APP/Soziotherapie - Probleme, Patient

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Ergotherapeut
Hallo zusammen,
1. Geht es bei APP/ Sozioth um ein niederschwelliges Angebot damit der Patient wieder Alltagskompetenz erlangt? Siehe https://www.bapp.info/texte/taetigkeiten.pdf

2. Die APP/ Sozioth. meines Patienten erkennt und benennt keine Krisen/ Frühwarnzeichen und handelt auch nicht.

3. Arztbegleitungen laufen immer so ab, dass die Pflegekraft meist schweigend im Arztzimmer sitz. Also keine Äußerungen der Pflegekraft bzgl. Infoaustausch, Probleme des Pat, wie sie den Pat. wahrnimmt gegenüber dem Psychiater.

4. Die telefonische Erreichbarkeit des Trägers (APP/ Sozioth.) (Büro) ist trotz Bürokraft gar nicht vorhanden. Es geht keiner ans Telefon. Auf AB-Nachrichten reagiert keiner im Team.

5. Krankheitszeit Bezugspfleger: Der Patient bekommt selten/ gar nicht Bescheid, ob der Bezugspfleger kurzzeitig (wenige Tage bis 2 Wochen) krank ist oder viele Wochen/ Monate (Langzeit). Der Infofluss und die Transparenz fehlt.
Es kam schon mal vor, das beim Patient 6 Monate keine Pflegerin rum kam.

6. Pflegekraft ist Berufsanfänger. Nur Grundwissen über Trauma vorhanden. Wenn der Patient aus dem Traumastresstoleranzfenster rutscht (Hypoarousal/ Hyperarousal), merkt die Pflegekraft das gar nicht.
Quelle: https://www.dis-sos.com/stresstoleranz-und-lernfenster/ (3 Bild)

(Patient hat eine Angststörung und PTBS)

7. Die Pflegekraft hört auch nicht zu bei entlastenden Gesprächen. Sie bringt immer wieder Inhalte durcheinander oder vergisst es nach mehrmaligen Erzählungen.

8. Kaum/ gar nicht Nennung von Traumahilfsmitteln/ Skills und weiteren Unterstützenden Hilfen (Pflegegrad 2 oder 3 beantragen).

Für den Patienten ist die Pflegekraft mittlerweile eher eine Belastung.
 
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Ich versuche mal auf zwei, drei Deiner Fragen / Anmerkungen in diesem und dem anderen Thread zu antworten, ist mir aber zu viel um auf alles einzugehen.

Die APP und die Soziotherapie sind keine niederschwelligen Angebote, da beide an spezifische Voraussetzungen geknüpft sind.

Beide Angebote sind natürlich keine Psychotherapie, was aber alltagspraktische „Exposition“ nicht ausschließt.

Im Rahmen einer Pflegegrad-Begutachtung „dürfen“ die Pflegefachkräfte das Gleiche was auch Pflegefachkräfte im somatischen Bereich können. Pflegefachkräfte sind im Rahmen ihrer Qualifikation in der Lage den Pflegebedarf einzuschätzen und zu benennen, auch im Bereich der Psychiatrie.

Die APP wird in der Regel für längstens 4 Monate bewilligt, die Soziotherapie in der Regel nur für wenige Einheiten in einem längeren Zeitraum. Daher wundert es mich nicht unbedingt, wenn der Patient längere Zeit keine Pflegekraft gesehen hat. Es ist aber nicht so schön, wenn der Patient darüber nicht informiert wird. Auch nicht, wenn der Dienst nicht erreichbar ist, das ist ein No-Go.

Die Qualifikationsvoraussetzungen für die APP kannst du in den Rahmenempfehlungen für die häusliche Krankenpflege nachlesen (§5). Soziotherapie ist ähnlich. Wenn es trotz Qualifikation nicht „passt“ zwischen Pflegekraft und Patient sollte ein guter Dienst das Erkennen und ggf. austauschen, im psychiatrischen Bereich ist eine funktionierende Bezugspflege besonders wichtig.

Die Unterstützung (!) bei der Suche /Beantragung ergänzender Hilfen ist ein Teilbereich beider Angebote.

Im Rahmen von Arztbegleitungen, gerade bei Angstpatienten, steht häufig die Begleitung und Motivation an sich im Vordergrund. Solange der Patient im Rahmen seiner Betroffenheitskompetenz in der Lage ist, sobald er da ist, für sich zu sprechen, sollte die Rolle der Begleitung tatsächlich in der Regel eher passiv sein.

Übrigens, wir waren alle mal Berufsanfänger. Vielleicht kann die betreffende Pflegekraft und der Patient von Deiner Expertise profitieren wenn Du das Gespräch suchst?
 
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Beide Angebote sind natürlich keine Psychotherapie, was aber alltagspraktische „Exposition“ nicht ausschließt.


