Kollegen und (Alltags-)Drogen

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davidha

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07.06.2013
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Hey, bisher habe ich hier immer nur mitgelesen, aber nun habe ich doch etwas auf dem Herzen und hoffe auf eine Diskussion.
Ich bin Auszubildener im 2.Lehrjahr und mir sind einige Mitkursler und auch Kollegen mit Verhaltensweisen aufgefallen, die ich nicht wirklich gutheißen kann.
So zum Beispiel Mitkurslerinnen, die es scheinbar SO nötig haben, dass sie sogar in der 15min-Pause kiffen gehen :schraube: und teilweise schon total weinerlich und reizbar sind in manchen Situationen, oder Kollegen (auf Intensiv!) die mal eben am Wochenende durchmachen, und nach der Party Frühdienst schieben ("Alkohol, klar, aber wir haben auf Bier verzichtet, weil man das riecht"). :dudu:
Ich habe natürlich keine Ahnung, wie die das letzendlich mit den Patienten hinbekommen, aber ich habe Angst um die Patienten, wenn ich so etwas mitbekomme. Andererseits mag ich auch keine Petze sein. Wie würdet ihr reagieren? Habt ihr da auch schon Erfahrungen gemacht?
 
Hallo davidha!

Während meiner Ausbildungszeit und bis zu meinem 1. Kind bin ich auch nachts feiern gegangen. Da waren die Schlafphasen oft sehr, sehr kurz und manchmal bin ich auch gleich von der Disco, nach einem frühen Frühstück zum Dienst marschiert. Zu Schaden gekommen ist trotzdem niemand. Im OP ist oft die gesamte Saalmannschaft gemeinsam feiern gegangen und hat am nächsten Tag wieder gut und fehlerfrei im Saal zusammengearbeitet.

Da gibt es einen Spruch: "Wer feiern kann, kann auch arbeiten!"
Deine Kollegen sind alle Erwachsen und ich gehe davon aus, dass sie sich ihrer Verantwortung bewusst sind. Ich fände es viel schlimmer, wenn sie feiern, die Nacht zum Tage machen und sich dann zu Dienstbeginn krankmelden. Ich meine, dass jeder selber einschätzen kann, ob er nach einer durchgemachten Nacht mit wenig Schlaf, arbeitsfähig ist oder nicht.

Wenn man älter ist, legt sich das von ganz allein, weil man viel länger zur Regeneration braucht.

LG opjutti
 
Ich stimme opjutti voll und ganz zu.

Wir sind damals auf von der Party zum Frühdienst gegangen. Das war eine super Zeit und hat viel Spaß gemacht und geholfen, den Lernstress und die wenige Freizeit zu kompensieren.
Wenn man im Gegensatz zu seinen Freunden regelmäßig Wochenenddienste schieben muss, hat man entweder irgendwann wenig Freunde oder man arbeitet mal müde einen Frühdienst durch.
Mit zwanzig übrigens kein Problem, ganz im Gegensatz zu heute. *seufz*
 
Feiern ist das eine, illegale Drogen während der Arbeitszeit (und dazu gehört die Pause am Arbeitsplatz) zu konsumieren, ist nicht nur grenzwertig, sondern meines Erachtens nach auch ein Grund für eine fristlose Kündigung.

Naja, aber wer von uns hat noch nicht im Silvester-Nachtdienst nen Sektchen getrunken?! :)
 
Hallo Toolkit,

"kiffen" ist ein abwertender Begriff für das Rauchen.

Davidha meint damit bestimmt keine illegalen Drogen. Das hoffe ich zumindest. Ich verstehe ihn so, dass es ihn stört, wenn die Kollegen in jeder Pause rauchen gehen und gereizt reagieren, wenn keine Zeit dafür ist.

LG opjutti
 
Ohja, so manch eine Nacht habe ich auch durchgemacht, besonders in der Zeit der Ausbildung... man war müde am nächsten Tag, aber man hat doppelt so stark aufgepasst, weil man ja nicht negative auffallen wollte. Zum Frühdienst gab es dann einen Redbull weil man sich eingebildet hat, das macht wacher :D....Tja, das regelt sich von ganz alleine das Alter....Aber auch heute gehe ich noch vor dem Frühdienst weg, ich kenne mich und meine Grenzen und weiss was ich meinen Pat. zumuten kann.

Thema Rauchen, alles Erwachsene Menschen müssen sie selber entscheiden.
Konsumieren von illegalen Drogen oder Alkohol im Dienst, so wie alkoholisiert zum Dienst zukommen, ist etwas anderes in meinen Augen und sollte durch die Kollegen nicht gedeckt werden. Das Glas Sekt im Sylvesternachtdienst oder die Kirschpralinen mal ausgenommen
 
"kiffen" ist ein abwertender Begriff für das Rauchen.
Ich war ja nun schon in diversen Ecken Deutschland - und überall wo ich war, verstand man unter kiffen, das rauchen von Cannabis...


