Mobbing im Praxiseinsatz

Brandelie2612

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Hallo alle zusammen.
Direkt zu meinem Problem habe ich nichts gefunden deshalb versuche ich es mal zu schildern.

Undzwar bin ich Schülerin der GKP und habe soeben in einem anderen Krankenhaus meinen Einsatz in der Geburtshilfe, da mein Krankenhaus solche Abteilungen nicht besitzt.

Ich habe am Montag dort im Frühdienst angefangen und seit dem könnte ich jeden Tag heulen. Ich komme dort überhaupt nicht zurecht, vor allem nicht mit den Schwestern.
Die behandeln mich als wäre ich total bescheuert! Einen Namen besitze ich nicht, entweder bin ich die Schülerin oder mein Name wird falsch gesprochen, und mein name ist nicht schwer ^^
Frühs wurde ich kaum begrüßt, eher dumm angeschaut. Man hat mir nichts erklärt und auch nichts gezeigt wie was wo abläuft.
es fing an damit, dass ich ne Infusion vorbereiten sollte, in unserem Haus sind die Schüler noch nicht so weit, wie in deren Haus. Als ich um Hilfe bat wurde ich ziemlich blöd von der Seite angemacht, man würde es mir einmal zeigen und dann muss das sitzen.
Ich sollte später Blut abnehmen obwohl ich verlangt habe, noch einmal zusehen zu können. Wurde abgelehnt.

Später kam ich aus einem Patientenzimmer und habe gehört wie die eine Schwester zur einer Ärztin und anderen Schwester sagte "Die kann man nicht alleine los schicken die können wir nix allein machen lassen" - da musste ich schon ziemlich schlucken

Ich werde permanent angeschnauzt, muss 20 Sachen auf einmal machen und werde blöde voll gelabert wieso das und das noch nicht fertig ist.
Ständig geht es nur "Lass das doch die Schülerin machen" oder "Hier zeig das mal der Schülerin aber nur einmal dann muss die das können". Und wie gesagt, in einen Stationsalltag oder andere wichtige Dinge in so einer Abteilung gab es keine Einweisung

Heute sollte ich von den Patienten die entlassen werden aber noch bis Nachmittag da blieben Zeug wie Gläser, Sachen aus dem Bad, ect weg räumen. Habe dann nachgefragt ob ich wirklich das von denen die noch bisschen bleiben mitnehmen soll. Daraufhin wurde ich von der Dame am Tresen gefragt ob mir das alles zu viel ist was sie mir grade sagt. Als wäre ich geistig behindert halleluja
Ich sollte zum Frühstück eher Pause machen (mit einer Säuglingsschwester und der netten Dame vom Tresen), habe meinen Rucksack und meine Jacke neben mich gestellt denn einen Raum zum umziehen oder einen Spint hab ich nicht. Ich solle doch Platz für die anderen Schwestern machen. Und als ich sagte ich gehe raus eine rauchen schallte es mir nur entgegen ob ich das dürfte, ob ich gefragt hätte. ich müsse mich umziehen wenn ich rauchen gehe. so ungefähr was würde mir einfallen rauchen zu gehen ? Könnte ja klingeln. Und in meiner Pause darf ich ja wohl machen was ich will selbst wenn ich die 30 minuten nur in der raucherecke hocke

Klingt vielleicht alles nicht so schlimm aber wenn man permanent angeschnauzt wird nur weil ich den Tagesablauf nicht kenne, was ja logisch ist wenn man in nem anderen kh arbeitet, aber mich macht das echt fertig.
Jedes mal wenn die mich so knallhart anmachen würde ich am liebsten platzen aber wahrscheinlich würde das in tränen enden.
Was würdet ihr in so ner Situation machen? Drauf scheißen oder was sagen ?
Würde am liebsten immer gerne heim gehen und denen n Finger zeigen aber naja, wahrscheinlich dauert es auch nicht mehr lange bis ich einfach verschwinde denn mehr als essen austeilen und die küche sauber halten mache ich nicht
Mich macht das einfach fertig, sowas unfreundliches hab ich noch nicht erlebt. Selbst der Mann einer Patientin kam zu mir und sagte wie scheiße unfreundlich die wären

Danke schonmal
(Ja ich weiß, Lehrjahre sind keine Herrenjahre)
 

Martin H.

