Ich hasse meinen Beruf

niXis

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04.04.2017
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Hallo zusammen......

1) Ich hasse meine Kollegen. Nur gejammer und geheule (bääh..ich musste schon wieder einspringen.... bääh.. der Dienstplan wurde einfach geändert etc..etc..) Ich kann das nicht mehr hören. Bloss nicht organisieren, zusammenhalten, Rechte kennenlernen und umsetzen. Gewerkschaften sind das Böse, Pflegekammer ist die Hölle und Berufsverbände sind Ausgeburten des Satans.
2) Ich hasse Pflege. Das, was in vielen Einrichtungen als Pflege durchgeht, ist Folter. Selbst "satt und sauber" ist ein Wunschtraum. Der Umgang mit Patienten ist an Menschenverachtung kaum noch zu überbieten (reanimation von 95 jährigen maximal kranken Menschen, Untersuchungen um jeden Preis, verbringen von präfinalen Menschen vom Altenheim ins Krankenhaus etc..etc..) Ich gehe täglich mit dem Gefühl zur Arbeit das alles was ich tue maximal Schadensbegrenzung ist.
3) Ich hasse Einrichtungsbetreiber. Wichtig ist nur Gewinnmaximierung (natürlich auf dem Rücken der Patienten und des Personals) Wertschätzung der Arbeit ist nicht vorhanden.
4) Ich hasse die Politik. Pflege hat keine Lobby (siehe Punkt 1.) Wer auch nur ansatzweise glaubt das sich etwas zum Besseren ändert der lebt auf einer rosa Wolke.
5) Ich hasse mittlerweile Menschen ganz allgemein. Ich will nicht mehr beleidigt werden (Nazi Sau, Schlampe etc..etc), nicht mehr bedroht und auch nicht mehr angegriffen werden. Ich will den Respekt den auch ich jedem Menschen entgegenbringe.

Ich habe keine Kraft mehr. Alles was ich an Empathie und Kraft einmal hatte brauche ich jetzt nur noch für mich.
 
Wolltest Du Dich mal auskotzen, oder hattest Du eine andere Absicht mit diesem Thread?
 
Was können wir für dich tun?
 
Na, darauf hab ich gewartet. Augen auf bei der Berufswahl. Wer stellt denn über 50 jährige ein..?? Klar kann ich kündigen ...und dann ?? Verliere ersparnisse (ggf. auch Haus und Hof) da es (Zeitarbeits) Jobs in der Pflege haufenweise gibt welche ich aber nicht annehmen will. Meine Rente ist dann komplett im Eimer und ein Hoch auf die Altersarmut. ich kämpfe seit 30 Jahren für Verbesserungen in meinem Haus und siehe es wird immer schlechter weil niemend mitkämpft. Willkommen in der Realität
 
auch mit 50 kann man sich was neues suchen, optionen gibt es zur genüge.man bewegt eben nix, wenn man sich selber nicht bewegt. 30 jahre kampf und nix erreicht, es wird zeit die strategie und die eigenen pläne zu überdenken. beweg dich und ändere was in deinem berufsleben, dann wirst du auch wieder zufrieden sein.
 
"That´s life !"

:!:Wenn ich für "Heizöl sägen" oder "Eierbriketts rundlutschen" den gleichen Lohn bekäme,
hätte ich mich schon längst von der Pflege verabschiedet.

8-)Neulichs habe ich einen Bekannten auf dem Recyclinghof getroffen.
Der ist Schrottsammler und -händler. Da er weiss, dass ich den alten Klasse-3-Führerschein (7,5 t + 1-Achshänger) habe und zuverlässig bin (Ich habe seine Eltern gepflegt), hat er mir seine personelle Bedarfslage geschildert....
 
wenn du mit deinem Hass die Wahrheit schreibst, benötigst du Hilfe. Dann bist du in einem destruktivem Teufelsrad, aus dem du ohne Hilfe nicht mehr herauskommst. Ich war selbst mal dort und konnte nur durch professionelle Hilfe entkommen.
Ich war krank und konnte behandelt werden, verlor auch meine Existenz nicht.
Ich wünsche dir viel Glück und Kraft
 
Hallo, das liest sich für mich wie ein Hilfe Ruf...
Hass und Verbitterung die du in endlosen 30 Jahren gesammelt hast.
Die Zustände in der Pflege sind extrem schlecht, das stimmt. Es ist aber nicht an dein Hass schuld.
Such dir professioneller Hilfe, wechsele den Job und starte vom neuen an.
50 ist heute zu Tage kein Alter. Da geht noch einiges :P

Alles Gute!
 
