Händedesinfektion im OP?

Karina82

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Hallo an alle Nutzer dieses Forums,

im Zuge eines Studienprojektes, "OP 2020 – Kostendruck vs. Nachhaltigkeit im OP", möchte ich mich, zusammen mit einer Kommilitonin, dem Thema Hygiene im OP widmen. Über diverse Quellen konnten wir bereits sehr hilfreiche Erläuterungen über Themen zur Hygiene im Krankenhaus, Hygieneanforderungen usw. ausfindig machen.

Bei unseren Recherchen sind wir u. a. auf das Thema multiresistente Keime gestoßen. Wir haben erfahren, dass in vielen Fällen eine Verbreitung dieses Keims durch regelmäßige hygienische Händedesinfektion, verhindert werden könnte. Da sich das Projekt schwerpunktmäßig auf den OP-Bereich konzentriert, wollen wir somit den Prozess der Händedesinfektion in diesem Bereich mehr unter die Lupe nehmen und Ansätze für Verbesserungen finden.

Hierzu haben sich folgende Fragen ergeben:
  • Inwieweit werden Stationen für Desinfektionsspender bei der OP-Planung berücksichtigt?
  • Gibt es Vorschriften, wie viele Spender sich im OP-Bereich befinden müssen bzw. gibt es eine Vorschrift, wo sich Spender diesem Bereich befinden müssen?
  • Haltet ihr die Platzwahl der Spender im alltäglichen Gebrauch für sinnvoll (z. B. muss man Umwege gehen um sich die Hände zu desinfizieren)?
  • Dürfen im OP-Bereich Kittelflaschen benutzt werden?
  • Wird eine regelmäßige Händedesinfektion auf irgendeine Art und Weise kontrolliert?
  • Gibt es Probleme bei der Nutzung bzw. Bedienung der Spender?
  • Für den Fall, dass das regelmäßige Hände desinfizieren nicht immer eingehalten wird, was meint ihr, könnte der Grund dafür sein?
  • Wenn ihr Gelegenheit hättet etwas zu verbessern, was wäre das?
Ihr würdet uns mit euren Erfahrungen zu dem Thema sehr weiterhelfen und hoffen auf zahlreiche Reaktionen!

Karina82
 
.......
  1. Inwieweit werden Stationen für Desinfektionsspender bei der OP-Planung berücksichtigt?
  2. Gibt es Vorschriften, wie viele Spender sich im OP-Bereich befinden müssen bzw. gibt es eine Vorschrift, wo sich Spender diesem Bereich befinden müssen?
  3. Haltet ihr die Platzwahl der Spender im alltäglichen Gebrauch für sinnvoll (z. B. muss man Umwege gehen um sich die Hände zu desinfizieren)?
  4. Dürfen im OP-Bereich Kittelflaschen benutzt werden?
  5. Wird eine regelmäßige Händedesinfektion auf irgendeine Art und Weise kontrolliert?
  6. Gibt es Probleme bei der Nutzung bzw. Bedienung der Spender?
  7. Für den Fall, dass das regelmäßige Hände desinfizieren nicht immer eingehalten wird, was meint ihr, könnte der Grund dafür sein?
  8. Wenn ihr Gelegenheit hättet etwas zu verbessern, was wäre das?
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1. Stationen werden bei Planungen nicht berücksichtigt, weil die Krankenhaushyiene entgegen anderslautender Vorgaben nicht in die Planungen mit eingebunden ist.
2. Es gibt keine Vorschriften.
3. Platzvorschläge können durch Mitarbeiter der Krankenhaushygiene abgegeben werden, die Umsetzung erfolgt durch die Abteilung. Ob die Vorschläge angenommen werden...???
4. Kitteltaschenflaschen sind zwar nicht das Optimum, aber nicht die zweite Wahl, oder gar verboten...
5. Falls die personelle Ausstattung der Hygiene es zuläßt kann auch die Einhaltung der HD kontrolliert werden!
6. Die Nutzung bzw. die Bedienung der Spender im OP unterscheidet sich nicht von der auf anderen Abteilungen, - so what???
7. Seht Euch mal die vorstechenste Botschaft im "OP-Thermometer" oder "Pflegethermometer" an: Personalknappheit
8. Die Beantwortung ergibt sich aus 8.