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Hört sich ziemlich krass an... wie sehen das denn Deine Mitschüler, war von denen mal jemand dort? Ist diese Station immer so?
"Hier zeig das mal der Schülerin aber nur einmal dann muss die das können".
Das finde ich ziemlich hammermäßig, insbesondere wenn es um Infusionen (!!!) geht. Damit könnte man ohne weiteres jemanden töten, wenn man einen Fehler macht!
Und als ich sagte ich gehe raus eine rauchen schallte es mir nur entgegen ob ich das dürfte, ob ich gefragt hätte. ich müsse mich umziehen wenn ich rauchen gehe. so ungefähr was würde mir einfallen rauchen zu gehen ? Könnte ja klingeln.
Also im Prinzip kannst Du in Deiner Pause machen, was Du willst. Streng genommen darf Deine Pause auch nicht unterbrochen werden. Wie das mit dem von Station gehen bei euch geregelt ist (Hygiene), kann ich nicht sagen; evtl. Straßenschuhe anziehen, wenn man vors Haus geht. Du mußt aber unbedingt der Station bescheid geben, wenn Du Deine Pause machst, auf keinen Fall einfach so von Station gehen!
Ich würde versuchen, erst mal das Gespräch zu suchen, wobei halt die Frage ist, wer Dein zuständiger Anleiter ist? Wenn keiner benannt wurde, wende Dich an die Stationsleitung.
Wenn das alles nix bringt, informiere Deine Schule, aber ERST dann. Vielleicht gab es auch ein Mißverständnis seitens dieser Station, und sie gingen von falschen Voraussetzungen aus.
 

InetNinja

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Hey. Das hört sich nicht schön an.

Wie lange dauert der Einsatz?
Ich kenne auch so Einsätze in denen man sich einfach nicht wohl fühlt.
War bei mir in der Regel aber nur ein zwei Kollegen die komisch und der Dienst einfach anstrengend war.

Jetzt bin ich was älter und wenn einer meint mir so unverschämt um die Ecke zu kommen, bekommt er recht subtil aber deutlich zu spüren was ich davon halte. Sollte derjenige sich beschweren wollen, ist ihm auch recht schnell klar das er sich damit selber ins Knie schießt.
Z.B.
"Wie???da bleibe ich damit einer auf die Klingel geht, aber ich informiere eben mal die MAV das sie falsche Informationen raus gibt. Erstaunlicherweise durfte ich just in dem Moment hin wohin ich wollte und weitere unverschämte Aktionen blieben auch aus"

Es kamen auch schon Situationen vor in den ich deutlicher werden mußte. Das versuche ich aber trotz aller Unverschämtheiten in der Form zu vermeiden. Häufig legt sich sowas doch nach ein paar Tagen kennenlernen. Und man darf sich das echt nicht zu Herzen nehmen. Frei nach dem Motto "da rein da raus".

Als Azubi braucht man ein Dickes Fell. In einem Außeneinsatz war ich für die Kollegen auch der Depp. War Betriebsfremd etc... Hackordnung... muß man nicht drauf eingehen.

Ganz ehrlich, ich habs aufgegeben dafür den Lehrer anzusprechen etc. Das ist häufig noch frustrierender Gewesen. Meist hat sich das in ruhigeren Situationen gelegt, nach dem man sich mal beschnuppert hat und die Kollegen dann mal so wussten wer ich bin und was ich kann.
 

Maniac

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Wir lesen ja immer nur die eine Seite.

Hast du denn ordentlich gegrüßt, dich vorgestellt?
Hast du nach einem Anleiter gefragt, hast du deinen Ausbildungsstand genannt, hast du erklärt, dass du dich nicht auskennst, hast du nach den Abläufen gefragt?
Sprichst du alle mit Namen an?
Duzt du ungefragt fremde Fachkräfte, und zu Guter Letzt: Drückst du dich da aus, wie hier?
Blöde anlabern, Halleluja, als ob ich behindert wäre, scheiße, scheißen...


