Patient will sterben

Dieses Thema im Forum "Fachliches zu Pflegetätigkeiten" wurde erstellt von Suse, 27.03.2002.

  1. Suse

    Suse Senior-Mitglied

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    Hallo !
    Mich würde es mal interessieren, ob auch in anderen Häusern häufig über den Willen des Patienten hinweg therapiert wird.
    Gruß Sanne
     
  2. Ute

    Ute Poweruser

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    hi,

    leider habe ich das schon so mitbekommen :(
    Patienten die nicht mehr leben möchte oder die Therapie ablehnen, werden bis zum letzten therapiert.
    Wie ist das bei Dir Suse , hast Du auch solche Erfahrungen gemacht ?
     
  3. Tisi

    Tisi Senior-Mitglied

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    Hi!
    Ich hab das auch schon mitbekommen, meistens bei ziemlich alten Patienten, die nicht mehr leben wollen, deren Angehörige aber meinen ihnen was gutes zu tun, wenn bis zum Schluss alles mögliche ausprobiert wird!
    Tisi
     
  4. Mäuschen

    Mäuschen Senior-Mitglied

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    Hallo,

    ja aber wie ist das denn? Muß man denn den Wunsch des Patienten nicht aktzeptieren.? Gibt es denn dieses "Patiententestament" ?
    Ich meine wenn ein patient nicht mehr will kann man ihn doch nicht dazu zwingen oder??

    Grüße
    Mäuschen
     
  5. Suse

    Suse Senior-Mitglied

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    Hallo zusammen !
    Ich habe schon häufig erlebt, daß Maßnahmen ergriffen wurden, die der Patient nie wollte. Zum Thema Patiententestament habe ich jedoch auch schon eine gegenteilige Erfahrung gemacht, so schrieb eine Patientin, die Langzeitbeatmet war, daß sie nie wieder an eine Beatmungsmaschine wolle. Als sie jedoch wieder schwere Atemnot bekam, wollte sie doch wieder beatmet werden. So ist es halt vorher immer schwer zu sagen, was man wann will und was nicht, ohne in der Situation zu sein. Das jedoch an Schwerkranken Patienten noch volle Therapie gefahren wird, jeder Arzt sich blicken lässt und die " tollsten" Sachen gemacht werden, muß ich leider zu häufig miterleben. Ihr auch ???
    Sanne
     
  6. urmel

    urmel Stammgast

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    Hallo,
    solche Erfahrungen musste ich auch machen.
    Allerdings habe ich auch positive Erfahrungen gemacht, durch unseren ehemaligen Stationsarzt.
    Eine Patientin, über 80 Jahre alt, wurde stationär aufgenommen, wegen Bluthusten und Schluckbeschwerden. Diagnose: ein bösartiger Tumor der Lunge, der die Speiseröhre zusammendrückte und teilweise auch schon in diese eingebrochen war. Inoperabel. Sie wurde nach Hause entlassen (bei ihre Tochter).
    Zwei Wochen später wieder stationäre Aufnahme, weil sie nichts mehr essen wollte und auch kaum noch schlucken konnte.
    Die Angehörigen wollten eine Ernährungssonde legen lassen.
    Unser Doc fragte, ob sie das wirklich wollten, den Tumor weiter ernähren...die Tochter war völlig geschockt, daran hatte sie nicht gedacht, und sie liess ihre Mutter gehen. Das war nicht einfach für sie, aber in einem Gespräch mit ihr sagte sie, dass sie froh sei, dass der Doktor so ehrlich zu ihr war.
    Ihre Mutter wurde kurz darauf in ein Hospiz verlegt. Zwei Tage später starb sie.
    Die Tochter kam extra zu uns, um uns das zu sagen.
    Das war schon sehr bewegend.
    LG
    urmel
     
  7. Salamon

    Salamon Gast

    Hi, und Respekt
    hier geht es um viele heiße Eisen, mit vielen unterschiedlichen Erfahrungen, díe Pflegende schon mit Medizinern gemacht haben.
    Mein Vorschlag wäre sich vorzustellen, dass man selbst in eine ähnlich hilflose Lage wie die von Euch beschriebenen Patienten kommt.
    Noch sind wir (als "Gesunde") in der Lage uns zu äußern, so dass die Wahrscheinlichkeit respektiert zu werden die Größte bleibt.

