Sammlung von Assessmentinstrumenten

Spritzchen

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Gesundheitheits- und Krankenpflegerin
Hallo an Alle,

bereite mich derzeit auf mein Examen vor; arbeite in BaWü. Daher benötige ich dringend Assessmentinstrumente. Hab nun schon einige zusammen, die was "taugen". PflegeWiki und Wikipedia sind schrecklich und im PflegeHeute wird das alles auch nur halbherzig aufgeschlüsselt.
-Braden-Skala - Atemskala nach Bienstein - GCS -Fieberkurve - Anamnese nach AEBDLs - körperliche Untersuchung -Schmerzskala
- Bartel-Index -Sturzrisikoerfassung nach Huhn -BMI .......

Hat jemand noch eine Idee?
Vielen Dank schon mal...
Spritzchen
 
Ich verstehe die Fragestellung dazu nicht. Brauchst du nur die Auswertungsformulare oder die Anleitung zur Benutzung? Oder generell was über die Assessmenttools?

Übrigens to assess bedeutet auf Englisch einschätzen. Assessment hat sich im deutschen Sprachraum für Benutzung unterschiedlicher Assessmenttools als Synonym durchgesetzt. Unsere amerikanische Kolleginnen benutzen das Wort für Erhebung des Pflegebedarfs. Und dies ist viel komplexer als nur Benutzung von Assessmenttools.
 
Excellente Adresse für empfohlene Assessmenttools mit geprüften Gütekriterien sind die aktuellen Expertenstandards. Deine Schule muss schon von jedem ein Exemplar haben. Mal so aus Neugier. Was möchtest du mit deiner Sammlung anfangen?
 
Vielen Dank schon mal an Alle.

Da ich in BaWü Examen machen, liegt der Schwerpunkt des ersten schriftlichen Examens auf der Erhebung des Pflegebedarfs. Also WAS muss ich erheben. Zum Beispiel das Dekubitusrisiko. Aber da kommt es ja nicht darauf an, was ich dann tue... sondern WIE ich das erhebe zum Beispiel die Braden-Skala.

Ich sammle deswegen, weil ich ja nicht wissen kann, welche Instrumente ich bleibe. Zu der Aufgabenstellung kommt eben auch noch, dass wir ein bissle erklären müssen, woher das kommt usw. Deswegen bin ich auf der Suche nach brauchbaren Instrumenten. Macht am ersten Tag die doppelte Wertung aus. Darum bin ich da so dahinter.

Grüßle,
Spritzchen
 
Was wäre die deutsche Pflegefachkraft ohne ihre geliebten Skalen und Checklisten - Assessments hört sich nur besser an? *duckundweg*

Elisabeth
 
Ich kann nur immer wieder auf den Artikel in "Die Schwester der Pfleger" verweisen wo es um die Sinnlosigkeit der verschiedenen Assesmentinstrumente ging, dem ich im übrigen absolut zustimme!
Da du es ja fürs Examen brauchst kommste halt nicht drumherum...
 
Man ist ja net unwillig. *ggg*

http://www.geriatrie-bochum.de/assessment/assessment_11_inkontinenz.htm]Augusta-Kranken-Anstalt gGmbH - Medizinisch-Geriatrische Klinik - Assessment in der Geriatrie[/url]

KCG - Assessments in der Geriatrie

Checkliste zum Obstipations Risiko

http://www.mdk-bayern.de/clients/mdk_bayern/webcms/CMS2Content.nsf/res/kontrakturprv/$FILE/Kontrakturpr%C3%A4vention%20in%20der%20Langzeitpflege%20%C3%84lterer.pdf

Beste Praxis Sturz, Version 5.0 (Modellprojekt Gemidas-QM)

Suchergebnisse - DocCheck Flexikon

was in englisch- auch ganz nett ... http://peer.hdwg.org/sites/default/files/7b SelfAssessmentToolSelfCare-PeerRole-Peer_Training.pdf

Alles in allem stellt sich die Frage: warum muss man 3 Jahre lernen, wenn man doch eh anhand von Skalen und Checklisten alles "diagnostizieren" kann? Aber die Frage stellt sich die Ausbildungseinrichtung wahrscheinlich nicht.

Elisabeth
 
Das stimmt so nicht. ( ich habe grad meine Abschlussprüfungen bestanden) Der Sinn der ersten Prüfung ist nicht nur Benutzung der Assessmentinstrumente, sondern eine theoriegeleitete Analyse einer Pflegesituation eines Klienten im Altern zwischen 7-30 Jahren. Dies bedeutet nicht nur Bemutzung von Assessmentinstrumenten. Ich benutze für die Alterspanne gerne Theorie von Orem für die Analyse. Ein Assessmentinstrument kann man ausführilcher im Teil C beschreiben. Teil A, der doppelgewichtet wird ist Analyse.

