Pflegekraft mit MRSA

Binie

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GuKP
Hallo liebe Kolleginnen und Kollegen,

wir haben eine neue Kollegin bekommen, die MRSA im Nase-/Rachenraum hat. Sie wird nun ohne jegliche Sanierungsmassnahmen bei uns auf einer
gynäkologischen Station eingesetzt.

Frage : ist sowas rechtens, können wir was dagegen unternehmen oder nicht ?
irgendwie ist uns unwohl bei der Geschichte.

Danke für eure Antworten.

Gruß Binie
 
Staphylococcus Aureus ist ein, bei Menschen, sehr häufig auftretender Keim (Wikipedia nennt 25-30%) - dass da auch ein Methicillin-resistenter dabei ist, liegt in der Natur der Sache.

Grundsätzlich ist es rechtens, korrekt durchgeführte Händehygiene natürlich vorrausgesetzt. Wenn aber die Pflegekraft anfängt die Patientinnen abzuschmusen und vieleicht sogar abschleckt, solltet ihr eingreifen!
 
Woher wisst ihr denn, dass sie MRSA hat?
 
Warum wurde kein Sanierungsversuch unternommen?
Andererseits: wurde auf eurer Station das Personal untersucht?
Wisst ihr, wie viele von euch den Keim in sich tragen???
Auf der letzten Schulung, die ich dazu besucht habe, hieß es:
40% des Personals, das auf Station arbeitet, trägt den Keim, und 70% des Personals auf Intensiv.
:fidee::nurse:
 
Woher wisst Ihr von dem Befund der Kollegin und warum solltet Ihr Euch wehren (müssen)? Bleibt mal bitte auf dem Teppich, Ihr habt allenfalls eine Verantwortung für was Ihr tut nicht die für das der Kollegin! Außerdem stimmt was die Kollegen in den Beiträgen vor mir geschrieben haben, auch der "normale" Staph. aureus ist nicht ungefährlich und es kommt sehr auf die persönliche Händehygiene an.....
 
MRSA ist überall. Man kann sich den in der Arztpraxis, im Krankenhaus, im Pflegeheim, aber auch im Supermarkt, in öffentlichen Verkehrsmitteln oder an jedem anderen Ort holen an dem viele Menschen aufeinandertreffen. Im Krankenhaus o.Ä. ist die Wahrscheinlichkeit nur höher weil viele Patienten Antibiotika einnehmen. Und wie oft werden schon Nasenabstriche von Pflegepersonal oder Ärzten genommen?
 
Hallo nochmal an alle,

Ihr habt natürlich schon recht, "wehren" im klassischen Sinne können wir uns ja nicht, es ist uns nur eben unwohl bei der ganzen Sache. Richtig ist schon, dass der Keim überall sein kann, bei keiner von uns wurde ein Abstrich gemacht bislang. Bei der Kollegin war das wohl nur der Fall, weil sie vorher auf einer Säuglingsstation gearbeitet hat.
Die Händehygiene hält sie ja ein, ebenso wie wir alle.
Allerdings finde ich es nach wie vor seltsam, dass nicht saniert wird und man sie eben einfach weiterarbeiten lässt.

Danke euch für eure Antworten.
Gruß Binie
 
Wie schon gesagt, der Keim ist überall in rauen Mengen vorhanden. Eine Übertragung ist aber durch korrekt durchgeführte hygienische Händedesinfektion zu fast 100% ausgeschlossen. Somit ist es gar kein Problem.

Macht euch doch mal einen Spaß daraus und lasst euch alle untersuchen. Ihr werden überrascht sein, wer alles Keimträger ist ;)
 
Allerdings finde ich es nach wie vor seltsam, dass nicht saniert wird und man sie eben einfach weiterarbeiten lässt.


Das finde ich auch, wobei man eben gucken muss, was dazu in eurem Hygieneplan steht. Bei uns wäre man sofort raus und müsste sich sanieren, ist ganz klar festgelegt.
 
Drehen wir das ganze mal um und nehmen die Patientensicht ein. Wenn er MRSA hat, wird er isoliert. Er führt keine Händedesi durch. Korrekt. *ketzerische Frage* Machen wir es immer? Ich meine jetzt richtig inklusive Einwirkzeiten? Über die Brücke würde ich net gehen wollen.

Meiner Meinung nach hat ein Kollege mit MRSA nix auf einer operativen Station zu suchen. Es sei denn, er trägt bei jedem direkten oder indirekten Pat.- kontakt einen Mundschutz. Indirekter Patientenkontakt? z.B. beim Medikamente stellen.

Warum so hartherzig? Ich betrachte das ganze als Pat.. Diese Position werde ich zukünftig wohl öfter einnehmen müssen.

Elisabeth
 
Ich behaupte mal, dass kein Arbeitgeber Interesse an einem Mitarbeiter-Screening hat. Das wäre wahrscheinlich ein Fass ohne Boden und müsste ja auch in regelmässigen Abständen wiederholt werden. Heute negativ - morgen positiv, weil ich den falschen Einkaufswagen angefasst habe ( mal überspitzt gesagt) oder mir nach der Zubereitung von Fleisch aus Massentierhaltung "nur" die Hände gewaschen habe.
 
Auch ich hatte vor einiger Zeit einen MRSA im NNH Bereich. Ich war sofort 14 Tage krank geschrieben und musste auf Anweisung unserer Hygienefachkraft eine Sanierung durchführen, mein Vorteil: der Keim konnte eindeutig einem Patienten zugeordnet werden, wichtig wenn man den Keim nicht wieder los wird. Nun bin ich saniert, werde aber routinemässig alle 4 Wochen erneut zum Abstrich gebeten. Ist wohl Standard vom RKI. Leider werden nicht alle meine Kollegen, die mit mir zusammengearbeitet haben gescreent, das ist meinem Arbeitgeber wohl auch zu teuer. Jeder muss sich im Klaren seien, dass wenn man MRSA Träger ist, raus aus dem Betrieb ist, kommt einer Berufsunfähigkeit gleich.
 
Jeder muss sich im Klaren seien, dass wenn man MRSA Träger ist, raus aus dem Betrieb ist, kommt einer Berufsunfähigkeit gleich.
Bei MRSA ist das noch relativ harmlos, weil man ihn ja meist saniert bekommt.
Krass wirds dann bei Keimen wie KPC, da kann die Sanierung schonmal fehlschlagen, weil manche davon gegen alle Antibiotika resistent ist (praktisch omniresistent) und man kann nur warten, dass der Körper sie selbst wieder rauswirft.
Letzte Möglichkeit ist dann Colistin i.v., aber wer zerstört sich schon die Nieren, nur um weiter am Bett zu arbeiten?
 
Ich hatte vor Jahren MRSA auf der Hand,diese war offen.Ich durfte 3 Wochen nicht mehr arbeiten gehen,bis 2 Abstriche negativ waren.
 

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