    1. Entmündigung gibt es nach dem neuen Betreuungsrecht nicht mehr.
    Immer ist der Wunsch des Betreuten denen der Betreuer vorzuziehen.

    2. Verfügungen haben unterschiedlichstes Aussehen und rechtliche Wirksamkeiten. - Also vorab informieren, niederschreiben, dabei haben und allen die man mag sagen wie man selbst behandelt oder nicht behandelt werden will. (Stichwort Organspende)

    3. Der Gedanke der medizinischen Maximalversorgung eines jeden soll erst einmal die höchste Priorität behalten. Es wäre für mich schockierend, wenn jeder Mediziner seine eigenen ethischen Regeln auf andere (Patienten) anwendet.
    z.B. überspitzt ausgedrückt Blondienen über 40 Jahre werden nicht mehr behandelt, oder männliche Rentner über 60 bekommen keinen Bypass mehr. (Vorsicht wer in England leben will).

    4. Unser Feingefühl muss gestärkt werden oder stark sein, aber auch die betreffenden Passagen aus den Unterrichten Gesetzeskunde wären wieder einmal zu aktualisieren. Nur so bleiben wir seblstbestimmt und nicht Fremdbestimmt.

    Leider muss ich mir den Schuh auch anziehen und mich wieder einmal belesen. :o
    Viel Spaß noch bei diesen interessanten Themen
    auf bald
     
  8. Mäuschen

    Mäuschen Senior-Mitglied

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    Hallo,

    habe ich das nun richtig vertanden? Wenn der Patient "nein" sagt, dann wird auch danach gehandelt??

    Und wenn das so ist, wie ist das dann bei Kindern? Vorallem bei Krebskindern stelle ich mir das schwierig vor. Ärzte und das Kind wissen das es nichts mehr nützt. Das Kind hat die Qualen satt. Und weiß auch was es will. Aber die Eltern wollen unbedingt weiter machen.
    Gilt dann das Wort der Eltern? Warscheinlich schon oder??

    Grüße
    Mäuschen
     
  9. carmen

    carmen Poweruser

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    Hallo @all :lol: ,

    leider kommt es zu oft vor, dass gegen den Willen des Pat. therapiert wird.
    Man glaubt es kaum, wie oft nach den Willen von Angehörigen oder sehr strebsamen Ärzten therapiert wird, obwohl die Therapie von vorn herein aussichtslos oder gar tödlich für den Pat. ist.
    War im vorigen Jahr ein 87-jähriger Pat. mit 3 verschiedenen Krebsarten zum -zigtens Male bei uns auf Stat.
    Dieser Pat. war, wie ihn verschiedentliche Ärzte, in verschiedentlichsten Einrichtungen auseinander setzten, austherapiert und der Pat. selber konnte mit dieser Feststellung leben, er wollte nur noch die Symptome seiner Krankheit gelindert bekommen. Das war auch für uns Pflegenden okay.
    Da war aber noch seine Family und da war noch seine Lebensversicherung, die 4 Eigentumswohnungen, das Hus, das Boot u.s.w.
    Kurz gesagt, der Pat. litt mit seiner Familie keine Not.
    Seine Frau tat sich mit den Kindern zusammen und atakkierten den Pat. so lange, bis er einer erneuten Chemo, wo er mitten in der Chemogabe starb, zustimmte.
    Nun höre man sich die Begründung der Familienangehörigen an, weshalb der Pat. nochmal eine Chemo durchmachen sollte.
    Weil seine ganzen Versicherungen erst 8 Monate nach stat. Einweisung mit stark rduzierten AZ, zur Auszahlung kamen und er bis dahin noch leben sollte, damit die volle Summe zur Auszahlung kommt und kein Pfennig abgezogen werden könne.
    :twisted: :twisted: :twisted: :twisted: :twisted: :twisted: :twisted:

    Das waren die einzigsten Angehörigen, denen ich nach dem Tod des Pat. weder mein Beileid noch sonst irgendwas aussprach :!:

    Carmen
     
  10. joleena84

    joleena84 Junior-Mitglied

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    boah!!!!!!!!! :evil: :evil:

    das ist ja echt der hammer, ich würde glaub ich ausrasten....
     
  11. carmen

    carmen Poweruser

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    ... innerlich bin ich das auch und mein Gesicht war zur Faust geballt :twisted:
    Carmen
     
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