News "Schluss mit Ausreden" - virtuelles townhall-meeting von verdi am heutigen 12.05.

spflegerle

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#townhall1205
Schluss mit Ausreden
Beschäftigte des Gesundheits- und Sozialwesens treffen in einer virtuellen Townhall am 12. Mai auf Politik und Arbeitgeber - und lassen keine Ausreden mehr gelten. Anmelden und mitmachen.

ver.di richtet ein virtuelles Townhall Meeting aus. 12. Mai, 18:30 – 20:00 Uhr
In einer Videokonferenz konfrontieren
  • Branka Ivanisevic, Altenpflegerin
  • Dana Lützkendorf, Fachkraft für Intensivpflege
  • Kerrin Deisler, medizinisch-technische Assistentin
die Verantwortlichen mit ihren Erfahrungen und Erwartungen. ver.di lädt alle Beschäftigten aus dem Gesundheitswesen ein teilzunehmen. Seid dabei, bringt euch ein und zeigt, dass hinter den Sprecherinnen und Forderungen Hunderte stehen: KoMaSys WEB-Anmeldung - Anmeldedaten

Dabei sind:
  • Andreas Westerfellhaus, Pflegebevollmächtigter der Bundesregierung
  • Dr. Gerald Gaß, Präsident der Deutschen Krankenhausgesellschaft
  • Wolfgang Stadler, Vorsitzender des Bundesverbandes der Arbeiterwohlfahrt

Moderation: Hannes Heine, Tagesspiegel
Nähere Informationen hier auf den verdi-Seiten.

Direkt zur Anmeldung für die Veranstaltung geht es hier.

Gruß spflegerle
 

Romsen2014

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Habe dran Teilgenommen:

Gut, es war das erste mal. Aber dennoch hatte ich ein paar Kritikpunkte: Zum einem wurde, meiner Meinung nach, zuviel Zeit für den aktuellen "Praxisbericht"verschwendet. Die gingen Z.T 10 Minuten. Zack waren 30 Minuten weg (das Meeting peilte 90 Minuten an).

Somit blieb wenig Zeit für eine aktive Diskussion und vorallem, mein größter Kritikpunkt, wenig Zeit für die Fragen der Zuschauer. Am Ende wurden zwar 15 Minuten drangehängt, aber dennoch. Da wäre mehr potential gewesen.

Ansonsten wurden zwei Umfragen gestartet:
1. Sollen Institutionen im Gesundheitswesen profite erwirtschaften dürfen? (überraschung 88% sagten Nein. Wer hätte es bei einer Gewerkschafts Veranstaltung gedacht.
2. Ging es Sinngemäß, ob ein sinnvolles und gut durchdachte Personalbemessung (sinngemäß mehr Personal) dazu führen könnte, länger im Beruf zu bleiben (so ungefähr). Überraschenderweise auch da über 85% antworteten mit ja.

Westerfellhaus blieb blass. Schob immer wieder die Konzentrierte Aktion Pflege vor Auch bzgl. Lohn, sagte er das er das Wort Mindestlohn nicht mag und generell für einen Tarifvertrag wäre. Verdi Chef Werneke sagte, dass er gerade aus der Union (blick auf Spahn) den meisten Widerstand bzgl. Tarifverträge wahrnimmt "freundlich ausgedrückt" (O-Ton Werneke).

DKG Präsident Gerald Gaß, will einen Systemwechsel und weg vom Fallpauschalen system. Ansonsten meint er, dass die Pflege in den letzten 2 Jahren schon viel erreicht hat (Pflexit aus den DRG, PPuG und eben das Pflegestärkungsgesetz). Ansonsten kam er jetzt gar nicht so häufig zu wort, da wenig Zeit. Fand ihn eig. den interessantesten Gast.

Dann noch ein AG Vertreter der Stationären Langzeitpflege: Ja, soll was passieren bli bla blub. Aber Finanzierungsfrage muss gestellt werden.

Werneke: Gewerkschafts Sprech (also alles was ihr euch denken könnt, wurde gesagt. Also nicht als negativ zu werten, aber eben auch nichts herausragendes.)
 
