Eure Erfahrungen: Generalistische Pflegeausbildung

LittleNurse87

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Gibt es hier schon einige, die die Ausbildung nach dem neuen Stand absolviert habt? Wie sind eure Erfahrungen? In welchem Bereich seid ihr anschließend gegangen?
Hat jemand das halbe Jahr um zu spezialisieren angehangen?

Könnt ihr es empfehlen?
 
Um es kurz zu fassen: meines Wissens gibt es diese Ausbildung noch gar nicht. Selbst wenn, das Gesetzt wurde im Januar 2016 abgeschlossen und daher kann rein rechnerisch noch keiner sie gemacht haben.
 
Stimmt nicht so ganz.
Verschiedene Krankenpflegeschulen haben die Genrealistische Ausbildung schon als "Test"-Ausbildung durchgeführt.
Auch eine Schule in meinen Nähe. Lief dort soweit ich weiß 5 Jahre als zusätzlicher Kurs.
Habe aber in meinem Bereich zu wenig Kontakt mit den Schülern, um mir ein Urteil zu bilden.
Allerdings braucht sich LittleNurse keine Gedanken darüber zu machen, da sie meines Wissens nach zur Zeit nicht angeboten wird.

LG Einer
 
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Ah ok die Test-Ausbildungen waren mir nicht bekannt.
 
Doch die Ausbildung wird bsp im Albertinen Krankenhaus Schnelsen (Hamburg) ausschließlich angeboten.
 
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Stimmt nicht so ganz.
Verschiedene Krankenpflegeschulen haben die Genrealistische Ausbildung schon als "Test"-Ausbildung durchgeführt.
Auch eine Schule in meinen Nähe. Lief dort soweit ich weiß 5 Jahre als zusätzlicher Kurs.
Habe aber in meinem Bereich zu wenig Kontakt mit den Schülern, um mir ein Urteil zu bilden.
Allerdings braucht sich LittleNurse keine Gedanken darüber zu machen, da sie meines Wissens nach zur Zeit nicht angeboten wird.

LG Einer
Die Modell-Ausbildungen laufen vielerorts weiter. Wäre ja auch Quatsch, kurz vor der Gesetzesänderung wieder zum alten Status quo zurückzukehren.

Es gibt etliche Evaluationsstudien, die der generalistischen Ausbildung ein hohes Niveau und eine gute Qualität bescheinigen.
 
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Auf meiner Station hat ein frisch Examinierter vom letzten Kurs die Generalistik abgeschlossen und sich dann auf unserer Station beworben. Seiner Meinung nach und das selbe höre ich von all meinen Mitschülern in der Schule, die auch im GEN-Kurs sind, gibt es einige Vorteile, jedoch überwiegen eher die Nachteile bei diesem Ausbildungskonzept.

Für den einen ist der Einblick in zwei weitere Arbeitsbereiche höchst interessant und "man spart sich eine Fachweiterbildung", indem man 3 Fachrichtungen in einer Ausbildung hat. Für den anderen ist das der Horror, weil er von jedem der 3 Bereiche nur das Oberflächliche lernt und es nicht tief genug geht - was ja auch unmöglich ist, wenn die Ausbildung wie bei den regulären Ausbildungen in der Pflege nur 3 Jahre geht.

Also ich meine, es kommt auf den Schüler an, wie er es am besten möchte. Für den einen ist GEN ne interessante Option, für den anderen ist es totaler Käse. Man sollte sich ganz, ganz sicher sein, ob das Modell was für einen ist.
Es ist durchaus eine ordentliche Ausbildung, aber ich bin auch der Meinung (und das war auch der Grund weswegen ich mich gegen die GEN-Ausbildung entschieden hab "solang es noch möglich war"), dass die einzelnen Bereiche viel zu kurz kommen und man 3 Ausbildungen in einem eingeprügelt bekommt und in der Theorie überfordert wird, während man am Ende eh komplett durcheinander ist und nicht genug theoretische Tiefe drauf hat.
 