Ob man das kiffen während der Schulzeit jetzt an die große Glocke hängen muss, oder nicht, bleibt jedem selbst überlassen. Solche Verhaltensweisen erledigen sich doch idR ganz von selbst.

Im Dienst ist das nochmal was Anderes...
 
Ich komm ja jetzt aus Bayern und bei uns ist "kifffen" auch Cannabis-Rauchen und nicht Zigaretten... Zum TE: Ist es denn auch so, dass die Kollegen auffällig werden während des Dienstes? Ansonsten würd ich da erst mal nicht dagegen vorgehen, ich denke, wenn es Probleme gäbe (und das mit dem Weggehen ja wohl auch auf Station bekannt ist) würde auch sicher die Leitung eingreifen, oder? Vielleicht kannst du mal die Klassenkameraden darauf anreden?
 
Bei manchen Lehrern hab ich mehr über das Privatleben ihrer Töchter erfahren als über Krankenpflege, kann ich schon verstehen dass man das nur breit erträgt.^^

Solange sie das nicht in der Praxis machen, verstehe ich erstmal nicht wo das Problem ist. Sie müssen ja keine schweren Maschinen bedienen. Wenn sie allerdings nach dem Unterricht mit dem Auto nach Hause fahren, würde ich das anders sehen.
Wenn sich jemand den ganzen Tag ein Energiegetränk hinter die Kiemen kippt, sagt auch keiner was, dabei kannste da bei ner gewissen Menge auch mit Tachy-Arrythmie auf einer ITS landen, einen Kiffer wirste so schnell auf keiner ITS antreffen.
 
Feiern ist das eine, illegale Drogen während der Arbeitszeit (und dazu gehört die Pause am Arbeitsplatz) zu konsumieren, ist nicht nur grenzwertig, sondern meines Erachtens nach auch ein Grund für eine fristlose Kündigung.

Klar, illegale Drogen gehen gar nicht. Keine Frage. Aber eines am Rande, die Pause (auch wenn ich sie am Arbeitsplatz mache) ist keine Arbeitszeit! Da kann ich erstmal machen was ich will.
Überspitzt dargestellt kann ich mir in meine Pause dermaßen die Kante geben, dass ich nicht mehr laufen kann, ich muss nur zum Pausenende wieder arbeitsfähig sein. (Daran scheitert dann natürlich ein Pausenbesäufnis)
 
Klar, illegale Drogen gehen gar nicht. Keine Frage. Aber eines am Rande, die Pause (auch wenn ich sie am Arbeitsplatz mache) ist keine Arbeitszeit! Da kann ich erstmal machen was ich will.
Überspitzt dargestellt kann ich mir in meine Pause dermaßen die Kante geben, dass ich nicht mehr laufen kann, ich muss nur zum Pausenende wieder arbeitsfähig sein. (Daran scheitert dann natürlich ein Pausenbesäufnis)
Und da es nunmal um Cannabis in der Pause ging, hat deine Aussage hierzu das Thema verfehlt. Denn wer in seiner "Freizeit" zwischen der Dienstzeit kifft, ist anschließend eben nicht wieder arbeitsfähig...
 
Wobei ich immer noch meine Zweifel habe, dass davidha in seinem sehr moralischen Post, mit kiffen tatsächlich das Rauchen von Cannabis meint. Dahingehend ist der TE mir noch eine Aufklärung schuldig.

Ich glaube nicht, dass die Kollegen ihren Arbeitsplatz riskieren und sich in der Pause eine Tüte genehmigen.:freakjoint:

LG opjutti
 
Und da es nunmal um Cannabis in der Pause ging, hat deine Aussage hierzu das Thema verfehlt. Denn wer in seiner "Freizeit" zwischen der Dienstzeit kifft, ist anschließend eben nicht wieder arbeitsfähig...

Deswegen ja auch die Aussage "Überspitzt dargestellt". Bei meinem Beispiel ist man nach 30 Minuten auch net wieder arbeitsfährig.
Mit ging es ausschließlich um die Aussage von Toolkit, dass Pausen Arbeitszeit sind.
 
Ich bin Auszubildener im 2.Lehrjahr und mir sind einige Mitkursler und auch Kollegen mit Verhaltensweisen aufgefallen, die ich nicht wirklich gutheißen kann.
So zum Beispiel Mitkurslerinnen, die es scheinbar SO nötig haben, dass sie sogar in der 15min-Pause kiffen gehen :schraube: und teilweise schon total weinerlich und reizbar sind in manchen Situationen
Ungeachtet der Tatsache, dass ein AN in den Pausen Freizeit hat, stellt sich mir die Frage, ob die Arbeitsfähigkeit nach dem Konsum von Rauschmitteln noch gegeben ist ...so wie es der TE schildert, scheint dieses nicht der Fall zu sein. Darüber hinaus müsste man auch wissen, ob und wie eine Betriebsvereinbarung das Thema Sucht regelt.
 