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Neuromaus

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Neuropädiatrie mit ganz besonderen Kindern ♥
Danke für die Zusammenfassung. :up:
 

spflegerle

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Tatsächlich fand ich auch die Beiträge von Hr. Gaß am interessantesten, vor allem, weil ich dort neue Töne heraushören konnte. Die DKG hat ja schon in der Zusammenarbeit mit dem DPR und ver.di erfreulich kooperiert bei der gemeinsamen Erstellung der PPR 2.0 , auch klang eine deutliche Kritik an den DRGs und der aktuellen Finanzierung heraus. Da ist auf jeden Fall Potential für einen System-change zu erkennen. Der Ball liegt jetzt eindeutig in den Händen der Politik, wirkliche Veränderungen können nur dort angestoßen werden.
Was die Pflegeseite angeht, waren die Abschlußstatements von der Altenpflegerin Branka Ivanisevic und der Intensivpflegerin und ver.di-Aktiven Dana Lützkendorf gut auf den Punkt gebracht. Nur die von Dana angesprochene Bereitschaft der Pflegekräfte sich aktiv einzubringen sehe ich nicht so optimistisch. Aber wir sind gerade in einer einmaligen Situation und eine schlagkräftige Gewerkschaft mit hohem Rückhalt aus der Berufsgruppe könnte jetzt der entscheidende Impuls sein, um die Politik zum Handeln zu zwingen... (ich weiß, ich träume schon wieder).

Das Format in dieser Größenordnung mit fast 1000 stillen Teilnehmern im Hintergrund eignet sich nicht wirklich, um eine aktive Diskussion aller Beteiligten zu erreichen.
Für das nächste Mal in dieser Form würde ich mir wünschen, dass im Vorfeld Fragen/Wünsche/Forderungen von den Veranstaltern gesammelt und zu wenigen sinnvollen und exemplarischen Blöcken zusammengefasst werden und anstelle der Eingangsstatements der "Betroffenen" als Diskussionsgrundlage dem Forum vorgelegt werden. Und ich würde weniger Zeit mit Erzählungen des IST-Zustandes verbrauchen und stattdessen lieber mehr Zeit für Zukunftsausblicke verwendet sehen wollen.
Aber alles in allem war es eine gute Veranstaltung bei der viele wesentliche Punkte zur Sprache kamen.

Wenn man nun die aktuelle Situation nimmt: Konzertierte Aktion Pflege, Kooperation zwischen DKG, DPR und verdi zur Entwicklung von Personalbemessungstools und das Positionspapier von Pflegebevollmächtigtem Westerfellhaus , dann gibt es schon gute Vorarbeit für Veränderungen. Wenn man weiter berücksichtigt, dass gerade die Systemrelevanz der Pflege von allen anerkannt wird, dann fehlt uns tatsächlich nur noch ein lauter Protestruf der Pflegenden, um Veränderungen zu ereichen. Wenn die Pflegekräfte aber jetzt wieder still alles aussitzen und sich nicht rühren, dann bleibt es bei unbefriedigendem Kleinkram, der große Wurf kann nur kommen, wenn wir jetzt wirklich
ALLE LAUT WERDEN !

Gruß spflegerle
 

Romsen2014

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Eben drum. Ich teile auch die Beobachtung, dass die Berufsgruppe immer Selbstbewusster wird. Vielleicht hat auch der Umstand der "Systemrelevanz" dazu beigetragen. Sollte es wieder nichts werden, erwarte ich tatsächlich eher mehr Wut, als Resignation. Klar, nicht wenige werden dann auch den Beruf verlassen. Aber ich teile durchaus, dass Gefühl das sie nicht mehr nur "stille Helden" sein wollen.
 

Resigniert

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"stille Helden" sein wollen.
1. Schade, dass ich aus Zeitgründen nicht teilnehmen konnte
2. Ich wollte + will + werde nie ein Held sein wollen - weder laut noch still, sondern nur in meinem Beruf professionell arbeiten können
 

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