Patient öfter bei Selbstbefriedigung erwischt

Bettina058

Newbie
Registriert
14.05.2018
Beiträge
1
Alter
34
Akt. Einsatzbereich
ambulante pflege
Guten tag.
Ich arbeite in einem ambulanten Pflegedienst und habe einen jungen 29J querschnittsgelähmten Patienten. Alle 2 Tage schiebe ich ihn in einem Dusch/Toiletten Stuhl übers WC (er führt mit Hilfe von Zäpfchen ab) weil es immer seine Zeit dauert haben wir abgemacht das ich in der Zeit zu weiteren Patienten fahre.
Ich habe einen Schlüssel komme also von alleine wieder ins Haus rein.Ich klopfe natürlich an , doch wenn keine Antwort kommt muss ich natürlich auch rein gehen....
Es ist jetzt schon öfter passiert das er dabei war zu onanieren ( er spürt jedoch ab C5 nichts mehr) . Manchmal tut er so oder bemerkt mich tatsächlich kurz nicht( macht also erstmal weiter)...
Ich weiß nicht genau ob er es mit Absicht macht, es sieht für mich aber ganz danach aus.

Er hat eingeschränkte Hand Funktion und trägt den ganzen Tag ein U.Kondom außer halt in der Zeit. Das heißt also das diese Zeit die einzige ist wo er es machen kann...

Ich weiß nicht ob er es bei meinen Kolleginnen auch macht , aber möchte auch nicht fragen.
Ich mag ihn eigentlich gerne als Patient und auch als Mensch.
Was denkt ihr darüber ?
Habt ihr ähnliche Erfahrung und/oder ein guten Rat?
 

Jillian

Poweruser
Registriert
29.10.2013
Beiträge
1.240
Beruf
GuKP
Akt. Einsatzbereich
Innere
Hallo Bettina,

Sexualität hört nicht auf, nur weil jemand pflegebedürftig wird. Dass dieses Bedürfnis mit dem Schamempfinden anderer kollidiert, ist fast unausweichlich. Aber auch was dieses heikle Thema betrifft, gilt, was überall gilt: Redenden Menschen kann geholfen werden. Was spricht dagegen, dass du dem Patienten ggü. zur Sprache bringst, was dich beschäftigt? Vielleicht bemerkt er gar nicht, dass dir unangenehm ist, ihn beim Onanieren zu sehen. Oder er hat andere Gründe, warum er es genauso tut, wie er es tut. Sprich ihn an. Ohne Vorwürfe, mit Ich-Botschaften, die deine subjektiven Empfindungen verdeutlichen, ohne anzuklagen. So kannst du ihm die Gelegenheit geben, unaufgeregt zum Thema Stellung zu nehmen und gemeinsam mit dir an einer Lösung zu arbeiten. Totschweigen bringt mMn nie etwas. Auch was die Kollegen angeht: Frag sie. Schildere ihnen, was du erlebst und was es in dir auslöst. In einem gut funktionierenden Team sollten solche Themen kein Tabu sein.
 

Nikkilaurini

Newbie
Registriert
25.10.2017
Beiträge
20
Beruf
Krankenschwester
Hallo Bettina!

Wie schon ausgeführt wurde hat jeder Mensch ein Recht auf Sexualität. Ich arbeite in einem Wohnheim für behinderte Menschen. Auch auf meiner Gruppe haben wir Männer, die sich selbst befriedigen, was ja nur natürlich ist. Wir reden mit ihnen auch darüber und haben klare Absprachen. So haben sie auch so Schildchen a´la "Do not disturb" die sie von außen an die Zimmertüre hängen ( alle haben ein Einzelzimmer), wenn sie sich mit sich selbst beschäftigen möchten.

Da dein Patient lediglich zu den Zeiten, an denen er abführt,ungehindert an seinen Penis kommt, nutzt er natürlich diese Zeit. Der Vorschlag von Elfriede ist doch schon mal super....oder sprecht halt ab, dass du etwas geräuschvoller in die Wohnung kommst, dass er dich ( wahlweise auch deine Kollegen) bemerkt und er durch ein einfaches ja oder nein mitteilt, ob du das Bad betreten kannst. Es wäre doch schade, wenn er seine Bemühungen nicht zu Ende bringen kann...

Wenn du der Meinung bist, er lässt dich extra in diese Situation schlittern ( was für ihn natürlich auch einen Kick bedeutet) rede mit ihm, ganz unaufgeregt und teile ihm mit, dass dir dies unangenehm ist.

Bitte rede auch mit deinen Kollegen, das sollte keine große Sache sein. Vielleicht kommt ihr so im Team auf eine gemeinsame praktikable Lösung für alle Beteiligten.
 

amezaliwa

Poweruser
Registriert
13.12.2007
Beiträge
2.151
Ort
Franken
Beruf
Krankenschwester mit WB Stroke Unit, RbP
Akt. Einsatzbereich
Stroke Unit mit Frühreha
Was spricht dagegen, bereits unten an der Haustüre zu klingeln?

Von Jillian:
"Sexualität hört nicht auf, nur weil jemand pflegebedürftig wird." :daumen:
"Redenden Menschen kann geholfen werden." :daumen:
Muss man wohl betonen, ist wohl nicht selbstverständlich :-(.
 

pepita-sheep

Poweruser
Registriert
07.07.2016
Beiträge
542
Alter
55
Ort
Völlig verzogen
Beruf
staatl. anerk. Altenpflegerin
Akt. Einsatzbereich
Beatmungs - WG
Funktion
Altenpflegerin
Hallo Bettina058,

wie du siehst, sind hier Pflegekräfte im Forum, die diese Situation kennen. Hier werden die Lösungen angeboten.

Hier wird das umgesetzt, was sich Frau Monika Krohwinkel (AEDL 10. Sich als Frau / Mann fühlen - Sexualität) gewünscht hat.
 

Ähnliche Threads

Über uns

  • Unsere Online Community für Pflegeberufe ist eine der ältesten im deutschsprachigen Raum (D/A/CH) und wir sind stolz darauf, dass wir allen an der Pflege Interessierten seit mehr als 19 Jahren eine Plattform für unvoreingenommene, kritische Diskussionen unter Benutzern unterschiedlicher Herkunft und Ansichten anbieten können. Wir arbeiten jeden Tag mit Euch gemeinsam daran, um diesen Austausch auch weiterhin in einer hohen Qualität sicherzustellen. Mach mit!

Unterstützt uns!

  • Unser Team von www.krankenschwester.de arbeitet jeden Tag daran, dass einerseits die Qualität sichergestellt wird, um kritische und informative Diskussionen zuzulassen, andererseits die technische Basis (optimale Software, intuitive Designs) anwenderorientiert zur Verfügung gestellt wird. Das alles kostet viel Zeit und Geld, deshalb freuen wir uns über jede kleine Spende!