Hi,
entschuldigt, daß ich jetzt erst antworte, komme nur dann und wann ins Internet.
Zur Verdeutlichung: mit kiffen ist selbstverständlich das Rauchen von Cannabis gemeint,
mit der Pause die in der Schule. Was bei 3 Leuten regelmäßig (das heißt: mehrmals in der Woche) vorkommt. Könnte mir egal sein,
aber ich denke, wenn jemand damit noch nicht mal bis zum Feierabend warten kann (legal oder
nicht, ist hier nicht der Punkt), mache ich mir eben Sorgen, ob das auch während der Praxis
vorkommt. Das Durchmachen halte ich persönlich schon für ein Problem, wenn Alkohol im Spiel ist,
ganz abgesehen von eventuellen Übermüdungssymptomen, Reaktionsfähigkeit u.s.w.
Manche mögen meine Sorge als "übermoralisierend" empfinden, ich halte es für eine Sache von
Verantwortungsbewusstsein. Was Leute in der Freizeit machen, und wie das rechtlich ist, ist mir
erst einmal egal.Mir geht es nur um das Wohl der Patienten.
Verpetzen werde ich sicher keinen, aber ich überlege, die betreffenden Personen in einer geeigneten
Situation darauf anzusprechen.
 
Hi,
... Das Durchmachen halte ich persönlich schon für ein Problem, wenn Alkohol im Spiel ist,
ganz abgesehen von eventuellen Übermüdungssymptomen, Reaktionsfähigkeit u.s.w.
Manche mögen meine Sorge als "übermoralisierend" empfinden, ich halte es für eine Sache von
Verantwortungsbewusstsein. Was Leute in der Freizeit machen, und wie das rechtlich ist, ist mir
erst einmal egal.Mir geht es nur um das Wohl der Patienten.
....

Und das heißt jetzt, dass ich als Pflegekraft nicht mehr feiern darf und wenn dann nur wenn ich keinen Frühdienst habe, oder aber brav 21:00 Uhr in der Kiste liege, oder wie?
 
Ich lese da auch sehr den moralischen Zeigefinger raus.

Wenn deine Kollegen während der Schulzeit kiffen, ist das in erster Linie ihr Problem, weil sie dem Unterricht nicht mehr richtig folgen können und somit ihre Beurteilung gefährden. Patientengefährdung resultiert daraus nicht direkt.

Wenn Du bei dem "Gespräch in geeigneter Situation" auch den moralischen Zeigefinger hebst, wird da nicht viel bei rauskommen.

Sorry, aber Du klingst so schrecklich nach Spaßbremse.
Man ist doch nur einmal jung und nicht jeder Joint führt direkt in die Sucht und nicht jede Party muss auf den Dienstplan abgestimmt werden. Das lässt mit dem Älterwerden sowieso von ganz alleine nach.
Für mich liest sich das nach normalen jungen Menschen, die auch mal über die Stränge schlagen.

Ganz ehrlich, wenn mich vor vielen, vielen Jahren, wenn ich mal nach einer Party zum Frühdienst gegangen bin, eine Kurskollegin so ermahnt hätte, hätte ich mich königlich darüber amüsiert.

Und heute bin ich am Ende eines Bereitschaftsdienstes deutlich "besoffener" vor Erschöpfung, als damals nach einer Feier.
Man wird eben alt....

Vielleicht solltest Du auch mal zu einer guten Party gehen?
 
Spannend, daß einem gleich unterstellt wird, eine Spaßbremse zu sein, die auf schlechte oder gar keine Parties geht. Anscheinend stellt dieses Thema eine Art Tabu dar oder ich bin manchen Personen auf den Schlips getreten.
Ich spreche nicht von Teenies, sondern Leuten Mitte/Ende 20. Ich selbst bin roundabout 30 und habe auch so meine Erfahrungen damals mit Cannabis gemacht, aber ich denke, in dem Alter sollte man wissen, dass es -wie auch Alkohol- nicht gerade zum konzentrierten Arbeiten beiträgt.
Und: wir arbeiten nicht am Fließband und verpacken Klorollen oder tippen gelangweilt Briefe im Büro sondern wir sind verantwortlich für die Gesundheit von Menschen oder gar Menschenleben. Schon ein Unterschied, oder?
Aber ich habe gerade gesehen, es war schon mal Thema: http://www.krankenschwester.de/forum/pharmakologie/778-drogen-konsumiert-pflegepersonal.html
 
Also ich finde es viel gefährlicher, mit dicken Kopf und "kleinen" Augen am Fliesband zu stehen als durch einen Frühdienst zu tapern.
Bei unaeren normalen Diensten wird man eh ziemlich schnell wieder fit.
 
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