Dann: Du bist erst 3 Tage da, frag deinen Anleiter oder die SL, ob du sie mal in Ruhe sprechen kannst, sprich deine Probleme an. Sprechenden Menschen kann geholfen werden.
 
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Brandelie2612

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@Martin H.
Eben. Ich wurde auch ziemlich angemeckert als ich ein kleines Problem zwecks Infusionssystem luftleer machen hatte (lief einfach nur langsam, war alles gut), man wird halt einfach hingestellt als wäre man total dumm. Aber mehr als Essen austeilen und die Küche sauber machen lassen sie mich nicht mehr machen
Ja ich frage auch immer ob ich rauchen gehen kann und das ja nur in meiner Pause, schließlich bin ich ja in dem Falle nur ein Schüler
Danke für die Antwort!

@InetNinja
bin da jetzt erstmal noch bis nächsten Freitag. Zwei verdammt lange Wochen für mich :(
Das Problem ist ja auch einfach, dass alles total anders ist aber es mir keiner zeigt. Mir werden immer nur Anweisungen entgegen geworfen und wenn ich damit nichts anfangen kann bin ich der Depp vom Dienst
In diesem Krankenhaus gibt es auch Hilfsdienste die Essen austeilen und all sowas machen, als ich heute zu einer Anleitung in mein eigentliches KH musste wurde ich unhöflich gefragt wer denn da jetzt das Mittag austeilen soll

Bis jetzt hatte ich noch nie solche Probleme, aber die versuchen es ja nicht einmal einen aufzunehmen. Dort wurde ich vom ersten Tag an abgestempelt.
Ich versuche demnächst auch meinen Mund aufzumachen, denn so geht es nicht weiter da bleibe ich lieber zu hause, das kann ich mir ehrlich sparen.
Ich werde es auch bei der Praxisanleiterin von meinem Haus ansprechen, da ich sicherlich dementsprechend eine miese Bewertung bekomme. Aber was die können kann ich schon lange, ich werde mich so richtig beschweren über diese Station im Abschlussgespräch!
Danke auch dir für deine Antwort :-)
 

Brandelie2612

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@Maniac
Uns wurde vom ersten Tag der Ausbildung gesagt wir haben uns jeder Person vorzustellen und das mache ich auch. Viel Zeit zum fragen war nicht, da es ja frühs gleich mit messen los ging , wie üblich halt, und habe dann trotzdem ständig gefragt wie ich was machen soll bzw wie es abgeht.
Ich stelle mich mit Namen und eigentlichen Krankenhaus vor. Eine Ärztin hat mich sogar noch gelobt das ich sofort ankam und mich total nett vorgestellt habe
Die meisten Schwestern fragen selber welches Lehrjahr ich bin und was ich schon darf, was ich beantworte. Die eine konnte sich trotz telefonat nicht mal an mich erinnern und hat nachdem ich mich vorgestellt habe gefragt wo denn die Schülerin aus Eisenberg heute ist
Dutzen tue ich niemanden, gehört sich nicht und das weiß ich.
Wohl kaum, ich sage zu allem ja und amen und selbst wenn ich angeschnauzt werde bleibe ich freundlich was in solche momenten nicht immer einfach ist, irgendwann ist das Maß voll und trotzdem lächel ich und frage ständig ob ich was helfen kann
ich versuche ja sogar noch in den pausen oder allgemein gespräche aufzubauen aber das wird mit aha oder mh ignoriert und gut ist
 

Martin H.

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Als Azubi braucht man ein Dickes Fell. In einem Außeneinsatz war ich für die Kollegen auch der Depp. War Betriebsfremd etc... Hackordnung... muß man nicht drauf eingehen.
Ehrlich? Die Außeneinsätze waren bei mir/uns damals die besten, bin da eigentlich nie blöd behandelt worden (im Gegensatz zu so mancher Station in meinem "eigenen Haus"). Daher konnte ich nach dem Examen nicht schnell genug von meinem "Lehrkrankenhaus" wegkommen! :D
Aber waren wohl andere Zeiten, damals in den 90ern. :cool:
 

InetNinja

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Pass auf das du dabei nicht zu sehr über das Ziel hinausschießt.
Bleib sachlich.

