Immer dieses Meckern und Gemörgel – kennt das jemand?

Nachtbruder2026

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Pflege
Ständiges Meckern und Gemecker in der Pflege – warum?

Titel: Immer dieses Meckern und Gemörgel – kennt das jemand?

Hallo zusammen,

mir fällt auf, dass in der Pflege über alle Schichten hinweg oft ein ständiges Meckern und Gemörgel herrscht.

Egal, ob Früh-, Spät- oder Nachtdienst – es gibt immer Kolleginnen und Kollegen, die Kritik üben oder unzufrieden wirken, selbst wenn Aufgaben korrekt erledigt sind.

Oft wirkt es so, als wären viele Menschen mit ihrem Selbstbild oder Fremdbild unzufrieden.
Das ständige Nörgeln belastet die Teamdynamik und führt zu unnötigem Stress, obwohl alle ihr Bestes geben.

Es scheint eine Mischung aus Überlastung, Stress und vielleicht auch persönlichen Unsicherheiten zu sein, die sich in Kritik und Gemecker äußert.

Mich interessiert:

Warum ist dieses Verhalten in Pflegeeinrichtungen so verbreitet?

Wie geht ihr damit um, wenn ständiges Meckern die Arbeit erschwert, ohne dass Patienten darunter leiden?

Habt ihr Strategien, wie man die Teamatmosphäre verbessern oder Konflikte sachlich lösen kann?


Ich würde mich über Erfahrungen, Einschätzungen und Tipps freuen – vielleicht kann man so Wege finden, das Arbeitsklima entspannter zu gestalten.
 
Sorry, aber ich muss das jetzt mal loswerden:
Ständiges Meckern und Gemecker in der Pflege – warum?
Ja, warum? Ich bin hier nicht sehr aktiv, lese aber gerne quer.
Und auffällig ist, daß es von deiner Seite nur negatives zu berichten gibt; positive Berichte konnte ich noch keine erkennen.

Ich bin seit 1984 nonstop aktiv in der Pflege, so ziemlich alles gesehen und nun verbringe ich meine letzten 2 Jahre als Pallitaiv Care Fachkraft.
Habe ich schon negatives erlebt?
Ja, und das nicht zu knapp!
Was habe ich getan?
Geredet, Kompromisse gesucht, Veränderungen vorgeschlagen. Wenn nichts ging, gekündigt und ein neues Häuschen gesucht.
Kein Betriebsrat?
Hatte ich in einem Haus (Altenheim) und das war eine Katastrophe. Da haben wir mit Hilfe von verdi einfach einen BR gegründet!

Wehr dich doch einfach mal, tret deinen Chefs mal symbolisch gegen das Schienbein und gewöhne dir ein gesundes Selbstbewusstsein als Fachkraft an! Stichwort: Durchsetzungsvermögen.

Oft werde ich gefragt, wie ich all die Jahre durchgehalten habe.
Antwort: Indem ich ungute Situationen nicht hingenommen habe.
Und weil mir mein Beruf Spaß macht, den ich mir auch durch viele Fort- und Weiterbildungen erhalten habe.

Beschreibe in einem neuen Thread doch mal schöne Situationen (sofern exixtent)....

Gruß...
 
Hier sind mal ein paar beitrage zu diesem Thema.

Nörgeln, Gereiztheit, Depersonalisierung, Zynismus sind nämlich ein Zeichen von Mentaler/ Emotionaler Erschöpfung. Und da steckt man im Burnout schon mitten drin.

Ich durfte vor ein paar Jahren beim Pflegekongress das erstmal von EmpCare hören. Die sich unter anderem genau mit diesem Phänomen beschäftigen.

Ich für meinen Teil habe das selber am eigenen Leib erfahren. Ich hab mich anderen Menschen gegenüber aber NOCH NICHT aggressiv gezeigt. War aber im glauben das mitmachen zu müssen. Im inneren war ich aber extrem Zynisch und hab den Ärzten und denen die von uns XY verlangten nur das schlechteste auf der Welt gewünscht. Obwohl ich sachlich wusste und auch weiß das unsere Politik/ Gesellschaft oftmals ein solches verhalten nötigen.
Da war ich noch auf der ITS beim Max.Versorger. Nun bin ich auf einer kleineren ITS und haben keine eigenen Patienten, wie nen 9 to 5 Job.
Alleine das ich keine eigenen Pat. mehr habe und nicht gegen Unfaires, Arroganz, Gleichgültigkeit, etc. ankämpfen muss, hat meine Gesundheitliche Situation deutlich verbessert. Da ich keinen eigenen Pat. habe den ich verteidigen muß.