Die Frage nach meiner Qualifikation vorwegnehmend: OP-Fachkraft und Hygienefachkraft
 
Händedesinfektion ist ja ein wichtiges und hegles Thema und natürlich sehr wichtig.
Aber die eigentliche Keimschleuder sind doch die Klimaanlagen, welche ja auch im OP`s vorhanden sind.
Ich selbst habe darüber mal eine Studie gemacht und bin zu einem entsetzlichen Ergebnis gekommen.
 
Klimaanlage ist nicht gleich Klimaanlage. Eine gute RLT hat Hepafilter in der Zu- und oder Abluft. Im OP in der Regel in der Zuluft. Ausserdem eine definierte Anzahl an Luftwechseln je Stunde.
 
Schön, dass ihr euch bei der Verbreitung der Keime immer so auf die Hände konzentriert.
Wagt doch mal einen Blick auf die Schuhe im OP und darauf, wo das OP-Personal mit diesen Schuhen so alles hingeht.
Nur so als Anregung.
 
Klimaanlage ist nicht gleich Klimaanlage. Eine gute RLT hat Hepafilter in der Zu- und oder Abluft. Im OP in der Regel in der Zuluft. Ausserdem eine definierte Anzahl an Luftwechseln je Stunde.

Also eine aktuelle Studie des Robert- Koch- Institutes belegt, das die Klimaanlage die größte Keimschleuder ist.
 
Schön, dass ihr euch bei der Verbreitung der Keime immer so auf die Hände konzentriert.
Wagt doch mal einen Blick auf die Schuhe im OP und darauf, wo das OP-Personal mit diesen Schuhen so alles hingeht.
Nur so als Anregung.

Das ist wirklich richtig, ich kann es auch nicht verstehen das das OP Personal mit der OP Kleidung an der Raucherinsel anzutreffen ist.
 
Niemand wird am Fußboden operiert, die Op-Schuhe dürfen nur im OP-Bereich getragen werden und werden täglich in speziellen Schuhwaschmaschinen gewaschen.
Wir tragen bei Infektionszwischenfällen, bei Hepatitis-, MRSA-, oder HIV-Patienten andersfarbige Schuhe, die nur im Saal getragen werden dürfen. Nach der Operation bleiben diese im Saal und werden vom Reinigungspersonal sofort in die Waschmaschine gesteckt.

Unsere Hygienefachkräfte machen regelmäßige Stichproben (z. B. unangekündigte Abklatsche) im OP, um Hygiene"schweine" zu entlarven. Und unser Hygienearzt ist ein ganz "scharfer Hund".

Da Händedesinfektion bereits in der Umkleide beginnt, sind dort mehrere Spender angebracht. An der Türe, die direkt in den OP-Bereich befindet sich ein weiterer Spender.

Bei der Auswahl der Anbringung unserer Desispender im Saal wurden wir miteinbezogen, die Hygienefachkraft hat Empfehlungen ausgesprochen. An hygienerelevanten Stellen hat die Hygienefachkraft entschieden.

Kitteltaschenflaschen haben in einem OP nix zu suchen.

Jeder neue Mitarbeiter bekommt von unseren Hygienfachkräften eine Hygieneeinweisung und an mehrere Terminen im Jahr gibt es Pflichtnachschulungen, die jeder MA 1x/J. einhalten muss.

LG opjutti
 
Niemand wird am Fußboden operiert, die Op-Schuhe dürfen nur im OP-Bereich getragen werden und werden täglich in speziellen Schuhwaschmaschinen gewaschen.
Wir tragen bei Infektionszwischenfällen, bei Hepatitis-, MRSA-, oder HIV-Patienten andersfarbige Schuhe, die nur im Saal getragen werden dürfen. Nach der Operation bleiben diese im Saal und werden vom Reinigungspersonal sofort in die Waschmaschine gesteckt.
Das ist ja klasse, dass ihr das so macht und auch umsetzt.
Das ist sicherlich leider nicht die Regel.
Ich kenne es auch anders, ohne Schuhwechsel bei Infektionsfällen und OP-Personal, das NICHT nur im OP mit den Bereichsschuhen rumschlappt.
Keime bleiben übrigens nicht brav am Boden sondern verbreiten sich auch, in dem sie sich an Schuhsolen anhaften.
 
BettyBoo - aber auch dieses Problem wäre keines, wenn die Händedesinfektion korrekt durchgeführt würde.
 
@BettyBoo:

Das System des Schuhwechsels kommt übrigens aus der Schweiz.