Ich hab wenn ich wo neu war immer erstmal die Klappe gehalten und abgewartet. In Fast allen Fällen hat sich das nach einer Woche gelegt. Es waren wenn nur einzelne Kollegen die Komisch waren und da hatte ich vorher auch noch versucht das Ruder rum zu reißen. Also gezielt angesprochen ob sie mir was Zeigen können, ihnen Interesse entgegen gebracht etc. Es gab wirklich 2 in der gesamten Ausbildung mit denen es einfach nicht geklappt hat. Da hab ich dann aber selber kein Wert auf eine sehr harmonischen Umgang gelegt. Der war dann kühl sachlich und man ist sich aus den Weg gegangen.

Mit 2 bin ich mal richtig aneinander geraten. Mit einem davon hab ich mich vorher super verstanden. Weiß nicht was da los war. Ich glaub der hatte mich mit jemand anderen verwechselt.
Der andere war einfach selber... naja... so Leute gibts halt auch. Ich hab bei meinem Kursleiter immer ne Kurze Rückmeldung gemacht. Der Sagte dann auch immer nur, man kann sich nicht mit allen verstehen und haken dran.

He he. Ich hatte mal nen Fall. Da kam mir ne stationsfremde Schwester und bellte mich an ich solle mit in den Aufwachraum kommen. Mitten in der Übergabe etc. Da ist mir raus gerutscht: "Ich bin doch nicht die Stationsziege die man mal so mitnehmen kann" Ich hatte es noch nicht ganz ausgesprochen und dachte nur "Ka.c.ke das gibt Ärger" Von meinem Praxisanleiter hab ich für die Aktion ne eins in Prioritäten setzten etc. bekommen. Der fand das gut.

Was ich aber auch sehr häufig erlebt habe, so wie sie austeilen, können sie in der Regel auch einstecken. Ich hab bisher keine nachtragende Schwester erlebt. Wirklich nicht. Da wurde sich ange.furzt und weiter gearbeitet. Ich hab mich bei Kollegen entschuldigt und auch bei mir wurde sich entschuldigt. Hart aber Herzlich...

Das einzige lass dich nie zu einem Streit verleiten. Das ist immer sehr unschön, für alle... Lieber Time Out nehmen wenns hoch kocht und später sprechen.
 
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InetNinja

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Ehrlich? Die Außeneinsätze waren bei mir/uns damals die besten, bin da eigentlich nie blöd behandelt worden (im Gegensatz zu so mancher Station in meinem "eigenen Haus"). Daher konnte ich nach dem Examen nicht schnell genug von meinem "Lehrkrankenhaus" wegkommen! :D
Aber waren wohl andere Zeiten, damals in den 90ern. :cool:
Waren bei mir durchwachsen. Alle Außeneinsätze waren Menschlich gut bis sehr gut. Gab nur einzeln Ausreißer. Jetzt kommt bei mir hinzu das ich was älter bin und selbstbewusst. Ich steh nicht mit hochgezogenen Schultern in der Ecke und guck schüchtern durch die Gegend. Und dann bin ich auch noch ein Macher. Das Ruckelt häufig aber schaukelt sich in ein paar Tagen auch immer ein. Da gab's doch echt jemanden der das nicht abkonnte. Und ich hab mich ihm gegenüber so zurückgenommen das ich fast geplatzt bin. Das war dann gleich noch mehr Sprengstoff :lol1:
 

Brandelie2612

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@InetNinja @Martin H. Also bis jetzt hatte ich mit Außeneinsätzen auch keine Probleme, die waren immer super freundlich und man wurde super aufgenommen. Nur was da jetzt schief läuft verstehe ich nicht. Einen Ansprechpartner hab ich auch nicht, ist halt alles etwas blöd für mich

