Muß mal meine Gedanken loswerden...

DarknessMaus

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Also, ich fang gleich mal an. Vorrausetzung für meine Ausbildung zur KKS ab dem 1.10.05 ist ein 3-wöchiges Pflegepraktikum,welches ich seit gestern in einem Altersheim ableiste.
Gestern hab ich überwiegend zugeguckt und halt hier und da etwas geholfen. Heute, am zweiten Tag, habe ich alleine(ohne Beobachtung eines examierten!!)eine Bewohnerin gewaschen. Hab es auch gut geschafft. Später wollte ich einer anderen Dame beim Anziehen helfen. Diese weinte fürchterlich, hatte Heimweh, sagte das sie keiner mag(was aber def.nicht stimmt) und erzählte mir sehr viel. Von ihrer Familie usw. Dies zog sich bestimmt 20-30min. hin. Während der gesamten Zeit war außer mir nur die Hauswirtschafterin dabei, die anderen Pfleger hatten andere Sachen zutun.
Das nahm mich so mit, das ich nachher mitweinen musste. ging echt nicht anders. Eine Kollgein tröstete mich, Meine kollegen sprachen nachher auch mit mir, dass ich mir das nicht so zu Herzen nehmen brauche usw.

Wollte das einfach mal loswerden, weil mich das vorhin so fertig gemacht hat. Vielleicht hat ja jemand ähnliches zu erzählen..
 

silverlady

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Gefühle in der Pflege

Ich kann das gut nachvollziehen. Ich bin jetzt seit fast 13 Jahren in der Pflege und auch ich habe manchmal Probleme mich abzugrenzen und mich nicht zu sehr persöhnlich zu engagieren. Aber das ist wichtig und notwendig denn wenn du dir jedes Schicksal so zu Herzen nimmst bist du bald ausgebrannt. Das lernt man aber mit der Zeit.
Zu deinem Praktikum kann ich dir nur sagen, schaue zu, frage wenn du etwas nicht verstehst oder nicht weißt und sehe zu das du in alle Bereiche der Pflege wenigstens mal dabei sein darfst.
Allesdings hättest du bei mir nicht ohne Aufsicht jemanden waschen dürfen bei mir wärst du als Assistenz dabei gewesen.
Und auch weinen ist in Ordung genauso wie in Ohnmacht fallen am ersten Tag
 

DarknessMaus

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Erst einmal Danke für deinen Beitrag.

Heute, wo ich drüber geschlafen hab und so seh ich das ganze auch wieder "klarer". Mit dem Waschen, das war auch jemand, der relativ viel noch alleine kann, "schwierigere" Patienten hätten die Kollegen mir auch nicht alleine überlassen, denk ich. ich werd auf jeden Fall nachfragen und versuchen über all mal zuzusehen.
"Schön" zu hören, dass es dir selbst nach solanger Zeit manchmal noch so geht. Das ich nicht die einzige bin.. Naklar sollte man sich nicht jeden Schicksal zu Herzen nehmen, wenn ich mir das so überleg hast du ja vollkommen Recht. Aber ist es denn nicht auch wichtig, einfühlend zu sein (selbst etwas zu viel)? Naja, stimmt schon, ich werd wohl mit der Zeit lernen, dass anders zu verarbeiten...
 

Zickchen-Pia

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Hi...

Ich kenne das , ich habe vor meiner Ausbildung zur Kinderkrankenschwester auch ein Praktikum gemacht, aber im Krankenhaus auf Erwachsenenstationen....
Bei uns ist das zwar keine Ausbildungsvoraussetzung aber ich war noch zu jung.
Tcha, da war es fast genauso, ich durfte nicht alles alleine machen, ich musste alles alleine machen, ich habe sachen gemacht die eine Praktikantin eigentlich noch gar nicht darf, aber das kam da komischer weiße absolut nicht drauf an.
Die alten Menschen haben bei mir auch viel geweint und sich beschwert, das hat mir auch alles sehr leid getan, aber man darf sich das wirklich nicht zu herzen nehmen, da machst du dich kaputt mit.

Im Krankenhaus ist es auch wieder anders als im Altenheim, dort wohnen die Menschen, im Krankenhaus kommen und gehen sie wieder....


Als ich dann meine Ausbildung angefangen habe, im Kinderbereich, ging mir auch vieles noch sehr nah und ich habe mich in viele Dinge reingesteigert, konnte nicht mehr aufhören zu weinen, aber mit der Zeit habe ich gelernt das es einfach so ist und es hört sich schlimm an, aber man gewöhnt sich irgendwie dran.

Es ist fürchterlich wenn man einen kleinen Wurm vor sich hat wo man weiß das er Misshandelt wird oder wo man weiß das er nicht mehr lange lebt, vielleicht sogar schon tot ist.

Ich habe in meiner Ausbildung einige Kinder gekannt die gestorben sind, sie sterben gesehen oder ihren kleinen Leblosen körper gesehen, auch heute wieder....:|
 

Nemo(w)

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Ich wiß, es klingt jetzt hart....aber hast du dir mal überlegt, ob das der richtige berufsweg für dich ist? es werden noch viel schwierige und emotionalere situationen auf dich zukommen und wenn du schon bei einer kleinen unterhaltung des lebens sooo mitgenommen bist....

sorry, aber möchte dich nicht persönlich angreifen aber auch nicht das du mit 30 ein fall für den psychiarter bist....liebe grüße
 

Zickchen-Pia

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Nein nein, so weit würde ich nicht gehen, ich bin auch so gewesen, mir ist alles gleich total neh gegangen, etc., aber nach einer Zeit ist man abgehärtet und es ist zwar noch traurig aber normal...
 

DarknessMaus

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@Nemo: Ja, ich bin mir sicher das es das richtige ist. Auch wenns hart werden wird, ich denke auch dass es nicht immer so bleiben wird. Ich werd die Ausbildung auf jeden Fall machen. hatte gestern wohl auch n schlechten Tag, kam wohl alles zusammen... Naja... finds gut das du so ehrlich bist:wink1: thx

@zickchen-pia: tut gut zu hören, dass es auch anderen Menschen so geht. Denke nicht, dass es immer so sein wird, das ich mich so reinsteigere. werd mich wohl auch dran gewöhnen. Danke
 

karbolpatrone

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Hallo,
ich kann das sehr gut nachvollziehen obwohl ich schon sehr lange im Beruf bin, finde es immer gut Gefühle und Mitgefühl zu haben, denn Menschen können nur dann richtig trösten. Du fängst gerade erst an und da ist sowas normal, man lernt den richtigen Umgang mit der Zeit, habe bei meiner ersten Patientin die 2 kleine Kinder hatte und gestorben ist, mich in der Toilette eingeschlossen und eine halbe stunde geweint.
( passiert mir nur noch selten, aber kommt vor )


lieben Gruß Liliana
 

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