Die APP wird in der Regel für längstens 4 Monate bewilligt, die Soziotherapie in der Regel nur für wenige Einheiten in einem längeren Zeitraum. Daher wundert es mich nicht unbedingt, wenn der Patient längere Zeit keine Pflegekraft gesehen hat.
Es ist aber nicht so schön, wenn der Patient darüber nicht informiert wird. Auch nicht, wenn der Dienst nicht erreichbar ist, das ist ein No-Go.

Im Rahmen von Arztbegleitungen, gerade bei Angstpatienten, steht häufig die Begleitung und Motivation an sich im Vordergrund. Solange der Patient im Rahmen seiner Betroffenheitskompetenz in der Lage ist, sobald er da ist, für sich zu sprechen, sollte die Rolle der Begleitung tatsächlich in der Regel eher passiv sein.
Bzgl. APP. Die Behandlung musste von seitens des Trägers abgebrochen werden, weil die VO abgelaufen war und nicht der Versorgungsauftrag gewährleistet wurde. Pflegerin war 6 Monate krank und keine Krankheitsvertretung.

Expositionen sind bei APP/ Sozioth. doch eher sowas wie Brief öffnen, die Wohnung verlassen, Einkaufen gehen (falls der Patient vor diesen Aufgaben Angst hat). Weil richtige Expositionstherapie macht ja ein Psychotherapeut. Oder liege ich da falsch?

Mein Patient braucht auch eine Entlastung. Angedacht war das dies durch die Sozioth. .
Er hat eine geringe Belastbarkeit und ist vom Nervensystem häufig hyperarousal (komplexe PTBS). Er überfordert sich häufig selbst.
 
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Mag noch mal jemand dazu antworten?

- Die APP/ Sozioth. meines Patienten erkennt und benennt keine Krisen/ Frühwarnzeichen und handelt auch nicht.
- Die Pflegekraft hört auch nicht zu bei entlastenden Gesprächen. Sie bringt immer wieder Inhalte durcheinander oder vergisst es
nach mehrmaligen Erzählungen.
- Kaum/ gar keine Nennung von Traumahilfsmitteln gegenüber dem Patienten.
 
Hallo,
Inwiefern ist das "dein" Patient? In welcher Beziehung stehst du zu ihm?
Hast Du Deine Bedenken schon mal bei der Leitung des Pflegedienstes angesprochen?
 
Hallo,
Inwiefern ist das "dein" Patient? In welcher Beziehung stehst du zu ihm?
Hast Du Deine Bedenken schon mal bei der Leitung des Pflegedienstes angesprochen?
Ich bin Ergotherapeut und behandle ihn schon sehr lange. Den Patienten sehe ich in der Woche aber seltener als die Pflege.

Ich wollte mich vorab erst mal informieren, was darf eine Pflegekraft? Was für Möglichkeiten gibt es usw.? Einschätzungen? Ich selber kenne mich mit Pflege ja nicht aus. Der Patient erzählte mir die oben genannten Missstände und berichtet mir von den Problemen.
Mit der Leitung wollte ich evtl. noch sprechen.
Selber habe ich auch schon Erfahrungen mit mangelnde Erreichbarkeit des Träger gemacht.
 
Expositionen sind bei APP/ Sozioth. doch eher sowas wie Brief öffnen, die Wohnung verlassen, Einkaufen gehen (falls der Patient vor diesen Aufgaben Angst hat). Weil richtige Expositionstherapie macht ja ein Psychotherapeut. Oder liege ich da falsch?
Richtig, genau um solche Dinge geht es, das meinte ich mit alltagspraktisch.
 
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Für den Patienten ist die Pflegekraft mittlerweile eher eine Belastung.
Klingt als bist du um den Patienten besorgt. Ja eine falsche Be-handlung ist eine Mis-Handlung. Ich vermute du weist schon selbst was du tun willst, die beiden von einander erlösen und neues Personal zuweisen wenn möglich? Ehrlich + Freundlich=gute Kommunikation.
 
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Die Pflegekraft gab in Gesprächen blöde/ unsinnige Antworten/ Rechtfertigungen, warum sie so gehandelt hat.
Schlechte Behandlungsqualität und Ergebnisqualität wurden von der Pflegekraft nicht angenommen und hinterfragt.
Die Zusammenarbeit mit dem Träger / Behandlungsvertrag wurde beendet.

Möglicherweise hat die Pflegekraft selber psychische Probleme und/ oder Verhaltensstörungen.
 
Die Zusammenarbeit mit dem Träger / Behandlungsvertrag wurde beendet.