Sollte es sich nicht ändern, frag ich einfach nach einem klärenden Gespräch um halt einfach anzusprechen das ich mich nicht wohl fühle und was ich denn falsch mache.
Ich freu mich ja sonst eigentlich auch über all was man mir zeigt und wohin man mich mitnimmt aber bis jetzt wurde ich halt auf dieser Station nur auf mich allein gestellt, schade da es ja eigentlich ein schöner Einsatz sein sollte

Als ich am ersten Tag bei der Säuglingsschwester war wurde ich angepampt ich solle doch jetzt nicht so zimperlich sein und Mal anpacken als ich sehr zierlich mit einen neugeborenen umging, glaub das ist aber eigentlich normal das man da nicht gleich zupackt wie beim Kloßteig kneten

Danke jedenfalls für die Antworten ☺
 

InetNinja

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Hm. Wer weiß was da auf der Station sonst so los ist.

Evtl. geht den selber der Hintern auch Grundeis und die haben total Stress, verstehen sich untereinander auch nicht. Hatte auch mal so eine Station, boar haben die übereinander hergezogen. Das war auch eine Station wo ich mich überhaupt nicht wohlgefühlt habe. Da haben es schlichtweg die "Schwächeren" abbekommen. Unter anderem auch ein ältere zwangsversetzte Schwester. Also trifft nicht nur die Azubis. Manche neigen dazu die Last nach unten zu treten.

Ansonsten ... HAKEN dran...
 

Brandelie2612

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@InetNinja
Ja das hab ich auch so in etwa mitbekommen, die ziehen sehr übereinander her. Da will ich gar nicht wissen wie sie über mich reden wenn ich nicht da bin
 

Janita85

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Ich bin 32 Jahre alt und mache seit März die Ausbildung zur GuKp. Habe vorher schon zwei andere Ausbildungen gemacht, alle im Gesundheitswesen und in jeder Ausbildung habe ich den Schülerstatus gehasst! Wegen genau dem, was Brandelie hier schreibt!
Als ich mit der jetzigen Ausbildung angefangen habe, habe ich nur Sorge gehabt, was passieren wird wenn ich auf die neuen unterschiedlichen Stationen komme. Ich stelle mich IMMER jeder fremden Schwester vor. Manche finden das toll, anderen juckt es nicht. Ich habe s.c.-Injektionen noch nicht in der Schule gehabt, deshalb lehne ich es auch auf Station ab. Einige haben damit ein Problem und gucken mich schräg an und sagen, man würde es mir ja zeigen, was ich trotzdem dankend ablehne. Ich glaube auch nicht, dass die mich fragen weil sie es mir zutrauen, sondern sie wollen schlicht Zeit sparen. Ich tue ansonsten auch alles, was mir aufgetragen wird, auch die Dinge, bei denen offensichtlich ist dass die anderen grad keinen Bock drauf haben, lieber erklären sie es mir umständlich und hätten es in der Zeit fix selbst erledigen können, anstatt sich auf "Knastarbeit-Niveau" herabzulassen. Ich scheue keinerlei Arbeit, aber genau das wittern viele Kollegen oft und nutzen das aus. Mein Schwachpunkt ist aber auch, dass ich schlecht Nein sagen kann, denn ich sage mir selbst, dass ich als Schüler nunmal da durch muss.
Welche Rechte haben wir denn als Schüler auch? Laut Gesetz sollen wir unserem Lernstatus gemäß ausgebildet werden. Macht keiner. Es gibt Stationen, die lassen mich keine Doku schreiben, aus Zeitmangel. Obwohl ich bald pflegeplanung machen muss. Die Ganzkörperpflege im Bett habe ich zuhause mit Lehrbüchern und Aufzeichnungen der Schule an meinem Lebensgefährten geübt! Ist kein Witz! Denn auf Station hats mir niemand gezeigt. "Herr X in der 3 muss gewaschen werden. Fang an." Das wars. Es stimmt, du brauchst ein echt dickes Fell! Und in der Schule sagen sie mir, man muss sich auf Station oft durchboxen und manchmal den Kollegen Druck machen damit man vorwärts kommt. Ganz ehrlich? Das kann ich nicht. Denn ich habe schon oft von Schülern gehört, die sich bei Mobbing, Lernschwierigkeiten oder Wunsch nach Anleitung die Stationsleitung bemüht haben und es hat nur noch alles schlimmer gemacht. Bin allerdings auch jemand, der immer gleich in Tränen ausbricht wenn Konflikte im Anmarsch sind, selbst wenn ich wütend werde fange ich an zu weinen.
Vielleicht meldet sich jemand hier im Thema und kann uns Tipps geben.
 