Ich hab den Ba-Wü's angeboten mir eine PN zu schicken und ich helfe schon gerne weiter. Diese Klausurart wurde in meiner Schule entwickelt.
 
Außerdem wird besagtes Klientel kaum zB Dekubitusgefährdet. Es lohnt sich daher eher sehr spezialisierte Instrumente anzuschauen.
 
Danke.

In unserem Klinikum ist es zum Beispiel "Standard", dass auch bei einem "kleinen" Patienten ne Braden gemacht wird, wenn er beispielsweise eine Behinderung hat.

Über den Sinn und Unsinn will ich mir gar keine Gedanken machen, sonst steige ich am Ende noch zum Revolutionär auf in meinen letzten Azubitagen... lohnt sich nicht:sbaseballs:
 
Assesmentinstrumente haben, korrekt, eingesetzt schon ihre Berechtigung. Allerdings nicht im "hirnlosen" ankreuzen.

Ja, wir nutzen die Braden, aber nicht zum Einschätzen ob Frau X oder Herr Y ein Dekubitusrisiko hat, sondern als das was sie ursprünglich gedacht war: Die Dokumentation des Risiko's. Die Einschätzung des Risiko's findet in der Pflegeanamnese statt.

Wie meinte neulich ein Kollege aus einer anderen Klinik Deutschlands ganz stolz: Jeder Patient der bei uns weniger als 15 oder 16 Punkte auf der Braden hat bekommt eine ADM... Das ist nämlich genau das was ich als hirnlos empfinde. Jeder Patient der eine ADM brauch bekommt eine, aber nicht abhängig von der Punktzahl die er bei der Braden erreicht.
 
Wie meinte neulich ein Kollege aus einer anderen Klinik Deutschlands ganz stolz: Jeder Patient der bei uns weniger als 15 oder 16 Punkte auf der Braden hat bekommt eine ADM... Das ist nämlich genau das was ich als hirnlos empfinde. Jeder Patient der eine ADM brauch bekommt eine, aber nicht abhängig von der Punktzahl die er bei der Braden erreicht.

Und um der PDL zu beweisen, dass der Patient eine ADM braucht und Du das teure Leihgerät nicht umsonst bestellst, brauchst Du die entsprechende Punktzahl auf der Braden- oder einer anderen Skala. Jedenfalls auf jedem Anforderungsformular der Teile, das mir bekannt ist. :angryfire: Zugegebermaßen: Ich weiß nicht, ob die PDLs uns nicht zutrauen, das Risiko auch ohne Skala einzuschätzen, oder ob die Verwendung einer solchen Skala in diesem Fall vom Expertenstandard oder sonstwem empfohlen wird.
 
Bei uns entscheidet jeder selbst ob eine Matratze eingesetzt wird oder nicht. Geht ohne PDL und SL.
 
..
Wie meinte neulich ein Kollege aus einer anderen Klinik Deutschlands ganz stolz: Jeder Patient der bei uns weniger als 15 oder 16 Punkte auf der Braden hat bekommt eine ADM... Das ist nämlich genau das was ich als hirnlos empfinde. Jeder Patient der eine ADM brauch bekommt eine, aber nicht abhängig von der Punktzahl die er bei der Braden erreicht.
Wie soll man denn sonst beweisen, dass man eine ADM braucht? Wenn das kein Kompetenznachweis ist für eine exzellente Pflegequalität ist- was sonst?

Elisabeth
 
Ich wusste wir sind doof...
 
Ops- *ironie* vergessen.

Ich befürchte nur, dass viele einzig und allein eine Skala als das wirklich Richtige ansehen. Dabei waren die Dinger mal lediglich dazu gedacht, eine Population im Rahmen einer Studie einheitlich zu beschreiben. In D werden sie als Diagnostikinstrument hergenommen. Das lässt mehr als tief blicken auf die tatsächliche Kompetenz der Pflege. Es gibt viel zu wenige, die anhand ihres Fachwissens eintscheiden. Erkennen tust die in der Regel daran, dass sie sich, durch welche Skala auch immer, eingeschränkt sehen im Denken.

Fragt sich, wie sinnvoll unter diesem Aspekt das Vorgehen der Schulen zu werten ist, die die Nutzung von Skalen als Kausalitätsnachweis einfordern.

Elisabeth
 
Hier wieder die Nachwuchspflegerin. Nach dem erfolgreich bestandenen Examen. Durchaus wird im Unterricht über Sinn/Unsinn diskutiert. Ebenfalls über Gütekriterien. Manche Schüler durften sich auch an der Entwicklung der Pflegedokumentation beteiligen.

Mir ging es bei der Frage darum, dass Spritzchen demnächst Abschulssprüfung schreibt. Nach Stuttgarter Modell. Und dass nur eine Sammlung für Tag 1 nicht ausreichend ist. Der doppelgewichtete Teil ist nochmal eine theoriegeleitete Analyse der Situation. Und das ist noch einmal mehr als nur Benutzung der Assessmentinstrumente.

