Calcitonin gegen Phantomschmerz?

graueKatze

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Gesundheits- & Krankenpflegerin
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Notfallambulanz
Hallo ihr, ich sitze gerade an meinem Zwischenexamen und frage mich, wie und in welcher Dosierung Calcitonin als Phantomschmerzprophylaxe wirkt?! Ich habe sogar den CA unserer Gefäßchirurgie gefragt, aber er weiß es auch nicht (das muss man sich mal vorstellen: da ordent er es an...einfach mal eine Ampulle s.c. abends und weiß nicht, was da eigentlich passiert -.-). Also, über die i.v. Dosierung habe ich schon etwas gefunden, aber bei uns wird es eben so gehandhabt, dass einfach 100I.E. abends s.c. gespritzt werden - und zwar bei jeder Amputation. Aber das kann man doch nicht so pauschal machen, oder? Über Antworten würde ich mich freuen!
 
Hallo,

bei Google findest Du dazu sehr viele Einträge. Nahezu überall steht, dass die Wirkweise nicht geklärt ist, aber offensichtlich sehr gut helfen kann. Ist sicher besser als gleich Morphine zu geben. Die frühe Gabe kommt au der der modernen Schmerztherapie, damit sich der Schmerz nicht im Gehirn "festsetzt"!

Matras
 
Danke für die schnelle Antwort =)

Aber irgendwie muss doch die Dosierung zustande kommen? Aus irgendeinem Grund gibt es ja schon die i.v. Dosierung von 1,5-3 I.E. pro kg KG pro Tag.

Ich kann bei der Prüfung ja schlecht sagen "Joa, 100I.E. s.c. wurden schon immer gegeben..."

LG
 
Wie Du sicher auch schon gelesen hast, ist selbst die Wirkungsweise noch nicht erklärt. Darum wird die Dosierung vermutlich ein Erfahrungswert sein. Genaues kann ich dazu aber auch nicht sagen, vielleicht kann Dir ein Pharmakologe dazu mehr sagen?

Matras
 
Servas,

aus eigener Erfahrung würce ich sagen, Schmerztherapie nach dem Stufenschema und dann Begleitmediaktion, welche gegen Phantomschmerzen wirkt.

Hierbei sollte erst ein tricyklisches Antidepressivum versucht werden, gute Erfahrungen werden mit Amitriptylin gemacht, 25-100 mg ret., aber vorsicht bei alten Menschen! Ich zitiere schnell aus der Wikipedia, diese Erfahrungen habe ich auch schon in der eigenen Fachpraxis gemacht:

Daneben hat Amitriptylin Effekte auf weitere Übertragungsprozesse im Gehirn, beispielsweise wirkt es anticholinerg (etwa als Antagonist bestimmter Acetylcholin-Wirkungen) und leicht antihistaminisch. Daraus resultiert eine psychomotorisch eher dämpfende Gesamtwirkung; außerdem treten charakteristische Nebenwirkungen auf. Die sedierende Wirkkomponente vermindert sich meistens im Laufe der Anwendungsdauer.


MAn kann auch diverse Antikonvulsicva versuchen, hier Gabapentin und Lyrica. Carbamazepin sollte weniger verwendet werden, da es die Transaminasen sehr, sehr stark erhöhen kann.

Sollte ein Opiat eingesetzt werden, so ist bei Phanthomschmerzen bzw. neuropathischen Schmerz das Oxycodon recht wirksam.
Einfach mal mit dem Arzt sprechen, evtl. eine Pain-Nurse oder einen Schmerztherapeuten hinzuziehen.

Man sollte immer bedenken, dass eine Behandelung von Schmerzen so schnell wie möglich erfolgen sollte, um eine Chronifizierung zu verhindern!

Da spreche ich - leider - aus eigener Erfahrung

Mfg Sosch


MfG
 
Hey Sosch, danke für deine ausführliche Antwort! =)
Wir haben leider noch keine PainNurse bei uns im Haus. Mich wundert das eigentlich, da wir eine Hand voll Wundmanager haben... aber das ist wohl nicht nur bei uns im Haus ein Problem...

Ich finde es traurig zu sehen, wie unbedarft mit den Schmerzen der Patienten umgegangen wird- sowohl von ärztlicher- als auch von pflegerischer Seite.
Wir wollen zwar eine Schmerzzertifizierung, aber selbst ein Chefarzt der GC weiß über die Prophylaxe und Behandlung von Phantomschmerzen nicht richtig Bescheid.

Was ich jetzt noch machen werde, ist, mit einem unserer Anästhesisten zu reden. Für meine Ausarbeitung und die Prüfung nützt es mir nichts mehr, aber ich will das jetzt einfach endlich mal genau wissen und erklärt haben!!!

Das, was ich wohl sagen kann, ist, dass Acetylcholesterin- Hemmer wohl kontraindiziiert sein müssten, da die Pat. schon 91 war und unter (vaskulärer) Demenz litt.

Wie gesagt, bei der nächsten Gelegenheit schnapp ich mir den OA ;)

LG
graueKatze
 
Hallo Kollegin,

ich habe im Rahmen meiner Arbeit einiges an Material als Worddatei, was das Schmerzmanagement betrifft, teilweise ergänzt mit der eigenen Erfahrung.

Schick mir einfach eine PN und ich geb Dir meine Mailadresse, wir können dann die DAtein sicher hin und her schieben.

Was mir noch einfällt, in dem Alter und der Grunddiagnose sollte man wirklich einfach mit Opiaten arbeiten und evtl. Benzodiazepinen, da eine Abhänigkeit nicht so wichtig sit, wie das Wohlbefinden und die Schmerzfreiheit in diesem Alter. Geben was notwendig ist.

Das Präperat Mirtazepin ist hierbei auch sehr gut, aber mit Vorsicht zu gebrauchen wenn andere Serotonin-wiederaufnahmehemmer gegeben werden, Johanniskraut und Tramadol.

Bei Alten Menschen werden auch kühlende Einreibungen, hier mit Kampfer, Eukalyptus oder Minzöl als wohltuend empfunden, gerade bei Neuropathien.

Mischrezepte werden ebenfalls gern übermittelt.

Das mit der Pain-Nurse habe ich vor, wenn ich endlich mal das Zugeständnis von 50% GdB und der Erwerbsminderung habe, da das dann mir die Rentenversicherung zahlt


Mit kollegialem Gruß
Sosch
 
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