Ob jemand selbst Verhaltensstörungen hat, finde ich ehr beschuldigend, Lösungsorientiert finde ich persönlich besser, dass sich das Verhalten der Person bessert und passt. Wenn hier ein Gespräch gesucht wurde und keine Lösungsbereitschaft von der Person bestand und der Behandlungsvertrag beendet wurde ist das natürlich auch eine Lösung.
 
Die Frage ging an ihn, nicht dich. Die "Krankheit" des Internets, jeder reagiert auf alles
Nee, die „Krankheit des Internets“ ist eher, daß jeder alles schreibt, egal ob er Ahnung hat oder nicht… sieht man ja an Deiner „Frage“ (die ihm die Antwort bereits in den Mund legt):

Er ist Ergotherapeut und „weist“ daher sicherlich kein (Pflege)personal zu. Ganz einfach.
 
Nee, die „Krankheit des Internets“ ist eher, daß jeder alles schreibt, egal ob er Ahnung hat oder nicht… sieht man ja an Deiner „Frage“ (die ihm die Antwort bereits in den Mund legt):

Er ist Ergotherapeut und „weist“ daher sicherlich kein (Pflege)personal zu. Ganz einfach.
Das ist deine Meinung, die darfst du haben, ich werde auf dich nicht weiter eingehen, weil ich mich an den OP gewandt habe. Du kannst dich gerne an den OP wenden, allerdings bleibe ich bei meiner Bitte nicht hier mich anzuschreiben, wenn du dich nicht dran hälst ignorier ich dich halt. Ist auch ok.
Wenn du denkst ich habe keine Ahnung ist das so. Ich stelle eine Frage an den OP, das du es als in den mund legen siehst ist dein Ding.

Ich bin schlicht der Meinung was einer schreibt und der andere versteht sind 2 Dinge, wünschte dass dies im Internet (wo es leider keine Gestik gibt) und im realen Leben öfters gesehen wird. Wünsche dir ein guten Abend.
 
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Das ist deine Meinung, die darfst du haben, ich werde auf dich nicht weiter eingehen, weil ich mich an den OP gewandt habe. Du kannst dich gerne an den OP wenden, allerdings bleibe ich bei meiner Bitte nicht hier mich anzuschreiben, wenn du dich nicht dran hälst ignorier ich dich halt. Ist auch ok.
Junge, das ist keine „Meinung“, sondern schlicht und ergreifend ein Fakt.

Im übrigen ist das hier ein öffentliches Forum, da lass ich mir von Dir garantiert nicht den Mund verbieten.
 
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Wie gesagt du darfst gerne weiter Posten, ich verbiete also dir keinen Mund, das ist erneut deine Sicht. Poste gerne noch mehr. ich lasse mich nur nicht Zwingen auf dich einzugehen, wenn Bitten ignoriert werden, weil ich glaube das momentan Emotionen im Spiel sind, die es nicht konstruktiv machen. Weshalb es mir wichtig war dir einen schönen Abend zu wünschen.

"junge" etc. finde ich halt nicht freundlich. Ich finde es halt wichtig dass beide Seiten lösungsorientiert sind, das sehe ich nicht. Ja im Internet und realen Leben reden auch die Leute die nicht so viel Wissen. Da kann ich zustimmen. Statt deinem "Nein" sehe ich halt ein UND, also dass Querkommentare wie hier alles durcheinanderbringen.

Wir haben anscheinend auch eine andere Meinung was eine Meinung ist. Ich stimme zum Beispiel zu das die Erde Rund ist und das es Fakt ist, aber auch eine Meinung, die nicht jeder hat oder früher hatte. Dann denkst du halt ich liege falsch und das ist okay für mich. Wobei ich deiner ersten Meinung nicht mal widersprach, sondern meinte die Frage war an den OP.

Ich bin nach wie vor der Meinung Worte sind unkonkret und Missverständisse passieren.

Kannst gerne erstmal durchatmen, lächeln etc. brauchte auch einen Moment.

Allerdings bin ich ehrlichgesagt kurz davor aufzugeben, dass du auch meine Sicht akzeptierst und das bedeutet nunmal dass es in meinen Zuständigkeitsbereich geht ob ich noch ein weiteres mal auf dich eingehe oder schließlich den ignore button Drücke. Dir bleibt das auch offen. Mir ist beides recht. Lösen dieses kleinen Konfliktes wäre mir lieber, aber dafür gehört für mich Freundlichkeit und die Akzeptanz das andere andere Meinungen haben.
 
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@Martin H.

die Pflegekraft hat später gemeint, der Patient und ich hätten "zu hohe Erwartungen", die eigentlich völlig normal und angemessen sind. So eine schlechte Behandlungs- und Ergebnisqualität darf es nicht geben. Andere Träger haben diese Probleme nicht.
 
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Also Mindeststandarts, werden von der Pflegekraft als zu hohe Erwartungen interpretiert.
 

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