Nachtdienst alleine für 49 Bewohner – wie geht ihr damit um?

Nachtbruder2026

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Exam. Altenpfleger
Akt. Einsatzbereich
Pflege
Nachtdienst – Personalmangel und Überlastung

Hallo zusammen,

ich möchte mal meine Erfahrungen aus dem Nachtdienst teilen, weil es wirklich belastend war.

Auf meiner Station hatte ich 49 Bewohner allein zu versorgen. Normalerweise werden Bewohner beim Lagern zu zweit bewegt, aber die zweite Pflegekraft wurde eingespart, um tagsüber mehr Personal zu haben.

Besonders belastend:

Unterstützung durch andere Altenpfleger war oft nur auf dem Papier vorgesehen. Die Pflegedienstleitung wollte, dass ich deren Kürzel im System eintrage, obwohl sie praktisch keine Hilfe leisten konnte – Urkundenfälschung, die ich nicht gemacht habe.

Eine Bewohnerin mit Kontrakturen war regelmäßig stark eingestult (Urin und festgetrockneter Stuhl bis zum unteren Rücken), weil sie vom Spätdienst zu früh ins Bett gelegt wurde.

Die Reinigung dauerte 45 Minuten, was die Versorgung der anderen Bewohner massiv einschränkt.

Betäubungsmittel zählen, Einlagen maximal „ausreizen“, Handschuhe aus dem Lager holen – alles zusätzlich zeitaufwendig und körperlich belastend.

Fragen euch, wie würdet ihr mit einer so belasteten Situation umgehen?
Mich würde interessieren:
Wie geht ihr mit solchen extremen Nachtdiensten um?
Habt ihr Strategien, wenn gesetzlich vorgeschriebene Aufgaben zeitlich kaum machbar sind?
 

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