Hallo,
kann deine Gefühle nachvollziehen. Bin selber 50+, hab laaange Zeit gekämpft, mich für Kollegen eingesetzt, war im Betriebsrat. Mein Fazit: viele wollen einfach nur jammern. Gott bewahre dass es besser würde, dann hätten sie keinen Grund mehr rumzuzetern. Wer mir die Ohren voljammern will, läuft gegen eine Wand. Inzwischen wissen das auch alle, und ich habe meine Ruhe. Ich trete für meine Rechte ein, was die anderen machen interessiert mich nicht mehr. Ich erledige meine Arbeit sehr gut, schaffe mir Freiraum, indem ich pflegefremde Tätigkeiten nicht mehr mache. Ich spinge nicht mehr ein. Wenn die PDL es nicht schafft ein vernünftiges Ausfallmanagement auf die Füsse zu stellen, warum soll ich dafür bluten. Ich arbeite auch alleine in der Schicht, wenn jemand wegen Krankheit ausfällt. Ich kann nicht die Welt ändern, ich kann nur meine Einstellung ändern. Eine Therapie hat mir geholfen viele Dinge für mich zu klären. Das hat für mich den Druck rausgenommen. Ich kann andere da stehen lassen wo sie stehen wollen, denn ich kann sie nicht ändern, will ich auch nicht. Ich möchte meinen Beruf mit Freude ausüben. Stimmen die Rahmenbedingungen nicht, passe ich sie für mich an. Wenn es so bleibt wie es momentan für mich läuft, dann kann ich auch noch bis zur Rente friedlich arbeiten.
Ich helfe wenn mich jemand um Hilfe bittet, stürme aber keien Burgen mehr.
Alesig
 
@Isidor "50 ist heute zu Tage kein Alter. Da geht noch einiges"

Da kann ich nur zustimmen. Vor allem in unserem Job. Ich bin mit 50 noch in die Schweiz ausgewandert um dort endlich so arbeiten zu können wie ich mir das vorstelle. Ich konnte das Gejammere der Kollegen auch nicht mehr hören. Jammern ja, aufstehen und etwas dagegen tun nein. Sollen sie selber klar kommen.
 
"That´s life !"

:!:Wenn ich für "Heizöl sägen" oder "Eierbriketts rundlutschen" den gleichen Lohn bekäme,
hätte ich mich schon längst von der Pflege verabschiedet.

8-)Neulichs habe ich einen Bekannten auf dem Recyclinghof getroffen.
Der ist Schrottsammler und -händler. Da er weiss, dass ich den alten Klasse-3-Führerschein (7,5 t + 1-Achshänger) habe und zuverlässig bin (Ich habe seine Eltern gepflegt), hat er mir seine personelle Bedarfslage geschildert....


hallo,

stehe gerade etwas auf dem schlauch... was willst du zum ausdruck bringen ?
ich verstehe den zweiten abschnitt deines postest nicht !
 
Ich glaube sie will damit sagen das man auch als Schrottsammler mit dem Entsprechenden Führerschein (mit bis 3,5t wird das Sammeln schwer) glücklich seien kann.
 
Ich glaube sie will damit sagen das man auch als Schrottsammler mit dem Entsprechenden Führerschein (mit bis 3,5t wird das Sammeln schwer) glücklich seien kann.

ja, hab`s mir dann im nachhinein auch gedacht.

zweifle bloss daran, dass es der TE was nützt, wenn man ihr vor augen führt, dass es auch noch andere jobb-möglichkeiten gibt. ich glaube, dass das der T wohl selbst klar ist.

aber ich möchte hier niemanden verurteilen - habe selbst keine lösungen anzubieten. es ist verdammt schwierig, wenn man erstmal so tief in einer negativ-spirale steckt !
 
Ich denke das ein Tapetenwechsel auch schon helfen kann.

Vor Jahren war mein alter Beruf noch ein rotes Tuch, heute könnte ich mir wieder vorstellen darin zu arbeiten.

Auch so wünsche ich mich an manchen Tagen für ein paar Wochen zum Teller spülen in die Küche.
 
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habe selbst keine lösungen anzubieten
Der beste Rat kam m. M. n. von "Resigniert".
Denn der Tip, "einfach mal" den Job zu wechseln, ist gar nicht mal so einfach praktisch umzusetzen - dazu müßte sie erst mal wissen, WOHIN sie wechseln will/soll.
 
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Einem Job der einem nicht mehr gut tut, den Rücken zu kehren "kann" auch eine Lösung sein.

Was die Lösung ist muß die TE allerdings selber herausfinden.
Ob, wann, wohin etc. findet man allerdings gut mit professioneller Hilfe heraus. Und ob es das wirklich war, weiß man erst wenn man es gemacht hat. Da kann selbst ein Therapeut nichts festes sagen kann.

Das Leben ist ein Wagnis. Entscheidungen können Mist sein oder eben Gold. Wichtig ist das man seine Entscheidungen tragen kann.

Allerdings würde ich erstmal auf Pause setzen und genauer sich selber beobachten. Das man ausgebrannt ist und nicht mehr kann. Das hat in erster Linie mit einem selber zu tun. Ich glaube gerade sehr engagierte Menschen können in der Pflege schnell unglücklich werden. Da ist dann halt die Frage kann die Person die Einstellung ändern das sie zur Ruhe kommt oder eine Wirkungsbereich finden in der sich mit dieser Einstellung brilliert?

Ein penibler, regeltreuer Mensch ist z.B. im Qualitätsmanagement (vorausgesetzt er kommt damit klar das er der AvD ist) oder Buchhaltung gut aufgehoben, ein Chaot z.B. in Jobs die sehr viel Flexibilität und Improvisation erfordern. Auch diese Charaktereigenschaften können sich mit der Zeit verändern. So kann der Job damals mit 20 gut gepasst haben, heute aber nicht mehr.

Was die Lösung für die TE ist, kann nur sie selber erarbeiten. Allerdings ist es, denke ich, nicht verkehrt Richtungen zu zeigen, die man sich mal angucken kann, aber nicht nehmen muß.
 
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Sehe es auch wie InetNinja, du solltest nach was neuem Ausschau halten, der Beruf muss zu dir passen, nicht du dem Beruf.
 
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