Es liegt an eurer OP-Leitung und an der Hygienefachkraft des Hauses, diesen Missstand zu beheben. Solange dort keine Grenzen gesetzt und klare Strukturen geschaffen werden, wird sich nix ändern.
Dann kann davon ausgegangen werden, dass die Händedesinfektion genauso lasch gehandhabt wird.

@Eisenbarth:
Ich hoffe doch sehr, dass mir niemand seine Füße, samt Schuhe auf den sterilen Tisch legt.

LG opjutti
 
[...]
7. Seht Euch mal die vorstechenste Botschaft im "OP-Thermometer" oder "Pflegethermometer" an: Personalknappheit

[...]

Hallo matras,

danke für den Tipp mit dem Pflege-Thermometer. Die aktuelle Umfrage für 2012 wird aber laut dip noch unter den laufenden Projekten geführt. Ansonsten habe ich zum Thema "Personalknappheit" auf der Seite nicht viel gefunden.


LG Karina82
 
Danke für die bisher vielen Meinungen!

Vermutlich lässt sich nicht alles auf die Händedesinfektion zurückführen (z. B. die Sache mit der Klimaanlage) und der Strauß an möglichen Ursachen scheint bunt gemischt zu sein. Vielleicht ist die personelle Unzufriedenheit - verursacht durch weniger Personal und Zeitdruck - ein Faktor warum man vielleicht nicht so gründlich desinfiziert wie man sollte?!

Laut einer Richtlinie des AWMF, "ist die Händedesinfektion vor und nach jeder potentiell infektionsgefährdenden Tätigkeit durchzuführen".

Wenn man mal die psychologische Schiene weiter betrachtet:
Meint ihr es kommt oft vor, dass man seine Arbeit unterbrechen muss um sich die Hände zu desinfizieren? Weil man z. B. extra an eine andere Stelle im OP-Bereich laufen muss usw. Kann es daher vorkommen, dass man die Händedesinfektion schlichtweg vergisst oder weil man der Meinung ist die Hände seien sauber genug?

Wenn die Kittelflschen im OP-Bereich nicht verwendet werden sollen, hängen dort vermutlich überwiegend/ausschließlich die Spender mit den bekannten Hebeln (für die Ellenbogen). Benutzt ihr die gerne oder könnten diese von der Handhabung her anders gestaltet sein? Aus eigener Erfahrung kennt ihr bestimmt auch die Situation, dass man etwas eher ungern benutzt wenn es vom handling her eher ungescheid ist (z. B. man muss eine ungewohnte Bewegung dabei machen oder das Betätigen eines Hebels fühlt sich unangenehm an usw).

@ Bachstelze:
Wie ist denn eine korrekt durchgeführte Händedesinfektion definiert?

Viele Grüße
Karina82
 
Ich muss andauernd meine Tätigkeit unterbrechen und meine Hände desinfizieren.
Wenn ich den OP manage, muss ich ganz oft in die Säle, um den MA Änderungen mitzuteilen, oder ich muss in Saal, weil ein Arzt eine organisatorische oder fachliche Frage hat. Dann muss ich meine momentane Tätigkeit unterbrechen und mir vor jedem betreten des Saales die Hände desinfizieren.

Bei uns hängen nur Spender mit Hebel, ich kenne gar keine anderen.

Es gibt zwei Formen der Händedesinfektion:
Die chirugische Händedesinfektion dauert bei uns immer noch 3 Minuten, obwohl der Hersteller sagt, dass 1,5 Minuten ausreichend sind.
Wir desinfizieren 1,5 Min. die Unterarme bis zum Ellenbogen und dann nochmal 1,5 Min. die Hände bis über das Handgelenk, nach der 6-Punkte-Regel.
Wir halten an der alten Dauer fest. Dann sind wir auf jeden Fall auf der sicheren Seite. Nicht nur Ärzte neigen dazu keine Uhr zu stellen.

Die aseptische Händedesinfektion dauert max. 1 Minute und besagt, dass die Hände benetzt werden und das Desimittel eingerieben werden soll.

LG opjutti
 
Moin,

nochwas anderes: es wäre für uns sehr interessant zu wissen wo sich im gesamten OP-Bereich, in dem ihr arbeitet, überall Desispender befinden.
Z. B. vor jedem OP-Saal: 1, in der Umkleide: 2, auf dem Flur: 5 ...

Habt nen schönen Tag!
Karina82
 

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