äähhhh generalisierte ausbildung hat nix mit fachweiterbildung zu tun, die spart man sich auch nicht durch die gen. Ausbildung (egal welche FWB).
 
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Für den einen ist der Einblick in zwei weitere Arbeitsbereiche höchst interessant und "man spart sich eine Fachweiterbildung", indem man 3 Fachrichtungen in einer Ausbildung hat.
Ergänzend zu dem, was Flora bereits geschrieben hat, möchte ich noch sagen, daß es sich hier nicht um "3 Fachrichtungen" handelt, sondern daß dies bisher (in Deutschland) 3 verschiedene Berufe waren bzw. noch sind!
D. h., man erspart sich durch die Generalistik keine (Fach)Weiterbildung, sondern 2 komplette Berufsausbildungen!
Wenn Du hier von "Fachrichtungen" sprichst, dann wären das z. B. (im Bereich der Krankenpflege) Chirurgie, Innere Medizin, HNO, Urologie, Psychiatrie, Anästhesie/Intensiv usw.!
 
Ich habe in Hamburg die generalisierte Ausbildung gemacht- in meinem Dafürhalten der einzige Weg zur Aufwertung und Anerkennung der Pflege als Profession und unumgänglich, leider hat unsere jetzige Regierung das nur ansatzweise umgesetzt..
Als Kritik an der Ausbildung ( seit 2004 als Modellprojekt laufend) kann ich anmerken, dass die Kinderkrankenpflege definitiv zu kurz kommt. Und dass 3 Jahre für diesen Lernstoff zu wenig sind. Da sollten 3,5 Jahre veranschlagt werden. Ansonsten war ich sehr zufrieden mit albertinen, im schulischen Bereich. In der Praxis weniger.
 
@millicent
Danke für Deine Einschätzung, das sehe ich ganz genauso. Also jetzt nicht das mit dem Albertinen (kann ich nicht beurteilen), sondern alles andere:
Durch die Generalistik wird unser Beruf zur Profession aufgewertet, bis jetzt sind wir auf drei verschiedene Berufe zersplittert... und man hat den Eindruck, das kommt unseren Gegenspielern nur allzu recht („divide et impera“).
Abgesehen davon ist es internationaler Standard, eine Spezialisierung erfolgt überall sonst erst hinterher.
Und ja, auch ich hätte 3,5 Jahre befürwortet. Aber das ist wohl absolut nicht durchsetzbar.
 
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millicent und martin bin weitgehend eurer Meinung, nur nicht mit den 3,5Jahren. Die Ausbildung ist jetzt schon vollgestopft mit theoretischen Ausbildungsinhalten die sich kein Mensch merken kann und schnell nach dem Examen vergessen wird.
Das viele theoretische Wissen kann oft jetzt schon nicht in die Praxis transferiert werden und jetzt sollten nochmals 6 Monaten dazukommen.

Das ist eine Grundausbildung die breite Grundlagen schaffen soll, und sonst nichts.
Da kommen keine Spezialisten raus, in keinem der 3Berufe.
Das geht den Gesellen in anderen Berufen genauso.

Deshalb 3 Jahre Grundausbildung, Tätigkeitenvorbehalt und nach 1-2Jahren Fachausbildung in z.B. Alten-, Kranken-, Kinderkrpflege. Erst dann dürfen die Generalisten ALLe Tätigkeiten ausführen, wie der Meister im Handwerk.

Wenn ich das bisher Gelernte 2Jahre anwende und verküpfe mit der Praxis und dann nochmals das Spezialwissen draufpacke, bleibt viel mehr erhalten.

Mit dem Tätigkeitsvorbehalt wäre deutlicher Druck auf den AG, genügend MA auf eine Fachausbildung zu schicken.
Wie in vielen anderen Berufen auch, man braucht doch das Rad nicht neu zu erfinden.
 
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Sechs Jahre lernen um dann am Ende für 12 Euro in einem Pflegheim zu arbeiten. Niemand wird sich dann geriatrisch weiterbilden.
 
