Ausbildung zur Pflegefachfrau ohne Führerschein möglich?

Miss Marpel

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Hallo,

ich habe eine Frage und bin mir jetzt sehr unsicher, ob es Probleme geben wird.

ich beginne zum 01.09.2020 eine Ausbildung zur Pflegefachfrau. Ich freue mich sehr darauf.
jetzt hatte ich gelesen, dass hier Pflichtstunden vorgegeben sind zur ambulanten akut- und Langzeitpflege.
ich habe allerdings keinen Führerschein. Ich bin auch vom Alter her 35 Jahre und habe nie einen Führerschein gemacht.

Kann mir jemand sagen, ob das jetzt ein Problem ist? Ich mache mir große Sorgen.

Kann mir jemand hier helfen?

Vielen Dank im Voraus :-(
 

-Claudia-

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Es ist keine Voraussetzung. Schüler sollten in der ambulanten Pflege nicht allein zu den Patienten fahren, und als Beifahrerin brauchst Du ja keinen Führerschein. Aber Du hast vergleichsweise ungewöhnliche Arbeitszeiten, da ist es in manchen Regionen nicht leicht, mit öffentlichen Verkehrsmitteln zur Arbeit zu kommen.
 

Miss Marpel

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Es ist keine Voraussetzung. Schüler sollten in der ambulanten Pflege nicht allein zu den Patienten fahren, und als Beifahrerin brauchst Du ja keinen Führerschein. Aber Du hast vergleichsweise ungewöhnliche Arbeitszeiten, da ist es in manchen Regionen nicht leicht, mit öffentlichen Verkehrsmitteln zur Arbeit zu kommen.

Guten Morgen,

vielen Dank für deine Antwort.

Ich komme selbst morgens um 6.00 an Sonn- und Feiertagen in alle Einrichtungen mit öffentlichen Verkehrsmitteln hin. Das ist soweit abgedeckt.

Bei 400 Pflichtstunden in der ambulanten Akut- und Langzeitpflege dachte ich ich muss alleine dann irgendwann zu den Patienten. Wenn dem nicht so ist, ist es ja soweit in Ordnung. Hatte Sorge das wäre dann anders.
 

Vanilly

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Huhu,

bei uns ist es auch so, dass wir nicht zwingend einen Führerschein brauchen.
An unserer Schule wird lediglich darauf hingewiesen, wenn man die Möglichkeiten hat, es von Vorteil wäre Mitte des 2 Lehrjahres einen Führerschein zu haben. Allerdings wohnen wir hier sehr ländlich und mit den öffentlichen kommt man nicht überall hin. :verwirrt:
Für diejenigen die keine Möglichkeit haben den Führerschein zu machen, wird aber geschaut, dass sie so wohnortnah wie möglich eingesetzt werden, bzw. Fahrgemeinschaften gebildet werden können.
Klappt super so bei uns.

Bei 400 Pflichtstunden in der ambulanten Akut- und Langzeitpflege dachte ich ich muss alleine dann irgendwann zu den Patienten. Wenn dem nicht so ist, ist es ja soweit in Ordnung. Hatte Sorge das wäre dann anders.
Ne keine Sorge, als externer Schüler (von einer anderen Klinik) darfst du das auch garnicht.
Ich war in meinem ambulanten Einsatz auch nie alleine. :daumen:
 

Seewind

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Unsere Schule gibt auch die klare Empfehlung ab, dass man den Führerschein haben sollte + PKW. Die Leitung ist bemüht, uns wohnortnah einzusetzen - sagt aber auch, dass es eben nicht immer geht. Ich bin froh, dass mein Freund mich fahren kann denn trotz Großstadt lässt der ÖPNV zu Wünschen übrig.
In der ambulanten Pflege wirst/darfst du gar nicht alleine fahren. Ich kannte es so, dass man teils vorm Haus/der Wohnung des Klienten abgesetzt wird oder fußläufig naheliegende Klienten abklappert - aber auch das ist nicht zulässig. Wir haben unseren ambulanten Einsatz teils erst Mitte des 3 Lehrjahres, da würden sich einige sicher eigene Touren wünschen.

Ich habe die Ausbildung 2015 mal bei einer Akademie angefangen, da kam man ohne Führerschein nicht weit - was ich dann auch schmerzlichst spüren musste. 45km Radius um die Einsatzorte, man wurde von Ort A nach Ort B geschickt, obwohl die Fachabteilung in Ort A war. Leute aus Ort B wurden nach Ort A geschickt. Man wollte uns ein breites Spektrum bieten.

