Ausbildung 2021

Cindy121

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Hallo ihr Lieben,
Ich habe eine etwas spezieller Frage und muss deshalb auch etwas ausholen.

Ich habe 2009 meine Ausbildung zur Industriekauffrau beendet und habe danach bis 2015 in der Buchhaltung gearbeitet. Ich habe meinen Job gehasst und wollte eigentlich schon immer was anderes machen. Irgendwas medizinisches. Aber mit 16 kommt man halt ohne Auto nicht vom Dorf weg und mein Ausbildungsbetrieb war in meiner direkten Nachbarschaft.

Lange Rede kurzer Sinn. Im Dezember 2014 habe ich mich endlich getraut und habe mich als Gesundheits- und Kinderkrankenpflegerin beworben. Einen Monat später bekam ich dann auch die Zusage und im Oktober 2015 ging es los. Ich habe diesen Job geliebt! Ich war super gut in der Schule und in allen Praxiseinsätzen wurde ich positiv gelobt.

Dann bekam ich die Diagnose, dass ich Endometriose + einen verschlossenen Eileiter habe und eigentlich so schnell wie möglich, ich war damals 23, schwanger werden soll. Mein Mann und ich haben lange hin und her überlegt und ich habe mich dann schweren Herzens dazu entschieden, zu kündigen um wieder in meinem alten Job zu arbeiten. Einfach aus dem finanziellen Grund, dass mir ja nur sehr wenig Elterngeld zugestanden hätte. Ich habe dann IM April 2017, also nach 1,5 Jahren gekündigt.

Das ganze bereue ich jeden Tag. Noch mal mehr, weil meine neue Arbeitsstelle der Horror war und der Chef einfach furchtbar ist. Aber ich wurde im September 2017 schwanger. Im Mai 2018 kam meine Tochter dann auf die Welt. Uns war recht schnell klar, dass wir Nummer 2 auch recht schnell hinterher haben möchten, so kann ich danach wieder voll im Beruf einsteigen. Im März 2019 wurde ich dann das zweite Mal schwanger.

Der Ausbildung trauerte ich nach wie vor hinterher, aber das Thema war für mich abgeschlossen, da wir uns es nicht leisten konnten, dass ich so wenig verdiene.

Leider lief einiges schief und unser Sohn kam 13 Wochen zu früh, I'm August 2019, zur Welt. Jetzt geht es ihm aber den Umständen entsprechend gut.

Mein Mann hat nun einen neuen Job und verdient dort weitaus mehr als zuvor. Er hat gestern das Gespräch mit mir gesucht und meinte, dass es nun rein finanziell möglich wäre, dass ich wieder eine Ausbildung mache. Er weiß wie wichtig mir die Ausbildung war bzw. ist und steht da komplett hinter mir.

Jetzt sitze ich hier und könnte vor Freude heulen. Meine Frage ist jetzt allerdings, geht das überhaupt? Kann ich die Ausbildung noch mal starten oder evtl sogar weiter führen? Die Ausbildung zur Gesundheits- und Kinderkrankenpflegerin gibt es ja seit diesem Jahr nicht mehr.

Und dass die Ausbildung mit zwei Kleinkindern (dazu eines weitestgehend gehörlos) hart wird, ist mir bewusst. Aber ich will das. Ich will meinen Kindern etwas bieten können.

Bitte entschuldigt den langen Text. Ich hoffe mir kann jemand weiter helfen!

Liebe Grüße und schon jetzt vielen Dank!

Cindy
 

-Claudia-

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Hallo und willkommen!
Kann ich die Ausbildung noch mal starten oder evtl sogar weiter führen? Die Ausbildung zur Gesundheits- und Kinderkrankenpflegerin gibt es ja seit diesem Jahr nicht mehr.
Du kannst Dich selbstverständlich nach einem Ausbildungsabbruch jederzeit wieder neu bewerben. Die Ausbildung zur Gesundheits- und Kinderkrankenpflegerin gibt es nach wie vor, nur werden die ersten beiden Jahre alle Kurse gemeinsam unterrichtet.

