommen.
Kein Wunder, wenn die Multimorbidität gestiegen ist und die 'Kunden' immer älter werden.
 

-Claudia-

Board-Moderation
Teammitglied
Mitglied seit
04.09.2004
Beiträge
11.502
Standort
Ba-Wü
Beruf
Gesundheits- und Krankenpflegerin
Akt. Einsatzbereich
Chirurgie
Funktion
Pflegeexpertin ANP
Bewirb Dich und erwähne im Vorstellungsgespräch, dass Du gern hospitieren möchtest. Damit kannst Du Dir einen Eindruck von der tatsächlichen Arbeit in diesem Bereich verschaffen.
 

Neuromaus

Stammgast
Mitglied seit
23.12.2018
Beiträge
395
Beruf
Ges.- u. Kinderkrankenpflegerin
Akt. Einsatzbereich
Neuropädiatrie mit ganz besonderen Kindern ♥
Das Argument mit weniger Grundpflege bei Erwachsenen kann ich so nicht bestätigen.
In einer Reha-Einrichtung haben die Patienten teils auch einen erhöhtes Selbstpflege-Defizit, dass von einer Krankenpflegekraft komplementär versorgt werden muss.
In neurologischen Abteilungen ist das Defizit teilweise so hoch, dass jegliche Tätigkeit von einer Pflegekraft übernommen werden muss.
Völlig zutreffend. Aber darum ging es in meinem Beitrag ja nicht.
"Weniger Grundpflege" bezog sich auf die psychosomatische Abteilung, nicht auf Reha im Allgemeinen.
In der neurologischen Reha ist der Bedarf an Grundpflege in etwa vergleichbar mit dem in der neuropädiatrischen Reha (ich habe den direkten Vergleich, weil ich zeitweise in der neurologischen Reha für Erwachsene gearbeitet habe und jetzt eben bei den Kiddies und wir auch öfter mal bei den Erwachsenen aushelfen müssen) und mit Sicherheit wesentlich höher als in der Psychosomatik, da dort ja auch viele Selbstversorger sind.
 
Zuletzt bearbeitet:

Über uns

  • Unsere Online Community für Pflegeberufe ist eine der ältesten im deutschsprachigen Raum (D/A/CH) und wir sind stolz darauf, dass wir allen an der Pflege Interessierten seit mehr als 15 Jahren eine Plattform für unvoreingenommene, kritische Diskussionen unter Benutzern unterschiedlicher Herkunft und Ansichten anbieten können. Wir arbeiten jeden Tag mit Euch gemeinsam daran, um diesen Austausch auch weiterhin in einer hohen Qualität sicherzustellen. Mach mit!

Unterstützt uns!

  • Unser Team von www.krankenschwester.de arbeitet jeden Tag daran, dass einerseits die Qualität sichergestellt wird, um kritische und informative Diskussionen zuzulassen, andererseits die technische Basis (optimale Software, intuitive Designs) anwenderorientiert zur Verfügung gestellt wird. Das alles kostet viel Zeit und Geld, deshalb freuen wir uns über jede kleine Spende!