Mit 37 Ausbildung zum Pflegefachmann

r.schmidt1986

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Hallo zusammen,

ich möchte gerne einmal in Fachkreisen nach Meinungen fragen;

ich bin 37 und hatte bis heute nichts mit der Pflege zu tun. Ich bin selbstständig und komme aus der Logistik, merke aber schon seit Jahren, dass mich das alles nicht erfüllt.
Geld ist nicht alles und ich möchte gerne etwas sinnvolles machen.
Kennengelernt habe ich das typische Bild eines Krankenpflegers selbst als Patient und als Begleiter eines Angehörigen auf der Intensivstation.

Mir war schnell klar, dass diese Arbeit etwas sehr nützliches ist und habe mich nun lange damit beschäftigt.

Nun gibt es hier in meiner Gegend auch die Möglichkeit eine solche Ausbildung zu absolvieren (habe ursprünglich studiert).
Ich würde gerne langfristig auf einer Intensivstation arbeiten, habe mich hier auch intensiv eingelesen.
Mir stellen sich nun die Fragen;

- bin ich zu alt für so eine Ausbildung?
Meine damit nicht, dass ich nicht in der Lage bin zu lernen, sondern der Wille eines Personalers mich einzustellen.

- wenn ich die Ausbildung beende, wie sehen die Chancen auf eine Übernahme durch ein Krankenhaus aus?
Bin dann schon fast 40 Jahre alt, da gehört man ja schon fast zu den alten

Mich interessiert das Gehalt nicht, ich möchte es aus voller Überzeugung machen.
Aber Blut und Schweiß zu opfern wenn ich am Ende nichts bekomme, ist nicht zielführend, zumal an meinem Brot auch noch Familie mit knappert.

Wie seht ihr das?
Habt ihr aus eurer täglichen Arbeit Erfahrungen mit Leuten wie mir sammeln können?

Vielen Dank für eure kommenden Antworten.
 

einer

Poweruser
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Hallo r.schmidt,

Erst mal: herzlich Willkommen hier im Forum.
Du hast konkrete Fragen daher hier konkrete Antworten:
- bin ich zu alt für so eine Ausbildung?

Nein. Auch mit 37 kann man die Ausbildung beginnen.

- wenn ich die Ausbildung beende, wie sehen die Chancen auf eine Übernahme durch ein Krankenhaus aus?
Sehr gut. Zur Zeit ist es recht leicht eine Stelle "nach Wunsch" zu finden. Allerdings sollte man eine gewisse Flexibilität zum Thema Arbeitsort haben, wenn man einen ganz bestimmten Arbeitsplatz sucht.
Mich interessiert das Gehalt nicht, ich möchte es aus voller Überzeugung machen.
Aber Blut und Schweiß zu opfern wenn ich am Ende nichts bekomme, ist nicht zielführend, zumal an meinem Brot auch noch Familie mit knappert.
Gehalt ist "relativ"
Hängt davon ab, welchen Tarif der Arbeitgeber bezahlt. Mein derzeitiger AG zahlt zur Zeit knapp 3000€ Einstiegsgehalt (brutto) ohne Wechselschicht und Wochenendzulage. (P7 AVR)
Als Fachpflegekraft auf einer Intensivstation kann das Gehalt nach 10 Jahren bis auf 3950€ steigen. Wieder Grundgehalt.
Dazu braucht man aber eine 2-jährige Zusatzausbildung.

Während der Ausbildung musst du natürlich mit der Ausbildungsvergütung zurecht kommen.

Habt ihr aus eurer täglichen Arbeit Erfahrungen mit Leuten wie mir sammeln können?

Zur Zeit zwar nicht. Ich selbst habe mit Ende 20 meine Ausbildung beendet. Mein ältester Kurskollege war 34. Wir arbeiten beide noch im Beruf.

Viel Erfolg bei deiner Entscheidungsfindung

LG Einer
 

LuA

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Hallo :-)
Ich habe diesen Monat die Ausbildung zur Pflegefachfrau gestartet und wir haben mehrere in unserem Kurs, die älter als du sind. Die älteste ist Ende 40. Klar muss man dann das Lernen nochmal neu lernen, allerdings bringt man ja schon einiges an Lebenserfahrung mit, was bestimmt auch nicht schlecht ist.
Versuchs doch einfach mit einer Bewerbung und schau was bei rum kommt.
Wobei du eventuell vorher ein kurzes Praktikum machen solltest um zu sehen, ob es denn auch wirklich passt, denn die Ausbildung anzufangen und dann erst festzustellen, dass es doch nicht ganz passt, kommt nicht so gut :/
Liebe Grüße und morgen einen guten Start in die Woche
LuA
 

Martin H.

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Ein Praktikum würde ich auf jeden Fall vorher machen.
Andere Frage:
Warum nicht Pflege studieren?
 

r.schmidt1986

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Danke für eure Antworten.
Das mit dem Praktikum klingt logisch und werde ich machen.