Wenn du sagst, der ÖPNV ist gut - sehe ich da kein Problem.
 

Jillian

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Wir haben unseren ambulanten Einsatz teils erst Mitte des 3 LJs, da würden sich einige sicher eigene Touren wünschen.
Wünschen kann man sich viel, aber genau wie im Krankenhaus eine Fachkraft verpflichtet ist, ständig ein halbes Auge auf die Azubis zu haben, ist es illegitim, einen Schüler egal welches Ausbildungsjahres alleine zum ambulanten Patienten zu lassen. Wer es als Fachkraft dennoch macht, ist selber Schuld, als Schüler würde ich grundsätzlich nicht davon ausgehen, dass ich alleine ambulante Patienten betreuen darf.
 
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Leander

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Schüler kommen nicht auf den Fahrersitz.
Schon alleine aus Versicherungsgründen.

Wer haftet im Zweifelsfall? Der ambulante Dienst nicht, ist ja schließlich nicht der Arbeitgeber.
Der Schüler? Seine Haftpflicht greift nicht bei einem Unfall, da dies im Rahmen der Arbeit geschehen ist.
Der Arbeitgeber des Schülers oder gar die Schule? Von deren Seite ist es nicht vorgesehen, dass die Teilnehmer der Ausbildung Einzeltouren fahren.

Also: gar nicht erst dazu kommen lassen, dass man eine Tour fahren muss.
 

Neuromaus

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Ges.- u. Kinderkrankenpflegerin
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Neuropädiatrie mit ganz besonderen Kindern ♥
Also: gar nicht erst dazu kommen lassen, dass man eine Tour fahren muss.
Und so blöd es sich anhört... Dafür ist es sogar eher günstig, wenn du keinen Führerschein hast. Dann ist das das perfekte Argument, damit dich niemand dazu überreden will.
Bei mir war es so, dass ich den Einsatz in der ambulanten Kranken- und Altenpflege am Anfang des zweiten Ausbildungsjahres der Kinderkrankenpflegeausbildung hatte. Nach den ersten drei Tagen wurde die Pflegekraft, mit der ich zusammen gefahren war, krank, und die Chefin fragte mich, ob ich einen Führerschein hätte, weil ich ja dann einfach die Tour hätte übernehmen können. Ich sagte, ich habe zwar einen Führerschein, traue mir aber nicht zu, die Tour alleine zu machen und könne das nicht verantworten, und abgesehen davon sei ich in der Schule ausdrücklich darauf hingewiesen worden, dass es verboten sei. Daraufhin versuchte sie, mich zu überreden und zog alle Register: Von "Du bist doch so begabt, das ist doch gar kein Problem, natürlich schaffst du das. Die xxx hat mir so viel Gutes über dich erzählt." über "Du bist ja jetzt auch schon im Mittelkurs, da muss man langsam ein bisschen Verantwortung übernehmen." bis hin zu "Wenn du diese Tour nicht übernimmst, muss ich sie auf die anderen Kollegen aufteilen. Das ist für alle Beteiligten sehr ärgerlich. Die Patienten haben dann eine fremde Pflegekraft (weil sie mich nach drei Tagen ja soooooo gut kannten...), und die Kollegen müssen alle Überstunden machen. Das kannst du doch nicht wollen." Ganz schreckliche Situation.
Ich habe dann gesagt, dass ich nicht alleine fahren werde, bis ich mit der Schule gesprochen habe (ich wusste ja, dass die Schule es verbietet) und ihr höchstens anbieten kann, mit einer Kollegin mitzufahren bis halb acht, wenn die Lehrerin in der Schule ist, dann dort anzurufen und wenn ich das OK bekomme (von dem ich wusste, dass ich es nicht bekomme, so dass mein Vorschlag für mich risikofrei war), die Tour zu übernehmen. Hat ihr nicht gepasst (warum wohl...), ich bin bei einer anderen Pflegekraft mitgefahren, und das Thema war ein für allemal gegessen. Ab und zu bin ich mal zu einer Patientin alleine gegangen, wo wir zwei Patienten im gleichen Haus hatten, die Wohnungen direkt gegenüber. Da waren nur Tätigkeiten zu machen, die ich gelernt hatte und sicher konnte. Das war für mich ok, weil es so war, wie wenn ich im Krankenhaus alleine in ein Patientenzimmer gegangen wäre. Ich hätte im Bedarfsfall ja jederzeit die examinierte Kraft anrufen können, und sie wäre direkt rübergekommen.
 

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