Ein Beispiel. Langlieger Pat. schon zig ICB gehabt, durch gerinnungshemmer an der ECMO. Sternum durch Infekte weggefault. Außerhalb der ITS nicht lebensfähig. Also verloren. Wir haben diesen Menschen ohne Sternum immer wieder Reanimieren müssen. Es war einfach nur ekelhaft. Es fühlte sich an als würde man auf einem Pudding rumdrücken und das tut der Seele wirklich nicht gut. Die Angehörigen wollten aber das volle Program. Rechtlich ist ein Arzt dazu verpflichtet da iwann auch mal den Stecker zu ziehen. Da es eben auch unnötiges Verbrennen von Ressourcen ist. Bett, Material, Medikamente, Blutprodukte etc. und vor allem auch Pflegepersonal. Die haben das nämlich nicht ausgehalten. Entsprechend die Krankheitsquote.
Und wie man es doch so sieht, die anwesenden Docs wussten das es aussichtslos war. Dennoch hat da keiner mal auf den Tisch gehauen. Alles unter dem Chefarzt wurde gegrillt wenn nur der Gedanke laut wurde. Stellenwiese echt unter der Gürtellinie mit Androhungen von Anzeigen etc. Von Angehörigenseite hast du ja das gleiche zu befürchten. Gibts ja immer mal wieder das Angehörige sich durch alle Instanzen klagen um ein Abschalten zu verhindern. Und selbst wenn das Letzte Gericht entscheidet das es nun gut ist, starten draußen sitzwachen vor dem Haus etc.

Und von solchen Patienten haben wir jeden Tag mindestens 2 da, die häufig bis zu 2 Jahre bei uns regelrecht schimmeln.

Das alles belastet menschen so sehr... das sie aus Kompensation iwann nörgelig bis zynisch werden. Erlebte Hilflosigkeit drückt sich woanders wieder raus. Energie kann man nicht runterschlucken, die findet IMMER ihren weg. Iwann wird die halt destruktiv und zieht alle mit sich. Das ist so ansteckend wie Herpes an Karneval

Kollegen die sich so verhalten müssen eigentlich in ne Kur, Maßnahme, Reha geschickt werden und sollten auch nicht im Team anwesend sein. Nicht um sie böswillig auszuschließen. Sondern aus Fürsorge für genau diese Kollegen. Und weil sie ansteckend sind.

@schorschy ich glaub Nachtbruder steckt da schon tief drin.




 
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PS. auf Amazon Prime gibt es gerade einen sehr guten Film.
Code 3 heißt er. Eine Komödie über den Rettungsdienst/ Gesundheitssystem in der USA.
Diese Komödie ist bitter ernst und trief vor Zynismus. Und gibt auch die deutschen Verhältnisse nahe zu identisch wieder.

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ich habe in diesem Film wirklich meine Mann wiedererkannt.Er hat den RD aber verlassen und sitzt nun als Leitung am Schreibtisch.

Genug Kollegen werden einen Randy bei sich auf Station haben. Und wenn du keinen Randy kennst ist die Wahrscheinlichkeit hoch das du Randy bist.
 
Ich durfte vor ein paar Jahren beim Pflegekongress das erstmal von EmpCare hören. Die sich unter anderem genau mit diesem Phänomen beschäftigen.
EmpCare, klingt interessant, hab ich noch nie von gehört…
Hast Du damit Erfahrung?
 
EmpCare, klingt interessant, hab ich noch nie von gehört…
Hast Du damit Erfahrung?
Leider nur das von dem Kongress.

ich hatte man zu einer Trainerin die bei uns in der Klinik arbeitet kontakt aufgenommen. Hatte aber nie geantwortet. Auch andere Versuche irgendwie das Arbeiten auf ITS zu bessern sind gescheitert.

Ich glaube diese ITS ist auch nicht mehr zu retten. Die kann man nur platt machen, neu aufbauen und jeden einzelnen Mitarbeitet woanders Hinstecken. Die dürfen nicht mehr da sein.
Denn nur eine Schimmelspore versaut es wieder.

Damit will ich nicht böse über diese Kollegen herziehen. Bloß diese Erfahrungen bleiben und sie werden weiter gegeben.

Stell dir mal vor es würden ALLE ungesunden Pflegekräfte aus dem Dienst genommen... Es wäre keiner mehr das.
Und wir alle wissen wie mental angeschlagen alle sind.
 
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