Fallbeispiel der letzten Prüfung in Ba Wü Tag 1:
Urs Felger ist 10 Jahre alt und lebt mit seiner Mutter und 2 jüngeren Geschwistern (Bruder 9Jahre alt, Schwester 5 Jahre alt). Mutter und Vater leben seit 2 Jahren getrennt. Vater lebt 500km weit entfernt. Urs(wer bitte denkt sich solche Namen aus???) vermisst seinen Vater. Die Mutter ist in der Teilzeit berufstätig.
Seit 2 Jahren hat Urs rezidivierenden Bronitiden, die schon mehrere Krankenhausaufenthalte nötig gemacht haben. Außerdem wurde eine Hausstaub und Milbenallergie fest gestellt.
In letzten 2 Tagen leidet Urs am starken Husten,der sich in der letzten Nacht so massiv verschlechtert hat, dass Urs kaum Schlaf gefunden hat. Dazu entwickelte er Fieber bis 40°C und seit dem Ausbruch der Erkrankung hat er kaum noch was gegessen und getrunken. Darauf hin stellte sich Mutter mit Urs beim Hausarzt vor. Dieser stellte Diagnose Asthma bronhiale und Verdacht auf Pneumonie. Darauf hin wies er Urs ins Krankenhaus ein.
In der Klinik atmet Urs erschwert mit einer Atemfrequenz von 32/min. Er hat Nasenflügeln und intercostale Einziehung. Er sitzt auf der Untersuchungsliege und hat einen ängstlichen Gesichtsausdruck. Er hat leichte Lippenzyanose und Sp02 von 89%. Röntgen Thorax hat eine deutliche Überblähung der Lunge gezeigt und die Verdachtsdiagnose Pneumonie Bestätigt.
Der Arzt ordnet Inhalation mit Salbutamol und NaCl 0.9% an sowie O2 Gabe über eine Nasenbrille an. Auf i.v. Flüssigkeitszufur wird zu erst verzichtet. (Erinnerungsschrift, kein genauer Wortlaut!)
Vorgehensweise
Teil A(doppelgewichtet)
Merkmale der Situation von Urs und seiner Bezugspersonen;
Hier habe ich Theorie des Selbspflegedefizits von Orem benutzt:
Grundlegende Bedingungsfaktoren:
Alter/Geschlecht/Entwicklungsstand: 10 (Erkrankung erscheint typischerweise in diesem Alter, Beobachtung der Wachstumsmerkmale), männlich, nach Piaget konkret operatons Phase ( vermutlich kann die Auswirkungen der Erkrankung verstehen, jedoch formelle Abstraktion fehlt, vermutlich mangelnde Adhärenz bezüglich der Langzeittherapie)
Biographie: 2 Geschwister, Eltern geschieden seit 2 Jahren ( vermutlich müssen die jüngeren Geschwister auch beaufsichtigt werden, Mutter benötigt evtl. Unterstützung durch den Sozialdienst )
Gesundheitszustand: Geschichte: seit 2 Jahren rezidivierende Bronchitiden mit mehreren KH Aufenthalten, Hausstaub- und Milbenallergie,
in letzten Tagen Husten, Fieber AZ Verschlechterung -> Hausarzt Dg: Asthma bronchiale, V.a. Pneumonie
Klinik: s.O. Th:O2, Inhalation mit Sultanol und Kochsalz, (wo ist die systemische Antibiose?)
Familiensystem: Eltern getrennt, Versorung der jüngeren Geschwistern unsicher ( wie hat es bisher funktioniert?, wie war es bei den bisherigen KH-Aufenthalten?) Mutter muss nicht zwingenderweise im KH übernachten.
Umgebung: Wie sind die Schulungszentren und Spezialambulanzen verfügbar? Muss eine Schulung während der Schulferien wahrgenommen werden? Wie schnell erreicht die Mutter das KH? Wie ist die Verbindung zum Wohnort des Vaters?
Gesundheitssystem: Wahrscheinlich liegt Urs in einer Kinderklinik, das Personal ist wahrscheinlich geschult in der Aufnahme und Einschätzung von solchen Patienten, es werden Schulungen und Beratungen angeboten. Evtl, Mutter-Kind-Kur
Ressourcen: Ist die Arbeitsstelle der Mutter gefährdet? Zahlt der Vater Unterhalt? Kann sich die Mutter hypoallergene Bettwäsche leisten? Kann das Zimmer von Urs hypoallergen gestaltet werden?