Muss man sich heute als Pflegekraft so behandeln lassen?

Dieses Thema im Forum "Talk, Talk, Talk" wurde erstellt von RudiN, 19.02.2016.

  1. RudiN

    RudiN Newbie

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    Pat. kommt in Krankenhaus Sturz vor zwei Tagen, Prellungen Rücken und Steiß



    Pat meldet sich kurz nach dem Abendessen, ich soll ihr doch jetzt endlich ein richtiges Schmerzmittel bringen. Meine Antwort darauf ob sie den die regulären Tabletten schon genommen habe sie müsse schon warten bis sie wirken dauert auch seine Zeit. Ihre Antwort darauf was den das Billige Zeugs bringen soll. Meine Antwort: „Sie solle sie doch bitte nehmen der Arzt wird sich schon was dabei gedacht haben sie so auf zu schreiben“.

    Als ich dann beim Durchgehen ins Zimmer komme steht die Pat. am Nachtkästchen und isst eine Pizza die sie sich bestellt hat.

    Ich gebe ihr die Oxygesic 10 die sie regulär am Abend als Zusatzmedikation erhalten soll.

    Ihre Antwort darauf ob ich den nicht wisse dass sie darauf allergisch reagiert hätte, auf diese grüne Tablette. Ich sagte das ist eine rote Tablette und diese habe sie heute Morgen auch schon erhalten und in der Kurve steht nichts von einer Reaktion auf diese Tablette.

    Ihre Reaktion darauf ich solle jetzt doch sofort ein richtiges Schmerzmittel bringen, ich werde doch von ihrem Geld schon richtig bezahlt.

    Mein Antwort darauf, die vielleicht etwas unüberlegt war, sie zahlen Garnichts dafür sondern die Krankenkasse, und damit auch ich. Und sie solle doch bitte einen anderen ton anschlagen.

    Daraufhin begann die Patienten mich auf das hefigste zu beschimpfen. Ich solle mir doch eine andere Arbeit suchen wenn ich das nicht kann, ich sei ein Ausländer feind usw. sie möchte jetzt sofort nach Hause gehen.

    Ich habe daraufhin das Zimmer verlassen und den Dienstarzt verständigt.



    Bin dann den Rest der Zimmer durch gegangen und zum Schluss noch mal in das Zimmer, weil ich der Patienten im erstem Bett noch das Knie neu Verbinden musste.

    Worauf die die Beschimpfungen gleich wieder von neuem begannen.



    Ich finde das sehr traurig dass man sich als Pflegekraft so behandeln lassen muss.



    Ich bin jetzt 60 Jahr, arbeite fast 20 Jahre im Haus, davon fast 17 Jahre auf derselben Station und habe mir Meinens Wissen nach nie was zu Schulden kommen lassen.





    Weis nicht ob der Beitrag passt aber ich musste das einfach loswerden
     
  2. anästhesieschwester

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    Hallo,

    ja, manchmal gibt es einfach eine "grundlegende Antipathie" - da hilft ggf. nur, dieses Zimmer "abzugeben". Vielleicht kommen andere Kollegen etwas besser mit der Patientin klar.
    Wenn das nicht geht, würde ich grundsätzlich den zuständigen Stations- o. diensthabenden Arzt auf die Vorfälle hinweisen, damit er / sie sich darauf einstellen kann, dass ggf. öfter Nachfragen von deiner Seite kommen, um auf der sicheren Seite zu sein. Und ich würde engmaschig und detailliert dokumentieren, was die Pat. sagt / tut / ablehnt,...
    Drücke dir die Daumen, dass die Dame schnell genesen ist.
     
  3. verenalgo6

    verenalgo6 Stammgast

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    Naja, grundlegend finde ich natürlich muss man sich nicht so behandeln lassen. Andererseits finde ich es auch schwierig die Situation nur auf Grund deines Posts zu beurteilen.
    Wenn ich mich mal nur an deinen Erzählungen entlang hangle, dann hätte ich persönlich glaub völlig anders reagiert als du, sorry...
    Schmerzen machen manche Menschen "verrückt", lassen sie unfreundlich und unfair werden, vielleicht hättest du ihre Aussagen nicht ganz so persönlich werten sollen?
    Wie gesagt, schwer einfach so zu beurteilen, ich möchte dir jetzt nämlich eigentlich auch nicht unterstellen das du "falsch" reagiert hättest, das steht mir hier wahrlich nicht zu...
     
  4. stormrider

    stormrider Poweruser

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    Beurteilen kann man hier garnichts. Mir kommen bei solchen Vorgängen aber immer die Gedanken, inwieweit der Patient für sein Verhalten verantwortlich zu machen ist. Ich sehe hier schon eine deutlich krankhafte Komponente ohne sie näher bezeichnen zu wollen.

    Ich lasse mich von solchen Aussagen niemals provozieren.
     
  5. verenalgo6

    verenalgo6 Stammgast

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    Niemals?
    Respekt;)
     
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  6. DirkK

    DirkK Junior-Mitglied

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    Hallo Rudi,
    ich glaube die von Dir beschriebene Situation ist kein Einzelfall. Es kommt sehr häufig vor, dass Pflegende als Prellbock fungieren. Wichtig ist immer, in welchem Zusammenhang und wie man damit umgeht.
    Wenn ich Deinen Beitrag lese, dann fällt mir auf :
    Ist sie etwa durch den behandelnden Arzt nicht aufgeklärt worden ?
    Das ist eher schwierig, denn wenn man Schmerzen hat, dann möchte man nur ungerne warten, bis die Wirkung eintritt.
    Aber auch fehlt eindeutig die Information : Bitte melden Sie sich frühzeitig, wenn Sie merken dass die Schmerzen stärker werden.
    Da dies hier :
    nicht mit dem Fall an sich zu tun hat, gehe zu diesem hier über :
    Das wäre der Punkt gewesen, an dem ich gesagt hätte : Wenn Sie einen Moment Geduld haben, dann rufe ich Ihren Arzt an, der dann die weitere Medikation mit ihnen bespricht. Er wird ihnen sicher etwas gegen die Schmerzen geben.

    Auch wenn wir in der Pflege Profis in vielen Bereichen sind, müssen wir dennoch nicht den Kopf für alle anderen hinhalten.
    Der Arzt verschreibt die Medikamente, und hat dem Patienten gegenüber eine Aufklärungspflicht.

    In den meisten Fällen können wir den Patienten kompetent und zur Zufriedenheit
    Auskunft geben, in solchen, eher schwierigen Fällen, dürfen wir die Verantwortung dahin geben, wo sie hingehört.

    Die sehe ich hier garnicht ... Ich sehe einen Patienten, der mit seinen Kommentaren oder auch Beschimpfungen seine Persönlichkeit zum Ausdruck bringt.
    Weshalb er das auf diese Weise macht, kann verschiedenste Ursachen haben, zum Beispiel grundsätzliche Unzufriedenheit mit seiner Situaton, oder Vorerfahrungen aus anderen Krankenhausaufenthalten.
    Dass das verbal vielleicht unangemessene Verhalten gleich einen krankhaften Charakter haben soll halte ich ein für abwegig.
     
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