Hallo,
die Expertenstandards sind das Ergebnis jahrelanger Arbeit von Pflegewisenschaftlern und Experten aus der Praxis, um eine nationale Richtlinie zur Qualität bestimmter pflegerischer Themen in Deutschland vorzulegen. Existieren tun diese momentan zu den Themen Dekubitus, Entlassungsmanagement, Sturz, Kontinenzförderung und Schmerz. Das Thema chronische Wunden ist in arbeit...
Jeder dieser Standards ist etwa 150 Seiten dick (!) und beinhaltet auch eine Übersichtstabelle, auf welcher Struktur-, Prozess- und Ergebnisqualität aufgelistet sind. Diese 3 Dimensionen lehnen sich an A. Donabedian an und bieten eine Struktur für die Notwendigen Faktoren zur Sicherung der Qualität sowie eine Leitlinie zur Evaluation.
Entstanden sind diese Inhalt durch das Zusammentragen wissenschaftlicher Ergebnisse zu bestimmten Themen....nehmen wir jetzt mal Dekubitus. Man hat geschaut, welche Faktoren die Enstaheung eines Dekubitalgeschwüres begünstigen und nach Ergebnissen von Studien gesucht, welche verschiedene Interventionen untersucht haben.
Bei der Analyse dieser wissenschaftlichen Untersuchungen hat man z.B. gesehen, dass Scherkräfte ine große Rolle spielen....auch müssen Pflegekräfte erstmal in der Lage sein, einen Dekubitus zu erkennen bzw. das Risiko einzuschätzen.
Aus solchen Punkten hat man dann eine "Rahmenempfehlung" für Einrichtungen in Deutschland "gebastelt" nach welchen diese Hauseigene Standards entwickeln können und sollen.
In der Tabelle steht der Punkt Strukturqualität für die Frage: "Was muss in der Einrichtung vorliegen und was soll das Personal können und wissen".
Bei der Prozessqualität geht es darum, was tatsächlich getan wird udn bei der Ergebnisqualität für das Outcome (was erreicht wurde).
Das Ganze dann nochmals gegliedert in die Punkte 1-7.
Ein Teil der Strukturqualität ist z.B., dass Pflegekräfte Assesments kennen und nutzen, die Einrichtung diese Skalen auch vorhält, dass Pflegekräfte wissen wie man scherkräftearm lagert und mobilisiert etc.
Ein Teil der Prozessqualität ist dann das eigentliche tun...also das was tatsächlich bei den pflegersichen Interventionen passiert, die teamorientierte Fallbesprechung, Dokumentation etc.
Bei der Ergebnisqualität geht es dann um das Outcome.
Anhand dieser Punkte muss nun jedes Haus eine eigenen Standards entwickeln, für geeignete Doku-Systeme sorgen, das Personal schulen (Pflegeprozess, Doku, Kinaesthetics etc.).
Sinn und Zweck der Expertenstandards:
- Wissenschaftliche Erkenntnisse kommen in die Praxis (Evidence Based Nursing)
- Orientierung für die Häuser anhand eines national gültigen Instrumentes und Sicherung einer einheitlichen Versorgung
- Vor Gericht werden die Expertenstandards als "Maßstab" herangezogen!
Du kannst nun mit dieser Tabelle kucken, was gefordert ist ...und vergleichen, ob es bei Euch im Haus auch so ist!
Du kannst also die Qualität der Pflege beurteilen (zumindest ansatzweise) und schauen, was im Haus noch fehlt udn mit welchen Maßnahmen man dieses beheben kann....also Fortbildungen, neues Doku-system etc.
Ich hoffe, dass das "Mysterium Expertenstandard" nun etwas verständlicher ist.
LG, Lille