Einen Anspruch auf den Ausbildungsplatz hast Du natürlich nicht, da Du eben nicht die Ausbildung durch Mutterschutz und Elternzeit unterbrochen, sondern schon vor der Schwangerschaft gekündigt hast. Du kannst also die von Deiner Seite gekündigte Ausbildung nicht weiterführen, eine Verkürzung wäre eventuell möglich, ich würde Dir dieses aber, aus dem Bauch heraus, nicht empfehlen. Vier Jahre nach dem Abbruch und mit zwei kleinen Kindern musst Du es Dir nicht schwerer machen als unbedingt notwendig.

Erkundige Dich aufgrund der familiären Situation doch mal, ob in Deiner Nähe die Ausbildung auch in Teilzeit angeboten wird.
 

Cindy121

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Ich danke dir für deine schnelle Antwort! Das beruhigt mich ja schon mal

Ja, ich denke auch, dass es das beste ist die vollständigen 3 Jahre zu machen.

So wie ich das gelesen habe, ist es in Teilzeit bei uns leider nicht möglich. Aber ich wollte morgen sowieso mal in der Schule anrufen und fragen
 

Neuromaus

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Die Ausbildung zur Gesundheits- und Kinderkrankenpflegerin gibt es nach wie vor, nur werden die ersten beiden Jahre alle Kurse gemeinsam unterrichtet.
Und das ist nicht "schlimm". Ich habe 2012 bis 2015 auch schon nach diesem Modell gelernt, nur dass da die Altenpflege noch nicht dabei war. Zwei Jahre gemeinsamer Unterricht von Krankenpflege und Kinderkrankenpflege, ein Jahr Differenzierungsphase nur Kinderkrankenpflege. Bei den Praxiseinsätzen haben wir innerhalb der ersten zwei Jahre die Pflichteinsätze im Erwachsenenbereich gehabt, ansonsten aber auch nur Kinder-Einsätze, im dritten Jahr dann nur noch Kinder-Einsätze (bis auf das Schülerprojekt, wo wir leider zu wenig Kikras waren, um das alleine zu machen, so dass wir bei den Erwachsenen mitmachen mussten). In den ersten zwei Jahren musste man im Theorie-Unterricht manchmal ein bisschen penetrant werden, damit innerhalb der medizinischen Themenbereiche auch die Besonderheiten von Kindern wenigstens am Rande erwähnt wurden und nicht immer nur der "Standard" von Erwachsenen und die Besonderheiten von älteren oder dementen Menschen. Das war nervig, aber auch keine Katastrophe ;). Und es gibt auch genügend Themen, wo es keinen wesentlichen Unterschied macht. Also alles halb so wild.
Ich weiß von Kolleginnen, die drei Jahre lang nur Kinderkrankenpflege (oder eine auch nur Krankenpflege) gelernt haben, dass die sich das ganz schrecklich vorgestellt haben, zwei Jahre lang gemeinsam unterrichet zu werden. Deswegen schreib ich dir das, dass es echt nicht so problematisch ist wie man vielleicht denkt.
 

Cindy121

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Das ist wirklilch gut zu wissen! Danke :-) Ich konnte mir das tatsächlich nicht so unproblematisch vorstellen wie du es jetzt schilderst.
 

Neuromaus

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Man muss halt immer mal wieder nerven, damit man "zu seinem Recht kommt". Penetrant jedes Mal nachfragen, wenn man bei medizinischen Themen "die Kinder vermisst". Da darf man keine Angst vor haben, auch wenn man keinen schlechten Eindruck bei den Lehrern machen will. Wir haben uns in der Klasse abgesprochen unter den Kikras, dass jede mal diejenige sein muss, die nachbohrt, damit nicht eine alleine die A-Karte hat. Das hat ganz gut geklappt. Ich glaube, wenn ich die Wahl gehabt hätte, hätte ich mich für drei Jahre reine Kinderkrankenpflege entschieden, aber in meiner Umgebung haben alle Schulen nur das "gemischte Modell" angeboten.
 

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