Brandelie2612

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@Janita85 du sprichst mir so aus der Seele, genau so ist es bei mir auch

In der Übergabe geht es meist nur "das ist Schülerin ihr Part das muss sie jetzt alleine hinkriegen ich hab es ihr einmal gezeigt"

Das waschen habe ich auch immer Versucht zu Hause zu üben
Heute sollte ich Blut nehmen, hab aber keins gekriegt durch schlechte Venen. Da war gleich wieder schlechte Laune seitens der Schwester weil sie es ja nun selber machen musste. Ich solle bis Ende des Einsatzes sicher werden im Blut nehmen

Man erklärt mir absolut nix, ich bin ja jetzt in dem anderen Krankenhaus da muss ich mich anpassen, mehr wird mir nicht gesagt

Auf meiner ersten Station stand in meine Bewertung bei Dokumentation "kaum Gemacht" ja und warum ? Nach dem Waschen musste ich sauber machen und konnte nie meine Patienten ankreuzen und üben
Wie soll man das denn alles lernen wenn mans nie praktisch machen darf ?
 

InetNinja

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@Janita85
Wie soll man das denn alles lernen wenn mans nie praktisch machen darf ?
Leider erst nach dem Examen. Ist bei mir genauso.

Man fummelt sich im Verlauf der Ausbildung da aber irgendwie rein. Man versteht mit der Zeit auch mehr. Mir war zu Anfang auch immer zum heulen zu mute. Das geht aber vorbei.

Habt ihr auch Schüler leiten eine Station? Da soll man viel lernen. Wir sind im März dran. Bin mal gespannt. Und ich hab Glück zum Examen komme ich auf meine Wunschstation. Der Praxisanleiter dort ist ein Goldstück...

In den letzten 2,5 Jahren hat mich auch so oft der Frust übermannt. Fürchterlich. Eine vernünftige Ausbildung ist min. in meinem Kreis nicht mehr zu leisten. Der Theorieunterricht ist zum mim. 50% bei uns auch autodidaktisch. Personalmangel wird mit Gruppenarbeit bewältigt und wenn ein Lehrer krank ist müssen wir es uns zwangsweise selber beibringen und dann guckt anschließend auch selten einer richtig drüber. Bei uns kommt sogar noch Platzmangel hinzu. Wir sitzen uns ernsthaft in der Klasse gegenseitig auf dem Schoß.
 
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InetNinja

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Ja das hab ich auch so in etwa mitbekommen, die ziehen sehr übereinander her. Da will ich gar nicht wissen wie sie über mich reden wenn ich nicht da bin
Es ist vollkommen egal wie sie über dich reden wenn du nicht da bist.

Ihr müsst an eurem Fell und Selbstbewusstsein arbeiten. Das ist das einzige was ihr wirklich beeinflussen könnt. Den Kopf der anderen könnt ihr maximal nur angucken. Mehr nicht.
Nur weil mich jemand blöde behandelt oder mich für blöd hält, heißt das noch lange nicht das ich blöd bin ;)

Ab dem Moment wo ich mir mehr wert war und auch meinen Wert wahrgenommen habe, wurde es besser. Und das sagen euch die Patienten noch oft genug wieviel ihr wert seid ;) Aber auch was ihr leistet wenn ihr mal an euch runter guckt. Heute bin ich gar nicht mehr in der Lage dinge in mich rein zu fressen oder mich selber wegen andere Ziegen mich selber fertig zu machen. Das lässt mein Selbstwertgefühl nicht mehr zu.

Und für diese Erkenntnis hat die Ausbildung ein ordentliches Pfund zugetan.
 

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