Nochmal in die Uni fällt raus.
 

Beteigeuze

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Ich habe mit 41 die Ausbildung begonnen, bin noch nicht mal der älteste im Kurs. Im parallel Kurs sind auch 2 Ü50 dabei. mach dir keine Sorgen deswegen, du wirst mit Kusshand genommen.
 

r.schmidt1986

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Studieren ist nicht mein Ding. Habe es damals nur durchgezogen um es nicht abzubrechen.
 

r.schmidt1986

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Danke für den Beitrag. Das wollte ich gerne hören.
Dann mach ich hier mal ein Praktikum.
Die Ausbildung kommt dann sowieso erst nächstes Jahr in Frage.
 

Onkel Etsch

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Ich habe mit 48 als KPH angefangen, allerdings umgeschult. War vorher im Handwerk. "Aus purer Überzeugung" in der Pflege zu arbeiten finde ich selbst zwar sehr gut, in der Realität ist es aber mittlerweile eine "Krankenhausindustrie" mit Arbeitsverdichtung, Personalmangel etc.
 

Tatiana123

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Hallo,

ich würde auch behaupten das Alter bei der Ausbildung spielt keine Rolle - wenn du Zeit und Lust hast etwas Neues zu lernen !

Allerdings würde ich mir den Pflegeberuf vorher noch einmal genauer ansehen - mehrere Praktika machen, auf verschiedenen Stationen (am besten Innere Medizin, keine Privatstation).

Du beschreibst einen sehr schönen Beruf - leider empfinde ich ihn selbst gerade gar nicht mehr so - mag es dir aber auch nicht vermiesen. Einfach mal bisschen einlesen, googeln nach Personalmangel Pflege, Pflegenotstand, zu wenig Mitarbeiter auf Station, raus aus der Pflege u.s.w.


Falls du es doch machst: hast meinen vollsten Respekt - und man wird dich mit Kusshand nach der Ausbildung nehmen. Du hast fast die freie Auswahl an Stellen.

Alles Gute,

Lg, Tatiana
 

Onkel Etsch

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Man darf aber auf keinen Fall den körperlichen Aspekt vernachlässigen. Pflege ist körperlich anstrengend. Du musst viel heben, lagern etc. Und du hast meist Schichtdienst. Das schlaucht besonders mit dem Alter
 

Beteigeuze

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Man darf aber auf keinen Fall den körperlichen Aspekt vernachlässigen. Pflege ist körperlich anstrengend. Du musst viel heben, lagern etc. Und du hast meist Schichtdienst. Das schlaucht besonders mit dem Alter
Da muss ich an meine Dozentin denken. Sie hat über 20 Jahre in der Pflege gearbeitet un nie Rückenprobleme gehabt. Sie sagt, sie hat es der Kinästhetik zu verdanken. In der Praxis merke ich aber, dass Kinästhetik ungerne bis gar nicht genutzt wird. Entweder dem Pat. unter die Achseln greifen und hochziehen oder mit Stecklaken zu zweit nach oben. Finde ich schrecklich. Wenn ich in der Praxis ankomme "Ich will Kinästheik anwenden" rollen die Praxisanleiter und Examinierten nur mit den Augen.
 
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Neuromaus

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Neuropädiatrie mit ganz besonderen Kindern ♥
Wer in der Pflege „viel heben“ muss, der macht was verkehrt.
So ist es. Ich hebe volle Wäschesäcke, Kartons mit Sondenkost- oder Infusionsflaschen und allenfalls Babys oder Kleinkinder. Und mehr kann ich auch nicht und muss ich auch nicht, denn es gibt genug andere Transfermöglichkeiten. Ja, auch ich habe manche Kollegen, die gerne mal ein größeres Kind schnell zu zweit vom Rolli ins Bett heben wollen, weil es schneller geht. Aber wenn mich da jemand fragt, sage ich grundsätzlich: "Sorry, heben kann ich nicht. Ich kann dir gerne bei Transfer XY (über den Stand, über den Sitz, mit Lifter...) helfen, aber heben schaffe ich nicht." Die meisten nehmen das dann so hin (wenn auch viele zähneknirschend), nur wenige sind unbelehrbar und suchen dann jemand anders, der mit ihnen hebt, aber das ist dann ihr Problem. Ich sehe es nicht ein, mir den Rücken kaputt zu machen. Ich habe nach dem Examen kurze Zeit auf der Frühreha/Intensiv für Erwachsene gearbeitet. Da hatten die meisten Patienten ungefähr doppelt so viel Gewicht wie ich, einzelne sogar dreimal so viel. Zeig mir irgendjemanden, egal in welchem Alter, der solche Menschen heben kann. Also ich kann es nicht. Ich bin doch nicht Pippi Langstrumpf.
 
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Onkel Etsch

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"Nein" sagen ist auch nicht von Nachteil
 

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