Pauschal kann man natürlich nicht darauf antworten, ob Unikliniken besser oder auch anspruchsvoller ausbilden als kleinere Häuser.
Ich hab in einem kleinen peripheren Haus meine Ausbildung angefangen, und weiß erst im nachhinein zu schätzen, was uns da angeboten wurde, weil ich nun den Vergleich mit 2 weiteren Krankenhäusern habe (1 peripher + 1x Uniklinik)
Wir hatten zum einen eine 5 Tage-Woche (für mich ein Pluspunkt, ist aber natürlich Geschmacksache)
Dann hatten wir im Unterkurs den klaren Schwerpunkt auf Krankenbeobachtung und Anatomie/PHysio/Bio, und erst als die komplette Anatomie/Phys./Bio fertig war, haben wir mit Krankheitslehre begonnen
Das heißt nicht, dass wir reine Anatomie ohne Praxisbezug hatten - der wurde immer hergestellt.
Ich kenne in Lübeck z.B ein Haus, die haben Pankreatitis besprochen, wußten aber gar nicht wie der Verdauungstrakt nun genau aufgebaut ist, was die Bauchspeicheldrüse eigentlich für eine Funktion hat usw.
Das halte ich nicht für sinnvoll, und leider war das kein Einzelfall.
Die hatten noch im 3. Ausbildungsjahr Anat/Physio/Bio - um mal bei diesem Beispiel zu bleiben...und die hatten kein Problemorientiertes Lernen!
Desweiteren hatten wir immer feste Schultage, keinen Block - nur am Anfang einen Einführungsblock, und mittendrin einen Apoplex-Themen-Block mit Bobath usw. - das war insofern gut, daß auch immer praktische Probleme (zB schlechte Integration der Schüler auf Station XY) sofort angesprochen und diskutiert werden konnten.
Andererseits hat das Blocksystem bestimmt auch Vorteile...
Die Frage, ob gute Schule/schlechte Schule liegt wirklich daran, welche Ansprüche man an sich und an die Schule hat