Hohe Fehlzeiten, Rückversetzung in den Mittelkurs, Möglichkeiten

Leechen

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Hallo,

ich mache in Niedersachsen meine Ausbildung zur Gesundheits- und Krankenpflegerin und bin jetzt offiziell im 3. Jahr. Allerdings habe ich insgesamt schon einige Monate gefehlt. Grund dafür sind wirklich schlimme Migräne Attacken die mich völlig unfähig machen. Vorallem im letzten Jahr waren die Fehlzeiten hoch und auch jetzt aktuell ist es wieder schlimm und ich fehle schon wieder fast 3 Wochen.
Meine Schule ist natürlich nicht begeistert und sie würden mich wohl am liebsten kündigen. Zum Examen werde ich natürlich nicht zugelassen dieses Jahr. Ich denke sogar meine Schule hat auch nicht die Zulassung beantragt.
Im Januar hatte ich wieder ein Gespräch mit der Schule. Es wurde mir wieder nahegelegt abzubrechen, was ich aber ungerne möchte. Ich hatte gebeten in den Mittelkurs zu wechseln, da mir dort die Inhalte fehlen und der Stoff im 3. Jahr darauf aufbaut. Dafür wurde ich nur belächelt, weil sie davon ausgehen ich schaffe es eh nicht. Icv soll mir doch am besten eine andere Schule suchen. In den Mittelkurs darf ich nicht, der sei voll.
Hatte dann gefragt wie es weiter geht für mich, ob ich also im Examenskurs bleibe und wenn es gesundheitlich geht dort am Unterricht teilnehme. Wurde nur gesagt daran kann man mich ja nicht hindern.
Morgen bin ich wieder im Unterricht und hoffe es wird gesundheitlich endlich besser. Bekomme jetzt ein Prophylaxe Medikament und habe Hoffnung.
Aber wie geht es für mich weiter? Kann ich nach dem Jahr dem Examenskurs nochmal wiederholen? Muss ich das beantragen? Oder werde ich am 31.07.2020 einfach ohne Abschluss rausgeschmissen?

Weiß jemand etwas?
Mit der Schule reden hat bislang nie geklappt und ich hätte schon gerne eine Perspektive, weil wenn ich keine Chance auf einen Abschluss habe bringt es mir ja alles überhaupt nichts. Ich möchte die letzten 2 Jahre nicht umsonst gemacht haben.

Schon mal Danke für jede Antwort :-)
 

-Claudia-

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Wenn Du die erlaubten Fehlzeiten bereits überschritten hast, wäre es sinnlos, eine Zulassung zum Examen zu beantragen - Du erfüllst die nötigen Voraussetzungen noch nicht. Damit muss Deine Ausbildung verlängert werden - "einfach so rausschmeißen" kann Dich niemand. Man kann zwar u. U. gesundheitsbedingt auch nach der Probezeit gekündigt werden, aber Migräne dürfte als Grund dazu kaum ausreichen.

Du solltest Dich an der Personalrat oder die Jugend- und Auszubildendenvertretung wenden. Die können Dich beraten und vielleicht im Gespräch mit der Schule vermitteln, ob ein Wechsel in den Mittelkurs nicht doch möglich wäre.

Parallel solltest Du aber tatsächlich über einen alternativen Berufsweg nachdenken. Die Arbeit geht nach dem Examen weiter. Mehrfach wochenlang von der Migräne auf die Bretter geworfen zu werden wirst Du nicht Dein Leben lang aushalten können. Damit ruinierst Du Deine Gesundheit - ganz abgesehen davon, dass kein Arbeitgeber dies tolerieren wird.
 
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Lillebrit

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Das ist ein guter Hinweis von Claudia.
Wenn Du später 30 Tage im Jahr fehlst, ist die Grenze zur Zumutbarkeit erreicht....
 

renje

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Das es da eine konkrete Zahl gibt ist mir unbekannt. Woher stammt diese?
 

ludmilla

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Das ist ein guter Hinweis von Claudia.
Wenn Du später 30 Tage im Jahr fehlst, ist die Grenze zur Zumutbarkeit erreicht....
Also 30 (Arbeits-)Tage sind 6 Wochen. Nach 6 Wochen kommt in vielen Firmen erstmal das innerbetriebliche Gesundheitsmanagement dazu und sucht das Gespräch! Und das ist erstmal kein Grund jemand zu kündigen!
Wenn man jemand wegen Krankheit kündigt, dann hängt das nicht nur an der Dauer, sondern vor allem an der Perspektive die derjenige hat, zukünftig seine Leistung zu bringen!
Während meiner über 30 Jahren Berufstätigkeit gab es einzelne Jahre in denen ich an diese Fehlzeiten kam. Ich hatte zu keiner Zeit Angst dass ich gekündigt werde, selbst in den Jahren nicht, in denen es keinen Pflegenotstand gab. Und heute schon gar nicht, wo man händeringend nach Personal sucht!
Dass worüber Leechen sich Gedanken machen muss ist, ob sie sich mit dieser ausgeprägten Migräne zutraut später mal im Schichtdienst zu arbeiten? Aber sie könnte ja hinterher auch in einen Bereich ohne Schichtdienst....
 

Leechen

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Danke erstmal für eure Antworten.
Erstmal ist mir wirklich die Ausbildung wichtig. Ich bin schon 25 und möchte nicht ohne Ausbildung dastehen. Ob der Beruf auf Dauer etwas für mich ist, wird sich wohl zeigen. Die Migräne ist immer Phasenweise da, es war auch schon mal 3 Jahre Pause. Aktuell macht sie mich leider fertig.

Ich möchte mich vorallem über meine Rechte informieren weil mir da bislang keiner etwas genaues sagen konnte.
Die Schülervetretung werde ich mal ansprechen, allerdings sind sie bei uns nicht wirklich gut aufgestellt. Bis letztes Jahr gab es sie gar nicht.
Ich habe irgendwie das Gefühl keiner weiß überhaupt was möglich ist.
 

renje

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Das KrPflG sieht ausdrücklich eine Verlängerung vor.
Sie können dich nicht kündigen, sonst hätten sie es sicherlich schon getan.
Scheint mir eine Ausrede zu sein, dass im Mittelkurs kein Platz mehr wäre, halte ich für Unsinn.
Zur Vermittlung ist der Betr. bzw. Persrat und die Jugvertr. sicher ein guter Tipp.

Ja stelle einen Antrag auf Verlängerung, dann bist du auf der sicheren Seite, der darf nicht abgelehnt werden.

Die Schule darf dich zum Examen gar nicht anmelden, da die Voraussetzungen fehlen.

Du mußt dir allerdings im Klaren sein, dass der Druck nicht weniger wird seitens der Schule.

Ich verstehe dich sehr gut, dass du zumindest die Ausb. abschließen möchtest, was danach ist wird sich ergeben.

Alternative - mach die KPH-Prüfung und wenns dir besser geht steig verkürzt in die 3jährige wieder ein.
 

-Claudia-

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Dass worüber Leechen sich Gedanken machen muss ist, ob sie sich mit dieser ausgeprägten Migräne zutraut später mal im Schichtdienst zu arbeiten?
Das meinte ich. Ich bin glücklicherweise nicht selbst von Migräne betroffen, aber Schichtdienst scheint bei manchen Migränepatienten ein Trigger zu sein.
 

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