Ich behaupte, es gibt durchaus Nachwuchspflegekräfte, die eine Entscheidung über das Ergebnis eines Assessmentverfahrens entscheiden können.
 
Fallbeispiel der letzten Prüfung in Ba Wü Tag 1:

Urs Felger ist 10 Jahre alt und lebt mit seiner Mutter und 2 jüngeren Geschwistern (Bruder 9Jahre alt, Schwester 5 Jahre alt). Mutter und Vater leben seit 2 Jahren getrennt. Vater lebt 500km weit entfernt. Urs(wer bitte denkt sich solche Namen aus???) vermisst seinen Vater. Die Mutter ist in der Teilzeit berufstätig.

Seit 2 Jahren hat Urs rezidivierenden Bronitiden, die schon mehrere Krankenhausaufenthalte nötig gemacht haben. Außerdem wurde eine Hausstaub und Milbenallergie fest gestellt.

In letzten 2 Tagen leidet Urs am starken Husten,der sich in der letzten Nacht so massiv verschlechtert hat, dass Urs kaum Schlaf gefunden hat. Dazu entwickelte er Fieber bis 40°C und seit dem Ausbruch der Erkrankung hat er kaum noch was gegessen und getrunken. Darauf hin stellte sich Mutter mit Urs beim Hausarzt vor. Dieser stellte Diagnose Asthma bronhiale und Verdacht auf Pneumonie. Darauf hin wies er Urs ins Krankenhaus ein.

In der Klinik atmet Urs erschwert mit einer Atemfrequenz von 32/min. Er hat Nasenflügeln und intercostale Einziehung. Er sitzt auf der Untersuchungsliege und hat einen ängstlichen Gesichtsausdruck. Er hat leichte Lippenzyanose und Sp02 von 89%. Röntgen Thorax hat eine deutliche Überblähung der Lunge gezeigt und die Verdachtsdiagnose Pneumonie Bestätigt.

Der Arzt ordnet Inhalation mit Salbutamol und NaCl 0.9% an sowie O2 Gabe über eine Nasenbrille an. Auf i.v. Flüssigkeitszufur wird zu erst verzichtet. (Erinnerungsschrift, kein genauer Wortlaut!)





Vorgehensweise

Teil A(doppelgewichtet)

Merkmale der Situation von Urs und seiner Bezugspersonen;

Hier habe ich Theorie des Selbspflegedefizits von Orem benutzt:

Grundlegende Bedingungsfaktoren:

Alter/Geschlecht/Entwicklungsstand: 10 (Erkrankung erscheint typischerweise in diesem Alter, Beobachtung der Wachstumsmerkmale), männlich, nach Piaget konkret operatons Phase ( vermutlich kann die Auswirkungen der Erkrankung verstehen, jedoch formelle Abstraktion fehlt, vermutlich mangelnde Adhärenz bezüglich der Langzeittherapie)

Biographie: 2 Geschwister, Eltern geschieden seit 2 Jahren ( vermutlich müssen die jüngeren Geschwister auch beaufsichtigt werden, Mutter benötigt evtl. Unterstützung durch den Sozialdienst )

Gesundheitszustand: Geschichte: seit 2 Jahren rezidivierende Bronchitiden mit mehreren KH Aufenthalten, Hausstaub- und Milbenallergie,
in letzten Tagen Husten, Fieber AZ Verschlechterung -> Hausarzt Dg: Asthma bronchiale, V.a. Pneumonie

Klinik: s.O. Th:O2, Inhalation mit Sultanol und Kochsalz, (wo ist die systemische Antibiose?)

Familiensystem: Eltern getrennt, Versorung der jüngeren Geschwistern unsicher ( wie hat es bisher funktioniert?, wie war es bei den bisherigen KH-Aufenthalten?) Mutter muss nicht zwingenderweise im KH übernachten.

Umgebung: Wie sind die Schulungszentren und Spezialambulanzen verfügbar? Muss eine Schulung während der Schulferien wahrgenommen werden? Wie schnell erreicht die Mutter das KH? Wie ist die Verbindung zum Wohnort des Vaters?

Gesundheitssystem: Wahrscheinlich liegt Urs in einer Kinderklinik, das Personal ist wahrscheinlich geschult in der Aufnahme und Einschätzung von solchen Patienten, es werden Schulungen und Beratungen angeboten. Evtl, Mutter-Kind-Kur

Ressourcen: Ist die Arbeitsstelle der Mutter gefährdet? Zahlt der Vater Unterhalt? Kann sich die Mutter hypoallergene Bettwäsche leisten? Kann das Zimmer von Urs hypoallergen gestaltet werden?