News Stern-Bericht über Pflegenotstand in der Pflege

Kann man die Forderungen ggf. mal konkretisieren?

20% mehr Gehalt- Für wen? Für alle? Für welche Leistungen? Füttern, waschen trockenlegen? Wie beweisen wir, dass wir mehr leisten als dies? Wer soll diese Forderungen verbalisieren? Wie weit würden wir für diese Forderung gehen? usw.

Elisabeth
 
Mich würde interessieren, ob all die "Streikwilligen" sich irgendwo organisiert haben.

Schönen Abend
Narde
 
wer hat wohl die bessere Lobby?? Wer ist wohl leichter ersetzbar??

Bei der besseren Lobby stimme ich dir zu. Ersetzbar? - darüber lässt sich streiten, ich würde nur zu gerne mal sehen, wie ein Tag ohne uns aussehen würde. Müllmänner wären sicher auch ersetzbar, aber warum hat es so große Auswirkungen, wenn sie streiken?

Gruß,
Lin
 
Minilux, das habe ich auch nicht behauptet, ich wollte es nur mal darstellen. Es ist nämlich das, was momentan abläuft.
Sei es mit PflegehelferInnen auf Station, RettungsassistentInnen in der Anästehesie, ArzthelferInnen in der Dialyse oder Notaufnahme.

Solange sich Pflegekräfte nicht qualifizieren und entsprechend organisieren und nur unqualifiziert jammern wird nichts passieren, ausser belächelt werden und ersetzt. Dank Checklistenpflege auch kein Problem.

Meiner Meinung nach braucht es organisierte und qualifizierte Pflegekräfte auch hätte ich mir von einer Pflegekammer viel versprochen, doch das ist nicht gewünscht, damit es vorwärts geht.

Sonnigste Grüsse
Narde
 
Solange sich Pflegekräfte nicht qualifizieren und entsprechend organisieren und nur unqualifiziert jammern wird nichts passieren, ausser belächelt werden und ersetzt. Dank Checklistenpflege auch kein Problem.

Du bist aber gemein. Du machst ja die schöne heile Pflegewelt kaputt indem du einfach Rückforderungen stellst. Schließlich arbeiten 1,2 Mill. doch ganz viel und das zu Billigstlöhnen, die ihnen nicht mal das Überleben ermöglichen. Da fällt nun mal kein Geld ab für Verbände und Gewerkschaft. Und überhaupt- warum arbeiten die nicht ehrenamtlich? Schließlich sind sie ja nicht mit der Krankenversorgung beschäftigt. Loh steht nur jemandem zu der Pat./ Bew. versorgt.

Schuld, dass man die pflegerische Leistung nicht anerkennt sind doch die Pflegemanager, Pflegewissenschaftler usw.. Die bemühen sich ja nicht genug bzw. kritisieren ständig an der Basis rum. Und eigentlich haben die auch keine Ahnung vom Alltag. Die sollen erst mal ihr Geld verdienen mit Pflegen, dann wüßten sie wie schwer es die Basis hat.

Habe fertig mit Ironie/Zynismus.

Elisabeth
 
Elisabeth, du hast es fast auf den Punkt gebracht, aber eines vergessen:

Es sollte mal jemand was für uns tun!!!!

Ich beneide meine Ironie hier auch, doch diesen Satz habe ich schon so oft gehört, eigentlich immer vom gleichen Typ Schwester, die sich vehement gegen leistungsgerechte Bezahlung wehrt und jammert.

Aus den Steinen, die nun nach mir geworfen werden, werde ich mir was hübsches bauen :mrgreen:

Liebe Grüsse
Narde
 
irgendwie bestätigen Euere Postings meinen Eindruck: da wird sehr lebhaft diskutiert: "man sollte mal anständig streiken", "unsere Gewerkschaft organisiert das bei den Erzieherinnen besser".....,
und kaum stört mal einer und fragt nach, was denn die konkreten Forderungen sind, höre ich -ausser (viel) mehr Geld für alle- nur noch betretenes Schweigen. Schade eigentlich.
 
Du hast es erfasst - MAN ist das ausschlaggebende Wort...
 
Übrigens: cleverer Versuch von Crusisus et all die Reduzierung der Ärztestellen infolge Erhöhung ihres Gehaltes zu unterbinden. Der weiß, wie man das Wahljahr nutzen kann.

Klagen über Ärztepfusch in 40 000 Fällen
12. Juni 2009, 04:00 Uhr Berlin - Immer mehr Patienten beschweren sich über Ärztefehler. Die Fallzahl stieg 2008 allein bei ärztlichen Schlichtungsstellen um 5,1 Prozent, wie die Bundesärztekammer am Donnerstag mitteilte. Allerdings bekamen nur 29 Prozent der Patienten recht. An der Spitze der Fehlervorwürfe lagen Hüft- und Kniegelenksbehandlungen.

Weiter lesen: Klagen über Ärztepfusch in 40 000 Fällen - DIE WELT - WELT ONLINE

Wo arbeitet Crusius? In der Bundesärztekammer- dem Vertretungsorgan für Ärzte, der Absicherung der Standesrechte der Ärzte.

Können wir so etwas auch erreichen? Nö- Wir wollen ja kein Gremium, dass uns vertritt. Kostet ja Geld. Und das Geld muss der Staat uns erst mal geben, damit wir uns eine Berufsorganisation leisten können. Und dann ... werden wir gaaaaanz aktiv.

Elisabeth
 
So, nun werde ich mal für mich als potentiell streikwilligen Krankenpfleger sprechen:
Ich würde streiken für mehr Personal um all die anfallenden Aufgaben verantwortungsvoll und
sachgerecht ausführen zu können - zum Wohle der Patienten, Bewohner, Klienten oder " Benutzer " ( wie man in Norwegen die Menschen, die unsere Dienste in Anspruch nehmen, zu nennen pflegt )
Dabei bin ich duraus der Meinung, dass man bei Weiten nicht unbedingt ausschliesslich Schwestern und Pfleger benötigt !!!