Sechs Jahre lernen um dann am Ende für 12 Euro in einem Pflegheim zu arbeiten. Niemand wird sich dann geriatrisch weiterbilden.
Nicht immer so negativ, dann wird sich nie was ändern.

Dann muss DIE PFLEGE endlich kapieren, dass sie Druck machen muss und sich einbringen muss, nur diese was ändern kann im Sinne der Pflege.
Ansonsten werden es Andere tun.
Im Sinne DER PFLEGE?
Wohl eher nicht.
 
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Ich bin ganz und gar für die Generalistik, aber bitte durchdacht. Gleicher bzw. mehr Stoff in gleicher Zeit hat schon bei G8 nicht funktioniert.
Warum nicht von Ländern lernen, die es können?
Und von Gehältern knapp über dem Mindestlohn wird der Beruf der Altenpflege oder bei manchen Sozielszationen nicht attraktiver. Ich lache heute noch über das Gehaltsangebot eines Pflegedienstes, der mal bei mir angefragt hat, weil sie erfahren hatten, das ich in meiner Klinik nicht sooo zufrieden war.
 
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Ich bin ganz und gar für die Generalistik, aber bitte durchdacht. Gleicher bzw. mehr Stoff in gleicher Zeit hat schon bei G8 nicht funktioniert.
Ähm, Du meinst in WENIGER Zeit. Das war ja damals der grosse Schritt. Ich z. B. hab mein Abi noch nach 13 Jahren (mit 19) bekommen. 8-)
Da übersiehst Du aber einen Aspekt, nämlich dass alle drei Pflegeberufe erst mal alles Grundlegende teilen; nur dadurch ist es ja überhaupt möglich, die drei Berufe zusammen zu fassen.
Aber ich seh‘s schon auch so, 3,5 Jahre hätte ich besser gefunden.
Warum nicht von Ländern lernen, die es können?
Da weiß ich wiederum nicht ausreichend bescheid; ich meine aber, dass die pflegerische Ausbildung in fast allen Ländern nur 3 Jahre (6 Semester) dauert. Dann geht’s weiter in die Spezialisierung, meist Master.
Und von Gehältern knapp über dem Mindestlohn wird der Beruf der Altenpflege oder bei manchen Sozielszationen nicht attraktiver.
Völlig richtig.
Und das ist m. M. n. auch das, was die AG an der Generalistik so fürchten:
Wenn ihre MA die Schnauze voll haben, können sie überall anders hin wechseln. So sind sie gezwungen, ihre Löhne anzupassen, und das passt ihnen nicht. :D
 
Hoffentlich. Was aber auch bedeutet, die Krankenhäuser brauchen nicht drauflegen. Und ja, ich habe mich oben verdaddelt.
 
Wenn es genug "dumme" gibt, die nun die Altenpflege Ausbildung machen, brauchen sie die Gehälter gar nicht anpassen. Sie können nun ganz einfach sagen:"Wieso? Sie wissen doch weniger und können weniger als ihre Generalistik Kollegen. Und ihre anderen Kollegen haben ebenfalls die "Altenpflege Ausbildung" Also kein Grund zur Anpassung."

Also, ich kann jedem nur zur Generalistik raten.
 
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Die 3,5 Jahre entspringen meiner Erfahrung in der (v.a. theoretischen) Ausbildung. Da gab es sehr viele Mitschüler, die erhebliche Probleme mit dem gewaltigen Lernstoff hatten. Auch ich (mit Abitur und abgeschlossen Studium) musste kämpfen. Gerade die Kinderkrankenpflege, Schwangere, Geburt etc. waren unglaublich lernintensiv.
 
Ich stoße in der Praxis immer wieder auf große Skepsis hinsichtlich der Generalistik. Die m.E. richtige Einschätzung, dass der Pflege ein einheitliches Grundverständnis und eine Haltung zueigen ist, egal welche Altersgruppe betroffen ist, teilen viele altgediente Kollegen nicht. Da ist noch viel Überzeugungsarbeit zu leisten...
 

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