Viele anstehenden Aufgaben können von allen möglichen Menschen ausgeführt werden, und das Modell, welches ich in Norwegen erlebe geht diesbezüglich mit positivem Beispiel voran: In unserer Einheit beispielsweise gibt es relativ wenige Krankenpfleger, die ausser Teilen der Basis-Tätigkeiten hauptsächlich leitende, organisatorische und planenden Aufgaben übernehmen, die Einiges Mehr an Verantwortung und Engagement verlangen aber auch Einiges mehr an Status und Gehalt erbringen !

Viele Rutineaufgaben werden von anderen Berufsgruppen und auch ungelernten Hilfskräften erledigt, die dem überwiegend sehr verantwortungsvoll und gewissenhaft nachkommen.
Natürlich bietet die Psychiatrie generell mehr Möglichkeiten für eine solche Arbeits-Teilung als die Somatik, aber auch da kann dieses Modell effektive
Anwendung erfahren
 
Natürlich bietet die Psychiatrie generell mehr Möglichkeiten für eine solche Arbeits-Teilung als die Somatik, ...

Dem möchte ich widersprechen. Nur weil die Psychiatrie weniger invasiv arbeitet???
Viele invasive Maßnahmen kannst du schnell "andressieren". Pflegekräfte entscheiden ja nicht selbständig, wann die invasiven Maßnahmen erfolgen sollen, sondern bedürfen einer ärztlichen Anordnung.

...die ausser Teilen der Basis-Tätigkeiten hauptsächlich leitende, organisatorische und planenden Aufgaben übernehmen, die Einiges Mehr an Verantwortung und Engagement verlangen aber auch Einiges mehr an Status und Gehalt erbringen !

In D undenkbar. Da sind die Pflegekräfte in der Regel der Meinung: jeder nach seinen Fähigkeiten, jedem nach seinen Bedürfnissen. Und da wir ja alle die gleichen Bedürfnisse haben, sollten die Lohnunterschiede eher minimal sein... sozusagen der Kommunismus in der Pflege.
Diese Entwicklung ist auch so ein Fehlschuss einer überforderten großen Gewerkschaft wie verdi sie darstellt.

Elisabeth
 
Deinem Widerspruch wird stattgegeben !!! :mrgreen:

Habe hier etwas vorschnell geschrieben, da ich eben seit ich examiniert bin nur in der Psychiatrie gearbeitet habe und eben diese speziell im Fokus haben, ohne richtig reflektiert zu haben, dass in der Somitik dies selbstverständlich ebenfalls denkbar ist. Eben bei völlig anderen Aufgaben. Mea culpa !!!

Zum Anderen:

Ja, kann ich mir in Deutschland auch nicht so richtig vorstellen, aber die Beispiele aus anderen Ländern sollen ja auch nur beleuchten, dass eine andere Arbeitsteilung möglich ist - natürlich müssen die Voraussetzung dafür geschaffen sein !!!
( und jetzt, Liebe Elisabeth, schreibe bitte nicht:
" Ja, aber da die Voraussetzungen nicht erfüllt respektive nicht erfüllbar sind, ist es eben nicht möglich !!!! " :cry::cry::cry: )
 
Mache das Nötige
(aktiviere der kompletten Basis)
dann schaffst du das Mögliche
(Standesvertretung/ Pflegekammer, Verbände, eigene Gewerkschaft)
dann wird dir auch das Unmögliche gelingen.
(leistungsgerechter Lohn)

Wie aktiviert man die komplette Basis?

Elisabeth
 
Um die komplette Basis aktivieren zu können, muss erst ein allgemeines und gemeinsames Bewusstsein für die entsprechenden Bedürfnisse und Ziele geschaffen werden.
Und da mangelt es ja offensichtlich sehr stark bei Vielen - dies entspricht im Übrigen ja leider genau Deinen vielen Erfahrungen und Beobachtungen, Elisabeth
 
Och nö- du kannst einem aber auch jede Hoffnung nehmen.

Elisabeth
 
Nabend an Alle!
da ich mir mal wieder die Freizeit mit Arbeit ver.... habe versuche ich jetzt mal einigen Antworten und Zitaten über meinen Beitrag gerecht zu werden.
Tante Doll natürlich hast du mit dem Streik für genügend Personal absolut recht, aber das sollte die Normalität sein! Nichts wofür man streiken sollte müsste!
Die jährliche Erhöhung der Dieten sorry wird ja mit "e" geschrieben, entspricht der realen Inflation.... und deshalb finde ich es nur recht und billig dass dies jedem arbeitendem Individuum zusteht!
Und ach ja mein Vertrag ist echt schon so alt... hab mal nachgesehen und das 13. Monatsgehalt ist gesplitten zu 1/3 Urlaubsgeld und zu 2/3 Weihnachtsgeld!
30% finde ich ok, die Erzieherinnen wollen auch nicht weniger und die Ärzte, Piloten etc. haben auch nicht für weniger gestreikt. Zudem sehe ich das praktisch, ich finde es unsinnig für 1,5% zu streiken, kein Wunder dafür steh ich auch nicht auf die Strasse! Bei 30% sieht das bestimmt ma ganz anderst aus!
Aber mit der Lobby muss ich minilux (?) leider auch recht geben, da haben wir echt schlechte Karten....
Leider haben Elisabeth und Narde auch Recht.... und das mein ich dieses mal ohne einen Hauch von Ironie oder ähnlichem.... DAS ist eher zum Heulen.
LG Inti38